Die Caine war ihr Schicksal (The Caine Mutiny, USA 1954) #Filmfest 387 #Top250 DGR

Filmfest 387 Cinema - "Concept IMDb Top 250 of All Time (46) / "Die große Rezension"

Männer, die mit Qigongkugeln spielen

Während der Jahre 1943 und 1944, auf dem Höhepunkt des Pazifik-Krieges, schiebt sich das Mienenräumboot USS Caine durch die meist ruhigen, im Entscheidungsmoment aber hochgehenden Wellen. Da findet das Drama um den seltsamen Kapitän Queeg und seine von Konflikten geplagte Besatzung seinen Wendepunkt.

Spannend und mit Humphrey Bogart als neurotischem Kommandant grandios besetztes Militär-Seedrama, in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Der Film war der zweiterfolgreichste des Jahres an den US-Kinokassen (nach „White Christmas“ mit Bing Crosby), ist heute ein Klassiker aus Bogarts letzter Lebens- und Arbeitsphase und er gilt als bester Film des Regisseurs Edward Dmytryk.

Handlung

Während des Zweiten Weltkriegs übernimmt Lieutenant Commander Philip F. Queeg im Jahr 1943 das Kommando über den amerikanischen schnellen Minensuchzerstörer U.S.S. Caine. Auf dem verwahrlosten und vom bisherigen Kommandanten sehr locker geführten Schiff zeigt Queeg sofort ein hartes und kompromissloses Regiment, das die Mannschaft schon bald gegen ihn aufbringt. Der zynisch orientierte Lieutenant Tom Keefer intrigiert seit der Übernahme gegen den Kommandanten, während der Erste Offizier Stephen Maryk dessen irrationales Verhalten anfangs noch verteidigt.

Im Laufe der Zeit stellt aber auch Maryk fest, dass Queeg in einer paranoiden Weise auf den Vorschriften herumreitet und die Offiziere ebenso wie die Mannschaft drangsaliert: Queeg verdächtigt sie, gegen ihn zu arbeiten, und er wird zunehmend unkontrollierbar.

Zudem entpuppt er sich in er der einzigen echten Kriegshandlung, in der die „Caine“ im Film gezeigt wird, als unfähig bzw. nervenschwach. Die Landungsbote einer Invasion im Pazifik, denen die „Caine“ Feuerschutz geben sollte, werden letztlich im Stich gelassen, weil Queeg sich nicht traut, auf die befehlsmäßige Distanz an die Küste heranzufahren (wichtiges Handlungselement vom Verf. ergänzt).

Als er die Caine schließlich in einen Taifun steuert und das Leben aller an Bord gefährdet, weil er um jeden Preis seine Befehle ausgeführt sehen will, enthebt Maryk ihn mit Hilfe der übrigen Offiziere des Kommandos und bringt das Schiff in Sicherheit.

Nach der Rückkehr in die Heimat müssen die Führungsoffiziere der Caine sich wegen Meuterei vor einem Kriegsgericht verantworten. Der Verteidiger Barney Greenwald schafft es, Lieutenant Commander Queeg vor Gericht unter Druck zu setzen, so dass dieser sein ungezügeltes, krankhaft paranoides Selbst vor Gericht entblößt und so die Entscheidung seiner Untergebenen rechtfertigt. Bei der anschließenden Siegesfeier spricht der Anwalt seinen Mandanten jedoch seine Verachtung aus; besonders Keefer, der während der Verhandlung gelogen hat, nennt er einen ehrlosen Feigling, der die US Navy hasse und der wahre Schuldige der Meuterei auf der Caine gewesen sei. Berufsoffiziere wie Queeg seien es gewesen, die das Land bei Kriegsbeginn verteidigt hätten. Dann erhebt Greenwald sein Glas auf den Lieutenant – und schüttet ihm das Getränk ins Gesicht.

Der Film endet mit der Ankunft des beförderten Willie Keith sowie des ebenfalls beförderten DeVriess, des ursprünglichen Kommandanten der Caine, auf einem neuen Schiff. Das Buch endet hingegen damit, dass Keith, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, auf der Fahrt zur Verschrottung der letzte Kommandant des Schiffes wird.

Essay-Rezension

Welche ist die beste Rolle, die Humphrey Bogart je gespielt hat? Diejenige des Barbesitzers Rick in „Casablanca“, diejenige als Charlie Alnutt in „The African Queen“, für die er den Oscar erhielt oder die des Desperados in John Hustons großartigem „The Treasure of the Sierra Madre?“ Vielleicht auch die Darstellung des exemplarischen Privatdetektivs Sam Spade im stilprägenden „The Maltese Falcon“ oder seines filmischen Nachfahren Philipp Marlowe in „The Big Sleep“?

