Der Tod der anderen – Tatort 1152 #Crimetime Vorschau 10.01.2021 Das Erste 20:15 Uhr #Tatort #Köln #Ballauf #Schenk #WDR #Tod #andere

Crimetime Vorschau - Titelfoto © WDR, Thomas Kost

„Herzlichen Glückwunsch Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär zum 80. gemeinsamen Tatort-Einsatz!“

Im Jahr 1997 klärten sie in den Rollen der Hauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk in „Willkommen in Köln“ (Tatort-Folge 371) ihren ersten Mord auf, nun gehen sie Anfang 2021 – das Haar ist etwas grauer, der Bauch ein wenig runder – in der Episode „Der Tod der Anderen“ getrennte Wege. Denn Freddy wird entführt, Assistent Jütte ist verschwunden und Max sucht fieberhaft. Unterstützt bei seiner Fahndung wird der von der jungen Kriminaltechnikerin Natalie Förster (ein zukünftiger Ersatz für Jütte etwa?).“

2021-01-09 Tatort 1152 Der Tod der anderen Ballauf Schenk Klaus J. Behrendt Dietmar Bär WDR Köln Erittler-RankingjpgSo leitet die Redaktion von Tatort-Fans ihren Bericht zum 1152. Tatort ein. Es ist gigantisch, i der Tat. Obwohl die Kölner Ballauf und Schenk sechs Jahre nach den Münchnern Batic und Leitmayr starteten, haben sie die bezüglich der Zahl der gelösten Fälle führenden Bayern fast eingeholt, mit anderen Worten eine um einiges höhere Premierenfrequenz durchgezogen. Auch in der Beliebtheitsskala gemäß Ansicht der Tatort-Fundus-Nutzer liegen sie beinahe gleichauf auf guten Plätzen.

Aber wie kommt der 80. Tatort an? Die Redaktion von Tatort-Fans habe ich selten so enttäuscht gesehen, einer von fünf möglichen Sternen auf der einen Seite, die andere vergibt keine Bewertung, aber der Text klingt ebenfalls nach höchstens zwei Sternen.

Gehen wir weiter zum SW3-Tatortcheck, vermittelt sich ein ganz anderes Bild: „Tatort aus Köln – nur geringe Abzüge. Die Tatort-Macher haben es super geschafft, für jede Menge Überraschungen und vor allem für Spannung zu sorgen. Kleine Kritik: Manch verfahrende Situation in diesem Fall wird für meinen Geschmack etwas zu seicht aufgelöst und die Geschichte an sich ist manchmal etwas zu unübersichtlich. Trotzdem bekommen Ballauf und Schenk vier von fünf Elchen.“ Es ist durchaus nicht so, dass die SWR-Redakteur*innen den ARD-Schwestersendern immer hohe Bewertungen darreichen, sonst wäre dieser Check ja auch witzlos. Aber mich hat die grundsätzlich verschiedene Wahrnehmung schon überrascht, weil auch der SWR-Check normalerweise, ähnlich wie die Tatort-Fans, eine eher an der Sichtweise des Publikums oder eben der Fans orientierte Art des Kritisierens bevorzugt.

„Was wurde aus »Porno-Peter«? Als der Mensch zur Grabbelware wurde: Der Köln-»Tatort« beschwört die letzten Tage der DDR herauf – und wie BRD-Bonzen damals profitierten. Sarkastisch, suggestiv, aufwühlend“, formuliert Christian Buß, Meister der coolen Titel, im Spiegel. „Die bittere Aussage dieses in vielerlei Hinsicht aufwühlenden »Tatorts«: Dass sich das Ende des realen Sozialismus zog, lag auch daran, dass er von Wodka, Westmark und wuschigen BRD-Bonzen am Laufen gehalten wurde.“ Die Bewertung geht auf 9 von 10 Punkte und mehr habe ich bei Buß bisher nicht gesehen. Dass er mit der DDR zu tun hat, erschließt sich aus dem Titel, der an den oscarprämierten Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck erinnern soll. Die Rezension von Buß liest sich, als sei der 80. Köln-Tatort zumindest in Relation zum Format ähnlich herausragend wie das Kinostück aus dem Jahr 2006. Ganz langsam gewinne ich den Eindruck, es handelt sich wieder einmal eher um einen Kritiker-Tatort, aber die Kritiker haben das Recht auf für sie passende Filme, genau wie jeder andere Rezipient. Also weiter mit den Kritikern.

