Das Haus der Lady Alquist (Gaslight, USA 1944) #Filmfest 234

Filmfest 234 A

2020-08-14 Filmfest ADas Gaslicht, die Juwelen und der perfide Plan

Das Haus der Lady Alquist ist ein Psychothriller des US-amerikanischen Regisseurs George Cukor aus dem Jahr 1944 und wurde von dem Filmstudio MGM produziert. Der Film ist eine Neuverfilmung von Thorold Dickinsons britischem Kriminalfilm Gaslight aus dem Jahre 1940. Beide Filme basieren auf Patrick Hamiltons Theaterstück Gaslicht (Originaltitel: Gas Light, auch Angel Street). Ingrid Bergman erhielt für ihre Rolle in Das Haus der Lady Alquist den Oscar als Beste Hauptdarstellerin. (1a)

Der Film handelt von Paula Alquist, deren berühmte Tante, eine Opernsängerin, ermordet wurde und die, von dem Ereignis traumatisiert, nach Italien kommt und Gesangsstunden nimmt, dabei lernt sie den Pianisten und Komponisten Gregory kennen und lieben, mit dem sie zurück nach London zieht, in das Haus jener Tante und in dem einst der Mord geschah. Bald gibt es Anzeichen dafür, dass Paula psychische Probleme hat und in einer spektakulären Szene, in der sich die Uhr ihres Mannes in ihrer Handtasche wiederfindet, erleidet sie einen Nervenusammenbruch. Der Film ist in der Psychologie so berühmt geworden, dass nach seinem Titel das Phänomen „Gaslighting“ bezeichnet wird. (1) Über das Verhalten, das heute ein stehender Begriff geworden ist und über andere Aspekte des Films steht mehr in der -> Rezension.

Handlung

Im viktorianischen London: Die berühmte Opernsängerin Alice Alquist ist in ihrem Haus am Thornton Square ermordet worden. Der Täter wurde nicht gefunden, ebenso wenig ein plausibles Tatmotiv. Lady Alquist lebte mit ihrer 14-jährigen Nichte Paula zusammen, die ihre Eltern früh verlor. Da Paula von dem schrecklichen Geschehen traumatisiert ist, schickt man sie für einige Jahre nach Italien. Sie erhält dort Gesangsunterricht bei Maestro Guardi, der bereits ihre Tante ausgebildet hatte. Zehn Jahre später verliebt sich die junge Sängerin in den charmanten Pianisten Gregory Anton. Sie heiraten nach kurzer Bekanntschaft.

Gregory möchte in einem eigenen Haus leben, am liebsten in London. So entschließt sich Paula ihm zuliebe, endlich das Erbe ihrer Tante anzutreten, zu dem auch das noch immer leerstehende Haus am Thornton Square gehört. Nach so vielen Jahren glaubt sie die Vergangenheit überwunden zu haben, doch sie irrt sich, und bald beginnt eine Kette befremdlicher Ereignisse. Gleich bei der Ankunft findet Paula einen Brief, den ein gewisser Sergius Bauer kurz vor dem Mord an ihre Tante schrieb. Gregory entreißt ihr das Schriftstück fast zornig, da es ihn schmerzlich berührt, wenn seine geliebte Frau den düsteren Erinnerungen nachhängt. Um dies künftig zu vermeiden, lässt er das ganze Haus neu möblieren und die alten Besitztümer der Tante auf den Dachboden schaffen.

Anschließend bemüht sich Gregory, seiner Frau das Leben in London angenehm zu machen. Er besucht mit ihr Sehenswürdigkeiten wie den Tower of London und schenkt ihr eine wertvolle Brosche, ein altes Erbstück seiner Familie. Umso enttäuschter ist er, als ihr der Schmuck schon bald abhanden kommt. Überhaupt, meint er, geschehe es ziemlich oft, dass sie Dinge verliert oder verlegt – oder gar absichtlich verschwinden lässt? Paula ist gekränkt und verunsichert, denn sie erinnert sich gar keines solchen Vorfalls. Gregory beruhigt sie zwar, hält ihr Gemüt jedoch für angegriffener als sie selbst wahrhaben will. Um ihre Nerven zu schonen, geht er vorerst nicht mehr mit ihr aus und empfängt auch keine Besucher.

Weiter zur Handlung in der -> Wikipedia.

