Produktion von E-Autos nimmt Fahrt auf | #Newsroom | Statista | #Economy #Change #Sustainability #ClimateChange #EMobility

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Die Produktion von Elektroautos in Deutschland ist im Jahr 2020 geradezu – explodiert ruft vielleicht ungute Assoziationen wach, also ist sie stark gestiegen. Im Dezember 2020 waren fast ein Viertel der hiesigen Produktion Fahrzeuge, die zumindest in Kombination einen Elektroantrieb verwenden. Im Dezember des Vorjahres waren es nur 6,4 Prozent.

• Infografik: Produktion von E-Autos nimmt Fahrt auf | Statista

Im Erklärungstext heißt es dazu: Rund jedes fünfte Auto, das im vergangenen Dezember in Deutschland vom Band gelaufen ist, war ein E-Auto. Wie die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zeigt, ist der Anteil der Elektro-Pkw am Produktionsvolumen zuletzt deutlich gestiegen. Noch im Dezember 2018 lag er mit rund 9.500 E-Autos bei lediglich 3,2 Prozent.

Ein Grund für den positiven Trend dürften die verstärkte Nachfrage auf Kundenseite sein. Diese kommen derzeit in den Genuss von Kaufprämien, die von Bund und den Herstellern gewährt werden. Das Programm erfreut sich so großer Beliebtheit, dass es laut Auskunft des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bei der Bearbeitung der Anträge zu Verzögerungen kommen kann.

Im Rahmen des Konjunktur-Programms wegen der Corona-Krise wurde der Bundesanteil am Umweltbonus befristet bis Ende 2021 verdoppelt. Am 17.11. wurde beim „Auto-Gipfel“, einer Spitzen-Runde aus Politik und Wirtschaft beschlossen, dass die so genannte Innovationsprämie bis Ende 2025 verlängert wird. Die Nachfrage nach E-Autos könnte daher auf hohem Niveau bleiben.

Zu den Zahlen kommen also noch die Hybridfahrzeuge hinzu, die sich mit ihrem Verbrennungsmotor selbst aufladen. Es war doch immer klar: Wenn sie müssen, können sie auch. Dass die Kunden mit Prämien ein wenig manipuliert werden, sollte man dabei nicht zu eng sehen. Es gab schon Subventionen für weitaus weniger vertretbare Zwecke als die Förderung der E-Mobilität. Außerdem entwickelt sich die Technik derzeit so rasant, dass wir, wenn man den Angaben der Hersteller glauben darf, Mitte der 2020er von Berlin bis zum Nordkap und in zehn Jahren auch wieder ohne Nachladen zurück, wahlweise nach Süditalien und zurück fahren können.

Aber ist E-Mobilität die tatsächliche Lösung für die Verkehrsprobleme der Gegenwart und ist sie nachhaltig? Solange Strom getankt wird, der mit fossilen Brennstoffen oder aus Kernkraft erzeugt wird, ganz sicher nicht. Und falls der E-Auto-Besitzer einen 100-Prozent-Ökostrom-Tarif hat (wie der Verfasser dieses Artikels)? Trotzdem: Nein. Selbst die Forschung an weiteren alternativen und emissionsfreien Antrieben wie Wasserstoff, die vielleicht doch noch in Gang kommt, bevor das Wetter endgültig nicht mehr zu ertragen ist, kann das neben der Klimaschädlichkeit des Individualverkehrs wichtigste Problem nicht lösen: Den enormen Ressourcenverbrauch für Autos, die nur eine Lebenszeit von zehn bis fünfzehn Jahren haben.

Weltweit 100 Millionen Autos im Jahr zu produzieren, das wird auf die Dauer aus Gründen des Ressourcenschutzes nicht mehr denkbar sein, außerdem müssen lebenswerte und ökologisch fortschrittliche Städte Schritt für Schritt vom parkenden und von zu viel fahrendem Verkehr befreit werden. Das mag auf dem Land tendenziell anders sein. Falls dort nicht wieder bessere Anbindungen an den öffentlichen Verkehr hergestellt werden, werden Autos außerhalb der Zentren kaum verzichtbar sein, und wenn das schon so ist, dann wenigstens solche, die keine Schadstoffe ausstoßen. Aber der Massenverkehr in den Städten muss zum ÖPNV und zu Sharing-Modellen gebracht werden, falls Gütertransportaufgaben anfallen, die jemand selbst und mit anderen zusammen erledigen möchte.

Die E-Mobilität ist im Wesentlichen ein Zwischenschritt, weil die Logistik für weitgehend autofreie, aber trotzdem mit guten Mobilitätskonzepten versorgte Städte dank politisch gewollter Langsamkeit noch nicht zur Verfügung steht. Weit draußen, wo die Waldtiere wohnen, wird man sich über Menschen freuen, die flüsterleise, abgasfrei und mit Ökostrom versorgt elektrisch unterwegs sind.

TH

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