Mord ist die beste Medizin – Tatort 917 #Crimetime 847 #Tatort #Münster #Boerne #Thiel #WDR #Mord Medizin

Crimetime 847 - Titelfoto © WDR / Filmpool Fiction, Wolfgang Ennenbach 

Wo in der Klinik die Volksmusi spielt und die Proktologen sich auskennen

Im Park wird ein Wissenschaftler ermordet, Dr. Boerne wird in die Klinik eingeliefert, und wenn das schon sein muss, dann kann man es sich für die Ermittlungen nutzbar machen, weil der Tote mit der Klinik zu tun hatte. Natürlich trifft Boerne Menschen aus einem reichhaltigen Umfeld und kann helfen, obwohl er nicht einmal undercover anwesend ist.

Das neue Ultra-HD bringt zutage, dass wir alle nicht jünger werden, das trifft sogar auf Thiel und Boerne zu. Viele Teams haben lange Dienstzeiten hinter sich, optisch mit Veränderungen verbunden, die man geradezu als Metamorphosen bezeichnen kann. So weit ist es bei den Münsteranern noch nicht, aber man wird doch daran erinnert, dass sie mittlerweile zu den Langgedienten zählen, mit ihren zwölf Jahren und nunmehr sechsundzwanzig Fällen (bezogen auf die Zeit der Erstpublikation im Jahr 2012 anlässlich der Premiere, mittlerweile sind es 18 Jahre). Es wird ja auch übers Alter gesprochen und wie das Krankheitsrisiko steigt. Gibt es noch mehr zum Film zu sagen? Aber ja. Es steht in der -> Rezension.

Handlung

Es sollte wie ein Herzanfall aussehen, doch der Pharmazeut Andreas Hölzenbein wurde ermordet. Im Botanischen Garten war er in Streit mit einem Unbekannten geraten, der ihm dabei mit einer Spritze eine lebensbedrohliche Injektion verabreichte. All das will die aufgeweckte, junge Zeugin Mia beobachtet haben. Doch Kommissar Thiel ist zunächst skeptisch: Hat die zehnjährige Schülerin nicht einfach zu viel Fantasie?

Ganz konkrete Sorgen um seinen eigenen Gesundheitszustand macht sich derweil Prof. Boerne. In Selbstdiagnose musste er feststellen, dass eine Gewebeprobe seiner Leber wohl unumgänglich ist. Deshalb hat er sich umgehend in die Sanusklinik eingewiesen.

Da trifft es sich gut, dass er vom Krankenbett aus Untersuchungen im Fall Andreas Hölzenbein anstellen kann. Auch wenn das vom Klinikpersonal gar nicht gern gesehen wird.

Rezension

Da kann es schon mal sein, dass etwas mit der Leber nicht in Ordnung ist, Boerne, der zwar sexuell nicht sehr aktiv, aber doch Epikureer zu sein scheint, weil er doch Wein, gutes Essen und Musik für Minderheiten liebt. Im Gegensatz zu den Patienten, mit denen er sich ein Zimmer teilen muss, die ganz normale Sachen hören. Eigentlich hat er Anspruch auf ein Einzelzimmer und Chefarztbehandlung. Da wird sich die private Krankenkasse freuen, dass die sparsame Klinik, in welcher er sich selbst einliefert, beides gerade nicht bieten kann. Wäre ja auch langweilig gewesen, ohne die Gaglieferanten vom Nebenbett, die außerdem noch ein wenig zur  Aufklärung des Falles beitragen, weil sie auf die Therapie anders ansprechen als zu erwarten gewesen wäre – gemäß Boernes richtiger Meinung.

Wir haben uns in der Vorschau zu diesem Film ein wenig Gedanken darüber gemacht, woran es zuletzt in Münster ein wenig gehapert hat, wo es hingehen könnte, und können nach einem weiteren Tatort erst einmal festhalten:

1. Es geht nicht weiter abwärts.

2. Es gibt keine wesentlichen neuen Elemente.

3. Es ist ein gewisser Mangel an politischer Korrektheit gegenüber a.) Migranten, b.) U-Musik-Liebhabern, c.) großen Frauen festzustellen.

