„Eine Form geistiger Rettung“ | #NZZ #Frontpage #Corona Lage #Kommentar #Drosten #ChristianDrosten #Pandemie #Covid19 #Lockdown #Lockerung

Liebe Leser*innen, heute gibt es keine Daten zu Corona, sondern eine Besprechung. Die schweizerische NZZ hat dem mittlerweile bekanntesten Virologen des Kontinents, Christian Drosten, eine Hymne geschrieben und seine Arbeit als „eine Form geistiger Rettung“ bezeichnet. Drosten hat darauf sehr erleichtert reagiert.

Auch wenn der Titel etwas theatralisch geraten ist und ich die seit einigen Jahren immer mehr ins Rechtskonservative tendierende NZZ nicht zu meinen Lieblingsmedien zähle, darüber muss gesprochen und bzw. es muss kommentiert werden. Zumal wir einen weiteren Artikel in Vorbereitung haben, in dem wir uns ausführlicher mit den sozialen Medien und ihrer Rolle in der Politik und während der Pandemie beschäftigen. Wir werden darin auch auf diesen Kommentar verweisen.

Wer politisch denkt, der hat mit dieser Corona-Pandemie riesige Probleme, sofern er nicht ein Krisengewinnler ist oder es schätzt, dass es diese Krisengewinnler gibt. Es steht außer Frage, dass diese Situation vor allem uns Linken einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Unsere Themen verlieren sich auf den hinteren Rängen der Aufmerksamkeitsökonomie, unser Selbstverständnis als Aktivisten wird geprüft und in Mitleidenschaft gezogen durch die Tatsache, dass wir uns im öffentlichen Raum nicht mehr frei bewegen können („frei“ ist für einige von uns sowieso relativ, das war auch vor Corona schon so). Diese Pandemie ist ultra-rechts, wenn man sie politisch einordnen will. Sie verdrängt dringende Anliegen wie den Klimawandel, die soziale Gerechtigkeit von der Tagesordnung, befördert die ökonomische Ungleichheit, die in den letzten Jahren ohnehin stark angewachsen ist, sie ist kapitalistisch, nicht solidarisch, wie man an den exorbitanten Vermögenssteigerungen der Superreichen sieht und daran, dass viele kleine Mittelständler ums Überleben kämpfen. Das heißt nicht, dass rechte Medien wie die „Bild“ und die „alternativen Medien“ nicht gegen Corona anschreiben. Sie tun das aber aus kalter Berechnung: Je mehr Chaos, desto mehr tritt das Soziale, tritt der Rechtsstaat und treten die Rechte der Schwächeren in den Hintergrund, desto leichter kann man unwidersprochen klassistische Spins durchdrücken. Und natürlich: Die Aufmerksamkeitsökonomie. Lieber alle Covidioten hinter sich versammeln, als auch nur ansatzweise differenziert argumentieren und dadurch als „weder Fisch noch Fleisch“ gelten.

Für uns Linke ist diese Pandemie eine Katastrophe, selbst, wenn wir bisher nicht persönlich davon betroffen sind, wie das bei mir gesundheitlich der Fall ist. Über die ökonomischen Auswirkungen und Kämpfe ums Homeoffice, um meine exakte Einstellung zu verschiedenen Maßnahmen, zu verschiedenen Impfstoffen etc. will ich lieber nicht detailliert referieren. Da geht es mir nämlich wie allen, die irgendwann einaml wissenschaftlich arbeiten gelernt haben, wenn auch in meinem Fall nicht im medizinischen Bereich, sonst wäre ich jetzt vielleicht etwas weniger angestrengt am Nachdenken: Ich muss immer wieder meine Ansichten anhand neuer Erkenntnisse justieren. Das ist leider gar nicht kampagnengeeignet und unterscheidet sich von meiner Herangehensweise bei politischen Themen. Deswegen widme ich mich diesen Themen derzeit auch weniger stark als vor der Coronakrise.

Und damit zur Wissenschaft und zu Christian Drosten et alii. Am 26. Februar 2020 ging Drosten erstmals mit seiner täglichen Videobotschaft online und das hat die NZZ am vergangenen Wochenende gewürdigt. Seitdem haben sich viele an seinen Aussagen orientiert, andere sie nicht akzeptiert. Die NZZ stellt heraus, dass sich Wissenschaft, wenn sie auf Neuland operiert, wie das beim Corona-Virus der Fall war, Irrtümer auf ihrem eigenen Niveau begehen kann, die sich aber grundsätzlich von den Irrtümern der Laien unterscheiden, die gar nicht die Grundlagen haben, um urteilen zu können. Das sehe ich im Wesentlichen auch so. Ein Bauchgefühl reicht in dieser Lage nicht aus und die aktuellen Einschränkungen der Freiheit sind nicht deswegen ein Durchgriff der Weltverschwörung, weil einige sich im Freidrehen beeinträchtigt fühlen. Es wird so viel disktuiert, die Politik macht viele Fehler und gerade dadurch kocht die Unvernunft immer mehr hoch, die auch Christian Drosten zu schaffen macht.

