Die Amme – Tatort 1161 #Crimetime Vorschau 28.03.2021 #Tatort #Wien #Eisner #Fellner #ORF #Amme

Crimetime Vorschau 28.03.2021, 20:15 Uhr Das Erste | Titelfoto © ORF, Pedro Domenigg

Vertrautheit ist durch nichts zu ersetzen außer durch noch mehr Vertrautheit

Gefühlt war „unten“ erst gestern, der 25. Fall, denn Moritz Eisner und Bibi Fellner zusammen gelöst haben. Offenbar sind einige mit den Corona-Drehs besser klargekommen als andere. Nun ist ein Intervall von elf Filmen nicht so überragend kurz, aber „Krank“, das Vorletzte von Bibi und Moritz war die Nr. 1141. Normalerweise bringt ein Jahr 35 bis 40 Tatorte hervor, daher stimmt der Eindruck schon: drei Filme mit einem Team innerhalb eines Zeitraums von Oktober bis März ist dicht, außerdem kam die „1136“ mit dem Titel „Pumpen“ ebenfalls nur wenige Monate zuvor. So sind innerhalb von etwas mehr als einem halben Jahr nicht weniger als vier neue Wien-Tatorte ausgestrahlt worden – ohne es geprüft zu haben, das kommt mir rekordverdächtig vor.

Die beiden Wiener, die nun noch eine dritte Person hinzukriegen werden, sind also vertraute Gesichter und, soweit es mich betrifft, Gesichter, denen man vertrauen kann. Harald Krassnitzer äußert sich immer wieder mal in den Medien, fällt dabei aber nie mit Statements auf, über die man im Sinne der Vernunft den Kopf schütteln müsste, bei Adele Neuhauser kommt das nach meiner Wahrnehmung seltener vor, aber ihr soziales Engagement ist bekannt. Es macht mir nichts aus, dass schon wieder ein Wiener Tatort kommt – vor allem aber, weil man sich die beiden auch darstellerisch immer ansehen kann. Das ist und bleibt, neben einer guten Handlung, das Wichtigste. Gute Handlungen waren zuletzt ein wenig seltener zu beobachten oder sie waren nicht mehr ganz so gut wie zu jener Zeit, als die beiden zum Ermitteln zusammenfanden, zehn Jahre ist das nun auch schon wieder her. Solange gibt es auch den Wahlberliner. So lange beschäftigen wir uns mit Tatorten, indem wir sie rezensieren. Fast 1.000 Rezensionen sind bisher im „neuen Wahlberliner“ seit Juli 2018 für die Reihen Tatort und Polizeiruf 110 veröffentlicht worden, davon viele als Wiederveröffentlichung. Allerdings noch haben wir noch nicht alle der jüngeren Wiener Tatorte behandelt. Uns fehlt leider „Unten“, weil wir teilweise „nachhängen“ bei den Premieren.

„Lieber Harald Krassnitzer, werter Herr Oberstleutnant Moritz Eisner, alles Gute zum 50. Tatort-Einsatz! Die Figur Eisner ist damit in der Tatort-Stadt Wien diejenige mit den meisten Fällen.

Mit dem Fall „Die Amme“ feiert der Wiener Kriminalist also ein rundes Jubiläum, und selbstverständlich ist seine beste Freundin und Ermittlungspartnerin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) mit von der Partie. Die wird in dieser Episode geplagt von Schlaflosigkeit, reagiert entsprechend gereizt und ist nahezu verzweifelt vor Sorge um Samuel, einen entführten 10-jährigen Jungen. Wie so oft rennt der Kripo die Zeit im Tatort davon.

So leitet die Redaktion von Tatort Fans ihre Beschreibung zum neuesten Fall ein und man sieht: Überall Jubiläen! Der 25. von Moritz Eisner mit Bibi Fellner war ja auch gerade erst, siehe oben. Beide Redakteur*innen halten den Film für empfehlenswert.

