Das Bildnis des Dorian Gray (The Picture of Dorian Gray, USA 1945) #Filmfest 246

Filmfest 246 A

2020-11-28 FF 0246 Das Bildnis des Dorian Gray The Picture of Dorian Gray USA 1945

2020-08-14 Filmfest ADas Bildnis des Dorian Gray (Originaltitel: The Picture of Dorian Gray) ist ein US-amerikanischer Film von Albert Lewin aus dem Jahr 1945. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Oscar Wilde. In Deutschland wurde er am 3. Februar 1950 erstmals gezeigt. (1)

Was mich dazu veranlasst hat, den Film als „gewissermaßen verkürzt“ anzusehen, kann ich so viele Jahre nach dem Anschauen nicht mehr sagen, Filme verkürzen in der Regel – aber die Bewertung belegt, dass er mich durchaus beeindruckt hat. In der Wikipedia liest es sich eher so, als habe man eine Verschiebung-Verkürzung-Erweiterung gegenüber Wildes Text vorgenommen, sodass die Zahl der Motive und der wichtigen Figuren im Film nicht (wesentlich) geringer ist als im Roman:

Obwohl der Film im Wesentlichen der Handlung des Romans folgt, weicht er in einigen Details von seiner Vorlage ab. Sibyl Vane ist im Roman eine Schauspielerin, deren Darstellungskunst schwächer wird, als sie durch ihre Liebe zu Dorian – den sie Prince Charming und nicht wie im Film Lord Tristan nennt – ihre romantischen Illusionen ablegt. Dorian verliert deshalb seine Faszination für sie und weist sie zurück, während er sie im Film verlässt, nachdem er sie auf Lord Henrys Anraten verführt hat und von ihrer mangelnden Standhaftigkeit enttäuscht ist. Gladys Hallward nimmt im Film die Rolle der Romanfigur Hetty Merton ein, einer nicht näher vorgestellten jungen Frau, die Dorian zu ihrem eigenen Wohl verlässt. Im Buch errät außerdem niemand Dorians Geheimnis, sondern er stirbt, ohne dass ihn jemand verdächtigt, und wird von seinen Bediensteten, die ihn finden, nur mit Mühe identifiziert.

Eine besondere Rolle spielt im Film eine Skulptur der ägyptischen Göttin Bastet, die im Buch keine Erwähnung findet. Basil Hallward malt sie neben Dorian und schenkt sie ihm zusammen mit dem Bild. Laut Lord Henry kann diese Figur Wünsche erfüllen. Da sie sich im Raum befindet, als Dorian seinen Wunsch nach einem Rollentausch mit dem Bild ausspricht, wird suggeriert, dass sie für den weiteren Verlauf der Handlung verantwortlich ist. Durch den ganzen Film hindurch wird die Katzenfigur immer wieder gezeigt.

Unmittelbaren Bezug auf Oscar Wilde nimmt der Film, als Dorian Sibyl Vane ein Gedicht „eines brillanten jungen Iren namens Oscar Wilde“ vorliest. Die vorgetragenen Zeilen sind ein Auszug aus Wildes Gedicht The Sphinx.

Um dem Production Code für US-amerikanische Spielfilme zu entsprechen und das Publikum nicht zu schockieren, verzichtete Albert Lewin auf die meisten der in Oscar Wildes Roman ohnehin schon subtilen Anspielungen auf die homosexuellen Züge der Charaktere.[1][2] (1)

Ich bin allerdings ein Liebhaber des Spiels von George Sanders, den ich für einen der besten Charakterdarsteller im Hollywood der 1940er halte – je zwielichtiger und hintergründiger er seine Figuren gestaltet, desto mehr wirkt es authentisch und faszinierend. Dabei fällt mir ein, dass es einen Film aus dem Vorjahr gibt („Sommersturm“), in dem er die männliche Hauptrolle spielt und der zu den Ikonen der Zeit rechnet, in der mein Interesse an Kinofilmen erwachte. Zu dem Werk gibt es sogar eine recht neue Rezension, die ich demnächst auf dem Filmfest vorstellen werde.

IMDb-Wertung: 7,5/10

© 2020, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) Wikipedia

Regie Albert Lewin
Drehbuch Albert Lewin
Produktion Pandro S. Berman
Musik Herbert Stothart
Kamera Harry Stradling Sr.
Schnitt Ferris Webster
Besetzung

 

 

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