10 Jahre Fukushima und Energiewende (1) – Die Ursache | #Frontpage | #Umwelt #Klima #Erdbeben #Earthquake #Atomkraft #nuclearpower #Kernenergie #Energiewende #Energie #Renewables

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Am 11.03.2011 fand ein GAU, ein größter anzunehmender Unfall in der atomaren Energiewirtschaft statt. Der zweite nach Tschernobyl im Jahr 1986: Drei von sechs Reaktoren im japanischen Kernkraftwerk von Fukushima schmolzen dahin und weltweit, oder doch in einigen Teilen der Welt, setzte intensives Nachdenken über die Atomkraftnutzung ein. In Deutschland hatte die Regierung Merkel zuvor noch die rot-grüne Ausstiegsvereinbarung der 2000er aufgeweicht und Laufzeitverlängerungen für Atomreaktoren beschlossen.

Dann die plötzliche Wende, deren für die Verbraucher*innen heftigen Folgen – ebenso wie ein strategischer Fail in Form eines Mangels an Konsequenz bei der Durchführung der Energiewende – zu Recht umstritten sind.

Am 27.03.2011 ging der „erste Wahlberliner“ ins Netz, wir feiern also demnächst unser zehnjähriges Bestehen. In diesen Zeiten ist das gar nicht so unbeachtlich, auch wenn es einen zwischenzeitlichen Wechsel zu einem anderen Anbieter unter anderem Namen gab. Seit 24.06.2018 sind wir wieder „Der Wahlberliner.“ Dazu werden wir einen Artikel „in eigener Sache“ publizieren.

Eines unserer ersten Themen war Fukushima. Jetzt beginnen wir eine kleine Beitragsreihe zur Energiewende und fangen ganz vorne an. Was hat den GAU in Japan ausgelöst? Es war ein Erdbeben, dem ein Tsunami folgte.

• Infografik: Schwere Beben | Statista

Im Begleittext von Statista heißt es zu dieser Grafik:

Am 11. März vor 10 Jahren erschütterte das Tōhoku-Erdbeben mit einer Stärke von 9,1 die Pazifik-Küste Japans – der daraus entstandene Tsunami tötete über 20.000 Menschen und beschädigte das AKW Fukushima so sehr, dass es in drei von sechs Reaktorblöcken zur Kernschmelze kam.

Derart schwere Beben ereignen sich laut United States Geological Survey (USGS) gar nicht so selten – allein Im laufenden Jahr waren es bislang sechs Beben mit einer Magnitude von höher als 7,0.

Das National Earthquake Information Center registriert etwa 20.000 Erdbeben verschiedener Stärke, das entspricht ungefähr 55 Erschütterungen pro Tag. Aus der in der Statista-Grafik dargestellte Langzeitbeobachtung schließen die Wissenschaftler_innen, dass jedes Jahr mit schätzungsweise 15 Beben über einer Magnitude von 7,0 und mindestens einem über 8,0 zu rechnen ist. Die meisten Erdbeben innerhalb der vergangenen 100 Jahre ereigneten sich 2010 – damals wurde die Erde 24-mal von starken Beben durchgeschüttelt.

Die steigende Anzahl der Erdbeben seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist jedoch kein Anzeichen für steigende seismische Aktivität, sondern eher für den vermehrten Einsatz von immer genaueren Messgeräten weltweit.

