Unsichtbare Fährten – Polizeiruf 110 Episde 129 #Crimetime 884 – #Polizeiruf #Polizeiruf110 #DDR #Tetzlaw #Zimmermann #Grawe #Fährte #unsichtbar

Crimetime 884 - Titelfoto Fernsehen der DDR / ARD (Der Film ist in Farbe)

Ein Film für die Hundestaffel

Der 129. Polizeiruf 110 setzt den Polizeihunden auf eine sehr sympathische Weise ein Denkmal. Wie eine Hauptperson wird dabei der Schäferhund Olf eingeführt und sogar entführt – und im Dienst verletzt. Am Ende muss er aus jenem aktiven Dienst ausscheiden und darf sich bei der Familie des Polizisten Tetzlaw eines gemütlichen Lebens erfreuen. Mehr zum Film steht in der -> Rezension.

Handlung

Tiefer Winter in einem Dorf am Waldrand: Leutnant Klaus Tetzlaw, der ABV des Ortes, muss am nächsten Tag mit seinem Schäferhund Olf zu einer Weiterbildung. In der Hundeschule wird Olf noch intensiver für seinen Einsatz als Polizeihund trainiert. Klaus’ Sohn Bernd hängt besonders an dem Hund, sodass er durch eine nur kurzzeitig andauernde Entführung Olfs sogar sein Weggehen verhindern wollte. Klaus und Olf kehren von der Weiterbildung zurück und Vater und Kinder trainieren spielerisch kurz vor Weihnachten das Fährtenlesen des Hundes. Kerstin Tetzlaw versteckt so Nikolausstiefel im Wald und Olf nimmt ihre Fährte auf, sodass Klaus und die Kinder von dem Hund zu den Schuhen geführt werden. Am Abend will sich Klaus entspannen, als ein Einwohner des Dorfes zu ihm kommt. Die sechsjährige Nicole Cofalla ist verschwunden. Da eine Nacht mit starkem Frost erwartet wird, ist Eile bei der Suche geboten. Klaus macht sich mit Olf und Nicoles Vater auf die Suche nach dem Kind. Die Spur führt in den Wald, geht jedoch verloren.

Ein Großaufgebot der Polizei kommt in das Dorf. Suchhunde werden eingeflogen, die das Waldstück durchkämmen sollen. Auch das Grundstück der Cofallas wird durchsucht, jedoch ohne Ergebnis. Ein Polizeipsychologe befragt behutsam Nicoles kleinen Bruder Maikel, der dem Mann erzählt, dass Nicole am Morgen geweint habe. Sie hat zu Nikolaus nur eine Rute bekommen, weil sie nicht artig war. Daher sei sie in den Wald gegangen, um den Nikolaus zu suchen. Tatsächlich haben die Eltern Nicole nur eine Rute, und keine Süßigkeiten geschenkt, weil sie sich ihrem kleinen Bruder gegenüber manchmal schlecht verhält. Der Psychologe schätzt Nicole so ein, dass sie sich nicht in Höhlen oder Gebüschen verstecken würde, sondern stets darauf achten werde, den Sternenhimmel über sich zu haben. Mit einer Zeichnung Nicoles, auf der ein Haus auf einer Waldwiese zu sehen ist, findet die Hundestaffel unter Leitung von Klaus und Olf Nicole schließlich auf einer Waldwiese. Sie hatte sich vor dem Frost in einer Heuraufe für Wildtiere verkrochen.

Olf hat die große Anstrengung zugesetzt und er erleidet eine Kolik. Der Tierarzt behandelt ihn, sodass Klaus an dem Abend allein auf Streife geht. Er überrascht zwei Diebe, die gerade ein Lager ausräumen. Einer der Einbrecher kann Klaus niederschlagen, während der andere flüchtet. Bernd hat trotz Verbotes der Mutter noch einmal nach Olf geschaut und will zu dem lebhaften Tier in den Zwinger gehen. Dabei reißt Olf aus und nimmt Witterung auf. Er erreicht Klaus, als der gerade benommen auf dem Boden liegt, und stellt den zweiten Einbrecher. Dieser sticht zwar auf Olf ein, doch kann der Hund den Mann so lange in Schach halten, bis Klaus wieder zu sich kommt. Der Einbrecher ist Klaus bekannt. Nach kurzer Zeit kann auch sein Komplize verhaftet werden. Olf wird vom Tierarzt operiert und kann schon bald zu Familie Tetzlaw zurückkehren. Er wird jedoch aufgrund seiner Erkrankung nie wieder Polizeidienst verrichten können. Zu Bernds großer Freude stimmt Klaus jedoch zu, Schäferhund Olf als Familienhund zu behalten.

