Mit stahlharter Faust (Man Without a Star, USA 1955) #Filmfest 402

Filmfest 402 Cinema

Stahlblaue Augen, kein Stern

Who knows, who knows
Who knows which way the right way goes
The night is dark and the way is far
for a man without a star.

Mit stahlharter Faust ist ein US-amerikanischer Western aus dem Jahre 1955. Der von King Vidor mit Kirk Douglas in der Hauptrolle inszenierte Film handelt von tödlichen Konflikten um Weideland. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman Man without a Star von Dee Linford (1915–1971).

Der Name King Vidor ist für den Filmfan in erster Linie mit „The Crowd“ / „Ein Mensch der Masse“ von 1928 verbunden, „Man Without a Star“, beinahe 30 Jahre später entstanden, ist wesentlich weniger bekannt und auch jenen, die an Filme mit Kirk Douglas denken, dem wir derzeit eine Rezensionsreihe widmen*, werden auf Anhieb wohl eher dessen Rollen in „Spartacus“ oder „Lust for Life“ einfallen.

Dabei ist „Man Without a Star“ ein wirklich guter Western. Vergleichsweie modern und sehr dicht gefilmt, wenig melodramatisch, obwohl man die damals typische Filmsprache zumindest für den Vorspann wählte: Ein pathetischer Titelsong, vorgetragen von Frankie Laine, der den stilprägenden Hit „Do Not Forsake Me“ für „High Noon“ (1952) zu einem Erfolg machte – das Original stammt aber von Tex Ritter.

Der Mann ohne Stern, das ist der Cowboy und Herumtreiber Dempsey Rae (Douglas). Illegal in einem Viehwagen unterwegs, gabelt er auch noch das jüngere alter ego Jeff auf (William Campbell) und wird dessen Ziehvater. Die beiden erreichen eine kleine Stadt, wie das im Westen üblich ist, verdingen sich dort und werden in eine Auseinandersetzung zwischen Viehzüchtern verschiedenen Typs hineingezogen.

Am Ende gewinnt Dempsey seine Freiheit wieder und reitet allein davon. Aber die Zeichen einer neuen Zeit, die er ignoriert hat, die sind nicht mehr zu übersehen. Wechselt er nur den Ort oder verändert sich auch seine Sicht auf die Freiheit? Das erfahren wir nicht, weil alles offen gehalten wird – die romantisch-melancholische Variante des Westernfilm-Endings spätestens seit „Shane“ (1953), stilisiert und in „Man Without a Star“ ohne großes Aufhebens hinterfragt. Wir werden in der Rezension besprechen, warum dieser relativ kurze  Western (85 Minuten Spielzeit in der deutschen Fernsehfassung, im Original 89 Minuten) so viel Subtext hat und warum dieser Subtext zeitlos ist. Jetzt haben wir schon einiges verraten, aber in der -> Rezension steht selbstverständlich noch mehr zu jenem Western, der vom deutschen Verleih wieder einmal einen gleichermaßen reißerischen wie nichtssagenden Titel erhalten hat.

Handlung (1)

Der Cowboy Dempsey Rae hat keine klaren Ziele im Leben, kein Pferd, nur noch einen Sattel. Darauf und auf das Stroh eines Viehwaggons bettet er sich auf der Reise durch den Westen. Er wird Zeuge, wie ein anderer nicht zahlender Passagier, der junge Jeff Timson, von einem Bahnbediensteten aufgespürt und vom Zug vertrieben wird. Dempsey hilft dem jungen Mann, wieder in den Zug zu kommen, kurz darauf gibt es eine Schießerei, bei welcher der Bremser umkommt – zunächst wird Jeff verdächtigt, doch Dempsey kann die Sache klären.

Die beiden Männer bleiben in der Stadt und verdingen sich als Cowboys. Nebenbei weist Dempsey den Jungen in die Kunst des Schießens ein. Die Triangle-Ranch, auf der die beiden arbeiten, ist die größte und verfügt über einen Bestand von 10.000 Rindern. Einige Nachbarn überlegen, Landstücke einzuzäunen, um sie vor Überweidung zu schützen und das Gras darauf als Winterfutter zu mähen, um ihr Vieh besser durchzubringen. Das Ungleichgewicht zwischen den kleinen Ranchern und der Triangle-Besitzerin vergrößert sich, als deren neue Besitzerin Reed Bowman (Jeanne Crain) kommt und das Heft in die Hand nimmt.

