Usambaraveilchen – Tatort 123 #50JahreTatort 6 #Crimetime Vorschau #Tatort #München #Veigl #Lenz #Brettschneider #BR #Veilchen

Crimetime Vorschau

Involvierung vor der Übergabe

„Es ist sein letzter Tatort – und der hat es in sich. Denn kurz vor seiner Pensionierung führen die Ermittlungen im Fall „Usambaraveilchen“ den Münchener Tatort-Kommissar Melchior Veigl (Gustl Bayrhammer) in den eigenen, persönlichen Bekanntenkreis. Gemeinsam mit seinem designierten Nachfolger Kriminalhauptmeister Lenz (Helmut Fischer) versucht Veigl den Fall trotz der persönlichen Verwicklungen aufzuklären“, schreibt die Redaktion von Tatort Fans zum Film mit der Treppchen-Nummer (die korrekte Reihenfolge ist natürlich 213).

2020-12-01 Tatort 123 Usambaraveilchen BR München Veigl-Ranking Tatort-FundusDen Nutzern der Plattform Tatort-Fundus gilt „Usambaraveilen“ als überdurchschnittlicher, wenn auch nicht als Spitzentatort mit Veigl.

In der Gesamtrangfolge, die sich aus gegenwärtig 1158 Episoden bildet, bedeutet das allerdings derzeit nur Platz 663. Auch wenn Veigl als Typ seine Fans hatte, die Münchner Tatorte der ersten zehn Jahre galten allgemein nicht als Highlights der Reihe. Allerdings musste ich schon feststellen, dass meine Meinung zu seinen Filmen, von denen ich erst knapp die Hälfte kenne, nicht selten stark abweicht. So zum Beispiel beim allerersten München-Tatort, „Münchner Kindl„.

Die Fans sowohl beim Tatort-Fundus als auch auf „Moviepilot.de“ kommen auf ca. 5,7/10, ich wertete mit 8,5/10. So deutlich sind die Unterschiede sonst eher bei „Kunstfilmen im Tatortgewand“, aber vielleicht habe ich „Münchner Kindl“ als recht kunstvoll oder einfach nur als gut empfunden. Beide Filme werden nun im Rahmen von „50 Jahre Tatort“ wiederholt. Ich finde, man müsste Veigls Filme generell noch einmal zeigen, zumal sie nicht alle in der ARD-Mediathek enthalten sind.

Ein persönlich involvierter Ermittler ist für uns im Jahr 2020 ein alter Hut, aber in den 1970ern kam das noch nicht so häufig vor, schon gar nicht bei Kommissaren mit Hut. Am weitesten ging man dabei wohl mit Haferkamp, aber eher in der Form, dass er sich persönlich engagiert hat, am meisten vom Privaten abgeschottet wirkte der legendäre Kommissar Finke – ohne deshalb unpersönlich zu wirken, wie der aktuelle München-Cop-Darsteller Udo Wachtveitl in einem Interview anmerkte. Dem würde ich zustimmen wollen, aber auch dem Leitmayr (Wachtveitl) und seinem Kumpel Batic (Miroslav Nemec) hat man häufig „Selbstbezogenheit“ in die Drehbücher geschrieben. Allerdings episodenweise, nicht, wie mittlerweile üblich, in einem engen familiären Zusammenhang, bei Frauen am liebsten als alleinerziehende Mutter.

Bei Veigl ist es nun die Variante, die wir vor allem bei heutigen Teams mit langer Dienstzeit so kurios finden: Unglaublich, wie viele Menschen diese Menschen kennen. Alles nur Dörfer, diese deutschen Großstädte. Dabei sollte doch ein Cop, der ständig am Rand der Erschöpfung Überstunden schrubbt, so viele Connections gar nicht aufbauen können, eine einzige Paarbeziehung schafft er ja in der Regel auch nicht, und dies wird eben mit dem Job begründet. Programmatisch wirkt das nur in Münster und auch nur bei Boerne und der Staatsanwältin Klemm, die beide in die “ bessere Gesellschaft“ der Stadt integriert sind.

Offensichtlich ist „Usambaraveilchen“ seit fast zehn Jahren nicht wiederholt worden, sonst müsste es eine von mir geschriebene Rezension zu diesem 123. Tatort geben. Ich werde ihn mir am Nikolausabend, 5.12.2020, 21:50 im  BR anschauen bzw. ihn aufzeichnen und ihn besprechen.

