Des Königs Dieb (The King’s Thief, USA 1955) #Filmfest 398

Filmfest 398 Cinema

2021-03-14 FF 0398 Des Königs Dieb The King's Thief USA 1955

2021-02-06 Filmfest Cinema 2021Gemäß der Wikipedia-Handlungsangabe handelt es sich gar nicht um das spätmittelalterliche England, sondern um jene bereits barocke Zeit, in der auch prächtige Stoffe wie „Die drei Musketiere“ angesiedelt sind. Mein Gefühl beim Anschauen im Jahr 1989 spiegelt sich immerhin in den unten erwähnten Kritiken und in der aktuellen Durchschnittswertung in der IMDb (5,7/10) einigermaßen. Wenn man sich die Besetzung anschaut und die Production Values, die von einem allerdings sehr kurz geratenen A-Film künden, ist das recht wenig.

Außerdem entstand der Film bei MGM und dieses Studio machte keine B-Pictures. Diese Herkunft belegt allerdings auch die Doppelkrise, denn nicht nur das Genre der Mantel- und Degenfilme war in den USA erst einmal auserzählt, sondern MGM, das bei solchen Filmen und bei Musicals, also bei allem, was sehr farbenprächtig und ausstattungsorientiert ist, ganz vorne dabei war, hatte damit zu kämpfen, dass gleich zwei der Genres, die das Studio besonders gut beherrschte und die wenige Jahre zuvor beinahe den Kassenerfolg garantierten, nicht mehr so beliebt waren. Was noch ging, waren historische Monumentalfilme, selbst, wenn es Remakes waren. In der Tat bescherte „Ben Hur“ 1959 dem Studio den vorerst letzten ganz großen Erfolg, den man als „typisch MGM“ bezeichnen kann. Allerdings war der Film auch bislang teuerste der Kinogeschichte.

Die Zäsur hatte ich damals ohne umfangreiche theoretische Kenntnisse richtig eingeordnet. Der Mantel- und Degenfilm verschwand zwar nicht von der Bildfläche, verlagerte sich aber von den USA nach Europa, speziell nach Italien, und ging dort mit dem „Sandalenfilm“ eine Art Ehe der Banalisierung ein. Auch unter diesen Produktionen gibt es positive Ausnahmen, aber die muss man aus dem Meer der Massenproduktionen herausfischen.

Handlung (1)

England im 17. Jahrhundert. König Karl II. geht gegen den Herzog von Brampton vor, der ihn stürzen und töten will. Jedoch erkennt Dermott den Plan des Herzogs, ein entlassener Offizier des Königs, der sich aus dem intriganten Hof verabschiedet hat und zum Straßenräuber geworden war. Er versucht den verräterischen Herzog zu entlarven.

Kritik (1)

„Passable Unterhaltung für Liebhaber historisch-abenteuerlichen Geschehens.“ – Lexikon des internationalen Films.[1]

„Klirrende Schwerter vor opulenter Kulisse.“ – cinema.de.[2]

„[…] Das einzig Heroische hier ist die Grenzenlosigkeit des Murks. Trotz einer großen Besetzung mit bekannten Schauspielern, guten Kostümen, Kulissen, Farbe und Cinemascope, „Des Königs Dieb“ ist eine der gründlichsten Banalitäten des Jahres.“ – Bosley Crowther in The New York Times.[3]

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Robert Z. Leonard
Drehbuch Christopher Knopf
Produktion Edwin H. Knopf
Musik Miklós Rózsa
Kamera Robert H. Planck
Schnitt Alvord Eisemann
Besetzung

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