Berlin-Express (USA 1948) #Filmfest 309

Filmfest 309 A

Von Krieg zu Krieg

Jacques Tourneur, der Regisseur von „Berlin-Express“ (der im Original genauso heißt wie in der deutschen Fassung), hat ein Jahr zuvor einen der komplexesten und heute am höchsten angesehenen Films noir gedreht – „Out of the Past“ („Goldenes Gift“) mit Robert Mitchum in einer Paraderolle als von Mann, den seine Vergangenheit einholt.

Um die damals jüngste Vergangenheit geht es auch in „Berlin-Express“, der kurz darauf enstand. Der Film ist mehr ein Thriller als die meisten Werke seiner Zeit, er beinhaltet viele Elemente der besten Exemplare jener berühmten „schwarzen Serie“. Aber in vielen anderen Punkten weicht er vom Schema ab. Nur wenige Spielfilme, gleich aus welchem Land sie stammen, haben so viel von der Trümmerlandschaft Deutschlands in den ersten Nachkriegsjahren gezeigt. Allerdings zeigt Tourneur eingangs auch das unzerstörte, vor dem Vernichtungsbefehl Hitlers bewahrte Paris, das nach dem Ende der deutschen Besatzung wiedererwacht war. Neben Stadtlandschaften in unterschiedlichem Erhaltungszustand gibt es natürlich auch Figuren, eine Handlung und einen historischen Hintergrund. Dazu mehr in der -> Rezension.

Handlung

Eine Reihe von Menschen unterschiedlicher Nationen besteigt in Paris den Expresszug nach Berlin. Ein Amerikaner, ein Brite, zwei Deutsche, ein Franzose und ein Russe. Der eine Deutsche ist ein Friedensaktivist, der unter Schutz nach Berlin gebracht werden soll, um dort für die deutsche Wiedervereinigung zu werben, eine Autorität wegen seiner Rolle als Widerstandskämpfer gegen das Dritte Reich. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kommt es im Zug zu einer Explosion, bei dieser wird der Mann – anscheinend – getötet. In Wirklichkeit war es ein Double, das sein Leben lassen musste.

Die Mitreisenden werden von amerikanischem Militär verhört, doch dabei kommt nichts heraus. Dann veschwindet der wirkliche Friedensmann und die ungleichen Vier, der Engländer, der Amerikaner, der Franzose und der Russe, suchen nach ihm in den Ruinen von Frankfurt, begleitet von der französischen Sekretärin des Politikers, fahren ohne Ergebnis weiter nach Berlin – und werden fündig.

Mit vereinten Kräften können sie ihn aus den Händen einer Horde von sinistren Altnazis befreien, welche die neue Ordnung nicht akzeptieren wollen und bereits an der Unterminierung arbeiten.

2020-08-14 Filmfest ARezension

1948 war noch nicht ausgemacht, ob und wann Deutschland sich von dieser Vernichtung würde erholen können. Der Schwarzmarkt spielt keine ökonomisch tragende Rolle, wird im Film aber sehr akzentuiert als ein Beispiel des Verlustes von Würde gezeigt. Es waren aber auch die Tage, als gerade die Deutsche Mark eingeführt wurde, die den Schwarzmarkt und die  Zigarettenwährung beinahe über Nacht obsolet gemacht hat und die mitgeholfen hat, die Nachkriegs-Erfolgsstory Deutschlands zu begründen.

Man hat eher das Gefühl, durch eine Welt von 1946, 1497 zu reisen als durch die von 1948, aber die Aufnahmen stammen wohl wirklich aus dem Jahr. Die Straßen sind aufgeräumt, aber drohend stehen überall die Ruinen als Menetekel menschlichen Wahns – und es geht schon weiter. Der Film wurde in den USA im Mai 1948 uraufgeführt – einen Monat später begann die Berlin-Blockade.