Sie hat große, aber sehr kurzfristige Pläne und will den Viehbestand auf bis zu 30.000 Rinder ausbauen, was den Kollaps der Weiden und der Nachbarn zur Folge hätte. Diese setzen ihre Absicht in die Tat um und beginnen, Zäune zu ziehen. Gleichzeitig trifft mit einem Transport von 5.000 zusätzlichen Rindern ein Revolverheld namens Steve Miles (Richard Boone) mit seinen Männern ein. Die Rancherin will sich sowohl Dempseys Dienste sichern, der sich bereits einen Namen als Mann mit schnellem Colt und stahlharter Faust gemacht hat – als auch die des Revolvermannes Miles. Dempsey hat eine Schwäche für Miss Bowman entwickelt und hasst Zäune. Die Sache scheint zunächst klar.

Doch dann fangen die Revolvermänner an, die Nachbarn zu terrorisieren und Dempsey muss  sich entscheiden. Zusammen mit Jeff wechselt er die Seiten und hilft den Ranchern in ihrem Überlebenkskampf. Als diese ihm am Ende ein Stück Land und Vieh für seine Hilfe anbieten wollen, lehnt er aber ab und zieht weiter – während der junge Jeff seine Liebe bei einer Ranchertochter findet und am Ort bleibt.

2021-02-06 Filmfest Cinema 2021Rezension

Die alte und die neue Zeit. In der ersten Szene des Films wird gleich ein Statement abgegeben: Da braust eine Lokomotive heran und wird im Bild immer größer – der Zug dahinter transportiert Vieh und auch die Hauptfigur Dempsey Rae ist an Bord.

Die Bahn steht im Westen als Symbol der neuen Zeit, der Industrialisierung der Landwirtschaft, des Komforts, der raschen Durchquerung des weiten Landes – aber auch für die Einschränkung der unendlichen Freiheit des Cowboys und einsamen Westerners. Die Szene ist, wie der ganze Film, mit sehr neuzeitlich und realistisch wirkenden, mithin direkten Einstellungen gefilmt, was unter anderem dazu geführt hat, dass er als besonders brutal für seine Zeit gilt und bezüglich dieses Aspektes sogar als ein Vorläufer der Italo-Western und der ebenso lakonischen wie blutreichen Spätwestern, etwa die Werke eines Sam Peckinpah, angesehen wird.

Das ZDF, das den Film gestern ausgestrahlt hat, hält ihn demgemäß für ein Publikum von unter 16 Jahren für ungeeignet und hatte einen entsprechenden Hinweis vorgeschaltet.

Keine Frage, Männer, die sich in Stacheldraht verfangen oder mit ebensolchem gefesselt werden, sind kein schöner Anblick, aber wir waren doch ein wenig überrascht, wieviel Aufhebens um die Gewaltdarstellungen in einem beinahe 60 Jahre alten Film gemacht wird, angesichts  dessen, was heute alltäglich auf dem Bildschirm erscheint. „Mit stahlharter Faust“ ist rau, aber es gibt nicht mehr Leichen als in anderen Western und auch die Brutalität der Szenen bleibt im Rahmen dessen, was man genretypisch nennen darf.

Die Gewalt ist archaisch, das macht der Film deutlich. Das Recht wird durch einen Sheriff vertreten, welcher der Situation nicht gewachsen ist und an den die kleinen Viehzüchter sich nicht wenden können. Sein Vertreter ist sogar eine dubiose Figur, die schnell die Waffe zieht und feige ist, wenn es zu einer Duellsituation mit gleichen Voraussetzungen für beide Beteiligten kommt.

Einerseits hasst Dempsey Rae die Zäune, die seine Freiheit, sein Driften durch die Prärie, einschränken. Er hat im Kampf gegen diese Zäune schon seinen Bruder verloren. Doch zu einer geregelten Bewirtschaftung des Landes ist es notwendig, dass dieses vor zu starker Beanspruchung geschützt wird, somit haben die Zäune also einen Sinn und sind notwendig, um das Gleichgewicht zwischen ungleichen Nachbarn zu sichern. Das Land gehört keiner der Parteien, es ist zu diesem Zeitpunkt noch kein eingetragenes Eigentum, und seine Einfriedung ist ungesetzlich. Gleichwohl erkennt Dempsey sie als unvermeidlich und, Realist, welcher er ist, passt er sich an – und er fühlt, dass diejenigen, welche die  Zäune setzen, die Moral auf ihrer Seite haben.