Tilmann P. Gangloff schreibt in Tittelbach.TV: „Die Story dieses achtzigsten „Tatort” aus Köln, „Der Tod der Anderen” (WDR / Bavaria Fiction), hat gleich mehrere Besonderheiten zu bieten. Nach dem grausamen Tod einer Frau in einem Luxushotel trennen sich die Wege des Ermittlerduos, denn Schenk wird von der Hotelbesitzerin entführt: Er soll ihr bei der Suche nach dem wahren Mörder helfen. Fortan lebt der Film vor allem vom Mit- und Gegeneinander des Kommissars und der Hauptverdächtigen, zumal Schenk die Frau zunehmend sympathisch findet und sich fragt, ob die vermeintliche Täterin nicht vielmehr Opfer ist (…)“. Allerdings erkennt Gangloff ein Problem, das in Tatorten gar nicht so selten vorkommt: Im Grunde ist die Geschichte fast zu groß für einen Reihenkrimi, weil Stauch, Schöpfer unter anderem der SWR-Krimis „Emma nach Mitternacht“, den historischen Hintergrund kaum angemessen genug vertiefen kann.“ Dafür ist unter anderem ungewöhnliche Musik zu bemerken und die Bewertung lautet 4,5/6, für Tittelbach-TV nach meinen Beobachtungen für Tatorte etwa eine mittlere Bewertung.

Da Filmstarts zur Abwechslung wieder keine Vorab-Rezension vorhält, haben wir für die freien Radikalen unter den Kritikern einen Platz offen und wählen die Südwest-Presse. „„Tatort“ am Sonntag aus Köln: Lohnt sich das Einschalten? Die exzellente Schauspielerin Ulrike Krumbiegel verleiht der Hotel-Inhaberin Bettina Mai, einer eleganten Frau mit Stasi-Vergangenheit, die genau richtige Mischung aus Arroganz und Verschlagenheit – eine Meisterleistung. Leider ist Krumbiegels Rolle das einzig Herausragende an diesem sonst ziemlich schwachen „Tatort“ aus Köln (…)“ Sodann ist von einer behäbigen Inszenierung die Rede und es wird behauptet, der Tatort versickere in gepflegter Langeweile. Zwei von vier Pistolen reichen aber in der Regel aus, um sich aus ebenjenem Grund zu erschießen. Womit wir in etwa wieder beim Anfang wären, als die Meinungen auch nicht besten waren und die Langeweile eine große Rolle gespielt hat.

Es wird uns nichts übrig bleiben, als uns selbst ein Bild zu machen. Wir werden den 1152. Tatort am morgigen Abend anschauen oder aufzeichnen und demnächst rezensieren.

Handlung

Im exklusiven Hotel Rheinpalais wird eine Frau erhängt in ihrem Zimmer aufgefunden. Oberflächlich deutet alles auf Selbstmord. Die Hauptkommissare Ballauf und Schenk haben Zweifel: Für sie sieht es nach einer brutalen Hinrichtung aus.

Erste Zeugenaussagen weisen auf eine Verbindung zwischen dem 60-jährigen Opfer Kathrin Kampe und der Inhaberin des Hotels Bettina Mai hin. Als sich die Verdachtsmomente gegen Bettina Mai verdichten und ihre Verhaftung unmittelbar bevor steht, bringt sie Kommissar Schenk in ihre Gewalt und flieht mit ihm als Geisel.

So kompliziert liest sich die relativ kurze Handlungsbeschreibung der ARD gar nicht. Es bleibt uns nichts anderes übrig als uns selbst ein Bild zu machen. Wir werden den 1152. Tatort am morgigen Abend anschauen oder aufzeichnen und demnächst rezsensieren.

TH

Hauptkommissar Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Hauptkommissar Freddy Schenk – Dietmar Bär
Oberkommissar Norbert Jütte – Roland Riebeling
Kriminaltechnikerin Natalie Förster – Tinka Fürst
Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth – Joe Bausch
Hotelbesitzerin Bettina Mai – Ulrike Krumbiegel
Kathrin Kampe – Eva Weißenborn
Geschäftsmann Frank Heldt – Rolf Kanies
„Porno“ Peter Wagner – Bernhard Schütz
Matteo Schneider – Moritz Führmann
Martin Ott, Kampes Bar-Bekanntschaft – Pierre Shrady
André Schmidt – Manfred Möck
Jens Plotkowiak – Hilmar Eichhorn
Frau Lichtenberg – Anke Fuenfstueck
u.a.

Drehbuch – Wolfgang Stauch
Regie – Torsten C. Fischer
Kamera – Theo Bierkens
Szenenbild – Cordula Jedamski
Schnitt – Dora Vajda
Ton – Wolfgang Wirtz

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