Hätte man nämlich auf ihn gehört, dann hätte man den zweiten Lockdown früher verhängt, er wäre härter gewesen und wir wären mit wesentlich niedriger Inzidenz bereits durch als derjenigen, die wir derzeit haben und die einfach nicht weiter sinken will. Wir haben das Anfang November 2020 gefordert, sehr spät, richtig wäre es gewesen, es Mitte September zu tun. Nun wird über Lockerungen diskutiert und Angela Merkels „No Covid“-Strategie wird immer weniger befolgt. Gestern las ich dazu einen Tweet, der es genau trifft: „Geöffnet wird ab Inzidenz 35, es sei denn, diese kann nicht erreicht werden, dann öffnen wir einfach so.“

Das ist zum Beispiel unwissenschaftlich und das versteht jeder, dazu muss man kein Virologe sein. Zumal wir in unseren Beiträgen immer wieder darauf hinweisen, dass Deutschland aufgrund seiner niedrigen Testquote viele verdeckte Corona-Fälle haben dürfte, also auch eine höhere Inzidenz als die gegenwärtig ca. 60-65 (neuen Fälle pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen). Darauf weist auch die hohe Letalitätsrate von aktuell ca. 2,87 Prozent hin, sie liegt auffällig oberhalb der Todesfallrate in vergleichbaren europäischen Staaten (ca. 1,7 bis 2 Prozent), die viel offensiver testen als wir. Ich kann es nicht beweisen, denn was nicht statistisch erfasst wird, ist eben ein Dunkelfeld, ein sehr unangenehmes in diesem Fall, aber meine Befürchtung ist, die wirkliche Fallzahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt ähnlich hoch wie in Großbritannien, nämlich bei ca. 4 Millionen, Stand 01.03.2021, und eben nicht bei den offiziellen 2,65 Millionen. Deutschland fällt beim Testen immer weiter zurück, die Daten zu den Fallzahlen werden also in Relation zu anderen Ländern immer unzuverlässiger. Das ist eine fatale Entwicklung, die dafür sorgt, dass die Pandemie nicht ernst genug genommen wird. Was die Politik sich dabei denkt, weiß nur sie selbst. Man kann es in die Ideologie „Economy first“ einordnen, wenn man will, aber es ist auch eine von Art Vogel-Strauß-Vorgehensweise.

Sicher hat auch Christian Drosten sich korrigieren müssen, die Wissenschaft hat heute viel mehr Erkenntnisse zu Covid 19 als vor einem Jahr. Aber in grundsätzlichen Dingen wie der Warnung vor der zweiten Welle lagen er und auch Politiker wie Karl Lauterbach richtig. Die Vermutung liegt nah, wenn es jetzt heißt „die dritte Welle ist unvermeidbar“, dass sie wieder richtig liegen. Zumal, wenn nun geöffnet wird. Eine andere Sache hat die NZZ sehr schön herausgestellt: Warum sollten zum Beispiel Kinder weniger als Überträger des Virus fungieren als andere Altersgruppen? Das ist komplett unlogisch, nach allen bisherigen Pandemie-Erkenntnissen. Sie sterben zum Glück nicht so häufig daran, zumindest nicht an den bisher bekannten Varianten.

Aber in einer Schule, die ganztags geöffnet ist, soll eine wesentlich geringere Ansteckungsgefahr bestehen als in einem Büro, das ganztags geöffnet ist und in dem die Arbeitsplätze viel weiter voneinander entfernt sind als die Tische in einer Schule? Nach einer aktuellen Untersuchung der TU Berlin zählen Büros zu den Hotspots des Ansteckungsgeschehens, deshalb habe ich auch, als unsere Regelungen zu Beginn des Lockdowns das eigentlich nicht vorsahen, dafür gekämpft, dass ich komplett im Homeoffice arbeiten darf. Es ist aber mein Beitrag zum Schutz anderer und meiner eigenen Person. Den kann ich leisten, ohne mich deswegen gleich wie in einer Diktatur zu fühlen. Ich gebe zu, das war auch eine Prinzipfrage, nicht vorrangig Ausdruck meines persönliches Angstgefühl. Es war eine rationale Abwägung, kombiniert mit der Setzung eines Zeichens: Ich nehme die Pandemie ernst. Mich hat es gestört, dass die Corona-App mir auf dem Arbeitsweg „Begegnungen“ meldete und sie gleichzeitig als wenig gefährlich einstufte, aufgrund der kurzen Dauer der Nähe zu Infizierten. Aber das allein war es nicht, zumal es im Durchschnitt nur ca. ein Mal pro Woche vorkam.