Oder ist es der Marineoffizier Philip Francis Queeg, der ein wenig spektakuläres Minenräumboot übernimmt und dort in einen spektakulären Konflikt mit der Mannschaft gerät, der Bogarts größte schauspielerische Herausforderung war? Alle diese Filme zeigen, warum dieser gar nicht so zugängliche Typ Schauspieler als einer der größten seiner Zunft bis heute gilt. Wo er auftritt, obgleich weniger groß und weniger gutaussehend als viele Hollywoodstars seiner Generation, richtet sich alle Aufmerkamkeit auf ihn. Trotzdem oder auch deswegen hat es Jahre gedauert, bis er aus den reinen Gangster- Nebenrollen herauskam und zum Superstar wurde. Erst die Schwarze Serie der 40er Jahre hat ihm die Möglichkeit gegeben, seinen Typ zu differenzieren und ständig weiterzuentwickeln.

Auch wenn „The Caine Mutinity“ insgesamt hochkarätig besetzt ist, vorwiegend ist dies ein Humphrey Bogart-Film und es überrascht nicht, dass er die Rolle des Kapitän Queeg unbedingt spielen wollte, obwohl zunächst der aufstrebende Richard Widmark dafür vorgesehen war.

Charaktere

Kapitän Queeg. Der Film macht es in den ersten Minuten dadurch spannend, dass Queeg nicht auftritt. Der vorherige Kapitän der „Caine“ namens DeVriess wird hingegen so eingeführt, dass man ihn mit entblößtem Oberkörper zunächst von hinten wahrnimmt und denkt, dies ist Queeg. Ein schöner Twist gleich zu Beginn des Films.

Aber als DeVriess, den besonders der junge, musterschülerhafte Fähnrich Keith für zu lasch hält, sein Kommando räumt – oder auf ein anders Schiff wechselt, wie wir später erfahren werden – und als Queeg zum ersten Mal auftritt, da ist sofort die Spannung. Bogart spielt diesen Mann so dezidiert, dass man weiß, Stress wir kommen. Im Verlauf wird er vom Schinkane-Vorgesetzten zum Feigling vor dem Feind, dann wieder zum pedantischen Quälgeist, im weiteren Verlauf zu eine Mann, dem im Sturm die Nerven durchgehen und vor dem Seekriegsgericht zu einem Häuflein Elend.

So, wie es sich in dieser kurzen Zusammenfassung liest, ist es auch. Queeg ist ein Negativ-Abziehbild von einem Offizier. Er hat Minderwertigkeitskomplexe, ist verlogen und alles andere als mutig. Eine gestörte Persönlichkeit.

Einmal, einmal nur wird die Situation aufgeweicht. Da bietet er seinen Offizieren während einer Besprechung nach dem fragwürdigen Einsatz als Geleitschutz für Landungsboote einer Invasion eine Art Pakt an, doch die Männer schweigen. Dies wird aber nicht während der Verhandlung gegen die Männer, welche Queeg seines Kommandos enthoben haben, noch einmal wichtig werden, sondern in der Schlussszene, in welcher der Verteidiger der Meuterer, sich betrunken hat und seine Abscheu vor deren Handeln Ausdruck verleiht. Diese seltsam wirkende Szene werden wir noch näher beleuchten.

Keine Frage, dass dieser Queeg als Typ blendend gespielt wird, und wer hätte dies besser tun können als Humphrey Bogart mit seiner großen Bandbreite vom fast-guten und fatalistischen Helden bis hin zum sadistischen Verbrecher. Näher an letzteren Figuren liegt gewiss sein Kapitän in „Die Caine war ihr Schicksal“.

Es wird mehrfach betont, etwa durch den bewussten Hinweis schon im Vorspann, es habe nie eine Meuterei in der US-Marine gegeben, dass dieser Film nicht marine- oder militärfeindlich ist, sondern zeigt, wie Männer sich in einer Ausnahmesituation verhalten, die hohe Anforderungen an sie stellt. Am Ende wird der Film auch der Marine als Institution gewidmet, damit keine Unklarheiten über die Haltung der Macher zu den amerikanischen Streitkräften entstehen. Wir sind in den 1950er Jahren. Es könnte aber auch die Ära von George W. Bush sein.

Trotzdem war das Projekt heikel und ist auch die Figur des Kapitäns zu hinterfragen. Während der Seekriegsgerichtsverhandlung gegen diejenigen, die sich ihm wiedersetzt haben, wird auch seitens deren Verteidigung betont, dass es nicht möglich sei, dass ein Neurotiker oder Paranoiker im US-Militär in eine so verantwortliche Position wie die eines Schiffsführers vorstoßen könne.

Genau diesen Eindruck gewinnt man aber, denn dass mit dem Mann etwas nicht stimmt, ist so offensichtlich, dass es einem seiner Vorgesetzten irgendwann hätte auffallen müssen; dass bei seinen früheren Einsätzen schon hätten Vorfälle entstehen müssen, die zu Meldungen an den Stab geführt hätten. Das ist, im Gegensatz etwa zu aus dem Nichts kommenden Grengzängern wie Dobbs in „Der Schatz der Sierra Madre“ das Problem an der Figur Queeg.