Der Kalte Krieg ist bereits in Sicht, das Misstrauen zwischen den Siegern allgegenwärtig. Besonders werden die Russen als besondere Charaktere gezeichnet, die sich nicht in die schöne neue Welt der westlichen Werte einfügen wollen. Auf kleiner Ebene ist am Ende etwas möglich, zwischen Menschen, die durch gemeinsame Erlebnisse hindurch gegangen sind. Aber man muss es dem Regisseur  Tourneur und dem deutschstämmigen Drehbuchschreiber Curd Siodmak hoch anrechnen, dass sie die Welt nicht in Schwarz-Weiß tauchen (auch wenn der Film in S/W gedreht ist), dass sie Hoffnung ausdrücken, aber nicht dem Publikum einen naiven Traum zeigen.

In jenen seltsamen Jahren. Heute wirkt das alles so unwirklich, was in diesem Film gezeigt wird, und ist gerade mal etwas mehr als 60 Jahre her. Nicht, dass seitdem alles besser wurde, aber die ungeheure Düsternis und Melancholie, die durch die Trümmerlandschaft deutscher Städte in den ersten Jahren nach den Krieg wabert, die muss ebenso Spuren in der Seele der Menschen hinterlassen haben wie das, was zu diesen Trümmerwüsten geführt hat.

Dass das Land heute noch traumatisiert ist, merkt man daran, dass es dazu neigt, sich Träumen und Idealen hinzugeben, anstatt simples kaufmännisches Rechnen auf europäischer Ebene durchzusetzen – und sich damit selbst aufzugeben. Es gibt keinen Hitler mehr, dem man nachrennen kann, aber unrealistische Ideen, wie die Welt auszusehen habe, die gibt es noch immer und wir zahlen jeden Tag dafür einen hohen Preis.

Wie alles kommen würde, das konnte man 1948 natürlich nicht voraussehen, der Film hat gut daran getan, nicht zu visionär und pathetisch rüberzukommen. Gut, dass er von einem Regisseur gemacht wurde, der sich mit den Films noir auskannte und die dunkle, schicksalsgetriebene Seite des Lebens in faszinierende Filmbilder setzen konnte. Ein wenig vom berühmten „Out of the Past“ ist in „Berlin-Express“ durchaus zu spüren.

Die Nationen im Film. Der Amerikaner Robert Lindley (Robert Ryan), Lebensmittelexperte und als solcher unterwegs, um in Deutschland die Ernäherung sichern zu helfen, ist es, der den Film vor einer zynischen Haltung bewahrt, wie eben auch die Amerikaner sich selbst als diejenigen ansahen, die am meisten geneigt waren, an ein besseres Nachkriegsdeutschland zu glauben. Und, das wird heute gerne vergessen: Es war wirklich so. Mögen auch die wesentlichen Gründe dafür sehr nachvollziehbarer machtpolitischer Natur gewesen sein, sie waren es nicht ausschließlich und ganz gewiss nicht überwiegend bei jenen, die in Deutschland Verantwortung trugen und Umgang mit den Kriegsverlierern und Nazis  hatten, wie eben auch der Lebensmitteltechniker Ryan.

Ihm am nächsten kommt der Franzose Perrot (Charles Korvin), der ebenfalls ohne Zögern die Suche nach Dr. Bernhardt, dem Friedens- und Vereinigungspolitiker (Paul Lukas) aufnehmen will. Aber zur großen Überraschung stellt er sich als Kollaborateur der Nazis heraus und macht nur mit, um Dr. Bernhardt eliminieren zu können, falls die Nazikumpane es nicht schaffen sollten. Das ist ein eine sehr distanzierte Haltung seitens des französischstämmigen Regisseurs Tourneur, einen Landsmann , der zuächst recht sympathisch wirkt, sich auf diese Weise entpuppen zu lassen – und macht einen Teil der Kompromisslosigkeit des Filmes aus. Denn natürlich gab es in Frankreich auch diesen Typ, nicht nur Résistance-Kämpfer, aber wer wollte sich daran schon gerne erinnern und war das eine adäquate Darstellung kurz nach Kriegsende? Frankreich hat bis heute Probleme mit der Tatsache, dass es wohl weit mehr Mitläufer, Schweiger und Kollaborateure gab als Widerständler. Wie in allen Ländern auf der ganzen Welt arrangierten sich die Menschen überwiegend, wenn eine Macht auftritt, die ihnen die Freiheit nimmt und der gegenüber Widerstand hoch gefährlich erscheint. Heldenformat eignet immer nur einer Minderheit.

