Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 (The Hunger Games: Mockingjay – Part 2, USA / DE 2015 | 4 Empfehlungen | #Filmfest 391

Filmfest 391 Empfehlungen

Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 (Originaltitel: The Hunger Games: Mockingjay – Part 2) ist ein US-amerikanischdeutscher Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2015, der auf dem Buch Die Tribute von Panem – Flammender Zorn von Suzanne Collins basiert. Es ist nach Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012), Die Tribute von Panem – Catching Fire (2013) und Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 (2014) der vierte und letzte Teil der Filmreihe. Er wurde von Lionsgate produziert, Francis Lawrence führte Regie, das Drehbuch stammt von Danny Strong. Der Film lief am 19. November 2015 in den deutschen Kinos an. Die Weltpremiere fand am 4. November 2015 in Berlin statt.

Erstmals stellen wir eine ganze Filmreihe als B-Rezension vor – eingedenk der Tatsache, dass das Universum immer mehr Fantasy-Franchises hervorbringt und ich wenigstens durch Mitlesen und hin und wieder durch das Vormerken von Filmen den Überblick gewinnen möchte, nachdem es mit unserem Hauptanliegen, dem historischen Film (Moviepilot-Jargon: „total klassisch“) mittlerweile sicher und kontinuierlich läuft. Von „Die Tribute von Panem“, drei Empfehlungsrezension (Verlinkung in der Einleitung) existieren bereits und wir fahren fort mit Teil vier, der ein Jahr nach Teil 3 in den Kinos erschien. Ein Unterschied zu den ersten beiden Filmen ist, dass „Flammender Zorn“ in zwei Filme zerlegt wurde, „Mockingjay – Teil 2“ kam 2015 heraus.

Von den Titel gebenden Hunger Games sind wir im letzten Film der Reihe, „Mockingjay: Teil 2“, weit entfernt. Die ehemaligen Teilnehmer dieser Gladiatoren-Wettkämpfe sind zu Anführern einer Rebellion gegen das Kapitol und Präsident Snow (…) geworden, und im finalen Teil der Filmreihe geht es nun darum, das Regime zu stürzen und die zwölf Distrikte von Unterjochung und Ungerechtigkeit zu befreien. (…) Wenn man eine gute, kleine Geschichte hat, dann ist es besser, dabei zu bleiben, als diese zu etwas Großem, Epischem aufzublasen und daran zu scheitern, indem man diese zu breit tritt und letztlich unter den eigenen Füßen zermantscht. (Der Filmkürbis).

Der Autor vergibt 5,5 von 10 (7/10 für den ersten, 6,5/10 für den zweiten und 5/10 für den dritten Teil).

Die Kuh, also die Idee von einer Endzeitstory, muss eben gemolken werden, so lange noch ein paar Tropfen Milch im Euter sind, das ist das Gesetz des Marktes in Zeiten der kreativen Agonie. Aus wirklich großen Büchern, wenn es sie noch gäbe, würde man vermutlich jetzt einen Hundertteiler machen.

Insofern verwundert auch dies nicht:

Wie im Juni 2019 bekannt wurde, wird im Mai 2020 ein neues Buch von Suzanne Collins über „Panem“ erscheinen, das 64 Jahre vor dem ersten Teil spielen und den Fokus auf die „Dunklen Tage“ der Rebellion gegen das Kapitol legen soll. Das Studio Lionsgate kündigte bereits an, das neue Material verfilmen und dabei eng mit Collins zusammenarbeiten zu wollen. Jennifer Lawrence werde hingegen durch den zeitlichen Handlungsrahmen keinen Auftritt haben.[8]

Im Oktober 2019 wurde der englische Originaltitel des Prequel-Romans, The Ballad of Songbirds and Snakes, enthüllt.[9]

Möglicherweise ist das oben Geschriebene jedoch ein Zirkelschuss, denn käme es noch zu großer Literatur oder fände sie Verbreitung, wären auch die Filme, ihre Macher und das Publikum von anderer Statur. Trotzdem schauen wir, was andere Kritiker*innen geschrieben haben – nach den folgenden Notizen.

Produktionsnotizen (1)

Am 10. Juli 2012 gab Lionsgate bekannt, dass der dritte Teil des Romans in zwei Filme aufgeteilt wird, wobei der Kinostart für den ersten Teil auf den 20. November 2014 und für den zweiten Teil auf den 20. November 2015 gelegt wurde. Für den letzten Teil führt auch wieder Francis Lawrence Regie. Danny Strong schrieb für beide Teile das Drehbuch.