Während ein Desperado, der in irgendeinem mexikanischen Kaff herumlungert, so übel sein kann, wie er mag, ohne soziale Bindungen und ohne Einordnung in ein straffes hierarchisches System, kann man sich das bei einem Offizier einer modernen Armee nur dann vorstellen, wenn es generell Strukturen gibt, die solche Menschen fördern. Darin liegt die Crux des gesamten Films. Ist es so, dass militärische Führer in der US-Armee besonders hochwertige Charaktere darstellen müssen oder vielleicht doch so wie in allen anderen Systemen, dass gerade in höheren Positionen eine überdurchschnittliche Anzahl von paranoiden Menschen anzutreffen ist – weil das Erreichen von Toppositionen eine egomanische, absolut auf die eigene Karriere hin orientierte Durchsetzungskraft erfordert, die oft von einem überhöhten, narzistischen Selbstbild angetrieben wird?

Unser vielleicht nicht unbedingt zu erwartendes Urteil: Beim Militär und beim Staat (nicht in der Politik!) weniger häufig als in der Privatwirtschaft. Die engen Strukturen und die Art, wie Menschen sich bewähren können oder versagen, sind sehr viel transparenter als im Business und an Vorgaben orientiert, die das Risiko egoistischer Auswüchse minimieren. Nur ein Vorgesetzter, der seine Leute hinter sich hat, kann sich im Kampf bewähren und diese zum Erfolg führen. Wenn man so will, ist Militär zumindest nach einigermaßen moderner Auffassung auch Teamwork im Befehlssystem. So suggeriert es auch der Film und wirkt stellenweise wie ein Lehrstück über eine aufgeklärte Armee, welche die US-Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg, der erst seit 9 Jahren zu Ende war, als der Film entstand, im Vergleich mit den Streitkräften anderer Länder wie Deutschland sicher waren.

Und trotzdem ist es möglich, dass ein so offensichtlich mit Fehlern, die ihn als Führungsfigur unmöglich machen ausgestatteter Mann wie Queeg beinahe ein Schiff und seine Mannschaft in den Untergang führen darf, weil er in jeder schwierigen Situation nicht funktioniert. Dabei ist zu erwähnen, dass der Mann schon Berufssoldat war, seinen Kopf fürs Ganze hinhielt, als die anderen, wie die Anklage im Prozess betont, für sein Gehalt nicht hätten arbeiten wollen – gemeint sind jene, die erst mit der Wehrpflicht im Zweiten Weltkrieg zu den Streitkräften kamen.

Man kann sich vorstellen, dass die U. S. Navy dennoch nicht damit glücklich damit war, einen Typ wie Queeg als Miglied in ihren Reihen gezeigt zu bekommen und Meuterer, die letztlich vor Gericht rechtfertigt werden.

Gegensätzlich gepolte Offiziere: Lt. Maryk und Lt. Keefer. Sehr schön wurden diese beiden unterschiedlichen Männer herausgearbeitet, gespielt von Van Johnson und Fred MacMurray. Van Johnson war bereits 1942 durch einen Unfall kriegsuntauglich geworden und spielte, da die tauglichen Schauspieler meist in den Streitkräften dienten, ausgerechnet Kriegshelden – die Rolle des Ersten Offiziers der USS Caine ist eine Fortsetzung, aber auch eine Weiterentwicklung dieser Rollen.

Die Narben an seinem Kopf, die man im Film sieht, stammen von einem tatsächlichen Unfall und Van Johnson fand, sie passen gut zu seiner Rolle. In der Tat und im Zusammenhang mit seinem immer etwas gequält und überernst wirkenden Gesichtsausdruck ist dies ideal für die Darstellung eines Mannes, der unbedingt loyal gegenüber dem Kapitän sein will, es letztlich aber nicht gegen seine ehrenhafte Überzeugung kann und die Meuterei anführt.

Mayrik stammt erkennbar aus einfachen Verhältnissen, seine Nationalität ist polnisch oder tschechisch, dessen oder Großeltern Eltern vermutlich in der großen Welle der Armutseinwanderungen im späten 19. Jahrhundert in die USA kamen. Er hat eine einfache, aber stetige Auffassung von Pflicht und Ehre und ist genau der ehrliche Typ, den das Gesicht seines Darstellers Van Johnson verkörpert. Sein anfängliches Zögern, sein Nichtverstehen von Fachsprache aus dem psychologischen Bereich auf dem Schiff und später vor Gericht machen es ihm schwer, seine aus einer richtigen Intuition heraus getroffene Entscheidung, Queeg abzusetzen, in die richtigen Worte zu packen. Dies tut aber für ihn der Offizier und im Zivilleben als Anwalt tätige Mann, der als Verteidiger der Meuterer auftritt.

Selbst dieser hätte aber schlechte Karten gehabt, wenn nicht Queeg sich in der Gerichtsverhandlung nicht selbst und für das Gericht deutlich sichtbar als krank offenbart hätte.

