Vera Cruz (USA 1954) #Filmfest 393

Filmfest 393 Cinema

Die Mutter aller Gringo-in-Mexiko-Filme

Vera Cruz ist ein US-amerikanischer Western des Regisseurs Robert Aldrich aus dem Jahr 1954 mit Gary Cooper und Burt Lancaster in den Hauptrollen. (1)

Wenn man einen Western so oft gesehen hat wie wir dieses Werk von Robert Aldrich, darf man zwei Fremdstimmen voranstellen, um dann mit einigem gewissen Selbstbewusstsein zu untersuchen, was es mit ihnen auf sich hat. Vermutlich ist „Vera Cruz“ sogar der Western, den wir am häufigsten überhaupt angeschaut haben, ohne dass wir seine für die kurze Spielzeit von wenig mehr als 90 Minuten sehr wendungsreiche Story komplett nacherzählen könnten. Aber das häufige Gucken als solches muss einen Grund haben. Die Fremdstimmen zu „Vera Cruz“ folgen nach der Handlung und vor der -> Rezension, in der wir unsere eigenen Ansichten darlegen.

Handlung (1)

Ben Trane verliert im Bürgerkrieg seinen ganzen Besitz und kehrt den Südstaaten enttäuscht den Rücken zu. Er versucht sein Glück in Mexiko. An der Grenze trifft er auf Joe Erin, der ihm ein Pferd verkauft, da seines lahmt. Das Pferd ist jedoch gestohlen. Nach der Flucht vor den kaiserlichen Truppen kann Ben nun seinerseits Joe übertölpeln und nimmt ihm sein Pferd ab.

In der nächsten mexikanischen Stadt trifft Ben auf Joes Bande. Nachdem er sich bei den Männern Respekt verschafft hat, gehen er und Joe eine Partnerschaft ein. Marquis de Labordere gelingt es, sie für den Kaiser anzuheuern. Sie werden von Juaristen umzingelt, die sich jedoch zurückziehen müssen, da Joe einige Kinder als Geiseln nimmt. Ben trifft auf die junge Mexikanerin Nina, die bei ihnen bleibt und die er vor den Zugriffen der Männer schützt.

In der Hauptstadt treffen sie auf den Kaiser, der ihnen den Auftrag erteilt, die Gräfin Duvarre für 50.000 Dollar nach Vera Cruz zu begleiten. Der wahre Grund der Reise ist jedoch die sichere Überführung von Gold im Wert von drei Millionen Dollar, um in Europa Waffen im Kampf gegen die Juaristen zu kaufen. Dieses Geheimnis bleibt Ben, Joe und der Gräfin Duvarre nicht verborgen. Sie verbünden sich, um das Geld für ihre Zwecke zu nutzen.

Marquis de Labordere, der über ihr Vorhaben schon längst informiert ist, nimmt die Gräfin gefangen und kann mit dem Gold nach Vera Cruz entkommen. Die Stadt wird durch die Juaristen eingeschlossen. Nina kann Ben von der Sache der Mexikaner überzeugen. Während der Erstürmung der Stadt wird der Marquis getötet. Joe fällt das Gold in die Hände und lässt die Gräfin im Stich. Er wird durch Ben in einem Duell getötet. Ben und Nina verlassen gemeinsam den Schauplatz.

Stimmen (1)

„Meine Zusammenarbeit mit Lancaster bei Apache führte zu Vera Cruz, aber unsere Zusammenarbeit war dann weniger freundschaftlich, als wir uns das vielleicht vorgestellt hatten. Das kam daher, daß Burt, bis er The Kentuckian inszenierte, glaubte, er sei zum Regisseur geboren, und wenn man, wie ich damals, seinen ersten großen Film dreht, hat man es nicht so gern, wenn einem dauernd jemand mit schlauen Ratschlägen über die Schulter sieht. Wir hatten auch verschiedene Ansichten über das Konzept und die Action. Ich glaube, seit Burt The Kentuckian gedreht hat, ist er ein besserer Schauspieler geworden.“