Wilder Kapitalismus und Ökologie. Die Rancherin Reed Bowman, die ein paar Jahre große Herden züchten und dann Kasse machen will, die  Frau, die keine Rücksicht auf Land und Leute nimmt, ist eine Vertreterin des ungezügelten Kapitalismus, der wenige zulasten vieler bevorzugt. Wie Heuschrecken fallen Bowmans Rinder über das Gras her und dannüber die Zäune, angetrieben vom Revolverhelden Steve Miles und seinen Spießgesellen. Wirtschaftsgüter als Waffen gegen Schwache.

Die Parallelen des Szenarios zur heutigen Systemkrise sind augenfällig. Am Ende muss das Land durch Stacheldraht reguliert werden, damit es vo ausbeuterischen Absichten geschützt ist. Heute muss der Finanzsektor geregelt werden, damit nicht die kleinen Steuerzahler die Zeche des dort erzeugten Wildwuchses begleichen müssen.

Dempseys Dilemma endet nicht mit dem Ende des Films, emotional ist die Lage anders als in der heutigen Zeit, in der jeder vernünftige Mensch weiß, dass die Freiheit einzelner dort enden muss, wo sie andere ohne jedes Gewissen schädigt. Hätte Dempsey sich eindeutig für eine Richtung entschieden, hätte er also doch einen Stern gefunden, dann hätte er das Angebot der Kleinrancher angenommen, die ihn als einen der ihren in die Gemeinschaft aufnehmen wollten, nachdem er an ihrer Seite gekämpft hat.

Doch Dempsey träumt weiter von der großen Freiheit, von der er doch weiß, dass es sie in der Form, wie sie ihm ein freies und zielloses Leben ermöglichte, nicht mehr geben wird und geben kann. Der Film ist also ein Plädoyer für die Zivilisation und die Eindämmung allzu exzessiver wirtschaftlicher Ambitionen, zeigt aber in der Figur von Dempsey Rae auch großes Verständnis für die Romantiker des Westens, die mitansehen müssen, wie ihre unendliche Welt versinkt, in der es hinter dem Horizont immer nur neuen Horizont gibt.

Wenn man den Bogen weit spannt, kann man daraus die Frage unserer Zeit ablesen: Wie weit darf die wirtschaftliche Freiheit des Einzelnen gehen, wenn wir weiter auskömmlich zusammen auf diesem Planeten leben wollen? Dempseys Planet ist hier Wyoming, nachdem Texas eingezäunt ist, wir aber haben keinen Ersatz, zu dem wir weiterziehen können, wenn die saftigen Weiden unserer Epoche, die Bodenschätze und Ressourcen der Erde durch hemmungslose Expansion vernichtet sind.

Der Western eignet sich hervorragend als Kapsel, in der philosophischen und weltanschaulichen Betrachtungen enthalten sind, weil er archaische Szenarien zeigt, weil in diesen Szenarien die Prinzipien des Seins und das Handeln der überwiegend monolithisch strukturierten Charaktere nicht durch alle möglichen Zwischentöne und zu viele komplexe Zusammenhänge marginalisieren.

Dennoch viel Humor. Im Grunde ist dies ein sehr ernster Film, und ein warnender. Aber da gibt es noch die Figur des Cowboys Dempsey, welche die Leinwand beherrscht und die wird von Kirk Douglas zu virilem Leben erweckt. Sein Spiel ist überragend und ohne jedes Fragezeichen. Wie er Humor und Stärke gleichzeitig zeigt, das ist eine der schönsten Westernfiguren-Darstellungen, die wir bisher gesehen haben.