Der andere wichtige Offizier der Caine beim Entstehen der Meuterei ist Keefer, der eingezogene Romancier, der immer mit einem flotten, zynischen Spruch auf den Lippen unterwegs ist. Er kreiert nach der zu früh abgebrochenen einzigen echten Kriegshandlung der „Caine“, die man im Film sieht, auch den Song vom Hasenfuß, den die Offiziere singen, solange sie Queeg nicht in der Nähe vermuten. Er ist es, der den Art. 184 der Marine-Verordnung ins Spiel bringt, der es anderen Dienstgraden unter bestimmten, eng umsrissenen Umständen erlaubt, den Kapitän eines Kriegsschiffes seines Kommandos zu entheben und Keefer ist es, der Queeg als krank beschreibt. Er liefert den theoretisch-intellektuellen Unterbau für die Meuterei.

Er ist es auch, der den Gang zum Admiral des Flottenverbandes stoppt, den Maryk, Keith und er angetreten haben – weil man ja die Krankheit Queegs nicht beweisen könne. Bei der Absetzung von Queeg, die sich auf der Brücke während des Sturms abspielt, ist Keefer nicht zugegen und stellt seine Rolle vor Gericht – er ist nicht angeklagt, sondern tritt nur als wichtigster Zeuge auf – so dar, dass er nicht zu den Meuterern gerechnet werden kann. Der Anwalt der Verteidigung schüttet ihm dafür in der bereits erwähnten Party-Szene kurz vor Schluss ein Glas Sekt ins Gesicht und bezeichnet ihn als eigentlichen Urheber der Revolte und als Navy-Hasser.

Keefer ist sicher die nach Queeg interessanteste Figur im Film. Dass der Romanschreiber in einem Kinostück, das nach einem mit dem Pulitzerpreis gekrönten Roman entstand, so negativ dargestellt wird, hätten wir gerne einmal mit der Vorlage abgeglichen, wenn es zeitlich möglich gewesen wäre.

Seine Figur gehört zu den Konzessionen an das Militär und den einfachen Amerikaner. Regisseur Edward Dmytryk war selbst einer der intellektuelleren Köpfe in Hollywood und landete auf der Liste der 10 Hauptverdächtigen des HUAC (Komitee für antiamerikanische Umtriebe), das während der späten 40er und frühen 50er Jahre, in der Zeit der Kommunistenhetze, seine großen Auftritte hatte und in Hollywood diverse Karrieren unterbrach oder ganz vernichtete. Dmytryk kooperierte letztlich nach mehreren Monaten hinter Gittern und wurde dafür von denen, die standhaft geblieben waren, später verurteilt.

Gleichermaßen stand er aber auf tönernen Füßen, wenn er wieder arbeiten wollte. So ist es verständlich, der Konsequenz des Films aber nicht dienlich, dass es hier einen Intellektuellen als wichtige Figur gibt, der den typisch amerikanischen Intellektuellenhass auf sich ziehen darf und damit eine zu sehr nach Individuen mit ihren speziellen Eigenschaften abgeschichtete moralische Aufstellung der Meuterer in „Die Caine war ihr Schicksal“ ermöglicht. Dadurch, dass er quasi  zum Brandstifter erklärt wird, darf man aber umso mehr darüber nachdenken, was sich denn eigentlich geändert hätte, hätte es ihn nicht gegeben, sondern stattdessen eine Figur, die sich im Geschehen ganz neutral verhält. Der Verteidiger behauptet in dieser unangenehmen Schlussszene, dann wäre es nicht zum Versagen von Queeg im Dienst und im Sturm gekommen.

Wir halten das für vorgeschoben, damit der Film nicht zu sehr aneckt und für psychologisch äußerst fragwürdig. Natürlich ist ein Zyniker nicht der typische Soldat, aber die Wirklichkeit war in den USA im Zweiten Weltkrieg eine andere: Gerade die Schauspieler, die Regisseure, die Literaten stellten sich in den Dienst der Freiheit und der guten Sache gegen Nazi-Deutschland, teilweise schon deswegen, weil sie selbst aus Europa stammten und noch mit der NS-Herrschaft konfrontiert waren, darunter auch viele exilierte Deutsche.

FredMacMurray  ist bekannt für kraftvolle, zweifelhafte oder negative Rollen, denen er die richtige Statur verleihen kann. Aus diesen Darstellungen ragen vor allem zwei heraus: Die Hauptrolle als Versicherungsvertreter Walter Neff, der Barbara Stanwyck verfällt und mit ihr ein Verbrechen begeht im Superthriller der Schwarzen Serie namens „Double Indemnity“ (1944) und als unsensibler Machtmensch und Personalchef in „Das Appartement“ (1960), beide Topfilme entstanden unter der Regie von Billy Wilder. Zeitlich dazwischen liegt die ebenfalls bravouröse, wenn auch bezüglich ihres Hintergrunds fragwürdige Rolle des Lt. Keefer.