„Das dreist ungenaue Drehbuch schwankt zwischen Heiterkeit und Wutentfachung und mischt die Sombrero-behüteten Bauern, spanischen Flamencotänzer und arroganten Dragoner zu einem verworrenen Fandango zusammen. […] Das Tempo ist lahm […], aber Regisseur Robert Aldrich injiziert den explosiven Schlachtszenen etwas Wirksamkeit, die das Publikum periodisch am Einschlafen hindert. […] Ernest Laszlos tiefangesetzte Kamera [scheint] andauernd vor [Cooper] auf den Knien zu liegen […]. Doch Vera Cruz […] gehört mit allem, was er wert ist, Burt Lancaster, der Denise Darcel verführt und viele akrobatische Kunststücke mit einem blitzenden, böswilligen Grinsen aufführt, als ob seine Zähne mit Adrenalin aufgeladen seien. Es ist eine ergötzliche Schmierenkomödienaufführung […]. Trotz Aldrichs offensichtlichem Respekt vor Coopers Können konnte er ihm nur einen vortrefflichen stummen Moment geben, in dem Coopers Gesicht – nachdem er Lancaster im letzten Schußwechsel getötet hat – Selbsthaß und Bedauern ausdrückt […].“

2021-02-06 Filmfest Cinema 2021Rezension – „Vera Cruz“ und wir

Wenn man einen Western so oft gesehen hat wie wir dieses Werk von Robert Aldrich, darf man zwei Fremdstimmen voranstellen, um dann mit einigem gewissen Selbstbewusstsein zu untersuchen, was es mit ihnen auf sich hat. Vermutlich ist „Vera Cruz“ sogar der Western, den wir am häufigsten überhaupt angeschaut haben, ohne dass wir seine für die kurze Spielzeit von wenig mehr als 90 Minuten sehr wendungsreiche Story komplett nacherzählen könnten. Aber das häufige Gucken als solches muss einen Grund haben.

Zu den Fremdstimmen. Was hinter den Kulissen eines Filmes vorgeht, kann man oft nicht einmal erahnen, als Zuschauer. Gerade in den Zeiten, in denen die Hollywoodstars immer selbstbewusster wurden, wird es da manche Auseinandersetzung zwischen Regie und Schauspielern gegeben haben. Nein, präzisier: Die hat es gegeben, und Burt Lancaster ist eines der prominentesten Beispiel für einen Akteur, der sich mit seinen Regisseuren angelegt hat. 1957 hatte er den Studiobetrieb satt, gründete seine eigene Produktionsfirma Hecht-Hill-Lancaster und merkte nach wenigen Jahren, dass es gar nicht so einfach ist, mit dem Regie führen. Gerade erst haben wir seinen „The Unforgiven“ rezensiert, in dem Lancaster wesentlich dezenter, aber nicht weniger präsent auftritt als in „Vera Cruz“, der merklich in der Tradition von Lancasters Abenteuer-Piratenfilm „Der rote Korsar“ steht. Und als der gedreht wurde, hatte der ursprüngliche Darsteller von gestrandeten Film-noir-Figuren gerade entdeckt, wie magisch sein unglaublich breites Grinsen auf das Publikum, vor allem wohl auf das weibliche, wirkte.

Es war der Ausdruck einer Virilität, wie sie viele der „neuen“ Schauspieler ausstrahlten, die in den späten 1940ern und frühen 1950ern das Set eroberten. Kirk Douglas, mit dem Lancaster mehrmals und gerne zusammengespielt hat, ist ein weiteres Beispiel dafür. Diese Stars kamen aber nicht aus der Theater-Ecke, nicht aus New York, hatten kein method acting gelernt, wie die andere Garde der Newcomer, die von Beginn an wesentlich subtiler mit ihrer durchaus vorhandenen Männlichkeit umging: Montgomery Clift, Marlon Brando, Paul Newman – den Sonderfall James Dean lassen wir außen vor.

Douglas und Lancaster aber waren noch echte Straßenjungs, die zu Schauspielern wurden, und Lancaster als früherer Zirkusakrobat selbstverständlich prädestiniert dafür, besonders viel physische Explosivität auf die Leinwand zu bringen. Heute würde er über Typen wie Silvester Stallone dominieren, mit seinem kantigen Antlitz, seiner natürlichen Muskelbepackung, die andere sich erst mühsam antrainieren mussten. Als er in den späten 1940ern mit Filmen wie „The Killers“ begann, sprengte er als erster A-Star in Hollywood knappe T-Shirts, wirkt zu breitkreuzig für die Zweireiher, die er zunächst meistens trug und hatte das Ego eines Typen, der sich im Zirkus gegen viele andere Solonummern (eigentlich war er ein Trapez-Duo, zusammen mit seinem Freund Nick Cravat, mit dem er auch ein einigen Filmen spielte) durchsetzen musste. Das Leben war eine Manege, die Manege war das Leben, und das blieb bei Lancaster auch so, als er Filmstar wurde. Mittlerweile verstehen wir diesen Schauspieler ganz gut und wissen, was er ab Mitte der 1950er für eine großartige Wandelbarkeit erreichte, die 1960 in „Elmer Gantry“ und 1961 in „Der Gefangene von Alcatraz“ gipfelte.