Ob dieser Luftikus und Bänkelsänger und in wieweit der wütende, aufbegehrende Mann in diesem manchmal so kommod wirkenden Typ realistisch ist? Eher nein, aber das macht nichts. Er strahlt ungeheure Spannung und Dynamik aus, kann von einem auf den anderen Moment komplett seine Ausstrahlung wechseln – und ist doch immer dieser sehnige Typ mit dem kantigen Kinn und der scharf geschnittenen Nase, den man niemals unterschätzen darf, auch wenn er gerade im Saloon eine schöne Zeit verlebt und auf dem Banjo ein Liedchen zur Erbauung der anwesenden Damen spielt.

Wenn man sagt, die Schauspielerei in Hollywood hat sich in den 50er Jahren stark verändert, weil junge, gelernte Akteure die Leinwand bevölkerten, wenn man dabei vor allem an Marlon Brando, James Dean und Paul Newman und ihre Ausbildung im Method Acting denkt, dann muss man auch Kirk Douglas einschließen, der ebenfalls in New York sein Handwerk gelernt hat und zunächst auf Bühnen auftrat. Dies ist ein großer Vorteil für die schauspielerische Flexibilität und eine gute Voraussetzung dafür, sich in verschiedenstes Rollen einleben zu können, anstatt immer nur Varianten von sich selbst zu spielen, wie es die frühen Hollywood-Stars überwiegend taten. Douglas konnte sehr variantenreich agieren (was er ein Jahr später mit seiner Darstellung von Vincent van Gogh in „Lust for Life“ eindringlich unter Beweis stellt).

Zwei Jahre später spielte er an der Seite seines Freundes Burt Lancaster in „Zwei rechnen ab“ / „Gunfight at the O. K. Corral“, der vielleicht besten Version der berühmten, vielfach kinematografisch ausgewerteten Schießerei mit Doc Holiday und Wyatt Earp Ersteren darstellt – und ihm wirklich eine traurig-melancholische Prägung gibt, während Lancasters Wyatt Earp die lichtere Gestalt ist. Davon ist in „Mit stahlharter Faust“ nichts zu  spüren, selbst das Ende, das man immer schade findet, weil ein Mann weiterzieht, anstatt seine Bestimmung gefunden zu haben, weil dies ein Umherirren ist, ein Ausweichen, wo er doch weiß, dass sich alles ändert, weist eine fatalistische Gelöstheit auf, weil Kirk Douglas die Figur genau so agieren lässt. Der Wahrheit, dem Wandel der Zeiten, ist sich dieser Mann bewusst, aber er ist (noch?) nicht geneigt, sich davon endgültig einholen und vereinnahmen zu lassen.

Dramaturgie und Kinoversatzstücke. Interessant ist, wie der Film zwischen spannenden und gelösten Momenten pendelt. Nach dem dramatischen Anfang im Zug folgt eine ruhige Phase, in der Dempsey und Jeff einander näher kommen und der Junge vom Älteren fitgemacht wird für das Leben im Westen. Spielt der Film mit Versatzstücken oder sind es spätere Filme, die einige Szenen beinahe baugleich kopieren? Diese Initialisierung des jungen Mannes, gleichzeitig die Konstruktion als Buddy-Movie, die ist jedenfalls sehr bekannt und es bürgerte sich in der Folgezeit ein, dass es einen solchen jungen Mann gab, ein Greenhorn, das sich, manchmal im wörtlichen Sinn, die Sporen verdienen musste. Manchmal war das eine Nebenfigur, wie in „Rio Bravo“ (1959) oder „The Glory Seven“ (1960), manchmal auch der Protagonist, wie in „The Big Country“ (1958). Die Urversion des Vater-Sohn-Dramas im Western, „Red River“ (1948) zeigt einen anderen Verlauf, in dem zwar der Junge vom Älteren lernt, ihn am Ende aber als Mensch und intellektuell überflügelt.

Der Ehrenkodex, der in „Man Without a Star“ gezeigt wird, ist zwar klassisch, wird aber interessant variiert, die Dramaturgie hingegen ist ein wenig ungewöhnlich für die Zeit. Da sind geradezu lyrisch-stille und beschauliche Momente drin, die sehr gut die alte Freiheit, das unbekümmerte des Westens, wie Dempsey ihn schätzt und gerne behalten würde, aufzeigen. Stellenweise meint man, der Film wird sicher zwei Stunden dauern, sonst hätte man nicht so viel Zeit für derlei Szenen eingeplant. Ein Verdienst von King Vidor, dass er mit einem Ruck die Zügel in die Hand nimmt, als die Rancherin Bowman auftaucht, und die Handlung umso mehr Fahrt aufnimmt. Das steht dem Prinzip der stetig ansteigenden Spannung, wie es exemplarisch und gnadenlos in „High Noon“ vorgeführt wurde, zwar entgegen, aber deutet wieder in Richtung Realismus, ebenso wie die optische Gestaltung des Filmes (bei den Bahnszenen wirkt es sogar, als sei tatsächlich partiell aus einem fahrenden Zug heraus gefilmt worden, nicht mit Rückprojektion, wie 1955 in Hollywood noch üblich).