Wichtig ist weiterhin die Rolle des Fähnrichs Keith, gespielt von Robert Francis, einem adretten jungen Schauspieler, der hier einen soliden Einstand gab und leider nach zwei weiteren Filmen durch einen Flugzeugabsturz ums Leben kam. Aus seiner reinen und naiven Sicht des Marinedienst-Anfängers ist die Caine-Meuterei gefilmt. Er ist im Grunde kein Beteiligter, trifft aber nach einigem Zögern und gewissen Ansprachen seitens des scheidenden Kapitäns deVriess die Entscheidung, sich nicht von der wenig attraktiven „Caine“ aufgrund guter Beziehungen seines Onkels in den Stab versetzen zu lassen – ebenfalls ein Punkt, den kritische Marineangehörige ebenso bewerten dürften oder sollten, dass man durch Beziehungen, die man eben hat, wenn man in eine einflussreiche Familie hineingeboren wird, einen gefahrlosen Druckposten erhalten konnte, anstatt an die Front zu müssen.

Keith ist denn auch die einzige Figur, die abseits der „Caine“ gezeigt wird und eine Romanze haben darf – mit einer Barsängerin, die er heiraten will. Nicht unbedingt die ideale Schwiegertochter für seine sorgende Mutter, von welcher der Marineakademie-Musterschüler zu Beginn des Films noch sichtbar beeinflusst und abhängig ist. Seine Wandlung demonstriert während eines Landurlaubs, der durch die Überholung der  „Caine“ notwendig wird, dadurch, dass er nun zu seine Liebe steht und sie notfalls auch gegen die Mutter durchsetzen will. Es wird suggeriert, dass der bis dahin kurze Dienst auf der „Caine“ ihn zum Mann gemacht hat – eine der weniger geglückten psychologischen Annahmen des Films.

Denn zur  Zeit dieses Landurlaubs haben sich sämtliche dramatischen Ereignisse auf dem Minenräumboot noch gar nicht zugetragen und Drill aushalten und Entscheidungen treffen wird der junge Offiziersanwärter von seiner Akademiezeit bereits gewöhnt gewesen sein. Sinnvoller wäre es gewesen, die Wandlung von Keith zum mutigeren Mann auch im Privatleben ans Ende des Films zu stellen, nachdem er Drama und sogar ein Gerichtsverfahren gegen sich erlebt hat, das mit seinem Tod hätte enden können.

Ob man, gemäß dem ursprünglichen Drehbuch des Romanautors Herman Woug, hätte ganz auf die Romantik verzichten können, ist Ansichtssache. Einerseits wäre „Die Caine war ihr Schicksal“ dann vielleicht ein noch kompakterer Männerfilm geworden, andererseits erweitert dieses kurze Heraustreten aus dem Dienstalltag das Panorama, entspricht den Konventionen des klassischen Hollywoodfilms und ist eine Zutat, welche das Publikum hingebungsvoll liebt und deren Vorhandensein die Aufnahmebereitschaft für den schwierigeren Part der Handlung steigert. Das heißt, auch die wenigen Minuten des jungen Keith mit seiner Geliebten haben sicher zum Erfolg des Films beigetragen.

Da gibt es übrigens einen Moment, der zeigt, wie die die Gesellschaft der frühen 50er in den USA tickte. Als Keith und May einen Kurzurlaub im Yellowstone-Nationalpark verbringen, erscheinen sie zu unterschiedlichen Zeiten am Frühstückstisch, auf der Terrasse des Berggasthofs, und sie sagt, sie habe verschlafen. Dieser Moment wäre komplett unnötig gewesen, hätte er nicht darauf hinweisen sollen, dass die beiden wohl in getrennten Zimmern übernachtet haben. Schließlich sind sie ja noch nicht verheiratet.

Hätten sie ein Zimmer gehabt, hätte Keith das Mädchen ja sicher geweckt oder sie wäre durch seine Tätigkeiten nach dem Aufstehen geweckt worden. Der Production Code wurde in jenen Jahren kurz nach dem Zweiten Weltkrieg noch klaglos eingehalten und manchmal sicherheitshalber übererfüllt. Da ist es nur natürlich, dass die Frau den Mann gar nicht heiraten will, weil sie befürchtet, er könne es später bereuen, weil sie nicht gesellschaftlich adäquat ist. Mit dem Thema der sozialen Relationen wurde in den 50ern gedealt wie in keinem anderen Jahrzehnt und es schwingt selbst in einem Militärfilm mit. Wie übrigens auch die Lüge, dass an Bord der „Caine“, wie in anderen Filmen der Zeit, afroamerikanische Soldaten zu sehen sind. Es gab im Zweiten Weltkrieg aber noch keine gemeinsamen Einheiten von Weißen und Farbigen in den US-Streitkräften.