Rezension

Wie war das Gefühl nach dem Film? Gut. Ich habe „Gaslight“, wie er im Original heißt, nicht zum ersten Mal gesehen und wusste, wie er ausgeht. Und es war ein schönes Wiedersehen mit einem der atmosphärisch dichtesten Filme aus einem Jahrzehnt, in dem sowieso die Filme mit der schönsten düsteren Atmosphäre bis heute gemacht wurden. Wäre er kein „Period Piece“ und wären die Charaktere sowie der  Handlungsverlauf ein wenig anders, würde ich ihn als Film noir bezeichnen. So aber ist er gleichermaßen ein Thriller wie ein Melodram. Trotz der Kenntnis spannend, weil ich mich mehr auf die Details konzentrieren konnte – vor allem auf das Spiel von Charles Boyer als Gregory alias Sergius. Mir ging es darum, herauzusfinden, ab wann ein normaler Zuschauer ahnen kann und ab wann er ahnen muss, dass etwas faul ist mit diesem Mann.

Wann sind diese Zeitpunkte? Witzig, wie sich die Wahrnehmung mit der Zeit schärft, was Filme angeht. Ich bin mir ganz sicher, dass ich beim ersten Gucken, auf einem kleineren Bildschirm in weit weniger gute Qualität als gestern, nicht gepeilt habe, dass Sergius Bauer Gregor ist, als er so heftig auf den Brief reagiert, den Paula findet. Paula ist zwar nicht wahnsinnig, aber sie ist trotzdem angeschlagen durch die früheren Ereignisse – und natürlich verliebt in Gregory. Sonst würde sie nicht nur hier, sondern an vielen Details merken, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Der Zuschauer kann es beinahe von Beginn an ahnen, als Gregory sich oft gleichermaßen überraschend wie arrogant verhält. Die Blicke, die er setzt, sind nicht die eines Mannes, mit dem Paula auch am Ende des Films noch glücklich sein wird. So gesehen, ist der Film ein Howcatchem – und ein Thriller. Wann wird ihm jemand auf die Schliche kommen? Wird Paula es sein? Eher nicht, denn sie ist zu schwach. Bis auf das Ende, das finden wir auch heute noch überraschend, wie aggressiv sie da reagiert. Man darf nicht den Fehler machen, nur das als psychologisch stimmig anzusehen, was im eigenen Erfahrungsbereich liegt und / oder einer rationalen Logik zugänglich ist, aber die Literatur und der Film haben das Handicap, dass alles plausibler sein muss als im wirklichen Leben, sonst nimmt man’s den Autoren oder Filmemachern nicht ab.

Wie realistisch erscheint „Gaslight“ aus heutiger Sicht, die Figuren betreffend? Die Figuren haben nicht mehr ganz den Zauber wie einst, im Gegensatz zur Atmospäre, bei der wohl „Arzt und Dämon“ Pate gestanden hat, der zwei Jahre vor „Gaslicht“ entstanden ist, auch bei der MGM, die berühmt war für ihre hochwertigen Sets und die erstklassige Ausführung aller technischen Details, zu denen natürlich hier auch die Ausleuchtung gehört, die dezenter ist als in einem durchschnittlichen MGM-Film und natürlich nebelhaft, bei den nächtlichen „Außenaufnahmen“, die im Studio entstanden sind. Ja, die Figuren – Ingrid Bergman sieht wirklich bezaubernd aus, aber mir ist sie manchmal etwas zu sehr in den Weichzeichner gefallen, das hatte sie damals noch gar nicht nötig. Dadurch gewinnt ihre Gestalt, ihre Mimik, ihre Aura etwas Überhöhtes. Aber die Versuchung, „Casablanca“ bezüglich der Bergmann-Inszenierung noch zu toppen, war wohl zu groß, als dass man sie hätte aussehen lassen wie eine Frau, von der man nicht weiß, ob sie wahnsinnig ist oder nur manipuliert wird. Sie wirkt irritiert, verstört, eingeschüchtert, das ist alles toll gespielt, dafür hat sie zu Recht den Oscar bekommen. Vielleicht trägt die Wahrnehmung des wiederholten Sehens dazu bei, dass sie uns aber nicht wie jemand vorkommt, der wirklich kurz vor dem Wahnsinn steht. Cameron, der Polizist bei Scotland Yard, erkennt das ja auch sofort. Trotzdem lebt der Film natürlich von ihrer großen Präsenz, ebenso wie von der erwähnten Atmosphäre. Charles Boyer als zwielichtiger Typ ist angsteinflößend, er kann Rollen gut, die zwischen Arroganz und Grausamkeit stehen. Wir fühlten uns bei seiner Darstellung an die in „Madame de …“ erinnert, wo er unter der Regie von Max Ophüls einen General spielt, der kein Verständnis für die Gefühle seiner Frau hat und erheblich dazu beiträgt, dass sie am Ende stirbt. Das erreicht er bei Paula nicht, obwohl er nicht nur kalt, sondern dezidiert bösartig ist. An seinen Aktionen machen sich leider auch die Fehler des Films fest.

