Impfbereitschaft nimmt zu, trotzdem zu wenig Impfungen #Corona Lage 93 | #Newsroom #Timeline | Covid19 #Vaccination #Impfung #Covid-19

Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, steigt erheblich – aber kann das Angebot mit der Nachfrage Schritt halten?

Zunächst ist es erfreulich, dass immer mehr Menschen einsehen, dass unter gegebenen Umständen, zum Beispiel, dass man sich nicht traut, einen kurzen, harten Lockdown zu organisieren, nur Impfungen dafür sorgen können, dass wir die Corona-Pandemie endlich besiegen. Außerdem sind Impfungen besonders für ältere Menschen eine echte Überlebenschance, die aus verschiedenen Gründen häufig an Corona versterben:

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, zunächst Menschen über 80 Jahren sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen zu impfen. Diese Gruppen sind am häufigsten von schweren Covid-19-Verläufen betroffen. Pflegekräfte und Ärzte erhalten ebenfalls vorrangig eine Impfung (ZDF).

Zur steigenden Impfbereitschaft heißt es:

Etwas mehr als die Hälfte der von Infratest dimap befragten Deutschen wollen sich auf jeden Fall gegen Covid-19 impfen lassen, weitere 21 Prozent wahrscheinlich. Damit ist die Impfbereitschaft im Vergleich zum November gestiegen. Zwölf Prozent der Teilnehmer_innen wollen sich auf gar keinen Fall immunisieren lassen. Bis einschließlich Sonntag wurden laut Robert Koch-Institut in Deutschland rund 1,6 Erst- und annährend 229.000 Zweitimpfungen verabreicht. Von den rund 0,8 Millionen Menschen, die in Pflegeheimen vollstationär betreut werden, haben bislang etwas mehr als 500.000 mindesten eine Impfdosis erhalten. Aktuell kommt überwiegend das BioNTech-Vakzin zum Einsatz, aber auch das Moderna-Produkt wird schon verimpft. (Statista)

Infografik: Mehrheit möchte sich gegen COVID-19 impfen lassen | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Aber man kommt in Deutschland immer noch nicht hinterher. Einen recht beschämenden Platz 15 nimmt das Land, das zusammen mit den USA den ersten gebrauchsfähigen Impfstoff gegen Corona entwickelt hat, derzeit bei der Impfrate der Bevölkerung ein. Organisatorisch liegt mehr als nur ein bisschen etwas im Argen.

Im Vergleich zu vielen anderen Staaten verläuft die Impfkampagne hierzulande schleppend, unteren anderem, weil die EU-Kommission zu wenig und zu spät bei Biontech vorbestellt hat. Der Impfstoff der Firma aus Mainz war der erste, der in der EU zugelassen wurde. Seit dem 6. Januar ist auch das Impfen mit dem Moderna-Impfstoff erlaubt (ZDF, s. o.). Zwischen den einzelnen Bundesländern in Deutschland gibt es ebenfalls große Unterschiede. Die Zahlen wurden ins Verhältnis zur Bevölkerungsgröße gesetzt, um sie vergleichbarer zu machen.

Berlin liegt etwas über dem deutschen Durchschnitt, aber im internationalen Vergleich ebenfalls nur auf Platz 11. Uneinholbar vorne ist Israel mit über 40 Prozent Gesamt-Impfquote (Erst- und Zweitimpfungen), auch Großbritannien steigt massiv in den Wettlauf mit dem Virus der Variante B 1.1.7 ein und erreicht immerhin 10,5 Prozent, die USA 6,2 Prozent. Deutschland bisher nur 2,17 Prozent, in Berlin sind es 2,54 Prozent. Die EU hat insgesamt ein Problem, aber auch hier gibt es erhebliche Unterschiede z. B. zwischen Dänemark mit 3,5 Prozent und Nachzüglern, zu denen überraschend Frankreich mit nur 1,57 Prozent rechnet.

Die Zweitimpfungen beginnen gerade erst, Deutschland erreicht hier eine Quote von 0,26 Prozent der Bevölkerung.

Dass hingegen die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland relativ stark zurückgeht, haben wir zuletzt hier besprochen und der Verdacht ist vorerst nicht auszuräumen, dass dies auch daran liegt, dass Deutschland bei der Testquote im internationalen Vergleich immer weiter zurückfällt. Wollen wir hoffen, dass diese Entwicklung sich nicht bei der ohnehin zu niedrigen Impfquote wiederholen wird.

Und wir so? Ich werde nicht versuchen, mich vorzudrängeln oder irgendetwas geltend zu machen, dessen Relevanz man bejahen kann oder auch nicht, aber selbstverständlich werde ich mich impfen lassen, wenn ich an der Reihe bin. Heute muss wieder ein kleiner Gruß an die Corona-Leugner und Impfverweigerer sein: Bitte eine Erklärung unterschreiben, dass ihr im Falle einer Infektion eurer werten Person auf Krankenhausbehandlung verzichtet. Bettenressourcen müssen in dieser angespannten Lage den Vernünftigen und den solidarischen Menschen vorbehalten bleiben und jenen, die zu Risikogruppen rechnen. Es darf auch nicht passieren, dass Menschen, die andere Krankheiten haben, die es bereits vor Corona gab, nicht mehr anständig versorgt werden können, weil zu viele Covidioten sich mutwillig angesteckt haben und nach eigener Ansteckung gar keine Lust mehr haben, Corona zu leugnen. Diese Pappenheimer sind aber leider oft die ersten, die, wenn die eigene werte Gesundheit in Gefahr ist, ohne Rücksicht auf andere die bestmögliche Versorgung beanspruchen.

TH

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