Der Engländer Sterling (Robert Coote) wettet auf alles, was nicht schnell genug auf die im Nachkriegsdeutschland raren Bäume kommt und ist ein wenig opportunistisch konstruiert, wirkt ein wenig sarkastisch und so sehr die Amerikaner die Briten naturgemäß mögen, auch diesen Teil der Wahrnehmung gibt es durchaus in der Realität. Sterling lässt sich aber von Lindley überreden, mitzumachen, lässt sich gewissermaßen vom American Spirit anstecken.

Am schwierigsten gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem russischen Offizier Kiroshilov (Roman Toporow), der zunächst überhaupt nichts davon hält, einem Deutschen zu helfen. Zivilisatorisch wird er deutlich von den übrigen Figuren abgesetzt, ist rau, misstrauisch, eben anders als die falschen und echten Friedensfreunde unter den Westlern. Jedoch ist er eine ehrliche Haut, trägt am Ende dazu bei, dass Dr. Bernhardt befreit werden kann.

Ein Hauch von Romanze weht unterdessen durch das Verhältnis von Lindley und der französischen Sekretärin des Exildeutschen, Lucienne (recht gut als Französin: Merle Oberon, eine jener grazilen Engländerinnen, die in asiatischen Kolonien des Empire geboren wurden und in Hollywood zu Erfolg kamen, weitere Beispiele sind Olivia de Havilland, ihre Schwester Joan Fontaine sowie Vivien Leigh).

In einer schönen Schlussszene verabschieden sich die vier Männer, die jeweils in Militärfahrzeugen ihres Landes davonfahren, vor dem Brandenburger Tor. Ein interessantes Bild, das dem nicht unskeptischen Tenor des Films, was das künftige Verhältnis der Alliierten angeht, einen hoffnungsfrohen Ausblick hinzufügt. Wir finden die Art, wie das gezeichnet wird, angemessen und überdies werden die Nationalitäten kategorisierend sowie unidealistisch dargestellt. Wie  auch nicht, Tourneur als Franzose in den USA kannte zumindest zwei davon sehr gut und hat bei den anderen auf Klischees zurückgegriffen, die weniger seine Emigrantensicht als Teil einer Gemeinschaft von Ausländern aller Nationen in Hollywood spiegeln als vielmehr seine Skepsis gegenüber dem alten Europa.

Als Krimi und Thriller. Bei aller Nationenkunde, dem zeithistorischen und politischen Hintergrund, allem Subtext, darf nicht übersehen werden, dass „Berlin-Express“ auch einen passablen Krimi abgibt. Nicht so kultig wie der im selben Jahr entstandene „Dritte Mann“, aber gut gespielt und effektvoll inszeniert – immer für die Verhältnisse der Zeit; die heutige Actionsoße, die alles andere überdeckt und es schafft, dass ein Film sich beinahe anschaut wie der andere, wurde im Jahr 1948 noch nicht angerührt und über verschiedenste Inhalt geschüttet.

Dass mit Robert Ryan ein Schauspieler aus der zweiten Hollywood-Garde die männliche Hauptrolle spielt, schadet dem Film nicht, im Gegenteil. Man merkt, hier soll kein Star-Vehikel geschaffen werden. Ryan bringt seinen aufrechten Amerikaner ohne Allüren ans Publikum und so darf die Handlung des Filmes im Vordergrund stehen.

Die Konstellation ist spannend. Zugreisen sind grandiose Sets für Thriller, das weiß man von Hitchcock („Eine Dame verschwindet“, „Der Fremde im Zug“, Der unsichtbare Dritte“) und  anderen Regisseuren. Leider stirbt der Zugthriller nunmehr mit der Abschaffung der intimen Abteilwagen, in denen sich ein Mikrokosmos entwickeln konnte, face en face und vis à vis. Solch eine intime Atmosphäre ist in offen Wagen nicht denkbar, selbst wenn man nicht in Reihe, sondern einander gegenüber sitzt, mit einem Tisch in der Mitte.