Nicht unerwähnt bleiben darf schließlich der Verteidiger der Meuterer, Lt. Barney Greenwald. Der geschliffene Advokat, der im Marinedienst ist, aber noch nie auf einem Schiff war, übernimmt nach einigen Bedenken die Verteidigung der Aufständischen und kommt seiner Aufgabe mit großer Verve und viel Geschick nach. Wie erwähnt, ohne Queegs drastisches Verhalten im Zeugenstand hätte er sie wohl aber nicht aus der Sache heraushauen können, und seine übergroße Moralität am Ende gegenüber Lt. Keefer lässt seine Figur dissonant wirken. Damit verkörpert er sehr gut die Haltung der Macher – man wollte einen kritischen Film durch den Zensursturm und mögliche Entrüstungs-Tsunamis schleusen, weil kritische Filme damals durchaus in Mode waren, hat dann aber doch immer im Moment der größten Gefahr abgedreht. Die größte Gefahr wäre zunächst gewesen, dass die Marine den Film nicht mit Material und Personal unterstützt hätte.

Jede Zeit hat ihre Kompromisse und wir sind nicht in den 60ern und 70ern, als sozial engagierte Werke mit einem Mal fast ohne Restriktionen möglich waren. Wie sich das heute, nach den großen US-Lügen der letzten Jahrzehnte von Vietnam bis zur Bush-Administration verhalten würde, ist eine andere Frage.

Darüber hinaus ist Greenwald (Grünwald) die Verkörperung des loyalen amerikanischen Bürgers jüdischen Glaubens, mit hohem Gerechtigkeitssinn ausgestattet und das positive, der Wahrheit verpflichtete intellektuelle Gegenstück zum destruktiven Romanschreiber Keefer, dessen Name sich nicht zufällig genau so spricht wie „Kiefer“ und damit auf eine Deutschstämmigkeit der Figur hinweist (so, wie der einfache, aber gute Maryk eindeutig mit mittelosteuropäischen Wurzeln ausgestattet ist, Keith hingegen sichtbar der traitionellen, oft schon seit vielen Generationen im Land lebenden WASP-Oberschicht der USA entstammt).

Greenwald wird ebenfalls sehr gut gespielt, trotz des Problems, sein Verhalten konsistent erscheinen zu lassen und dem Zwang, am Ende eine Moralpredigt zu halten, ohne welche das Drehbuch wohl nicht meinte auskommen zu können. Sein Darsteller ist José Ferrer, der für seine Rolle als Toulouse-Lautrec in „Moulin Rouge“ (1952) den Hauptrollen-Oscar erhalten hatte.

Handlung, Stil und Technik

Beinahe ausschließlich ist die „Caine“ Schauplatz. Einige andere Marineschiffe und die privaten Momente von Keith kommen hinzu. Diese Konzentration macht den Film auch gewissermaßen zum Kammerspiel und es überrascht nicht, dass es zum Buch auch ein Bühnenstück gibt, in dem Henry Fonda den Verteidiger Greenwald gespielt hat – eine gute Vorbereitung auf sein Meisterstück als Geschworener Nr. 8 im Meisterwerk „Die zwölf Geschworenen“ (1957).

Durch den engen Raum wird natürlich auch die Atmosphäre sehr dicht, das ist ein Automatismus, den sich besonders das Subgenre der U-Boot-Filme zunutze machte. Ein festgelegtes Personalpanorama, Typen, die auf lange Zeit und ohne Ausweichmöglichkeit miteinander klarkommen müssen. Eine Versuchsanordnung. Da ist Spannung vorprogrammiert, die aus Gefahrenlagen und dem unterschiedlichen Verhalten der Männer in dieser Gefahr ebenso resultiert wie aus deren unterschiedlichen Charakteren, aus Sympathien und Antipathien und Marotten und Eigenheiten der Menschen.

Der damals noch recht junge Lee Marvin, der eine kleine Rolle spielt, war auch sozusagen der Experte im Marine-Seemännischen, weil er wirklich auf einem Schiff der Navy gedient hatte, im Gegensatz zu allen anderen Beteiligten. Er hat die Darstellung des Marine-Seemännischen verifiziert.

Plot und Dramaturgie sind klassisch. Nicht nur, weil man die erwähnte Romantik abseits des Schiffes für notwendig erachtete, sondern auch bezüglich der chronologischen, ganz linearen Erzählstruktur. Nicht, dass dies damals nicht üblich gewesen wäre und heute noch häufig vorkommt, aber der Stil des Regisseurs, wenn es einen gibt, zeigt sich hier höchstens darin, dass er die Schauspieler zu mehr als ansehnlichen Leistungen bewegt. Das ursprüngliche, vom Buchautor selbst verfasste Script hätte einen Film von mehr als dreieinhalb Stunden Länge erbracht und es gibt die nette Anekdote vom als besonders rüde bekannten Columbia-Studioboss Harry Cohn, der definiert hatte, das ein Film aus seinem Studio nie länger als zwei Stunden zu sein habe. Beinahe hat’s geklappt, die Original-Spielzeit von „The Caine Mutinity“ beträgt 124 Minuten.