Die witzigsten Szenen hat Boerne auf Station, die Gags sind hier eindeutig besser als im restlichen Film – vermutlich auch deshalb, weil sie hier noch frisch sind: Boerne unter seinesgleichen, aber als Patient, das hatten wir bisher nicht. Außerdem ist er super aufmerksam und findig, vor allem für einen Narzissten, der um ein so wichtigs Organ bangt. Genervt sein und immer mit sich selbst beschäftigt hieß bei Boerne aber noch nie, dass er nicht von der Umgebung ebenfalls mehr mitbekommt als alle anderen, inklusive seinem – sagen wir mal – Ermittlungspartner, Hauptkommissar Frank Thiel.

Allerdings wollen wir nicht ungerecht sein. Dadurch, dass Boerne in der Klinik ist, erfährt und beobachtet er ständig Dinge, die Thiel nicht wissen kann, eben ganz wie ein verdeckter Ermittler.

Dass er das schafft, obwohl jeder weiß, wer er ist, verdanken wir einem überdurchschnittlich stimmigen Drehbuch. Der Plot muss sich zwar ein wenig verrenken, um die krassen Morde für ökonomische Motive, die ein Arzt hier begeht, glaubhaft zu  machen – er hat sich halt was eingeschmissen, da wird man schon mal gefährlicher als normal und stellt sogar kleinen Kindern nach, um sie nur deshalb um die Ecke zu bringen, weil sie Augenzeugen waren und eine Stimme identifizieren könnten. Das extrem gute Erinnerungsvermögen des Kindes ist auch nicht sehr wahrscheinlich, denn der Täter hat ja wirklich eine Allerweltsstimme.

Es gibt aber nach erstem Check keine echten Logiklöcher. Man musste einiges biegen, aber offenbar gab es endlich etwas wie eine Kontrolle des Buches.

Die Kontrolle über das Geschehen hat hingegen Dr. Karl-Friedrich Boerne. Er dominiert die Münster-Tatorte sowieso, aber dieses Mal ist es aufgrund der Tatsache, dass nur er zu wesentlichen neuen Erkenntnissen gelangt und nicht, wie sonst, Thiel wesentliche Anteile beitragen kann, noch deutlicher: ohne Boerne kein Münster-Tatort. Man kann ihn nicht ersetzen.

Es bewahrheitet sich allerdings etwas, das wir schon seit einiger  Zeit ansprechen. Manche Passagen, besonders die Dialoge zwischen Thiel, Boerne und den beiden und ihrem Team sind nicht mehr sehr originell. Unsere Empfehlung ist eindeutig, die Zahl der Gags  zu reduzieren und die verbleibenden richtig gut auszuspielen. Vielleicht auch mit richtigem Timing, nicht einfach runtererzählte Verbalkomik, die sich ganz auf Jan Josef Liefers verlassen muss. Eine interne Dramaturgie, der Einsatz von Slow-Burn-Techniken – alles denkbar, bei diesem Team. Liefers könnte es zumindest spielen.

Da deutsche Drehbuchautoren das selten drauf haben, müssten die Gags einem Spezialisten zur Ausarbeitung übergeben werden. Warum verschmähen, was in Hollywood üblich ist (von Autoren-Komikern abgesehen, die alles selbst entwickeln). Die deutschen Comedians sind zwar auch keine Meister der inneren Sketch-Dramaturgie, sondern feuern eher mit der Schrotflinte als mit Scharfschüssen ins Publikum (alle werden getroffen, aber niemand lacht sich tot), aber es könnte trotzdem so laufen, dass gezielt an den Witzen gearbeitet wird und man darauf wirklich viel, viel Zeit verwendet, sie zu perfektionieren. Angesichts der üblichen Abläufe beim Dreh, der insgesamt höchstens noch 21 bis 23 Tage dauern darf, vielleicht ein zu anspruchsvoller Wunsch, aber es müsste ja nicht unendlich oft geprobt werden, die Arbeit fiele im Vorfeld an. Und wie schwierig ist es trotzdem – wir haben bereits geschrieben, dass selbst Starkomiker irgendwann leer waren.