Hier wird diese Intimität nicht ausgespielt, denn die wichtigen Figuren sitzen im Wesentlichen in verschiedenen Abteils, lediglich der Engländer und der Russe, der wegen des deutschen Politikers seinen Platz verlassen muss, weil dieser für den Personenschutz gebraucht wird, müssen ums untere Bett Kopf oder Zahl spielen. Dass man lieber unten schläft, fandn wir interessant.

Menschen stehen in diesem Zug geheimnisvoll herum, Blicke werden getauscht, man weiß nicht recht, wer ist wer in diesem Spiel – und dann explodiert die Bombe und der Film entwickelt sich in Frankfurt zu einer Schnitzeljagd. Die Atmosphäre allein ist schon so besonders, dass sie für Spannung sorgt, aber auch die Regie arbeitet mit vielen interessanten Details, um den  Zuschauer zu fesseln. Falsche Identitäten, verschwiegene Plätze, Off-Limit-Bars, tragische Clowns und eine Bande von Altnazis, bei denen auch gescheiterte Figuren wie der Verräter Walther (Reinhold Schünzel) mitmachen. Er lockt Dr. Bernhardt als dessen früherer Vertrauter in die Fänge derer, die Hitler über dessen Tod hinaus treu sind.

Realismus im Großen, aber doch ein schiefes Bild. Das Nachkriegsdeutschland mit seinen materiellen und, emotionalen, sozikulturellen Zerstörungen wird gut gezeigt und ein sehr präsenter Narrator informiert über wichtige Details ebenso wie über das Allgemeine. Aber eines hat man nicht wissen können oder man ist diesen konsequenten Denkansatz nicht gegangen. Die Energie dieser Altnazis, die Friedenspolitiker kidnappen und ein Untergrundnetz unterhalten, das ein wenig an Al-Khaida erinnert, das gab es in den Ruinen des Nachkriegsdeutschlands so nicht. Die Hitlerfans hatten genug damit zu tun, sich entweder über Ratten- und andere Linien in Sicherheit zu bringen oder ihre Positionen in der sich abzeichnenden neuen Ordnung zu sichern oder in Speer’scher Manier an ihrer Legende vom beinahe unbelasteten Nazi zu stricken.

Es gab Gruppen alter Kameraden, vor allem im Ausland, aber einen echten Widerstand gegen die Besatzung, und hätte er sich auch nur im Entführen von Poltikern geäußert, die  von den Besatzungsmächten favorisiert wurden, den hat es nicht gegeben. Da wurden die Nazis überschätzt, die nur in der Masse und im Massenwahn so ruchlos waren. Man merkt dem Film die Ängste der Alliierten vor einem Negativ-Untergrund an, der in den ersten Nachkriegsjahren auch zu einer sehr vorsichtigen Annäherung an die Deutschen beitrug. Die Konsequenz  der totalen Zerstörung nach dem totalen Krieg war jenseit der politischen Einstellung aber auch, dass in den Städten die Leute ans Überleben dachten und nicht daran, wie sie schon wieder ein neues, jetzt konspiratives politisches Ding drehen konnten. Eines der besonders gespenstischen Phänomene des NS-Terrors war, dass ab dem Moment der Kapitulation am 8. Mai 1945 nichts mehr von ihm sichtbar war als die entsetzlichen Hinterlassenschaften in den KZs.