Wir müssen, das fällt nicht nur in der Corona-Debatte auf, lernen, wieder etwas bescheidener zu werden und uns zurückzunehmen. Nicht politisch, wenn es um soziale Kämpfe geht, gerade das nicht. Aber wenn es zu Tatbeständen kommt, die wir nicht durchschauen können. Und das könnten die Alternativmedienmacher und Querdenker nicht. Mich hat beinahe der Schlag getroffen, als ich im März 2020 las, „die Pandemie dauert so lange, bis das Volk sie für beendet erklärt“. Mit dem Volk war die damals schon vorhandene 10-Prozent-Minderheit der Corona-Leugner gemeint.

Gerechtigkeitsempfinden ist nicht wissenschaftlich. Nicht exakt wissenschaftlich. Daher greifen Gesetzbücher zu schwammigen und je nach Zeitgeist gefährlichen Begriffen wie dem „gesunden Menschenverstand“ und der Verletzung des „Anstandsgefühls aller gerecht und billig Denkenden“ (Definition der Sittenwidrigkeit von Rechtsgeschäften, § 138 BGB) – das in der Nazizeit komplett versagt hat und auch jetzt keinen Maßstab darstellen kann, der Wissenschaftlichkeit im naturwissenschaftlichen Sinne ersetzt. Das muss uns bewusst sein sonst driften wir so ab wie die Autoren sogenannter Alternativmedien, die sich selbst für gerecht und billig denkend halten, aber mangels Faktenprüfungsfähigkeit ihre oft exzentrischen persönlichen Mindsets gegen tatsächliche Fakten in Stellung bringen. Dadurch entstehen „alternative Fakten“, die zu Recht eines der Unwörter der letzten Jahre waren.

Selbstverständlich dürfen wir den wissenschaftlichen Diskurs zu Corona mit Spannung verfolgen und uns unsere Meinung bilden, aber wir sollten uns nicht überschätzen. Unsere politische Urteilsfähigkeit, wenn wir uns jahrelang mit Politik beschäftigt haben, ist nun einmal höher als unsere Urteilsfähigkeit in Sachen Corona, selbst wenn wir uns seit einem Jahr jeden Tag damit befassen. Misstrauen gegenüber der Politik ist allemal gut und angebracht, aber Misstrauen gegenüber der Wissenschaft sollte folgende Maxime berücksichtigen: Man muss auf gleichem Niveau widerlegen können, was von Menschen wie Drosten gesagt wird, sonst lässt man es besser. Denn Corona ist zu ernst, als dass man sich hier Firlefanz, Querdenkerei, Wutbürgertum und mühsam als Freiheitsdenken kaschierten Egoismus erlauben kann. Corona findet außerhalb unserer bisherigen Lebenswirklichkeit statt, außerhalb der Welt, wie wir sie bis 2020 kannten. Das dürfen wir nicht vergessen und es erfordert eine andere Umgangsweise mit Fakten als z. B. gesellschaftspolitische Einstellungen, die in der Tat stark von der subjektiven Einstellung des Einzelnen abhängig sind und über die man sich wunderbar heißdiskutieren kann, ohne dass jemand die absolute Wahrheit für sich beanspruchen sollte. Bei Kampagnen tun wir das natürlich, wir sagen, wir liegen richtig, weil wir von unserer Meinung überzeugt sind, außerdem gehört es zum Verfahren, die anderen tun es auch und so war es von jeher, in den politischen Kämpfen.