Was uns ein wenig irritiert hat, waren einige hölzerne Momente zu Beginn, auch bei Thiel und Boerne, so, als ob die beiden sich erst hätten warmlaufen müssen – und die im Vergleich zu früher auffällig tiefe Stimme von Boerne. Beides hat sich entweder während des Verlaufs relativiert oder es fiel uns nicht mehr auf, weil wir richtig eingestiegen waren und uns mehr auf andere Aspekte konzentrieren mussten. Mindestens im Krankenhaus hatte man aber tatsächlich den Eindruck, Boerne und sein Darsteller sind in ihrem Element. Die Darstellung der Mitpatienten ist klischeehaft, Boerne wirkt ein wenig zu überheblich, dafür reißen es die mediziner-internen Momente raus, sie gehören zu den besten, die wir in neueren Münster-Tatorten bewundern durften.

Man kann dem Tatort 917 andererseits nicht unterstellen, er sei nicht vorhersehbar gewesen. Wenn von einer Klinikleiterin behauptet wird, sie sei ökonomisch erfolgreich, dann muss etwas nicht stimmen, denn der Medizinbetrieb ist grunddefizitär. Wir lernen, Patienten aufgepasst: Nicht in Kliniken einweisen lassen, die schwarze Zahlen schreiben, da werden Medikamente so gestreckt, dass ihre Wirkung höchstens in einem Placebo-Effekt bestehen kann. „Mord ist die beste Medizin“ lässt gar nicht so richtig erkennen, welch ein Mangel an beruflichem Ethos hinter den hier gezeigten Vorgängen steckt, bleibt also ziemlich an der Oberfläche. Es wird zum Beispiel kein Todesfall gezeigt, der durch die unwirksame Medikation verursacht wird, hingegen muss eine junge Ärztin sterben, die der Sache auf der Spur war und – nun ja, dass KF Boerne nicht draufgehen wird, das ist vorher schon klar.

Immer, wenn Ermittler in Gefahr kommen, geht etwas von der Spannung flöten, weil man nun einmal im Kopf hat, dass diese nicht sterben werden. Selbst die Variante des offenen Endes, die es schon gab, zieht nicht so richtig, wenn  man weiß, dass der zuständige Sender den nächsten Tatort mit dem zwischen Leben und Tod schwebenden Ermittler schon abgedreht hat. Dann besser gleich, wie Boerne auf seine unverwüstliche Art, die komischen blauen Pillen einpacken, anstatt sie einzunehmen, und ab zur Analyse in die Rechtsmedizin, wo Alberich wirkt.

Frau Haller, Frau Staatsanwältin und kurz auch Vaddern bekommen ihre Einsätze und Nadeshda ein Love Interest, das ein klein wenig (ein klein wenig!) wie George Clooney aussieht, wenn er unrasiert ist. Mehr kann man nicht bieten und wer weiß, ob wirklich nur in Münster gesucht wurde. Außerdem ist der Mann Vater der einzigen Zeugin und seine Sympathiewerte sind quasi von ihr entliehen, weil sie so ein aufgewecktes Kind ist. Man schließt gleich auf den Vater und auf eine empathische Erziehung und natürlich hat der Apothekenchef-Mörder bei der kleinen keine Chance. Wären nicht Boerne und Thiel anwesend, würde es die Bratpfanne richten.

Wir können uns erinnern, dass es zu allerbesten Zeiten Münster-Tatorte gab, die nicht nur witzig, sondern auch spannend waren. Heute ist man schon froh, wenn nichts schiefgeht, und das immerhin und dass „Mord ist die beste Medizin“ recht ausgewogen in seinen Qualitäten ist, kann man attestieren. Die Vorhersehbarkeit ist allerdings auch eine übergeordnete: Da man die Muster kennt, kann man einige Handlungselemente antizipieren. Aber jetzt neben einer härteren Arbeit an Top-Gags auch noch neue Muster zu verlangen, das wäre zu viel des Guten und schließlich gibt der Erfolg den Münsteranern recht. Niemand sonst im Tatortland mit jetzt 21 Teams performt quotenmäßig so gut wie sie.

