Die Misswahl – Der Beginn einer Revolution (Misbehaviour, GB 2020) | 4 Empfehlungen | #Filmfest 366

Filmfest 366 Empfehlungen - Titelfoto © Shout! Studios, Parisa Taghizadeh

Die Misswahl – Der Beginn einer Revolution (Originaltitel: Misbehaviour) ist eine britische Tragikomödie aus dem Jahr 2020. Regie führte Philippa Lowthorpe, in den Hauptrollen sind Keira Knightley, Gugu Mbatha-Raw, Jessie Buckley und Keeley Hawes zu sehen. (1)

Handlung (1)

1969. In London versucht Sally Alexander einen Studienplatz zu bekommen, während Komiker Bob Hope bei einer Veranstaltung in Vietnam vor Soldaten der US-Armee ein paar Witze zum Besten gibt. Die aktuelle Miss World erscheint auf der Bühne und zwinkert den Soldaten vielversprechend lächelnd zu, die Menge ist entzückt. Zwei Monate später bekommt Sally die Aufnahme-Bestätigung der Universität. In einem Hörsaal findet eine Veranstaltung statt; die Rednerin heizt die Zuschauerinnen mit einer feurigen Rede ein. Es ist der Beginn der Frauen-Befreiungsbewegung, und nicht nur Sally klatscht begeistert Beifall. (…)

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Zuletzt haben wir uns doch etwas zu sehr auf unsere Chronologien konzentriert, das Ziel ist, wieder mehr Aufmerksamkeit auf aktuelles Kino zu legen. Wobei „Kino“ derzeit nicht wörtlich zu nehmen ist, wie wir alle wissen, also reden wir lieber von Filmen, die fürs Kino gemacht wurden. Zum Beispiel von Filmen, die uns von Emanzipation erzählen, wie „Die Misswahl“.

Wenn man an heutige Casting-Shows wie „GNTM“ denkt, hat man zwar den Eindruck, es hat sich seit dem Jahr 1970, in dem der Film spielt, nicht so viel getan, wie gesellschaftspolitische Meinungsführer*innen es gerne hätten, aber die immer stärkere Fragmentierung der Gesellschaft sollte man beim Kopfschütteln über solche Formate nicht außer Acht lassen. Und es gibt immer noch viel zu tun, wobei ich mittlerweile den Begriff Selbstermächtigung in verschiedenen Bereichen wichtiger finde, die bisher vor allem an ökonomischen Voraussetzungen scheitert, als die formale Gleichberechtigung, die fast vollendet ist. Über „Die Misswahl“ heißt es:

Die Misswahl beobachtet auf mehreren Fronten gleichzeitig – insgesamt sind es vier. Da wäre die Storyline rund um Entertainer Bob Hope (großartig herablassend und gleichzeitig charmant: Greg Kinnear), der letzten Endes auf der Showbühne die meiste Häme kassiert. Da wäre die Storyline rund um den Miss World-Organisator Eric Morley, gespielt von Notting-Hill-Faktotum Rhys Ifans als geschäftiger Allrounder. Da wäre die Storyline rund um Gugu Mbatha-Raw als Grenadas Schönheitsgöttin und eben jene um Keira Knightley sowie die draufgängerische Jessie Buckley, die anfangs das eine und das andere Ende der Frauenbewegung bilden, letzten Endes aber an einem Strang ziehen (…). (2)

Auf Rotten Tomatoes hat der Film eine Zustimmungsrate von 85 Prozent, basierend auf den Bewertungen von 89 Kritikern, mit einer durchschnittlichen Bewertung von 6.70/10.[10] Auf Metacritic hat er eine Punktzahl von 62 %, basierend auf Bewertungen von 15 Kritikern, was auf „generally favorable reviews“ hinweist.[11]

Der Metascore von 62/100 entspricht derzeit exakt dem, was auch die IMDb-Nutzer*innen vergeben (6,2/10).

Film-rezensionen.de vergibt 7 von 10 Punkten und meint: „Das Thema ist ernst, wird aber mit viel Humor aufgearbeitet, was auch dank der Schauspielerinnen gut funktioniert. Schön ist zudem, dass die Komplexität immer wieder aufgezeigt wird, auch wenn zum Ende hin doch der Wohlfühlfaktor überwiegt.“[12]

Es gibt zwar keine komplett negative Kritik, die in den Metascore eingeflossen wäre, doch in der New York Times heißt es unter anderem, Mainstreamkino, das feministische Themen behandelt, sei immer schwach, weil es sich nicht leisten kann, den Zuschauern ein unangenehmes Gefühl zu vermitteln. (3) Das würde allerdings, so generalisiert ausgedrückt, auf alle schwierigen Themen zutreffen und es könnte keine mutigen Filme geben, die auch breitenwirksam sind. So negativ wollen wir’s denn doch nicht ganz sehen, sondern vielmehr darauf hinweisen, dass gerade massentaugliche Formate viele Themen erst einem Massenpublikum näherbringen. Anders ausgedrückt: Man muss heute keinen feministischen Film mehr nur für Feministinnen machen, wenn er etwas wie Aufklärungsarbeit leisten soll. Der deutsche Titel mit seiner Ergänzung weist darauf hin, dass man sich an Publikum wenden möchte, das noch ein wenig eduziert werden soll. Ob „Misbehaviour“ das leisten kann, werden wir uns ansehen, einstweilen verbleiben wir bei dieser Empfehlungsrezension.

TH

(1) Wikipedia
(2) Filmgenuss
(3) The New York Times
Kursiv: Zitiert nachder Wikipedia

Regie Philippa Lowthorpe
Drehbuch Gaby Chiappe,
Rebecca Frayn
Produktion Suzanne Mackie,
Sarah Wheale
Musik Dickon Hinchliffe
Kamera Zac Nicholson
Schnitt Úna Ní Dhonghaíle
Besetzung

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