In späteren Darstellungen hat Dmytryk bedauert, dass unter anderem das Zeitlimit es verhindert habe, dass die Figuren konsistenter und logischer seien und ihr Handeln besser hinterlegt, dass also mit dem wesentlich längeren, ursprünglichen Drehbuch auch ein größerer Film entstanden sei. In der Tat, man muss den einen oder anderen kleinen Sprung mitmachen, um zu verstehen, warum jetzt der einzelne gerade so handelt, wie er handelt – doch wir halten die Spielzeit für ausreichend, um einen Konflikt aufzurollen und zum Höhepunkt zu treiben, der lediglich auf dem auf gewährliche Weise inadäquaten Verhalten eines einzigen Mannes fußt. Zwar kamen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auch die ganz langen Filme wieder auf (etwa „Die zehn Gebote“ oder „Giganten“, beide zwei Jahre nach der „Caine“ gedreht, schon „Quo Vadis“ aus 1951 hat beinahe drei Stunden Länge). Der Gegenstand ist auch keines jener sich über viele Jahre erstreckenden Epen, die nach damaliger Auffassung wohl allein eine überlange Spielzeit rechtfertigten.

Die Musik zum Film schrieb Max Steiner, der unter anderem für den Score zu „Gone With The Wind“ verantwortlich zeichnete und 3 Oscars für die beste Filmmusik gewann – allerding alle in den 1930ern und 1940ern. Auch für die Musik zu „The Caine Mutinity“ war er nominiert, verlor aber gegen den damals äußerst populären Dimitri Tiomkin und dessen Musik für „The High and the Mighty“ – die „Caine“ erreicht bei keiner ihrer sieben Oscar-Nominierungen das Ziel, unter anderem wegen der starken Konkurrenz von „On The Waterfront“ mit Marlon Brando als Hafenarbeiter.

Max Steiner, wird berichtet, hatte sich sehr darüber gefreut, für die „Caine“ endlich einmal einen Marsch schreiben zu dürfen, was zu seinen früheren Filmen thematisch nicht gepasst hätte, bei einem Militärfilm aber logisch wirkt. So kommt es zu der etwas seltsamen Konstellation, dass diese schmissige und jubilierende Musik nicht nur im Vorspann erklingt, sondern auch, wenn die „Caine“ nach mehr oder minder missglückter Mission und bei schlechter Stimmung der Besatzung in den Hafen zurückkehrt – generell ist die Musik für den Verlauf der Handlung, in dem sie mehrfach intoniert wird, zu optimistisch. Man kann dies natürlich so interpretieren, dass nicht vorrangig der Zustand der „Caine“ und der Männer an Bord musikalisch kommentiert werden soll, sondern die Navy, welcher der Film ja gewidmet ist. Trotzdem wirkt der „Caine-Marsch“ zuweilen etwas übertrieben.

Umfeld, Rezeption, Fakten

Kritiken sehen den Film heute überwiegend positiv, kontrovers wird aber der erwähnte Subplot diskutiert, auch die Darstellung des Fähnrich Keith wird zuweilen als flach angesehen und es wird darauf hingewiesen, dass er, obwohl er in jeder Minute des Geschehens zu sehen ist, der Film aus seiner subjektiven Sicht erzählt wird, nicht auf den Plakaten zum Film abgebildet wurde – sondern die renommierteren, erfahreneren Schauspieler. Bezüglich des romantischen Subplots haben wir keine eindeutige Meinung, aber dass der junge, unerfahrene Mann, den Francis hier spielt, als eine Art Projektionsfläche für Unvoreingenommenheit und klaren, jungen Geist genau richtig inszeniert ist, glauben wir. Er ist keine gebrochene Persönlichkeit und demgemäß ist sein Charakter nicht so tief wie derjenige anderer Mitglieder der Mannschaft, die schon mehr erlebt haben.

Vielfach wird, dem stimmen wir zu, Bogarts Darstellung des Kapitän Queeg für eine seiner größten Leistungen gehalten. Schon deswegen ist der Film sehenswert. Keine Sekunde, in welcher er auf der Leinwand erscheint, ist langweilig, weil man nie weiß, was diesem schrägen Vogel von einem Kapitän als nächstes einfallen wird oder wie er sich angesichts der nächsten Herausforderung verhalten wird. Gebrochene Typen am Rande des Wahnsinns muss man glaubwürdig spielen können, und das konnte Bogart als einer der ersten Tonfilmstars, ohne zu der Generation der Actors-Studio-Schauspieler zu gehören, die in den 50ern das große Kino eroberten (wie Marlon Brando, gegen dessen in der Tat geniale Darstellung in „Die Faust im Nacken“ sich Bogart beim Rennen um den Hauptdarsteller-Oscar geschlagen geben musste). Gleichwohl hatte Bogart Bühnenerfahrung, bevor er nach Hollywood ging.

Der Film spielte bei einem Budget von lediglich 2 Millionen US-Dollar gemäß unterschiedlichen Quellen zwischen 18 und 22 Millionen Dollar ein, Letztere Summe sind nach heutigen Maßstäben etwa 155 Millionen. Nur „White Christmas“ mit Bing Crosby und Danny Kaye war in jenem Jahr ein größerer Kassenhit.