Für Mockingjay Teil 1 und 2 begannen die Dreharbeiten am 23. September 2013. Gedreht wurde unter anderem in Rockmart (Georgia) und in Deutschland, mit dem Filmstudio Babelsberg als Koproduzent. Im Mai/Juni 2014 wurde in den Kulissen des Studios Babelsberg gedreht. Weitere Drehorte befanden sich u. a. am Messegelände und auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin, in einem ehemaligen Kalksteinbruch im brandenburgischenRüdersdorf sowie in der Altstadt von Potsdam. Weitere Szenen wurden im Les Espaces d’Abraxas, Marne-la-Vallée, Frankreich, einer postmodernen Architektur von Ricardo Bofill gedreht, die bereits im Film Brazil (1985) als Kulisse diente. Philip Seymour Hoffman starb am 2. Februar 2014 in New York. Für eine fehlende Szene von Mockingjay Teil 2 wurde seine Rolle durch Haymitch Abernathy, gespielt von Woody Harrelson, ersetzt.[3] Der Film ist ihm gewidmet.

Kritiken (2)

Das, was George Lucas 1977 in 12 Minuten zum großen Finale seiner Star Wars-Premiere abgefeuert hat, dehnt dieser zweite Teil des dritten Teils der Bestsellerserienverfilmung auf 2 Stunden, 17 Minuten aus – der geballte Angriff aller Distrikte auf den Todesstern, der hier Capitol heißt, bietet indes in dieser 2014er-Version nur bedingt Neues und nach einer Stunde verwandelt sich Teil 2 plötzlich in einen MonsterZombieHorror-Film mit Aliens – Die Rückkehr Geblastere. (Christoph Hartung)

(…) Katniss Everdeen, die freie Radikale, die mal als getriebener Zauberlehrling und mal als beherzte Anführerin auftritt, ist und bleibt eine spannende Frauenfigur. Ihre innere Zerrissenheit (und auch ihre Wahl des richtigen Mannes) dürfte künftig manchem Film- und Genderseminar Diskussionsstoff liefern. Umso bedauerlicher ist deshalb der enttäuschende Showdown. Trotz des Auswalzens des Finales auf zwei Filme kommen in der letzten halben Stunde die überraschenden Wendungen allzu hastig daher. Und am Schluss wird das Mädchen, das nie mitspielte und stets die Regeln brach, dann doch an die Konventionen eines billigen Happy-Ends verraten. (epd Film, Birgit Roschy).

Das muss man den Produzenten der „Tribute von Panem“-Reihe lassen: Sie versuchen gar nicht erst großartig, ihre Entscheidung, das abschließende Buch von Suzanne Collins‘ Romantrilogie in zwei Teilen zu verfilmen, als etwas anderes als eine Maßnahme zur Umsatzsteigerung erscheinen zu lassen. (…) : Der abschließende Film der „Tribute von Panem“-Reihe bietet viele der gewohnten Qualitäten, bleibt insgesamt aber hinter den anderen Teilen zurück.(Filmstarts.de)

In meinem Beleittext zu den Empfehlungen für die Teile 1 und 2 schrieb ich, die zwölf Bezirke, um die es in „The Hunger Games“ geht, erinnern mich irgendwie an die Stadt Berlin, in der ich lebe. Tatsächlich wurde für die Teile 3 und 4 in Berlin gedreht. Ist „Mockingjay“ dadurch ein Berlin-Film? Na wir wollen doch mal nicht übertreiben.

Mich beschäftigt eher das, was Hollywood über den Zustand unserer Gesellschaft und damit unseren eigenen transportiert. Wenn Filme wie diese oder die wirklichen Superhelden-Blockbuster nicht funktionieren würden, würden sie nicht produziert. So einfach ist das. Dass eine Wechselwirkung besteht, also die Zuschauer auch entsprechend konditioniert werden, ändert an dieser Ausgangslage nichts, denn sie hinterfragen ja nicht, was sie sehen. Moralisch scheint im vierten Teil der Panem-Saga alles ziemlich durcheinanderzugeraten und das halte ich für eine Stärke. In der Realität der politischen Kämpfe, die derzeit dringlichst zu führen sind, sieht es etwas anders – im Moment wenigstens noch. Es gibt viele Grauschattierungen, aber Orientierungsmöglichkeiten und außerdem die Chance, noch vor der Dystopie eine Umkehr der faschistoiden Tendenzen in fast allen Gesellschaften zu bewirken. Manchmal sehnt man sich allerdings nach Symbolfiguren, die jeder Anfechtung standhalten. Das ist schon wahr, denn die Mittelmäßigkeit aller derzeitigen Akteur*innen hat auch etwas sehr Ermüdendes.

TH

(1) und / oder kursiv und ohne Nummerierung: Wikipedia
(2) Aus der Internet Movie Database

Regie Francis Lawrence
Drehbuch Simon Beaufoy
Michael Arndt
Produktion Nina Jacobson
Jon Kilik
Musik James Newton Howard
Kamera Jo Willems
Schnitt Alan Edward Bell
Besetzung

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