Gibt es größere Fehler in „Gaslight?“ Ob man sie als größer ansieht, hängt davon ab, auf was man bei einem solchen Film am meisten Wert legt. Wir besprechen sie auch möglichst nüchtern und verraten, dass sie unser Urteil in eher geringem Maß beeinflussen. Andererseit geht es immerhin um einen Umstand, der dem Film seinen Titel gibt – das Gaslicht. Dass das Licht so sehr schwächer wird, während Bauer auf dem Dachboden herumwühlt, erschließt sich nicht. Auf dem Dachboden gibt es gewiss kein Gaslicht, das bei Andrehen die anderen Lichter im Haus schwächer werden lassen kann, und wenn, für einen viktorianischen Dachboden ungewöhnlich genug, es doch eines geben sollte, dann ist es sicher nicht so stark, dass es die anderen Lichter so sehr beeinflusst, die wir um mehr als die Hälfte schwächer werden sehen.

Wenn das so wäre, könnte man in keinem Raum mehr als ein oder zwei Lichter verwenden, ohne dass in den übrigen alles beinahe dunkel würde. Der zweite Hauptfehler ist nicht so sehr technischer Natur, er liegt im Zeitschema. Wir vergegenwärtigen uns, dass Bauer schon monatelang und jeden Abend stundenlang auf dem Dachboden zugange ist, als er endlich die Juwelen, eingenäht in das alte Bühnenkostüm der Lady Alice Alquist, findet. Er ist ja immer so lange dort, wie er angeblich in seinem Büro beim Komponieren zubringt, inklusive Hin- und Rückweg. Er findet die Juwelen aber erst, als die Situation sich zuspitzt, als habe er angesichts der drängenden Lage eine Erleuchtung. Hinzu kommt, er hat sie ja schon nicht gefunden, als er Lady Alquist ermordet hatte. Cameron nennt seinen Zustand, als er ihn auf dem Rückweg ertappt, gegenüber einer dritten Person „derangiert“ – weil er sich schmutzig gemacht hat, auf dem Dachboden. Ein so penibler Mann würde aber wohl eine Kleiderbürste mitnehmen, anstatt so auf die Straße zu gehen, außerdem müssten es die Dienstboden oder auch Paula selbst irgendwann mitbekommen, dass er sich beim Komponieren regelmäßig die Kleider ruiniert. Das sind die Plotschwächen, die uns aufgefallen sind. Vielleicht hat George Cukor, der Regisseur nicht so viel Wert auf diese Details gelegt.

Warum hat die Regie die Fehler nicht bemerkt? Dies ist eine Romanverfilmung und wir wissen nicht, wie sehr das Drehbuch abgewichen ist und was weggelassen oder verkürzt dargestellt wurde, jedenfalls folgt ein Regisseur in der Regel dem Skript, wenn er, wie Cukor, kein Krimifachmann ist. Cukor wurde als „Frauen-Regisseur“ bezeichnet, weil er viele weibliche Stars jener Zeit zu großen Leistungen geführt hat – zuletzt Audrey Hepburn in „My Fair Lady“ (1964), wofür er endlich auch den Regie-Oscar erhielt, der ihm in mehr als dreißig Jahren Regiearbeit  zuvor verwehrt geblieben war. Mit der anderen, mit Katherine Hepburn hat er sogar 8 Filme gemacht, darunter die berühmte „Philadelphia Story“ (1940), der auf Deutsch „Die Nacht vor der Hochzeit“ heißt. Insgesamt hat Cukor Stars in mehr als zwanzig für den Oscar nominierte Darstellungen hineindirigiert, fünf dieser Darstellungen wurden mit dem Oscar ausgezeichnet (2).