Aber in „Vera Cruz“ ist er noch ein Rabauke, der nicht viel spielen muss, um gleichermaßen maximal unsympathisch wie anziehen zu wirken. Und genau das ist es, was den Film ebenfalls anziehend macht. Der oben zitierte René Jordan, darauf können wir wetten, hat kein Buch über Burt Lancaster geschrieben, denn die geradezu beleidigte Art, wie er dessen Auftritt und den ganzen Film schildert, lässt auf eine allzu große Parteinahme für Gary Cooper schließen. Dabei ist diese Parteinahme gar nicht notwendig, denn Gary Cooper war lange ein Superstar, als Burt Lancaster noch im Zirkus herumturnte, und er wirkt in „Vera Cruz“ nicht untergeordnet. Er ist durch seine beeindruckende Größe, die in der Tat von einer manchmal tief angeordneten Kamera unterstrichen wird (aber bei weitem nicht so häufig, wie es das obige  Zitat beschreibt), durch sein überaus ehrliches und gereiftes Gesichts, das zwei Jahre vor „Vera Cruz“ und vermutlich auch vor gewissen plastischen Eingriffen dem Sheriff Will Kane in „High Noon“ zu einer legendären, atemberaubend angestrengten, superernsten und dabei wahres Heldenformat erreichenden Ausformung verholfen hat.

„Vera Cruz“ ist ein Film für beide Stars, und beide haben auch ein Love Interest. Sicher hat Burt Lancaster manchmal so in den Film hineingewirkt, dass er Cooper die Schau stehlen durfte – legendär die Fahrt der Kutsche durch eine Furt, wo Ben Trane der Gräfin aus dem Wagen helfen und sie auf sein Pferd setzen will, damit sie keine nassen Füße bekommen möge, und Joe Erin das von der anderen Seite schon bewerkstelligt hat. Cooper spielt viel reduzierter als Lancaster, aber in solchen Szenen hat er genau so viel von der Leinwand. Und natürlich, als er Joe Erin zur Strecke bringt und die Kamera ungewöhnlich lang auf seinem Gesicht verweilt. Cooper ist auch ein Star, der kein gelernter Schauspieler ist, sondern sich in Hollywood schon währen der Stummfilmzeit hochgearbeitet hat, und seine Ausdrucksmöglichkeiten sind nicht unbegrenzt, aber dabei ist er immer sehr wirksam und in seiner manchmal mühsamen Beherrschtheit liegt seine Kraft.

Der Kontrast zwischen den beiden Stars trägt den Film und wird gespiegelt von den unterschiedlichen Frauen, die ihnen beigestellt werden. Am Ende ist fast jeder zufrieden, weil jeder bekommen hat, was er verdient. Joe Erin den Tod im Showdown, seine Komplizin eine ungewisse Zukunft, Ben Trane bekommt, wie alle großen Stars, ein hübsches Mädchen, das vielleicht ein Drittel so alt ist wie er – na, sagen wir, halb so alt, und Ben Trane, also Gary Cooper, durchläuft als einzige Figur im Film eine Wandlung und wirkt schon dadurch „superior“. Der verbitterte Südstaatler, der im Bürgerkrieg sein ganzes Vermögen verlor, ging nach Mexiko, um sich  zu bereichern, wie so viele Gringos, wie auch Joe Erin, der Bandenchef, aber er endet als ehrlicher Unterstützer der Juaristas, der Revolutionäre im Freiheitskampf gegen Kaiser Maximilian. Im Grunde ist es eine Rück-Wandlung. Ein aufrechter Mann war er immer schon, drohte lediglich vom Pfad abzukommen, in dem Begehren, seine Seelenwunden mit Geld zu heilen, und findet wieder zurück.

