Zu allem entschlossen (Meet Danny Wilson, USA 1951) #Filmfest 329

Filmfest 329 A

2021-01-01 FF 0329 Zu allem entschlossen Meet Danny Wilson USA 1951

2020-08-14 Filmfest ADanny Wilson und sein Partner Mike halten sich als Schlagersängers einigermaßen über Wasser. Eines Abends begegenen sie der Entertainerin Joy Carroll, der ihnen einen Job im Nachtclub des Ganoven Nick Driscoll verschafft. Doch Nick fordert einen hohen Preis: Die Hälfte von allem, was Danny zukünftig verdient. Dessen Karriere geht schon bald steil aufwärts, doch Dannys Erfolg und seine Romanze mit Joy erweisen sich als äußerst instabil. (1)

Dass Frank Sinatra Hilfe von der Mafia bekam, als er zum Star wurde, ist kein Geheimnis, dass er diese Hilfe bei seinem Talent wohl nicht nötig gehabt hätte und diese Unterstützung wohl eher der anderen Seite nützte, ebenfalls nicht. Aber auch die ehrenwerte Gesellschaft konnte den Knick nicht verhindern oder wollte es nicht. Aber wie viele der ganz Großen hatte Sinatra die Fähigkeit, sich neu zu erfinden und letztlich doch auf sein Können zu vertrauen. Vom Crooner und Teenie-Schwarm hin zum ernsthaften Filmschauspieler und zu einem der besten Interpreten des „American Songbook“ auf eine Weise, die in den 1950ern weit mehr sophisticated wirkte als bis zum Bruch Ende der 1940er – und natürlich zu einer Showgröße im Rahmen der Auftritte des „Rat Pack“ und solo.

Der Film ist wieder einmal einem anderen Jahr zuzuordnen als oben angegeben, die Angaben in „Das internationale Filmverzeichnis Nr. 8“ aus dem Jahr 1989 stammen vermutlich überwiegend aus Programmzeitschriften. Premiere feierte „Meet Danny Wilson“ in Los Angeles am 7. Februar 1952, zählt also zu diesem Produktionsjahr. In Deutschland wurde der Film zunächst nicht im Kino gezeigt und kam erst 1959 hierher.

Sinatra spielt während seines berühmten Karriereeinbruchs zwischen seiner Blütezeit als Bobby-Soxer und From Here to Eternity (1953) einen kleinen Sänger, der an die Spitze seines Berufes gelangt, nur um von einem Gangster (Raymond Burr) bedroht zu werden . Die Umstände, unter denen dieser Film gedreht wurde, sind legendär, da Shelley Winters und Frank Sinatra einander hassten. Winters, laut Kitty Kelleys „His Way“, schlug einmal in einem Anflug von Wut auf Sinatra ein. Er hat sich nicht revanchiert. (…) Der Film zeigt Cameos von Tony Curtis und Jeff Chandler . [1]

Sinatra hatte sich vor den Dreharbeiten schmerzhaft von seiner ersten Frau Nancy Sr. scheiden lassen. Aufgrund eines großen Karriereeinbruchs, Geldproblemen und seiner unbeständigen Ehe mit der aktuellen Partnerin Ava Gardner begann Sinatra, der ohnehin dünn war, Gewicht zu verlieren. Co-Star Shelley Winters, die sich bereits in einer Fehde mit dem Star befand, begann sich Sorgen zu machen, weil sie im Vergleich zu ihm immer sperriger aussah. [2]

Was heute, auch aufgrund der typisch amerikanischen Diktion des Absatzes, einen komischen Unterton aufweist, war damals für Sinatra existenzbedrohend und man sieht es auch noch in „Verdammt in alle Ewigkeit“, es ist sogar von Vorteil für seine Rolle als Junkie in „Der Mann mit dem goldenen Arm„, aber wenige Jahre später konnte er wieder Typen spielen, denen man großen Erfolg bei Frauen problemlos abkaufte, wie etwa in „The Tender Trap“ (1955).

© 2020, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) Inhaltsangabe von Moviepilot

Directed by Joseph Pevney
Produced by Leonard Goldstein
Written by Don McGuire

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