„Krimi-Sonntag gerettet: Plötzlich wird es spannend“, heißt es beim SWR3-Tatortcheck: „Also, fassen wir zusammen: Wir haben einen Wien-Tatort mit erstklassigen Bildern aber mit mieser Stimmung und zäher Handlung? Nicht ganz. Am Ende wird der Tatort nämlich plötzlich spannender und flotter. Wie bei Schneewittchen: Man denkt, es bewegt sich nie wieder, und dann springt’s plötzlich quicklebendig aus’m Sarg. Macht für mich alles in allem drei von fünf Elchen.“

Nach dieser sehr anschaulichen Darstellung wollte ich mehr wissen und schaute im Spiegel bei Christian Buß nach: „Wien auf Crack – Ein Mann in Frauenkleidern, der Prostituierte tötet; eine schlaflose Ermittlerin, die Rat bei einer Dealerin sucht: Der neue Wiener »Tatort« ist ein schauriger Old-School-Thriller mit starker Optik.“ Dafür vergibt Buß 8/10. Kürzlich habe ich erstmals erlebt, dass es zu 10/10 bei ihm kommt, aber die Wertung für „Die Amme“ ist auch immer noch weit überdurchschnittlich, weil Buß die gesamte Skala von 0-10 verwendet.

Starke Optik finde ich immer gut, mit einer Ausnahme: Wenn mit ebenjener prächtigen Visualität schwache Drehbücher kaschiert werden sollen, und das kommt bei Tatorten nicht so selten vor. Bei TV Spielfilm steht zu lesen: „Harter Stoff! Ab-gründiger Thrill mit dramatischem Finale.“ Daumen hoch!

Wir schließen die Vorschau mit der Stimme von Tittelbach.TV ab. Dort wird der ungewöhnliche Ernst der neuen Wien-Episode hervorgehoben und es heißt, dies funktioniert sogar, wegen der vielen Abgründe und besonders Bibi werde emotional gefordert. Klar, der Täter bringt Frauen um. Was wir unbedingt erwähnen sollten: Es handelt sich nicht um einen Whodunit, der Täter ist für die Zuschauer*innen recht früh ersichtlich, einige Kritiker vergleichen „Die Amme“ und seinen Psychopathen-Darsteller mit Lars Eidingers Interpretation in „Der stille Gast“ und in „Die Rückkehr des stillen Gastes“, beides Tatorte, die Sascha Arango für die Kiel-Schien geschrieben hat.

Die Wiener ohne Schmäh? Man soll nie den Sonntag schon freitags loben oder anzweifeln. Wir werden es am 28.03.2021, um 20:15 in DAS ERSTE sehen.

TH

Handlung

Anonym wird in den frühen Morgenstunden der Fund einer Toten in einer trostlosen Wohngegend gemeldet. Jana Gruber ist in ihrem Haus überwältigt und brutal getötet worden. Indizien deuten darauf hin, dass die Frau als Prostituierte gearbeitet und dass sie ein Kind hatte. Doch das Kinderzimmer ist verwaist, von dem Kind, einem zehnjährigen Jungen, fehlt jede Spur.

Der anonyme Anrufer wird ermittelt, und erstaunlicherweise gibt es einen Akt zu ihm: Gustav Langer ist früher öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten und kannte das Opfer – als Freier – bereits länger. Aber ist er auch Janas Mörder?

Moritz und Bibi zweifeln daran. Schon sehr bald jedoch erkennen sie Gemeinsamkeiten zwischen dem aktuellen Fall und einem ungeklärten Mord vor einiger Zeit. Die Möglichkeit der Existenz eines planmäßig agierenden Serientäters alarmiert die Ermittler*innen zutiefst. Die Kommissare sind bis aufs Äußerste gefordert, sie ermitteln bis zur Erschöpfung gegen die Zeit und einen psychopathischen Mörder.

Besetzung und Stab

Oberstleutnant Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
Majorin Bibi Fellner – Adele Neuhauser
Oberst Ernst Rauter – Hubert Kramar
Gerichtsmediziner Prof. Werner Kreindl – Günter Franzmeier
Kriminalassistentin Meret Schande – Christina Scherrer
Ermittler vom Grazer Drogendezernat Janko – Max Mayer
Prostituierte Jana Gruber – Susi Ramberger
ihr Sohn Samuel – Eric Emsenhuber
der Junge Tommi – Filip Wyzinski
Wave, Drogendealerin aus der Disco – Sophie Aujesky
Zeuge Gustav Langer – Christian Strasser
Ex-Prostituierte Christa Koller – Andrea Wenzl
Bardame – Ewa Placzynska
Zivilpolizist – Sebastian Thiers
Polizist – Helmut Frauenlob
Polizistin – Judith Rumpf
u.a.

Drehbuch – Mike Majzen
Regie – Christopher Schier
Kamera – Thomas Kürzl
Szenenbild – Veronika Merlin
Schnitt – Nils Landmark
Ton – Klaus Kellermann
Musik – Markus Kienzl

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