TH

Handlung

Rechtsanwalt Berg, verheiratet und Vater zweier Söhne, hat fünf Jahre lang neben seiner Familie eine Geliebte gehabt, die junge alleinstehende Apothekerin Ulla Brendl. Die Situation, in die er sich im Lauf dieser Jahre hinein manövriert hat, zwingt ihn, nach beiden Seiten hin zu lügen und Ausreden zu gebrauchen. Das wird ihm schließlich unerträglich, und so muß er – was er immer gern vermeiden wollte – eine klare Entscheidung treffen. Ungern und halbherzig trennt er sich von Ulla, um so zögernder, als sie schon einmal einen Selbstmordversuch gemacht hat und er sich nach so langer Freundschaft doch verantwortlich fühlt.

Am darauffolgenden Tag reist er für eine Woche nach Regensburg ab, um gemeinsam mit dem dort ansässigen Kollegen Runau eine Verteidigung zu übernehmen. Schon bald nach seiner Ankunft in Regensburg erfaßt ihn Unruhe, und gegen seinen ursprünglichen Entschluß versucht er, Ulla telefonisch zu erreichen. Als sie nicht abnimmt, auch bei wiederholten Versuchen zu später Nachtstunde nicht, hält er die Ungewißheit nicht mehr aus. Ohne es seinen schon schlafenden Gastgebern zu sagen, setzt er sich ins Auto und fährt nach München.

Einige Tage später findet die Hausmeisterin Frau Hoiss Ulla Brendl in ihrem Appartement erschossen auf. Veigl wird zum Tatort gerufen und kann sich zunächst auf die Aussage des Wohnungsnachbarn, eines Rentners namens Wiedemann, stützen. Der Rentner hat beobachtet, daß Frau Brendl oft von einem Herrn besucht wurde und daß zuletzt eine Dame bei ihr war, die ein weißes Usambaraveilchen mitgebracht hat.

Bei näherer Durchleuchtung des Falles fühlt sich Veigl plötzlich an Dinge erinnert, die man ihm persönlich erzählt hat. Die Konstellation erinnert ihn an die Familienverhältnisse eines ehemaligen Kollegen und Stammtischbruders, an Rechtsanwalt Berg. Hatte der nicht eine Freundin, die Apothekerin war? Und hieß sie nicht sogar Ulla? Als Nachbar Wiedemann Berg auf einem Foto wiedererkennt, bestätigt sich der Verdacht, und die weiteren Nachforschungen, um die Veigl nicht herumkommt, bringen ihn in eine peinliche Lage. Es ist der Staatsanwalt, dem es gelingt, ein Geständnis zu bekommen – und er freut sich, dem Kriminalkommissar damit eins auswischen zu können. Ein Journalist taucht auf, eine Tante der Ermordeten stellt eine harmlose Frage in Erbschaftsangelegenheiten – und wieder bekommt alles ein ganz anderes Gesicht.

Rolle Darsteller
Hauptkommissar Veigl Gustl Bayrhammer
Rechtsanwalt Berg Stefan Orlac
Ulla Brendl Karin Kernke
Frau Hoiss Enzi Fuchs
Regie: Wilm ten Haaf
Buch: Herbert Rosendorfer

 Ausführlicher (aus „Tatort Fans“, s. o.)

 

Willy Harlander (Obermeister Brettschneider) · Helmut Fischer (Hauptmeister Lenz) · Stefan Orlac (Rechtsanwalt Berg) · Maria Körber (Frau Berg) · Karin Kernke (Ulla Brendl) · Robert Naegele (Froschhammer) · Marianne Lindner (Fräulein Seufzger) · Wolfgang Büttner (Wiedemann) · Otto Stern (Rechtsanwalt Runau) · Maddalena Kerrh (Frau Runau) · Günter Clemens (Journalist) · Franz Hanfstingl (Staatsanwalt) · Marianne Brandt (Frau Oberneder) · Leopold Gmeinwieser (Tankwart) · Eva Eichner (Verkäuferin) · Margot Mahler (Frau Hoiss) · Christiane Blumhoff (Bedienung) · Sabine Kretzschmar (Sekretärin)

Drehbuch – Herbert Rosendorfer
Regie – Wilm ten Haaf
Kamera – Eduard Windhager
Schnitt – Karin Fischer
Musik – Erich Ferstl

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