Wir meinen aber, etwa ein Billy Wilder, der alle Genres perfekt beherrschte, hätte für diese Probleme vielleicht subtile Lösungen gefunden, anstatt sie durchlaufen zu lassen. Böswillig könnte man sagen, für diesen kleinen, aber gewissen Unterschied an Präzision hat Cukor eben mit nur einem Oscar beazhlt, während Wilder, Ford, Wyler und andere Größen der goldenen Hollywood-Ära mehrere davon abgeräumt haben

Alfred Hitchcock aber hat nie einen Regie-Oscar erhalten. Könnte der Film auch ein Hitchcock sein? Die Frage habe ich mir in der Tat gestellt. Ich meine aber, nein. Hitccock hätte es sich nicht nehmen lassen, einige Überraschungsmomente mehr zu platzieren und das Auge des Zuschauers, das im Gegensatz zur Wahrnehmung Paulas immer recht klar bleibt, mehr zu vernebeln. Dazu hätte man unter anderem die Szenenabfolge ändern und Boyers Spiel weniger eindeutig wirken lassen müssen.  Während „Bei Anruf Mord“ (1954), allerdings, der ein paar Ähnlichkeiten mit „Gaslight“ aufweist, kommt man auch recht schnell dahinter, dass der Ehemann ein mieser Möpp ist und das Spannende ist, wie in „Gaslight“, was mit der Frau geschieht. Allerdings ist die Dramaturgie steiler. Cukor wollte, das merkt man, keinen Reißer drehen, sondern ganz im viktorianischen Stil ein wenig prüde bleiben, was den Höhepunkt angeht. Paula wird also nicht genau in dem Moment mit dem Messer an der Kehler konfrontiert, in dem Cameron auftaucht, um Sergius vom nächsten Mord abzubringen. Man hat durchaus das Gefühl, es ließen sich noch Spannungssteigerungen erzielen. Hitch hat solche Szenen aber, manchmal ohne Rücksicht auf den damals noch wichtigen guten Geschmack, komplett ausgekostet.

Atmet der Film den viktorianischen Geschmack? Die Filme jener Zeit, deswegen schätzen wir sie unter anderem, waren viel atmosphäre- und stiltreuer als die heutigen, die etwa im ausgehenden viktorianischen Zeitalter spielen. Das mag am stimmungsvollen Schwarz-Weiß gelegen haben, am intimen 4:3-Bildformat, das tatsächlich im viktorianischen Zeitalter erfunden wurde, an der klassischen Schauspielerei. Man hat deutlich das Gefühl, dass diese Filme näher dran waren. Was ja auch logisch ist, denn viele Menschen, die damals im Filmbusiness tätig waren, sind noch unter der Regentschaft von Queen Viktoria oder doch der ihres Nachfolgers Edward geboren worden. Die Stilsicherheit der Filme und der Auftritt der Schauspieler sind so gut, dass Remakes selbst dann verloren haben, wenn sie von heutigen Topkräften gemacht werden.

„Gaslight“ sollte in den 2000ern wieder verfilmt werden, zwei Projekte sind aber gescheitert. Gottseidank. Gerühmt wurde in „Gaslight“ die Ausstattung des Hauses mit ihrem viktorianischen Pomp und Nippes, sie ist deutlich dunkler gefärbt als in Hollywoodfilmen auch jener Zeit üblich, und steigert dadurch, das haben Kritiken beschrieben, den Eindruck von Klaustrophobie und der seelischen Bedrückung im Allgemeinen, der Paula unterliegt. Low-Key hat man selten angewendet, wenn man von den Nebelszenen absieht, aber dieses ganze alte, gediegene, aber auch sinistere England, das wir von verschiedenen Kriminalschriftstellern kennen, spricht durch diesen Film zu uns. Mit den Farben der Bekleidung wird auch operiert, aber nur sehr punktuell – nämlich, als Paula endlich aus dem Haus kommt, das Konzert besucht – währenddessen der „Zwischenfall“ mit der Uhr stattfindet, da trägt sie ein weißes oder sehr helles Abendkleid und da wirkt sie plötzlich viel selbstbewusster und Sergius Bauer merkt, dass er handeln muss, damit sie ihm nicht entgleitet und zu selbstsicher wirkt. Sie hat diesen Abend durchgesetzt, das hätte man ihr vorher gar nicht zugetraut, und sie wäre sogar allein zu diesem Konzert gegangen. Das ist ein Moment, in dem auch die Ausstattung eine mögliche Wende suggeriert, die dann aber nicht stattfindet. Bemerkenswert, in diesem Moment den Zuschauer die Hoffnung ebenso verlässt, wie Paulas Leben ihr wieder entgleitet.