Das hätte ich auch so interpretiert: Dass immer genauere Messmethoden die Zahl der registrierten schweren Beben ansteigen lassen. Man soll nicht zu episodisch denken, aber eines der folgenreichsten Beben der Geschichte, das „Frisco Quake“, ereignete sich gleich zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts (1906). Falls man sagt, auch nach 1950 wurde das Messen immer weiter verbessert, müsste man sogar von einer kurzfristig abnehmenden tatsächlichen seismischen Tätigkeit ausgehen, denn seitdem wächst die Zahl und Stärke der gemessenen Beben nicht mehr. Trotzdem ist es unverantwortlich, in Erdbebengebieten Atomkraftwerke zu betreiben, von allen anderen Schwächen und Problemen dieser Technologie abgesehen. Ich kenne vor allem die Messungen nach Richterskala und die Richterskala ist eine logarithmisch aufgebaute Magnitudenskala, also gehe ich davon aus, dass hier eine lineare Skala gemeint ist. Ein Beben von 9,1 auf der Richterskala wäre vermutlich noch einmal wesentlich stärker, wenn nicht am Rande der Unmöglichkeit, die Richterskala ist messtechnisch auch auf Magnituden bis 6,5 begrenzt, vermutlich ist oben auch die Tatsache gemeint, dass höhere Magnituden stärkerer Beben mit der Momenten-Magnituden-Skala (MW) bestimmt werden (Wikipedia).

Demnach kommt ein Beben wie das von Fukushima weltweit ca. alle 20 Jahre ein einziges Mal vor. Es ist aber möglich, dass auch weniger starke Beben Atomkraftwerke beschädigen können, wenn das Epizentrum in der Nähe liegt.

Die Unfallserie begann am 11. März 2011 um 14:47 Uhr (Ortszeit) mit dem Tōhoku-Erdbeben und lief gleichzeitig in vier von sechs Reaktorblöcken ab. In Block 1 bis 3 kam es zu Kernschmelzen. Große Mengen an radioaktivem Material – rund 10 bis 20 Prozent der Menge radioaktiver Emissionen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl – wurden freigesetzt und kontaminierten Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel in der land- und meerseitigen Umgebung. Ungefähr 100.000 bis 150.000 Einwohner mussten das Gebiet vorübergehend oder dauerhaft verlassen. Hunderttausende in landwirtschaftlichen Betrieben zurückgelassene Tiere verhungerten.[2] Ein Todesopfer durch eine Krebserkrankung infolge der Strahlungseinwirkung wurde 2018 bekannt.[3]

Aufgrund einer Abschätzung der Gesamtradioaktivität der freigesetzten Stoffe ordnete die japanische Atomaufsichtsbehörde die Ereignisse auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse mit der Höchststufe 7 („katastrophaler Unfall“) ein.[4]

Die Berichterstattung über die Katastrophe führte in vielen Ländern zu einer größeren Skepsis oder einem Stimmungsumschwung zulasten der zivilen Nutzung der Kernenergie.[8] Mehrere Länder gaben ihre Kernenergieprogramme auf.

(Wikipedia)

Wie wir wissen, war das auch in Deutschland der Fall. Schon kurz nach dem Start befasste sich deshalb ein Artikel des Wahlberliners mit der Einstellung der Weltbevölkerung zur Atomkraft nach Fukushima. Darauf kommen wir im zweiten Teil der Reihe zu sprechen. Denn was ist seitdem geschehen?

Nachbarn Deutschlands verwenden unvermindert weiterhin die Atomkraft zur Energieerzeugung und viele Länder planen neue Kraftwerke. Es war beinahe unvermeidlich, dass dazu u. a. China zählt, denn der rasant wachsende Energiehunger des riesigen Landes, der spätestens seit der Corona-Krise größten Volkswirtschaft der Welt, ist mit den „Renewables“ offenbar nicht zu stillen und der viel zu hohe CO²-Ausstroß des Landes wächst weiterhin erheblich. Die Alternative zur Sicherung der Energie wäre jedoch ein massiver Ausbau der CO²-intensiven Kohle- und Gasverbrennung. Nun ist auch die Kernkraft diesbezüglich nicht unproblematisch, wie wir noch zeigen werden, aber das Argument, sie sei „klimaneutral“, ist immer noch weit verbreitet. Durch die Diskussion über den Klimawandel hat deshalb die Atomkraft wieder mehr Fans gewonnen. Sie liegen nach meiner Ansicht falsch.

Auch Japan nutzt heute wieder die Atomkraft zur Energiegewinnung, wenn auch in geringerem Maße als vor der Fukushima-Katastrophe (damals ca. 20, jetzt ca. 6 Prozent vom Energiemix).

TH

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