Tote schlafen fest (The Big Sleep, USA 1946) #Filmfest 259 #Top250

Filmfeste 259 A "Concept IMDb Top 250 of All Time" (26)

2020-12-02 FF 0259 Tote schlafen fest The Big Sleep USA 1946

2020-08-14 Filmfest ATote schlafen fest ist ein US-amerikanischer Film-noirKriminalfilm des Regisseurs Howard Hawks. Die Hauptrollen spielen Lauren Bacall und Humphrey Bogart, die damals frisch verheiratet waren. Der Film basiert auf Raymond Chandlers Roman The Big Sleep (deutscher Titel: Der große Schlaf, in der ersten deutschsprachigen Übersetzung des Jahres 1950 auch Der tiefe Schlaf). Premiere des Films war am 23. August 1946, Ende des Monats kam er in den Vereinigten Staaten in die Kinos.

Was mich wirklich überrascht hat: Der Film ist nicht mehr in der Liste der 250 besten Filme aller Zeiten vertreten, welche die IMDb auf der Basis vieler Nutzerbewertungen führt. In meiner Vorlage von Moviepilot.de gilt er noch als platziert, es dürfte also noch nicht so lange her sein, dass er rausfiel. Das erstaunt mich auch deshalb, weil:

Laut Steven Jay Schneider habe das Werk das Anrecht darauf, der größte Kriminalfilm aller Zeiten genannt zu werden, auch wenn die Handlung sehr verwickelt sei.[1]

Vielleicht liegt es letztlich doch daran:

Gerade das machte den düsteren Film noir unter Filmkritikern und Cineasten äußerst berüchtigt. Der berühmte US-Filmkritiker Roger Ebert sagte über Tote schlafen fest, die Handlung sei über den Prozess einer Kriminalermittlung, nicht über deren Resultate.[2]

Vom „düsteren Film noir“ darf man sich nicht beirren lassen. Klar, das er zum Genre zählt, aber nicht zu den wenigen Filmen nach 1940, in denen die Figur, die Humphrey Bogart darstellt, hier den berühmten Detektiv Philip Marlowe, das Zeitliche segnen muss. Im Gegenteil, es ist davon auszugehen, dass er seine eigene Frau, Lauren Bacall, auch im Film wieder kriegt oder es zumindest darauf hinausläuft. Und was ist ein Film im Grunde, der für die Held*innen gut ausgeht? Kein Film noir, sondern ein Gangsterfilm oder Polizeifilm, je nach eingenommener Perspektive.

Sicher verwirklicht „The Big Sleep“ aber viele formale Noir-Attribute. Diese Subgenre-Abschichtung, die ich für viel verzwickter halte als einige andere Autor*innen, die sich offenbar leicht tun mit der Zuordnung, kannte ich 1989 noch gar nicht – möglicherweise zum Glück für Leser*innen, die an solchen manchmal durchaus eklektisch wirkenden Ansätzen nicht besonders interessiert sind. Jedenfalls muss ich in meiner jugendlichen Filmenthusiastenphase doch ziemlich begeistert von „The Big Sleep“ gewesen sein, denn 9/10 habe ich im „Internationalen Filmverzeichnis Nr. 8“ bisher nicht so häufig entdeckt. Dass ich die Handlung nicht verstanden hatte, wollte ich vielleicht auch nicht zugeben.

TH

© 2020, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

IMDb-Wertung: 7,9/10 – derzeit keine Platzierung in den „Top 250“

Regie Howard Hawks
Drehbuch William Faulkner,
Jules Furthman,
Leigh Brackett
Produktion Howard Hawks
Musik Max Steiner
Kamera Sid Hickox
Schnitt Christian Nyby
Besetzung

 

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