Rezension

Trotz des verschwundenen Kindes haben wir selten einen so relaxten Polizeiruf gesehen wie diesen. Er weist einen stark dokumentarischen Einschlag auf, behandelt die Ausbildung von Polizeihunden aber nur in einigen Bildern vom Training, über Theorie und Tierpsychologie erfahren wir leider recht wenig. Der Akzent liegt ohnehin auf den Skills von Olf, die durch das Training lediglich noch verbessert werden können. Was es nützt, sieht man am Ende, als er einen Einbrecher selbst stellt und dabei seine Bezugsperson, den Abschnittsbevollmächtigten Tetzlaw, verteidigt. Zuvor gibt es viele Alltagssituationen zu besichtigen – Polizeialltag und Familienalltag. Bei den Tetzlaws ist eigentlich alles ganz harmonisch, die Eltern sind nette Menschen, nur eines der beiden Kinder kann sich nicht damit anfreunden, dass Olf für eine Zeit abwesend sein wird, weil der Vater mit ihm in die Hundeschule soll.

Interessant ist dabei, dass die herausragende Rolle, die dem Hund hier bei der Ermittlung von Verbrechen zugebilligt wird, in anderen Polizeirufen in dieser Form nicht zu sehen ist – sonst wär’s manchmal vielleicht etwas einfacher, den Tätern im wörtlichen Sinne auf die Spur zu kommen. Vielleicht begünstigt der Schnee die Spurensuche auch, sofern nicht gerade neuer dazukommt, zwischen der Ausübung der für Polizeirufe allerdings typischen Einbrüche und deren Entdeckung.

Eine ideologische Zuspitzung ist in den Filmen aus dem Jahr 1989 generell nicht mehr zu erkennen, aber hier hat man den Eindruck, dass viel Wert darauf gelegt wird, die Polizei und ihre Arbeit als intakt und kompetent darzustellen. Irrtümer, die Polizisten begehen können und dass sie mit der Arbeit manchmal nicht so recht vorankommen, bis ein Genosse Zufall nachhilft, das alles kann einem guten Polizeihund nicht passieren, auch wenn sein Aufgabenfeld begrenzt ist. Auch wieder schön zu beobachten: Wie Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt werden, um ein vermisstes Kind zu suchen und bis zur Annahme einer Vermisstenanzeige auch nicht die heute üblichen 24 Stunden abgewartet werden. Wobei wir nicht wissen, ob diese Wartezeit auch für Kinder gilt, die mehr gefährdet sind, wenn sie sich allein bewegen, als Erwachsene.

Finale

Dies ist eine unserer kürzesten Rezensionen für einen Polizeiruf oder Tatort geworden. Mit 71 Minuten ist auch der Polzeiruf Nr. 129 für ein Werk aus den späten 1980ern recht kurz geraten und erinnert in seiner schlichten Struktur an die Episoden der ersten Jahre, die in der Regel auf etwas mehr als 60 Minuten Spielzeit kamen.

Wir meinen, man soll sich den Film anschauen, wenn man Spaß an Hunden und deren Arbeit bei der Polizei hat. Ob in Sachen Kinderpsychologie alle modernen Erkenntnisse berücksichtigt wurden, denn auch diese spielt eine wichtige Rolle, wollen wir nicht eruieren, glauben aber, manchmal ist auch Glück dabei, wenn man aus einer sehr linear wirkenden oder von Beginn an eng gefassten Analyse heraus wirklich ins Schwarze trifft oder wenigstens keinen Schaden anrichtet. Selbst, ob dies ein guter Film auf seine Weise ist oder eher ein etwas unterbelichteter Krimi, war für uns schwer zu entscheiden, daher greifen wir zu einer wohlwollenden, leicht überdurchschnittlichen Punktzahl.

Leider haben wir im Netz kein Foto mit einem Einsatz der Hundestaffel oder mit „Olf“ gefunden.

7/10

© 2020 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

RegieHans Werner
DrehbuchHorst Ansorge
ProduktionHans-Uwe Wardeck
MusikConrad Aust
KameraHans-Jürgen Kruse
SchnittBrigitte Krex
Besetzung

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