Finale

Bis auf einige zu flache Gags konnte man sich den Film gut anschauen, Boerne hat mindestens während seiner Krankheit Spaß gemacht. Die Handlung ist flott, die Inszenierung enthält sich aller Mätzchen, um es positiv zu formulieren, und verrät viel Routine. Jubelarien wird’s von unserer Seite nicht geben, aber KF ist wohlauf und sein Darsteller hat hoffentlich Freude an einer Rolle gehabt, die uns immerhin mit Alter und Krankheit konfrontiert. Aber nicht so, dass wir mehr drüber nachdenken würden, als wenn uns der Rücken zwickt oder wir seufzend zugeben müssen, dass nun doch eine Lesebrille angesagt ist. Es ist nicht zuletzt die lockere Selbstverständlichkeit, mit der in Münster über alles parliert und mit der alles abgewickelt wird, die uns schmunzeln lässt und – ja, auch die Dinge im eigenen Alltag ein wenig relativiert. Der Tod ist etwas Natürliches, das wissen wir. Niemand verfällt in Münster in Schockstarre, wenn es wieder jemanden auf die gewaltsame Art erwischt hat. Deswegen hat man dieses Mal konsequenterweise keine Angehörigen der Ermordeten gezeigt.

Wir sehen eine gewisse medizinisch-therapeutische Wirkung, die den Münster-Tatorten eigen ist – was bei einem Mediziner-Fall besonders auffällt. Und diese Wirkung darf man nicht unterschätzen. Ein echtes Highlight jedoch stellt „Mord ist die beste Medizin“ in der Gesamtbetrachtung nicht dar, die beglückende Wirkung eines Spontanjubels als zusätzliches Heilmittel gegen den grauen Herbstalltag ist nicht Bestandteil des heutigen Krimirezepts.

7/10

© 2020, 2014 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Im neuen „Tatort“ aus Münster sind wieder mit dabei: ChrisTine Urspruch als Rechtsmedizinerin Silke Haller, Friederike Kempter als Kommissarin Nadeshda Krusenstern, Mechthild Großmann als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm und Claus D. Clausnitzer als Herbert Thiel. In Gastrollen zu sehen sind Christian Beermann („Tatort – Schwarze Tiger, weiße Löwen“), Anna Bederke („Soulkitchen“), Jürgen Rißmann („Tatort – Der Eskimo“), Anna Böger, Benjamin Braun, Josef Ostendorf, Serhat Cokgezen, Thomas Meinhardt, Martin Armknecht u. a. Kommentare (2014)

bagginicole, 23. September 2014

Ok, eine 7.0 *seufz* Ich will mich mal nicht beklagen, wobei ich schon eine etwas bessere Note erhofft hatte. Dieser Tatort war für mich (selbst Krankenschwester) von Anfang bis Ende ein echter Spaß. Boerne als Privatpatient, mein Gott, ich habe wirklich schon zu viele erlebt, die genauso sind! Ich habe Tränen gelacht.

Was Münster angeht, achte ich fast ausschließlich auf den Umgang von Thiel und Boerne miteinander, der Kriminalfall ist für mich eher nebensächlich. Und wenn man den Tatort so betrachtet wie ich, war diese Folge einfach ein echtes Fest. 

Frau Schön hat beide Hauptpersonen in meinen Augen sehr treffend charakterisiert: Boernes Selbstdiagnose, die nicht ganz unberechtigte Sorge um seine Gesundheit, dass er die Klappe nicht richtig aufbekommt und wie das Leiden Christi um Thiel herumschleicht in der Hoffnung, der gute Herr Hauptkommissar möge endlich mal bemerken, dass etwas nicht stimmt… das alles fand ich sehr passend.

