Frankensteins Braut (Bride of Frankenstein, USA 1935) | 5 Empfehlungen | #Filmfest 253 #Top250

Filmfest 253 B "Concept IMDb Top 250 of All Time" (24)

2020-10-08 Filmfest BEs gibt Kritiker und Filmfans, die der Ansicht sind, „Frankensteins Braut“ sei besser als der Vorgängerfilm, der epochale Horrorklassiker „Frankenstein“ von 1931.

Die IMDb-Nutzer*innen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, beide Filme erhalten derzeit 7,8/10 und sind damit nicht in der Liste „Top 250 aller Zeiten“ vertreten  – waren aber beide mal drin: „Frankenstein“ von 2005 bis 2012 und „Frankensteins Braut“ von 2003 bis 2009. Die Nutzer der Plattform „Moviepilot“, von der unsere Grundlagenliste für das Konzept „Top 250“ stammt, sind eindeutiger: Durchschnittlich 6,5/10 für „Frankenstein“ und 7,3/10 für den Nachfolger. Offenbar wird dieser als der komplettere und technisch avancierte Film angesehen, das lässt sich aus vielen Kritiken herauslesen, und er hat etwas, was im „Original“ nicht vorkommt: Humor.

Dafür kann niemand dem ersten Frankenstein-Film seine Stellung als Meileinstein nehmen, auch wenn das Thema Kunstwesen durch „Der Golem“ oder „Metropolis“ bereits zuvor aufgegriffen worden war. Anders als von vielen klassischen Werken der Literatur gab es von Mary Shelleys „Frankenstein“ aber keine nennenswerte Stummfilmadaption, sodass man sagen kann, der Universal-Film war der erste seiner Art. Es sollten aufgrund des großen Erfolgs unzählige weitere über den Stoff in vielen Varianten folgen und der erste Nachfolger entstand wieder bei den Spezialisten für Horrorfilme – vier Jahre später und wieder unter der Regie von Frank Whale.

Frankensteins Braut gilt in verschiedener Hinsicht als einer der besten klassischen UniversalHorrorfilme aus den 1930er-Jahren. Die Handlung sprüht trotz einiger Ungereimtheiten im Drehbuch vor Witz und Einfallsreichtum. Die Bauten, vor allem Frankensteins Labor, sind ausgezeichnet und die Schauspieler – allen voran Boris Karloff und Ernest Thesiger – sind in Hochform. Eine tricktechnische Meisterleistung für die damalige Zeit ist die Vorführung von Prätorius’ verkleinerten Menschen (Homunculi), die er in Gläsern gefangenhält. Auch die leitmotivisch geprägte Filmmusik von Franz Waxman wird verschiedentlich als eine der ersten großen Horrorfilmvertonungen angesehen. (Wikipedia)

Kritiken (zitiert nach der Wikipedia)

  • „Die Fortsetzung von Universals erstem Frankenstein-Film gilt dank ihrer Darsteller, der Kameraarbeit, Ausstattung, Musik und Stimmung als ein Meisterstück schwarzen Humors.“ – Lexikon des internationalen Films[1]
  • „[…] Fortsetzung […], die sich mit dem Vorläufer in puncto Schauereffekte, romantische Schocks, Schauspielerleistung und unterhaltsame Anspielungen auf das Genre durchaus messen kann.“ (Wertung: 3 Sterne = sehr gut)“ – Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 245

Für mich ist dieser Artikel ein Platzhalter, denn den Film habe ich mir natürlich vorgemerkt. Wenn’s nicht anders geht, werde ich ihn ausleihen, denn die Frankenstein-Reihe der Universal zählt zu den Essentials des Horrorkinos – und dieses ist doch sehr essenziell für die Erklärung unserer Ängste und Dämonen, auch wenn es nie zu meinen Lieblingsgenres zählen wird.

„Auf in eine neue Welt der Götter und Monster!“ So spricht Dr. Praetorious zu Dr. Henry Frankenstein und stößt auf ihre neue Freundschaft mit einem Glas Gin („meine einzige Schwäche“) an, bevor er eine Partnerschaft vorschlägt. Er enthüllt eine Reihe von lebenden Miniaturmenschen, jeder in seiner eigenen Glocke: Homunculi, sagt er, die den Weg zu umfangreichen Experimenten zur Schaffung von Leben weisen. „Allein“, sagt er zu Frankenstein, „haben Sie einen Mann geschaffen. Jetzt werden wir gemeinsam seinen Partner erschaffen.“ Das klingt so schön schaurig und noch besser, wenn Roger Ebert es eingangs seiner Rezension beschreibt. „Einige Filme altern, andere reifen. Das Meisterwerk von Whale ist heute überraschender als zu der Zeit, als es gemacht wurde, weil das heutige Publikum aufmerksamer gegenüber seinen verborgenen Hinweisen auf Homosexualität, Nekrophilie und Sakrileg ist. Aber Sie müssen es nicht dekonstruieren, um es zu genießen. Es ist satirisch, aufregend, lustig und ein einflussreiches Meisterwerk der Art Direction“, schreibt Ebert weiter und angesichts dieser Haltung ist  klar, worauf es hinausläuft: Er vergibt 4/4 und trägt den Film in seine Liste der „Great Movies“ ein.

In deutscher Sprache möchte ich noch eine Kritik von Pascal Reis bei „Moviebreak“ empfehlen. Darin setzt der Autor sich vergleichend mit den ethischen Implikationen von „Frankenstein“ und „Frankensteins Braut“ auseinander und arbeitet die Unterschiede heraus. Am Ende überwiegt für ihn nicht die Satire oder der Gruselthrill, sondern die Tragödie.

TH 

Regie James Whale
Drehbuch William Hurlbut
Produktion Carl Laemmle, Jr.
Musik Franz Waxman
Kamera John J. Mescall
Schnitt Ted Kent
Besetzung

 

 

 

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