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Wir stecken noch immer in den Umbauarbeiten und Nacharbeiten am Wahlberliner, aber heute müssen wir uns bezüglich Corona zurückmelden, nachdem wir lange die Füße still gehalten und den Grimm in uns hineingefressen haben – nicht ganz. Doch es gab seit Oktober keinen zentralen Corona-Artikel mehr von uns, während die Infektionszahlen und nun auch die Todesfallzahlen in Deutschland immer neue Höhen erreichten. Mittlerweile haben wir das Dreifache an täglichen Neuinfektionen wie zu der Zeit, als der Frühjahrs-Lockdown begann und doppelt so hohe Todesfallzahlen.

Deutschland hat es mittlerweile geschafft, bei den täglichen Todesfallzahlen auf Platz vier weltweit zu landen (vorgestern).

Deutschland hat es mittlerweile geschafft, bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen auf Platz 6 der Welt anzukommen, hinter Ländern mit wesentlich höherer Bevölkerungszahl (gestern und schon an einigen Tagen zuvor):

Relativ gesehen stehen lediglich die USA im Moment schlechter da, in denen das Virus mehr oder weniger außer Kontrolle geraten scheint. Der Nimbus eines relativ großen, dicht besiedelten Landes, dessen Infrastruktur soziale Kontakte mehr oder weniger unweigerlich bedingt, das aber trotzdem relativ gut durch die Pandemie kommt, den hat Deutschland in den letzten Wochen verloren. Die Todesfallrate liegt mittlerweile 25 Prozent über dem Weltdurchschnitt, das war im Oktober noch umgekehrt – Tendenz schnell weiter steigend.

Trotzdem streitet sich die Politik weiter darüber, was denn jetzt wohl angesagt ist und die Arbeitgeber sind glücklich und froh, dass niemand derzeit einen Homeoffice-Platz beanspruchen oder eine Pause machen kann. Bei dreimal höheren Infektionszahlen als im Frühjahr und doppelt so hohen Todesfallzahlen. Es ist kaum zu glauben. Es wird zudem allen Ernstes damit rumgeeiert, ob der Weihnachtskonsumrausch zum ca. 70. Mal nach dem Krieg hintereinander ungehindert stattfinden muss oder doch vielleicht gerade andere Prioritäten angesagt sind.

Man hat es verpatzt. Man hat es verpatzt im Oktober, als die Zahlen anfingen rapide zu steigen. Man hat die Menschen in dem Glauben gelassen, man kommt halt mal so durch, während überall auf der Welt schon wesentlich striktere Maßnahmen ergriffen wurden. Man hat auch die Coronaleugner einfach freidrehen lassen und ihnen das Recht eingeräumt, ihre Privatmeinung über die Tatsachen zu stellen. Aber das postfaktische Zeitalter, Sie wissen schon.

Man hätte es für die Bevölkerung viel angenehmer machen können und das habe ich Anfang November gefordert: Strikter Lockdown überall, wo es nicht um absolut systemrelevante Tätigkeiten geht und nach wenigen Wochen die Rückkehr zum Sommermodus oder, würde ich heute sagen, vielleicht etwas restriktiver, aber weniger einschneidend, als es sich gerade abzeichnet und vor allem keine totale Logikverweigerung in der Hinsicht, wer nun wieder die Arschkarte hat, seinen Laden zusperren muss und wer einfach weitermachen darf wie bisher.

Während eines scharfen, befristeten Lockdowns wären die Infektionsketten weitgehend unterbrochen worden und die Lage hätte sich beruhigt. Das wäre psychologisch viel leichter zu stemmen gewesen als das Chaos, das jetzt herrscht. Ich bin so gespannt, ob es nun endlich verstanden wird, wenn auch viel zu spät, und – nein, Freiheit heißt nicht, dass jeder machen darf, was er will, auch auf Kosten und unter Gefährdung anderer. Das sollten insbesondere Linke, die den berühmten Spruch von Rosa Luxemburg kennen, am besten wissen. Aber was soll man von einer Politik erwarten, die nicht einmal die Stirn hat, unter diesen dramatischen Umständen den Silversterkracherwahnsinn auf den Straßen der Großstädte zu verbieten.

Jetzt zeigt sich sehr deutlich, was kluge Köpfe schon im Frühjahr angemerkt hatten, die sich die Papiere der Regierung, die realen Maßnahmen und die Fakten genauer angeschaut hatten: So richtig viel Überlegung und überragendes Management steckt nicht hinter der Corona-Strategie in Deutschland. Ein Kardinalschwachpunkt der deutschen Strategie war zum Beispiel immer, dass im ÖPNV nicht für Abstand halten gesorgt werden konnte.

Es war sehr viel Glück dabei, dass es bisher besser lief als bei den meisten unserer Nachbarn. Aber die Rückstände bei den Fallzahlen und Todesfallzahlen holen wir jetzt auf. Dank einer kopflosen Politik und dank einiger Bevölkerungsteile, die nach meiner Ansicht nicht gegen Corona-Maßnahmen, sondern schlicht gegen alles sind, was noch halbwegs vom Verstand geleitet wirkt. Deswegen heute auch keine Betrachtung anderer Länder, in denen es ebenfalls nach wie vor nicht gut aussieht. Was bei uns stattfindet, ist Anlass genug zum Ärger und zur Sorge. In der Abschlussgrafik noch einmal zur Verdeutlichung die Relationen zwischen den Zahlen während der ersten Welle und der aktuellen zweiten, die mittlerweile eher wie ein Hochplateau aussieht, von dem man nicht mehr runterkommt.

Die jetzigen Neuinfektionszahlen wären noch höher, wenn man nicht zwischenzeitlich die Teststrategie „geändert“, also beschlossen hätte, weniger zu testen. Deshalb fällt Deutschland auch bei der „Durchtestungsrate“ der Bevölkerung hinter andere Länder zurück, deren Administrationen den Tatsachen mittlerweile einigermaßen mutig ins Auge sehen.

TH

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