Nicht umsonst lästerte man in anderen Ländern darüber, dass es keiner gewesen sein wollte und dass die rassistischen und im Überlegenheitswahn verfangenen Deutschen ein Häuflein feiger Schwanzklemmer zu sein schienen. Aber es ist eben anders in unter den Lichtdomen auf Reichsparteitagen, als wenn man allein vor dem Richter steht und außerdem ist ja vielfach gezeigt worden, dass der deutsche Untertanengeist jedem Herrn vortrefflich dienen kann, auch den demokratischen oder weniger demokratischen Siegernationen. Amerikanische Richtlinien für die Besatzungstruppen und auch Dokumentar- oder Lehrfilme aus jener Zeit geben deutlich Aufschluss darüber, was auch in „Berlin-Express“ zum Ausdruck kommt: Man hatte angesichts der unglaublichen Gewaltbereitschaft der Nazis mit mehr Gegenwehr gerechnet, auch nach der Okkupation, etwa ähnlich den Partisanen, die es in den durch die Deutschen besetzten Ländern zuvor jeweils gab und die durchaus Schaden an der deutschen Logistik anzurichten verstanden.

Die Amerikaner hatten zudem die moralische Wirkung der von ihnen maßgeblich herbeigeführten Niederlage und der überall sichtbar werdenden großen Verbrechen unterschätzt, die zu einer bis heute anhaltenden Suche der Deutschen nach einer Identität jenseits der Jahre von 1933 bis 1945 geführt hat. Natürlich gab es nach dem Krieg Nazis, die sich nicht einfach in Luft auflösten, aber realistischer als die „Berlin-Express“ gezeigten Typen scheint uns die Variante, die im berühmten „Die Mörder sind unter uns“ von Wolfgang Staudte (1946) gezeigt wird.

Sie versuchen, wieder Fuß zu fassen, ihre alten Positionen einzunehmen, und nur, wenn man ihnen Greueltaten nachweisen kann, hat man eine Chance gegen sie und nicht etwa, weil sie ihr Unrecht einsehen und aus eigenem Antrieb sich wandeln oder zurückstehen. Daher ist der deutsche, zwei Jahre ältere Film zeithistorisch wesentlich korrekter und durchaus mit einem hellsichtigen Blick in die nähere Zukunft ausgestattet. „Wir sollten jetzt mit der Naziriecherei einmal Schluss machen, denn, verlassen Sie sich darauf, wenn wir damit anfangen, weiß man nicht, wo es aufhört“, sagte der erste Kanzler des neuen Weststaates, Konrad Adenauer, schon während seiner ersten Wahlperiode. Er war nicht vorbelastet, vielmehr geben diese Worte einen weit überwiegenden Konsens in den ersten Jahren der Bundesrepublik wieder.

Finale

„Berlin-Express“ ist ein sehenswerter Film, nicht perfekt nach heutigen Maßstäben, er gehört auch nicht zum Kanon der historischen Filme oder Berlinfilme oder Nachkriegsfilme, ohne den man die Zeit nicht verstehen würde. Aber er versteht einiges von der Zeit, in welcher er entstanden ist und ergänzt die Kenntnisse des Cineasten ebenso wie des Geschichtsinteressierten um eine lebendige Variante von Nachkriegskino, das einen auffälligen Unterschied zu späteren Abhandlungen des Themas Krieg mit den Deutschen und seine Folgen seitens der Alliierten darstellt: Kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges lag den Filmen meist eine zutiefst humanistische Anschauung zugrunde, dies gilt auch für „Berlin-Express“.

Visuell ist er beinahe ein Film noir, inhaltlich ein Eisenbahnthriller und eine Schnitzeljagd, dies alles vor dem Hintergrund jener entscheidenden Jahre zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Gründung der beiden deutschen Staaten im Jahr 1949. Die Weltordnung, die in diesem kurzen Zeitraum geschaffen wurde, hielt 40 Jahre und die meisten, die sich heute für Kino interessieren, sind in sie hineingeboren. Von ihrem Entstehen erzählt „Berlin-Express“ auf eindrückliche und spannende Weise, ohne in allen Facetten realistisch zu sein. Viel Authentizität gewinnt er durch die Bilder der zerstörten Städte Frankfurt und Berlin.

71/100

© 2020, 2011 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Jacques Tourneur
Drehbuch Harold Medford
Produktion Bert Granet
Musik Friedrich Hollaender
Kamera Lucien Ballard
Schnitt Sherman Todd
Besetzung

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