Insgesamt ist der Eindruck deutlich, dass sich der Film zwar seiner typischen Western-Elemente bewusst ist, aber er wirkt weitaus weniger stilisiert als viele Pferdeopern der 50er – dieser Mangel an Stilisierung unterscheidet ihn auch von der pointierteren Variante des Italo- und Spätwesterns.

Finale

„Man Without a Star“ ist eine simple Geschichte um eine simple Entscheidung, vor die ein Mann gestellt wird. Diese Geschichte ist weitgehend frei von dem Pathos, welches der Titelsong suggeriert, der demgemäß ein wenig ein Fremdkörper  ist – allerdings ein Fremdkörper, der das Gefühl fördert, einen klassischen 50er-Jahre-Western zu sehen.

Modern und vorausschauend ist das Thema gezeigt und die Figur des Cowboys Dempsey trägt den Film wundervoll und bringt damit auch das Thema nahe an den Zuschauer. Die Figuren, die Kirk Douglas im Verlauf seiner langen Karriere gespielt hat, taugen nicht immer zur Identifikation, in „Man Without a Star“ ist das aber so – auch wegen des Humors, der hier nicht zu kurz kommt und doch so angelegt ist, dass aus dem kleinen, konzentrierten Werk keine Westernkomödie wird. Dafür sorgt schon die Eskalation des Konflikts zwischen den Nachbarn auf dem weiten Land, die sehr konsequent gezeigt und zu  Ende gefilmt wird.

„Man Without a Star“ kündet zwar von ewigen Widersprüchen und Konflikten, denen wir uns zu stellen haben, ist aber kein Epos. Die zuweilen beanstandeten Gewaltszenen sind nicht zum Kampf der Prinzipien stilisiert, sondern eher beiläufig, sind typische Erscheinungen des Lebens in einer rauen Welt, in der das Recht des Stärkeren mangels einer durchsetzungsfähigen Ordnungsmacht immer noch gilt – bis die Schwächeren sich auf ihre Art wehren und die wehrfähigen Guten ihnen zur Seite stehen.

Jede soziale Organisation, welche die Menge der kleinen Leute gegen mächtige Einzelne schützt, basiert auf dem, was auch im Film sichtbar wird: Der Ziehung von Grenzen gegen diejenigen, welche sich der Welt und anderer Menschen lediglich zur Anhäufung unermesslicher Vermögen bedienen wollen.

Eine kleine Hommage am Schluss sei beigefügt. Stand heute (31. Januar 2014) sind Kirk Douglas und Olivia de Havilland (beide geboren 1916) die letzten lebenden Legenden der goldenen Hollywood-Ära, wobei die Kinokarriere von de Havilland etwa ein Jahrzehnt früher begann als die von Douglas. Der Mann aus kleinen Verhältnissen, der im Kino nicht immer den strahlenden Held, sondern oft den zähen Burschen gibt, der sich durchschlagen muss, hat auch im wirklichen Leben eine äußerst robuste Konstitution. Wir hoffen, dass er an der Seite seines Schauspielersohns Michael der erste A-Grade-Hollywoodstar wird, der ein ganzes Jahrhundert erleben darf. Nachtrag anlässlich der Publikation im Jahr 2020. Unser Wunsch ging in Erfüllung. Kirk Douglas verstarb am 5. Februar 2020 im Alter von 103 Jahren.

81/100

© 2021, 2017, 2014, 2012 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) und kursiv: Wikipedia

Regie: King Vidor, Drehbuch: Borden Chase, D. D. Beauchamp nach einem Roman von Dee Lindford, Produzent: Aaron Rosenberg, Studio: Universal Pictures.

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