Wenn man von Hoffnung spricht – wie emotional ist der Film letztlich? Schon sehr. Manchmal empfindet man die Paula-Figur als etwas zu defensiv, aber man kann sehr gut mit ihr gehen. Und bezüglich ihres Verhaltens muss man heute eben mehr erklären als 1944, als der Film erschien: Frauen im ausgehenden 19. Jahrhundert waren in der Regel nicht selbstbestimmt, sondern von Männern abhängig, nicht nur ökonomisch. Viele von ihnen standen sicher tatsächlich in einem so hierarchischen Verhältnis, wie es hier gezeigt wird, wo die Heldin ihrem Mann fast die ganze Zeit über hoffnungslos unterlegen wirkt. Man spürt diese Bedrängnis, in der sich Paula befindet und möchte ihr zurufen, Mädchen, wach auf, geh aus dem Haus, triff Cameron oder dessen vorwitzige alte Tante, die in der Nachbarschaft wohnt! Mit Cameron, der von Joseph Cotten verkörpert wird, kann man sich auch gut anfreunden, er wird Paula mit Paula wohl zusammenkommen, nachdem er ihren Gatten als Mörder enttarnt hat und sie aus dessen Umklammerung befreit hat.

Finale

Wenn der Film in einer Epoche spielt, deren gesellschaftliche Konditionen man heute nur noch schwer nachempfinden kann, und wenn diese eine wichtige Rolle spielen, wie kommt der Film heute an? Gemäß den Bewertungen in der IMDb noch immer gut. Wobei Frauen etwas höher werten als Männer. Es ist also nicht so, dass die Frauen den Kopf über die doch manchmal enervierende Passivität von Paula schütteln, sondern sich in sie hineinversetzen können, während Männer den Film begreiflicherweise deshalb etwas weniger mögen, weil sie nicht gerne sein möchten wie der grausame Sergius – der Unterschied der Bewertungen zwischen den Geschlechtern wie auch den Altersgruppen ist aber nicht sehr groß, der Durchschnitt liegt bei 7,9/10 (Stand 16.04.2014 bzw. 7,8/10 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Textes im Herbst 2020). Ich gehe trotz der angesprochenen Schwächen etwas höher, denn die Qualitäten des Films als Psychothriller sind noch immer beeindruckend. Bis heute gibt es von diesem Film kein Remake, obwohl der Stoff dies geradezu herausfordert. Freilich kann man einigen neueren Produktionen unterstellen, dass sie sich einiges von „Gaslight“ abgeschaut haben.

84/100

© 2020 (Entwurf 2014) Der Wahlberliner, Thomas Hocke

  1. Als Gaslighting (Kompositum aus englisch gas und lighting, deutsch: ‚Gasbeleuchtung‘) wird in der Psychologie eine Form von psychischer Gewalt bzw. Missbrauch bezeichnet, mit der Opfer gezielt desorientiert, manipuliert und zutiefst verunsichert werden und ihr Realitäts- und Selbstbewusstsein allmählich deformiert bzw. zerstört wird. (Quelle: Wikipedia)
  2. (1a) Quelle: Wikipedia
  3. Die nominierten und ausgezeichneten Stars unter Cukors Regie: Basil Rathbone, Norma Shearer, Greta Garbo, James Stewart, Katharine Hepburn, Ruth Hussey, Ingrid Bergman, Charles Boyer, Angela Lansbury, Ronald Colman, Deborah Kerr, Judy Holliday, James Mason, Judy Garland, Anthony Quinn, Anna Magnani, Rex Harrison, Stanley Holloway, Gladys Cooper and Maggie Smith. Stewart, Bergman, Coleman, Holliday, and Harrison gewannen Oscars für ihre Darstellung in Cukors Filmen (Quelle. IMDb, Trivia zu George Cukor).
Regie George Cukor
Drehbuch John L. Balderston
Walter Reisch
John Van Druten
Produktion Arthur Hornblow Jr.
für Metro-Goldwyn-Mayer
Musik Bronisław Kaper
Kamera Joseph Ruttenberg
Schnitt Ralph E. Winters
Besetzung

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