Ebenso treffend sicher die Tatsache, dass Thiel genau das zwar wahr-, doch anfangs natürlich in keiner Weise ernstnimmt. Aber spätestens nachdem sich die Türen der Onkologie hinter dem Professor geschlossen hatten, war er ja dann doch angemessen besorgt und der weitere Umgang der beiden miteinander sogar ziemlich putzig.  Sie haben zusammengearbeitet wie ich es liebe und Thiel hat Boerne tatsächlich ohne viele unnötige Maulereien und Mahnungen einfach machen lassen und vor allem seine Aktionen und Erkenntnisse ernstgenommen. Das gefällt mir in jedem Fall tausendmal besser als die vielen abwertenden Angriffe und Pöbeleien, die ihm so oft in den Mund gelegt werden und die mir auch zuletzt im „Hammer“, obwohl ich die Folge insgesamt sehr mochte, eben nicht zugesagt haben.

Das mit dem „Warmlaufen“ und der tiefen Stimme, die Sie kritisieren, ist mir auch beim zweiten Ansehen nicht aufgefallen – letzteres höchstens an den besagten Stellen, in denen Boerne versucht, Thiels Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, dass er vielleicht bald ins Gras beißen muss. Boerne neigt halt zum Drama, das kann sich dann auch schon mal passenderweise mit Grabesstimme äußern. Aber jedes Mal wenn er wittert, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, ist er doch ganz der Alte.

Und was meinen Sie mit „warmlaufen“? Thiel und Boerne mussten sich warmlaufen? Dann wohl eher das Drehbuch, oder? Oder Liefers und Prahl? Aber die Schauspieler können Sie ja eigentlich kaum meinen, es wird ja nicht chronologisch gedreht und wer weiß schon, welche Szenen als erste abgehandelt wurden?

Zu dieser Aussage hier:
„…nicht einfach runtererzählte Verbalkomik, die sich ganz auf Jan Josef Liefers verlassen muss.“
-> Ich bin großer Liefers-Fan, keine Frage, aber Tatort Münster verlässt sich keinesfalls rein auf JJL bzw. sein Alter Ego Boerne. Ohne Frank Thiel/Axel Prahl funktioniert er ebenso wenig wie ohne Boerne. Ich bin absolut der Meinung, dass Sie Figur und Schauspieler – wie auch schon in der Vergangenheit des Öfteren – unrecht tun. In Münster ist der eine nichts ohne den anderen, wie schon in der ersten Folge von Boerne selbst festgestellt. Aber gut, jedem seine Ansicht.

Diesen Aussagen hier: „…Es geht nicht weiter abwärts….“ und „…dafür reißen es die mediziner-internen Momente raus, sie gehören zu den besten, die wir in neueren Münster-Tatorten bewundern durften…“ kann ich dagegen nur voll beipflichten. Und habe mich unbändig darüber gefreut. 

Ich habe ich mich bestens unterhalten gefühlt, das steht fest. Und jetzt bin ich gespannt auf Ihre Rezension zu „Wolfsstunde“.

Der Wahlberliner, 23. September 2014

Hallo,

vielen Dank für die ausführliche Antwort! Hab ich Ihnen das schon hier oder per Mail verraten? „Wolfsstunde“ halte ich für den besten Münster-TO und er wird 9/10 bekommen. Als bisher einziger Münsteraner, aber es gibt ja einige mit 8,5 und 8,0 und ich glaube, kein Team hat bisher 2 x die 9,0 von mir bekommen.

Ich werde auch nochmal länger zurückschreiben, vermutlich per Mail.

Eine gewisse Tendenz zur kritischeren Betrachtung will ich nicht abstreiten. Ein wenig ist ja alles subjektiv, und im Moment herrscht Herbststimmung vor. Spaß!  Ein kleiner Einfluss könnte daher kommen, dass ich zuletzt sehr viele absolute Filmklassiker angeschaut habe, die Rezensionen sind größtenteils noch nicht veröffentlicht. Auch viele „normale“ Kinofilme sind davon betroffen, dass die Maßstäbe sich dadurch ein wenig verschoben haben. Die meisten dieser Filme kenne ich zwar von früher, aber die Auseinandersetzung mit ihnen für den Wahlberliner ändert schon Kleinigkeiten in der Gesamtsicht aufs Medium – oder entwickelt meine Art, Filme zu betrachten, in eine bestimmte Richtung weiter.