Zusätzliche Filmfakten (Auswahl)

Ursprünglich hatte man vor, die Replika der U.S.S. Caine, die für den Film gebaut worden war, durch den Sturm zu schicken, behalf sich dann aber doch mit einem Modell, das im Wasserbecken schweren Seegang zu erdulden hatte, zumindest bei Aufnahmen, in denen das ganze Schiff aus einer quasi dem Meeresspiegel aus einer Entfernung von mehreren 100 Metern angenähert zu sehen ist. Leider bemerkt man diesen Unterschied deutlich und die Bewegung des Kommandostandes, in dem sich die Dramatik der Absetzung von Captain Queeg abspielt, entspricht bei weitem nicht derjenigen des Schiffsmodells, sonst wäre niemand auf der Brücke unverletzt davongekommen. Der Sturm im Film hat ein Vorbild im Typhoon „Cobra“, der am 17. Dezember 1944 auf Admiral William F. Halseys Truppeneinheit traf und in dem, wie im Film korrekt angegeben, drei von 197 Schiffen dieser Flotte sanken. Das Porträt von Kapitän Queeg ist an Joseph Marks, den realen Kommandeur der „Hull“ angelehnt, einem der drei Schiffe, die im Typhoon „Cobra“ sanken.

Das Vorbild für das Schiff im Buch war ein Vierschornstein-Veteran aus dem Ersten Weltkrieg, im Film jedoch ein neueres Modell der Zwischenkriegszeit, wenn auch nach hartem Einsatz ramponiert und am Ende, nach den erheblichen Sturmschäden (Verlust eines Schornsteines und des Funkmastes) vermutlich verschrottet. Im Buch kommandiert der junge Keith, nunmehr Leutnant, das Schiff auf seiner letzten Reise, im Film wird er nach seiner Rehabilitierung auf eine größere Einheit versetzt und trifft dort – auf Kapitän DeVriess und ist sehr froh, unter dem menschlich einwandfreien Kapitän dienen zu dürfen, den er anfangs für einen viel zu laschen Vorgesetzten hielt.

Die Columbia Pictures, zu der Zeit noch kein Studio der ersten Reihe, wollte die übliche Gage von Humphrey Bogart nicht zahlen und verließ sich darauf, dass er die Rolle unbedingt wollte und daher Abstriche machen würde. Gegenüber seiner  Frau Lauren Bacall beschwerte er sich darüber, warum ihm eine solche Behandlung immer wieder passiere, niemals aber Gary Cooper, Cary Grant oder Clark Gable. Für den Höhepunkt der Gerichtssaal-Szene, in der er sich als menschliches Wrack outet, erhielt Bogart spontanen Applaus seitens der Crew, nachdem die Einstellung abgedreht war.

Die Vorbereitungen für den Film zogen sich über 15 Monate hin, hauptsächlich deshalb, weil die U.S. Navy sich tatsächlich weigerte, den Film zu unterstützen, bis diverse Änderungen am Drehbuch dies schließlich ermöglichten. Vermutlich ist auch die erwähnte Schlussszene diesen Wünschen geschuldet. Viele Studios wollten sich des Stoffes nicht annehmen, weil sie Schwierigkeiten und Einschränkungen zu Recht befürchteten. Für 60.000 US-$ kaufte der unabhängige Produzent Stanley Kramer die Rechte zur Verfilmung und realisierte das Werk mit einiger Beharrlichkeit unter dem Dach der Columbia. Stanley Kramer hat u. a. „High Noon“ produziert (1952) und z. B. bei „Das Urteil von Nürnberg“ selbst Regie geführt (1961).

Finale

Auch heute zählt die „Meuterei auf der Caine“ zu den großartig gespielten Filmen einer Generation, in denen Dramen aller Art, vom Familien- übers Sozial- und Westerndrama, immer mehr an Intensität gewannen, bis nichts mehr von der lakonischen Spielart der Schwarzen Serie der 1940er übrig blieb.

Allein die glänzenden Darstellerleistungen machen den Film sehenswert, Abzüge gibt es für gewisse Inkonsequenzen und erkennbar dem Zeitgeist und dem Militär geschuldete Kompromisse. Wir verstehen die Hintergründe zwar und erkennen an, dass es eine große Leistung war, diesen inspirierten Film trotzdem zu machen, unsere Wertung sieht den Film sehr wohl als Werk in seiner Zeit, aber es gibt auch die Komponente der absoluten Wertung aus heutiger Sicht, und die ist um einige Nuancen schwächer.

85/100 für eines der besten jemals gefilmten Militärdramen. Ein Kriegsfilm ist „Die Caine war ihr Schicksal“ nur bedingt, Kampfhandlungen finden nur am Rande statt und dienen eher als Beiwerk und sind einer von mehreren Aspekten zur Erklärung der psychologischen Situation an Bord. 

© 2021, 2014 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Edward Dmytryk
Drehbuch Stanley Roberts
(nach dem Roman von
Herman Wouk)
Produktion Stanley Kramer
für Columbia Pictures
Musik Max Steiner
Kamera Franz Planer
Schnitt Henry Batista,
William A. Lyon
Besetzung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s