Als wir ihn kennenlernen, als er auf Joe Erin trifft, merken wir gleich, die beiden haben zwar ähnliche Ziele, sind aber grundverschieden, und man weiß auch, entweder ändert sich Erin, oder er wird draufgehen, wie schon seine martialische Kleidung suggeriert. Alles in Schwarz, das hat sich Lancaster vermutlich selbst ausgesucht. Am Ende trägt er wieder diese Klamotten, nachdem er zwischenzeitlich ein helles Hemd trug, das unterstrich, dass er ja die Wahl gehabt hätte, ein treuer Kumpan zu werden und vielleicht sogar, immer wieder mal, kurz davor war, sich dahingehend zu entscheiden, weil er echt etwas für Ben Trane übrig hat. Der hingegen ist immer ein wenig zu gentlemenhaft für einen solchen Abenteuerritt gekleidet, aber es ist Gary Cooper, und der Film huldigt dem Süden der USA. Auf eine manchmal unangenehm liebedienerische Weise, muss man leider sagen, für uns der einzige wirklich negative Eindruck, den wir auch nach dem x-ten Anschauen nicht nur nicht wegbekommen, sondern der sich eher verstärkt. Diese Sklavenhaltergesellschaft wird unhinterfragt als ein Hort der Kultur gepriesen, wo die Gentlemen auf den Bäumen wuchsen, bis der Norden alles kaputtgemacht hatte. Viele Hollywoodfilme haben sich diesem Versöhnungswerk zugunsten des Südens verschrieben, aber hier nervt es manchmal, weil die Persönlichkeit des ehrenwerten Ben Trane sozusagen aus seiner Südherkunft abgeleitet wird. Er ist gut, weil er aus dieser hochstehenden Kultur kommt, das ist etwa zu viel genau davon – vom Guten. An unserer Sympathie für diese echte, wundervolle Identifikationsfigur hat das allerdings wenig geändert. Ben Trane kann ja nichts dafür, dass er die Gesellschaft, aus welcher er kommt, nicht reflektieren darf, weil dazu in dem actionreichen Western keine Zeit ist.

Und er ist auch nicht langsam gefilmt. Wie jemand auf eine solche Wertung kommen kann, ist uns geradezu schleierhaft. Er ist vielleicht ein wenig rabulistisch, mehr ein Heist-Movie als ein klassischer Duell-Western, zeigt Mexiko leicht operettenhaft, wie es in einer anderen Kritik heißt, aber langsam? Wohl kaum. Zumindest nicht für die Verhältnisse der Zeit und auch nicht für 1974, als die in Bezug genommene Kritik entstand. Zudem sind die vielen Kontraste, das Spiel der Akteure und die moralischen Aspekte sehr spannend. Cooper und Lancaster sind ein so schönes Gegensatzpaar, das stellt selbst die explosive Paarung Lancaster-Douglas aus „Zwei rechnen ab“ (1957) in den Schatten, zumindest kontrastweise, weil die Letztere einander etwas ähnlicher sind. Und gerade psychologisierende Western wie „Zwei rechnen ab“ machen einen weiteren Unterschied deutlich: „Vera Cruz“ ist noch ein echter Handlungswestern, in dem es keine allzu langen, auf die Abtastung innerer Zustände und Stimmungen zielenden Dialoge gibt, die gegen Ende der 1950er insbesondere dem Western als einem Spielfeld für soziale Versuchsanordnungen in archaischem Umfeld Schaden zufügten – weil ja gerade die einfachen Umstände es sind, anhand derer man so viele wichtige Prinzipien zeigen und gegeneinander stellen, ohne sie lang zu erklären, wie man es in der modernen, komplexen Umwelt, in denen die großen Melodramen der 1950er angesiedelt waren, glaubte der Wahrheit und Ehrlichkeit halber tun zu  müssen.

Was an dem Drehbuch so missraten sein soll, hat uns ebenfalls nicht eingeleuchtet. Wenn es eine stringente und auch nachvollziehbare Handlung gibt, deren Wendungen immer konsequent mit der Kutsche und dem Geld zu tun haben, dann hier. Wie sich alle gegenseitig versuchen aufs Kreuz zu legen, ist wunderbar inszeniert und gar keine blöde Räuberpistole, sondern ein Lehrstück über Motive und deren Wert, über Freundschaft, die es nicht wirklich gibt, über das Zwielicht, das über allen Menschen scheint, die versuchen, einen unglaublichen Haufen Geld an sich zu bringen. Und wir kennen keinen Western, in dem es um so viel Geld ging. Die drei Millionen Dollar wären heute 45 Millionen, aber wir weisen immer wieder darauf hin, dass die reine Inflationsberechnung fehlleitet – denn es handelt sich hier um eine ganze Kriegskasse, die für damalige Verhältnisse etwa das war, was heute ein Milliardenvermögen darstellt. Und was, zum Teufel will ein früherer Pflanzer mit einem Drittel davon anstellen, wenn er kein Land mehr hat und es vielleicht in seiner alten Heimat niemanden gibt, der bereit ist, seines zu verkaufen? Ein Haus aus purem Gold erbauen?