Die Frage ist, ob ich irgendwann frühere Bewertungen korrigieren muss, damit die Relationen gewahrt bleiben. Die Tatort-Wertungen sind aber weiterhin etwas lockerer als die für die FilmAnthologie. Ich habe übrigens gerade dem Tatort „Im freien Fall“ 9/10 gegeben – als erstem Münchener Tatort. Komik muss bei mir schon sehr gut sein, um besser bewertet zu werden als gutes Gefühlskino ;-).

Ein weiterer Aspekt ist, dass die Durchschnittswertung der Tatorte aufgrund oben genannter Aspekte vermutlich etwas sinken wird, sodass 7/10 im Internvergleich etwas besser dastehen werden.

Falls ich es schaffe, alle Boerne-Thiel-Tatorte zu rezensieren, könnte es zu einem Buchprojekt darüber kommen – innerhalb der E-Book-Reihe, die spätestens zu Beginn des nächsten Jahres starten wird. Dafür werden alle Rezensionen noch einmal (nur für die Buchvariante) überarbeitet und mit etwas mehr Hintergrund ausgestattet. Möglicherweise werde ich dann auch anfragen, ob ich kurze Zitate aus Kommentaren wie Ihren verwenden darf. Ich würde mich freuen, wenn das möglich wäre.

Liebe Grüße
TH 14-09-23

 23. September 2014

Hehe, ja, Sie hatten mir die 9.0 schon verraten; ich meine, sogar hier. Aber dennoch bin ich auf die ausführliche Begründung gespannt. (Weiterhin ebenso auf die Filmklassiker, die Sie erwähnen, da frage ich mich natürlich gleich, was Sie sich alles vorgeknöpft haben. Und lege Ihnen ans Herz, Tatorte nicht mit Kinofilmen gleichzusetzen. Das wäre etwas unfair, allein schon, was die zur Verfügung stehende Drehzeit angeht, die sich sicher signifikant unterscheidet. Aber offensichtlich planen Sie das ja auch so.)

Das Tatort-Buchprojekt klingt ja extrem interessant. Ihre Liste ist doch schon sehr umfangreich – als ich mir letztes Jahr mal die Mühe gemacht habe, nach jeder einzelnen Ihrer Münster-Rezensionen zu forschen, waren es nur Mörderspiele, Der doppelte Lott, oben erwähnte Wolfsstunde und Spargelzeit, die ohne Bewertung waren. Und diese Liste ist ja mittlerweile nicht mehr aktuell, nur noch zwei fehlen, kann das sein? Dann mal frisch ans Werk!  (Sie sind beide kürzlich erst gelaufen, ich hatte sie in der wöchentlichen Programmvorschau der Fanseite. Aber die werden ja alle naselang wiederholt.)

Was die Kommentare angeht, können Sie sich jederzeit bedienen und sie auch gern in ihre Einzelteile zerlegen. Ich fürchte nur, dass meine Thiel/Boerne-Begeisterung für die breite Masse nicht nachvollziehbar ist. *lol*
Einen schönen Abend!

Hallo auch nochmal!

Danke erstmal für die Verwendungsgenehmigung ;-).

Ich glaube, es fehlt wirklich nur noch „Der doppelte Lott“, die anderen liegen zumindest im Abrufspeicher schon alle vor. Morgen kommt der mit der 9,0 ;-).

Und, klar, ich mache schon Unterschiede zwischen Tatorten und Kinofilmen.

Viele Grüße
TH

Smithc41

17. August 2014

Thanks for the sensible critique. Me &amp my neighbor were just preparing to do a little research about this. We got a grab a book from our area library but I think I learned more clear from this post. I am very glad to see such wonderful info being shared freely out there.

 Gabi, 13. August 2014

Hat dies auf Jan Josef Liefers rebloggt und kommentierte:
Interessante Betrachtung des „Wahlberliner“


ENDE

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