Die Saat der Gewalt (Blackboard Jungle, USA 1955) #Filmfest 394

Filmfest 394 Cinema

2021-03-12 FF 0394 Saat der Gewalt Blackboard Jungle USA 1955

Die Saat der Gewalt (Originaltitel: Blackboard Jungle) ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahre 1955. Regie führte Richard Brooks. Die Hauptrolle wurde von Glenn Ford gespielt. In den Vereinigten Staaten hatte der Film am 19. März 1955 Premiere.[1] Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Evan Hunter, der darin seine eigenen Erfahrungen als Lehrer in der Bronx verarbeitete. (1)

Schulfilme sind entweder sehr lustig oder wirklich albern – aber als „Blackboard Jungle“ im Jahr 1955 herauskam, war er etwas Neues. In den späten 1930ern war es bereits zu Filmen gekommen, in denen ein idealistischer Priester oder dgl. mit Straßenjungs arbeitete, vorzugsweise war damals Spencer Tracy die erste Wahl für den Mann, der die jungen Seelen retten will. Aber aus der Schule heraus solch eine mehr oder weniger realistische Darstellung, das hatte es im Mainstream-Hollywood zuvor nicht gegeben. Das Kino wurde in jenen Jahren ohnehin realistischer und zeigte die Städte anders als zuvor, nämlich ohne Zuckerguss. Meist waren die Vorreiter aber Indie-Filmer ihrer Zeit, einige davon wurden später berühmt, wie etwa Martin Scorsese oder John Cassavetes – während „Blackbord Jungle“ im glamourösesten Studio von allen, bei MGM, entstand. Gleichzeitig brachte dieser Film Sidney Poitier, der in der Besetzungsliste zu weit  hinten steht, viel Aufmerksamkeit und er wurde der erste afroamerikanischer Superstar – in den 1960ern und gewann als erster Nichtweißer einen Hauptrollen-Oscar (1964 für „Lilien auf dem Felde“).

Die Kritiken in Deutschland gehen durchweg von einem ernsthaften Film aus und sind entsprechend positiv, auch unter den Bedingungen des seinerzeitigen Konservativismus der führenden Filmkritiker. Wenn man Schule heute denkt, sieht man in „Blackboard Jungle“ ohnehin etwas, das nicht so weit weg von der Realität in einigen Vierteln unserer größeren Städte ist. Leider oft ohne Lehrer*innen, die es schaffen, eine Gegenbewegung einzuleiten.

Kritiken, zitiert nach (1)

„Gut gemachter, kompromißloser Film über die Jugendprobleme der 1950er Jahre, der zu seiner Zeit heiß diskutiert wurde.“ – Lexikon des internationalen Films[4]

„Bill Haleys ‚Rock Around the Clock‘, die Leitfanfare dieses harten, realistischen Schulreißers, ist nicht das einzige aufwühlende Element. Brooks (…) greift tief in die Trickkiste und scheut sich auch nicht, Tatsachen zu benennen: Der Haß der Generationen in den fünfziger Jahren ist unüberbrückbar. (Wertung: 2½ von 4 möglichen Sternen – überdurchschnittlich)“– Lexikon „Filme im Fernsehen“, 1990[5]

„Ein vieldiskutierter, hervorragend gemachter Film von starker Härte, nur für Erwachsene sehenswert.“ – 6000 Filme, 1963[6]

„In seiner Härte und Realistik fast an die Grenze des Möglichen gehend, schildert der Film das Ringen eines Berufsschullehrers um die Seelen seiner von ein paar jugendlichen Gangstern tyrannisierten Schüler. Der harte, aber ehrliche und gut gestaltete Film ist empfehlenswert.“– Evangelischer Filmbeobachter[7]

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion das Prädikat besonders wertvoll.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) Wikipedia

Regie Richard Brooks
Drehbuch Richard Brooks
Produktion Pandro S. Berman
Musik Charles Wolcott, Bill Haley
Kamera Russell Harlan
Schnitt Ferris Webster
Besetzung

 

 

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