Da liegt es nah, dass er sich am Ende mit einer für damals auch mehr als fetten Belohnung von 100000 Dollar begnügt und zudem die Liebe einer hübschen Mexikanerin gewinnt, die ihn gewiss über den Verlust der alten Heimat hinwegtrösten wird. Dramaturgisch und bezüglich seiner Figuren hat der Film kaum einen Wackler und schon die Eingangsszene, in der Trane und Erin einander begegnen, baut die große Spannung auf, die in den Figuren liegt, hat überraschende Twists. Der beste davon ist natürlich, dass Erin Ben Trane ein Pferd verkauft, das er selbst von einem Angehörigen der mexikanischen Armee gestohlen hat. Einmal hudelt der Film etwas, als Erin so rasch in der Taverne auftaucht, dass sogar die Dialogregie es bemerkt, dass dies eher unwahrscheinlich ist, und das ist auch der Moment, in dem man nicht so ganz versteht, warum Erin den Trane vor miesen Typen aus seiner Bande retten mag, insbesondere einem Mann mit Zahnlücke, der verdächtig nach Ernest Borgnine aussieht, wo Erin doch so gerissen ist und sofort spürt, wenn jemand ihm so gleichwertig oder überlegen ist, dass er eine echte Gefahr darstellt. Man kann es aber auch als einen Moment ansehen, in welchem der Film schon damals ausgelatschte, allzu linear verlaufende Pfade verlässt und sich und dem Zuschauer das Nachdenken gönnt.

Ab dem Moment, in dem die prächtige rote Kutsche mit ihrer großen Schutztruppe sich auf den Weg macht, sind die Dynamik und Logik der Handlung nicht nur überdurchschnittlich, sondern überragend. Und wir glauben zu wissen, wann wir so etwas schreiben können, nach über 400 Krimirezensionen für die TatortAnthologie des Wahlberliners und aufgrund einer gewissen Neigung, der Ablauf- und Figurenlogik einen gewissen Raum in unseren Überlegungen vorzuhalten.

Finale

Da wir die TatortAnthologie schon erwähnt haben: Wir haben verzweifelt nach einer Rezension von „Vera Cruz“ gesucht, die es schon geben sollte. Wir dachten wirklich, wir müssten doch schon über den Film gechrieben haben. Bei der TatortAnthologie mit den untereinander oft recht ähnlichen Stoffen läuft es zuweilen umgekehrt. Wir notieren uns einen Film zum Anschauen und stellen bei der Vorplanung der Aufzeichnungen fest, dass es dazu schon eine Rezension gibt. Hier ist es eben umgekehrt, und auch das sagt uns einiges. So oft gesehen, das letzte Mal ganz gewiss, während wir schon an der FilmAnthologie schrieben, und doch nicht rezensiert? Doch nicht etwa, weil das Werk zu kompliziert ist, oder seine Bewertung überaus schwierig erscheint. Sowas kommt auch mal vor, aber doch nicht bei diesem Goldstück von einem Starwestern. Wir haben uns wohl bisher nicht drangesetzt, weil wir eine Rechtfertigung für eine nochmalige Sichtung haben wollten. Einfach aus Spaß an der Freude mit „Vera Cruz“. Jetzt ist es leider vorbei, für viele Jahre vermutlich, denn wir haben nicht die Zeit, uns Filme, die schon abgehandelt sind, nur noch zum Vergnügen anzuschauen und ohne die Notwendigkeit, sie für die FilmAnthologie aufzuarbeiten. Es gibt einfach noch zu viel spannendes Kino, das wartet. Schade. Vielleicht machen wir für „Vera Cruz“ aber doch einmal eine Ausnahme.

83/100

© 2021 (Entwurf 2016) Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) und kursiv: Wikipedia oder zitiert nach der Wikipedia

Regie Robert Aldrich
Drehbuch Roland Kibbee,
James R. Webb
Produktion Harold Hecht,
James Hill,
Burt Lancaster
Musik Hugo Friedhofer
Kamera Ernest Laszlo
Schnitt Alan Crosland junior
Besetzung

 

 

 

 

 

 

 

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