Immer die verflixten Frauen (Ask Any Girl, USA 1959) #Filmfest 417

Filmfest 417 Cinema

2021-03-26 FF 0417 Immer die verflixten Frauen Ask Any Girl USA 1958

Ask Any Girl ist ein amerikanischer romantischer Comedy-Film von1959 unter der Regie von Charles Walters mit David Niven , Shirley MacLaine und Gig Young . Es wurde von Metro-Goldwyn-Mayer produziert . [2]

Leider ist es wirklich zu lange her, dass ich den Film gesehen habe, als dass ich darüber spekulieren könnte, welche Punktzahl er bei einer Neusichtung erhielte; vermutlich war das Anschauen am vorletzten Tag des Jahres 1988 das erste und letzte Mal. Der Film zählt allerdings zu Produktionen des Jahres 1959, denn die US-Premiere fand am 21. Mai 1959 statt. Nach Deutschland kam diese romantische Komödie am 9. Oktober 1959.

Wenn ich an Shirley MacLaine in jenen Jahren denke, dann selbstredend und vor allem an ihre Rolle in „Das Appartement“ von Billy Wilder, und darin spielt sie an der Seite von Jack Lemmon so gut, dass sie für den Oscar nominiert war (Lemon ebenfalls). Den gewann Elizabeth Taylor für ihre Rolle in „Butterfield 8“. Eine Fehlentscheidung, die wohl dadurch zustande kam, dass sie wiederum nicht für ihre herausragende Darstellung in „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ zwei Jahre zuvor prämiert wurde. Meine Assoziationen mit Shirley MacLaine, die Jahre 1959-1960 betreffend, haben heute also wenig mit „Ask Any Girl“ zu tun, aber viel damit, dass ich sie als Schauspielerin in einigen großen Komödien noch immer sehr schätze und dass Billys Appartement auf der Liste meiner Lieblingsfilme ganz weit vorne platziert ist. Er gewann den Oscar als „Best Picture“ und Wilder für die beste Regie.

Wir wollen aber diesen Artikel nicht beenden, ohne zu verraten, was Starkritiker Boslew Crowther von diesem Film hielt. Ich hatte eine gewisse Vorahnung, die sich bestätigte:

Laut Statistik, wie in „Ask Any Girl“ (…) zitiert, gibt es in den USA ungefähr 5.000.000 mehr Frauen als Männer. Dies bedeutet, dass auf siebenunddreißig Männer achtunddreißigeinhalb Frauen kommen. Darüber hinaus kommen laut Statistik jeden Tag 226 Mädchen jeden Tag nach New York, um eine Karriere oder einen Ehemann zu suchen, vorzugsweise beides. Dies geht aus diesen Statistiken hervor, die eine Handlung ohne weitere Mühen für Gehirnschweiß seitens aller Betroffenen ziemlich gut formulieren (…) Bei aller gebührenden Rücksicht gegenüber dem Talent (…) von Miss MacLaine, müssen wir festhalten, die anderen jungen Damen scheinen es mehr wert zu sein, bei den Jungs zu landen als sie. (…) Zumindest ist Mr. Young temperamentvoll. Er hüpft mit der Freude eines völlig korrupten Playboys herum, der genau weiß, woher sein nächstes Mädchen kommt. Seine Lust ist erfrischend und wir sind froh, dass er nicht von Miss MacLaine begeistert ist. Wir möchten lieber daran denken, dass er für immer und ewig mit diesen anderen üppigen Mädchen in diesen wunderschönen Cinema-Scopic-Nachtclubs und Metrocolored-Apartments, die nur von Metro-Goldwyn-Mayer zur Verfügung gestellt werden konnten, Champagnergläser anstößt. (…) (2)

Außerdem wirft Crowther MacLaine eine zu defätistische Ausstrahlung und mangelnden Chic vor. Ein Glamourgirl war sie in ihren Filmen manchmal aber auch, wie etwa als „Irma la Douce“, ebenfalls unter der Regie von Billy Wilder (nicht von Charles Walters, der „Ask Any Girl“ inszeniert hat und bei MGM als Light-Musical-Spezialist bekannt war). Ob Crowthers Kritik mehr über den Film oder über den Kritiker und die Zeit aussagt, in welcher der Film und die Kritik entstanden sind und was der spezielle MGM-Konservativismus damit zu tun haben könnte, wage ich wegen der oben geschilderten Situation, dass ich den Film seit über 30 Jahren nicht gesehen habe, nicht zu entscheiden, spare mir einen spekulativen pseudofeministischen Kommentar. Jedenfalls hält der Starkritiker NYT das Ganze für oberfächlich, nicht maximal glaubwürdig und auch ihr Filmpartner David Niven kommt nicht so gut weg, wie man aus weiteren Passagen ersehen kann. Immerhin hatte Crowther den Vorteil, in der Stadt zu leben, in der die meisten amerikanischen Großstadtkomödien angesiedelt sind; was nicht bedeutet, dass seine Sicht objektiv sein muss.

(1) Kursiv: Wikipedia
(2) The New York Times, Archiv

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

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