5 Stufen zum Glück? Der Lockerungsplan der Bundesregierung | #Frontpage | #Corona Lage #Covid–19 #Covid19 #Oeffnung #Lockerung #Lockdown

Liebe Leser*innen,

es ist wieder Zeit für ein wenig Corona-Service. Ohne Umschweife kommen wir zum Wesentlichen: So, wie im Folgenden dargestellt, sehen die wichtigsten Punkte des Öffnungsplans der Bundesregierung aus – inklusive der „Wenn, dann“-Konditionen, die darin enthalten sind: Wenn die Inzidenz bestimmte Werte unterschreitet, dann kann mehr geöffnet werden, wobei ab dem 8. März zwei – genau genommen: drei – unterschiedliche Szenarien berücksichtigt werden:

Was wir sehen, soll bis Ende März 2021 gelten. Und den bisherigen mittelschweren Lockdown zu einem Lockdown light machen – bei günstigem Verlauf des weiteren Pandemiegeschehens. Nicht explizit dargestellt, aber mitzudenken: Was ist, wenn die Inzidenz stark ansteigt? Gibt es dann auf jeden Fall das ausgewiesene Mindestmaß an Öffnungen? Eventuell im Vertrauen darauf, dass die Todesfallzahlen trotzdem sinken, weil immer mehr ältere und aus gesundheitlichen Gründen vulnerable Personen geimpft sind? Wohl eher nicht. Was geschieht, wenn die Inzidenz über 100 steigt, ist offen.

Der Begleittext zur Grafik lautet (vollständige Wiedergabe aus Präzisionsgründen):

von René Bocksch, 05.03.2021

Bund und Länder haben sich auf das weitere Vorgehen während der Corona-Pandemie geeinigt. Der Lockdown wird bis zum 28. März verlängert, allerdings verständigte sich die Regierung auch auf an die Sieben-Tage-Inzidenz gebundene Öffnungsmöglichkeiten.

Nachdem ab dem 01. März bereits Kitas, Grundschulen und Friseur_innen öffnen durften, werden am Montag dem 08. März Buchhandlungen, Blumenläden und Gartenmärkte sowie körpernahe Dienstleistungen und Flug- und Fahrschulen wieder zur Verfügung stehen. Dabei soll jedoch immer nur ein Kunde pro 10 Quadratmeter auf den ersten 800 Quadratmetern der Eintritt ermöglicht werden und die generelle Maskenpflicht soll weiterhin bestehen.

Alle weiteren Öffnungsschritte im Fünf-Stufen-Plan sind dann abhängig von den Inzidenzwerten. Liegt diese im Wochenschnitt bei unter 100 Fällen pro 100.000 Einwohner_innen so darf auch der Einzelhandel und einige Kultureinrichtungen nach Terminvergabe wieder öffnen. Auch Individualsport im Freien mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten ist möglich. Bei einem Inzidenzwert unter 50 Fällen, dürfen Personen auch ohne Termin Einzelhandel und Kultureinrichtungen nutzen. Kontaktloser Sport darf dann sogar mit bis zu zehn Teilnehmer_innen stattfinden.

Öffnungsschritt 4 tritt frühestens am 22. März ein – hier bestimmt der Inzidenzwert in welchem Maße die Außengastronomie öffnen kann und ob Theater-, Konzert- und Kinobesuche ohne vorherige Terminvergabe und negativem Testergebnis möglich sind. Kontaktsportarten können draußen getrieben werden.

Die letzte Stufe beinhaltet weitere Lockerungen für den Einzelhandel und größere Freizeitveranstaltungen mit maximal 50 Personen im Außenbereich. Zudem darf bei geringer Inzidenz auch in der Halle wieder Kontaktsport stattfinden.

Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz zu irgendeinem Zeitpunkt wieder über 100 Fälle steigen, so greift die Notbremse und die strengen Lockdownregeln von vor dem 01. März treten wieder in Kraft. Über weitere Maßnahmen wird in der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 22. März entschieden.

Was mich an der Grafik irritiert hat, ist die Ausweisung einer sogenannten 14-Tage-Inzidenz bei den Schritten 4 und 5. Ist damit die Einhaltung der betreffenden Werte innerhalb von 7 Tagen über 14 Tage hinweg gemeint oder ein Durchschnittswert von 100 oder 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen? Das ist nicht ganz das Gleiche, erstere Variante wäre die strengere. So kann man die Felder ganz links jedenfalls lesen. Deswegen habe ich nochmal ein wenig recherchiert. Dies hat die Bundesregierung bekanntgegeben:

Es geht also weiterhin um die 7-Tage-Inzidenz, also die erste der beiden oben beschriebenen Varianten, mit 14 Tagen ist eine Perspektive gemeint, die 14 Tage nach dem vorherigen Öffnungsschritt als weitere Lockerung angezielt wird. Außerdem, ganz wichtig: Die Maßgaben gelten nicht für eine Inzidenz über 100 in den 7 Tagen zuvor, sondern nur von 50 bis 100 und unter 50. Alles andere wäre auch sachfremd, denn wenn die Inzidenz erheblich ansteigen solle, muss selbstverständlich auch das Lockern noch einmal überdacht werden. Alles gilt vorerst bis zum 22. März, dann entscheidet erneut die Ministerpräsident*innenkonferenz über das weitere Vorgehen.

Ab dem 1. März – die bereits durchgeführten ersten Öffnungsschritte, unabhängig von der Inzidenz

Ab dem 22. März gibt es

den 2. Öffnungsschritt auf jeden Fall
den 3. Öffnungsschritt in zwei Varianten mit Inzidenz unter 50, unter 100 und wohl keine Öffnungen über den 2. Schritt hinaus bei über 100 sowie den 4. Öffnungsschritt in zwei Varianten, wenn zwischenzeitlich der 3. Öffnungsschritt eingeleitet wurde,

ab dem 05.04. gibt es

den 2. Öffnungsschritt auf jeden Fall
den 3. Öffnungsschritt in zwei Varianten mit Inzidenz unter 50, unter 100 und wohl keine Öffnungen über den 2. Schritt hinaus bei über 100 sowie den 5. Öffnungsschritt in zwei Varianten, wenn zwischenzeitlich der 3. und der 4. Öffnungsschritt eingeleitet wurden.

So habe ich die Gestaltung der Infografik interpretiert. Das würde auch bedeuten, dass oberhalb eines Inzidenz von 100 nur bis zum zweiten Schritt gegangen würde. Zusätzlich aber gilt folgendes:

Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

Anders ausgedrückt: Es wird zurückgestellt auf Schritt 1, die Friseure und Kitakinder haben Glück, alle anderen eher nicht.

Am 22. März wird außerdem von den Ministerpräsident*innen entschieden, wie es weitergeht.

TH

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