Es geht um Widerstand und in der Tat um Anstand und das, was jeder von uns für sich als gerecht definiert. Aber wenn es zu Bedrohungen wie jene durch Corona kommt, muss man umschalten können und denen zuhören, die in der Tat das größere Wissen haben. Ob uns deren Ansichten passen oder nicht. Mir passen sie ganz und gar nicht, wenn ich sehe, welche Schäden Corona im politischen Raum hinterlässt, wie die Zivilgesellschaft durch Corona-Maßnahmen und durch die erwähnte Verschiebung der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in der Ausübung ihrer demokratischen Rechte behindert, ja geradezu marginalisiert wird. Und ich habe jedes Verständnis für jene, die um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen, auch das habe ich oben angedeutet: Wer selbstständig arbeitet, hat Umstellungen zu erdulden und z. B. missliche Tatsachen wie Auftragsrückgänge, wenn z. B. Veranstaltungen gecancelt werden müssen, für die man Öffentlichkeitsarbeit macht. Deswegen muss diesen Menschen geholfen werden, schnell und unbürokratisch, und nicht wieder vorrangig den Großkonzernen, die ohnehin Milliarden in den „Kriegskassen“ haben. Corona schafft neue Ungerechtigkeiten, das darf ich sagen, ohne deswegen die Pandemie für eine absichtlich in die Welt gesetzte Maßnahme in diesem Sinne zu halten. Die Folgen, die wieder einmal von der Mehrheit der nicht so Begüterten getragen werden müssen, sind das Problem, nicht, ob die Ursachen exakt in diesem oder jenes Verhalten liegen. Die Wissenschaftler, wie Christian Drosten, sind insofern nur die Boten, nicht die Verursacher.

Das ist ein weiterer Grund dafür, warum ich Menschen absolut unterirdisch finde, die sich jetzt an Drosten und anderen abreagieren – aber jedem Spinner glauben, der irgendeinen Fake in die sozialen Medien setzt, die rechte, rassistische, gesellschaftsfeindliche Grundeinstellungen offenbaren, die gar nichts mit Corona zu tun haben. Jetzt aber traut man sich, öffentlich zu hetzen, nachdem das Hetzen in anderen Bereichen von der Mehrheit mit Widerstand beantwortet wurde und die Mehrheit klargestellt hat, dass sie keine neue Rechtsdiktatur möchte und dass alle Menschen eine Würde besitzen. Umso mehr müssen wir uns für die Würde von Menschen wie Christian Drosten einsetzen, denn er wird in Wirklichkeit nicht nur wegen seiner deutlichen Meinungen zu Corona angegriffen, sondern, weil er für die Ratio an der Stelle steht, wo sie wirklich angebracht ist. Sicher wirkt diese Ratio auf eine Weise autoritär, deshalb wird immer wieder gefordert, die Politik darf sich nicht der Wissenschaft unterordnen. So etwas lese ich sogar bei Verfassungsrechtlern.

Ich weiß aber auch, warum diese das schreiben: Weil Juristen in der gegenwärtigen Lage an Einfluss verlieren, weil das hin und her Biegen von Normen, das Auslegen, das Um-die-Ecke-Argumentieren und die maximale Spitzfindigkeit des Subjektiven, das sich als neutral einkleiden möchte, derzeit nicht en Vogue sind. Und weil das Mindset von vielen von ihnen, insbesondere derjenigen meiner Generation, neoliberal durchgestylt ist und sich deshalb gut mit der FDP-Masche verknüpfen lässt, die in jeder Corona-Maßnahme vor allem eine Einschränkung der wirtschaftlichen Betätigungsmöglichkeiten der Kapitalstarken unter uns zu sehen. Diesem Spin sollten Linke sich nicht anschließen, auch wenn es im Moment verdammt schwerfällt, die Contenance zu wahren. Vielmehr sollten wir darauf hinweisen, dass das Quatsch ist. Das Kapital hat bisher so gut wie keine Verluste durch Corona gehabt, im Gegenteil. Das heißt aber nicht, dass das Virus von ihm „erschaffen“ wurde, inklusive aller mittlerweile sich zeigender Mutanten. Koinzidenz, selbst wenn sie Privilegien und Marginalisierungen verstärkt, ist nicht gleich Ursache. Auch das lernt man beim wissenschaftlichen Arbeiten, ebenso, wie durch Logik allzu absurde Herleitungen zu vermeiden und Verschwörungen eher dort zu vermuten, wo wenigstens der Satz „cui bono“ einigermaßen sinnvoll in die Überlegungen einbezogen werden kann. Sinnvoll, wenn’s geht. Und nicht in Verkennung der menschlichen Natur, die, wir wir gerade in dieser Krise sehen, allerlei Fehler offenbart und zum verstärkten Nachdenken über eine aktive gestaltete Kulturevolution anregen sollte. Wenn wir diese Evolution hin zu mehr globalem und solidarischen Denken nicht schaffen und nicht anfangen, Menschen wie Christian Drosten vernünftig und fair zu behandeln, auch wenn uns seine Botschaften nicht gefallen, werden wir uns auf diesem Planeten nicht erhalten. Wir müssen uns dabei schon selbst retten, ein Herr Drosten von der Charité und ein paar andere Wissenschaftler werden das nicht schaffen, wenn wir, das Volk, die Bevölkerung, nicht mitziehen.

TH

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