Bitte am Samstag, 27.03., ALLE zum Housing Action Day 2021: Demonstration gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn #b2703 #HAD21 #HAD2021 #Frontpage #Mietenwahnsinn #Verdrängung #WohnenistMenschenrecht #Vergesellschaftung #DWenteignen

Frontpage | Housing Action Day | Häuserkampf

Am 6. April 2019 zog der Housing Action Day in Berlin mehr als 40.000 Mietende auf die Straße (unser Bericht), 2020 fiel er dem ersten Lockdown zum Opfer (wir hatten über die Vorbereitungen berichtet), ersatzweise gab es zwei kleinere Veranstaltungen im Juni und Aktionen wie diese im Oktober. Auch im Jahr 2021 schränkt uns alle die Corona-Pandemie ein. Doch dies ist kein Grund, nicht für besseres Wohnen weiterzukämpfen! Deshalb bitte alle, die können, morgen zum Housing Action Day 2021 in Berlin, Treffpunkt um 12 Uhr vor dem Roten Rathaus! Es folgt der Aufruf, dann ein Video von der gestrigen Pressekonferenz der Initiator*innen in der Kreuzberger Regenbogenfabrik. Im Anschluss ein kurzer Kommentar von uns.

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Trotz Mietendeckel und Pandemie geht die Verdrängung von Mietwohnungen und Gewerbe fast ungehindert weiter.

Deshalb fragen wir uns: Wie wollen wir leben?

Gemeinsam für eine solidarische Stadt!

Noch ist Winter im Zeichen der Pandemie, aber bald kommt der Frühling. Zeit für Träume und Visionen, Zeit für Protest und Widerstand. Lasst uns gemeinsam kämpfen für eine solidarische Stadt: 

Macht mit beim Housing Action Day 2021 am 27. März! (Rotes Rathaus, 12 Uhr)

Heraus aus der Krise

Eine würdevolle und sichere Wohnung ist die dritte Haut jedes Menschen und ein Grundbedürfnis. Während Menschen mit einer Wohnung zu Hause bleiben können, um solidarisch die Pandemie zu bekämpfen, können sich Wohnungslose auf der Straße und Geflüchtete in ihren Massenunterkünften kaum vor Corona schützen. Die häusliche Gewalt gegen Frauen nimmt zu. Während Immobilienkonzerne weiter hohe Renditen erzielen, müssen Mieter*innen in Kurzarbeit oder verlieren ihre Jobs ganz. Die schon zuvor zu hohen Mieten werden unbezahlbar. Auch Betreiber*innen von Kleingewerbe kämpfen um ihr Überleben. Während der Staat große Wirtschaftsbetriebe mit milliardenschweren Rettungspaketen unterstützt, wird die Kulturszene in den Lockdown geschickt und Begegnungsorte werden geschlossen. Auch hier herrscht Existenzangst. Arbeitsplätze werden vernichtet. Zudem droht ein großer Verlust an Inspiration und gesellschaftlichem Austausch.

In der Krise verschärft sich die soziale Frage und damit auch die Mieten- und Wohnungskrise. Die Kluft zwischen Privilegierten und Nicht-Privilegierten wird tiefer und breiter. Das wollen wir nicht hinnehmen.
Deshalb fordern wir:

1) Wohnungen für alle!
Wohnungslose und Geflüchtete in Wohnungen oder Hotels unterbringen!
Leerstand beenden! Besetzungen legalisieren!
Mehr Plätze in Frauenhäusern! 
Zwangsräumungen, Versorgungssperren und Kündigungen verhindern!

2) Mietschulden erlassen!
Wohnraum, Kleingewerbe, Kulturszene und soziale Zentren sichern!
Keine Subventionen für hohe Mieten und Finanzinvestor*innen!

3) Mieten senken — Gewinne umverteilen!
Höchstmieten festsetzen!
Krisengewinne abschöpfen — Sonderabgabe zur Bewältigung der Corona-Krise!

4) Bodenspekulation beenden — Wohnungskonzerne vergesellschaften!
Wohnraum und Boden dürfen keine Ware sein!
Zusammen kämpfen für eine solidarische Stadt
Die Stadt als unser Lebensumfeld soll unsere Bedürfnisse widerspiegeln. Wir brauchen eine Stadt, wo das Glück und das Leben der Vielen mehr zählt als das Streben nach Macht und der Reichtum von wenigen.
Trotz der Pandemie gibt es starke Antworten. Wir kämpfen zusammen mit »Deutsche Wohnen & Co. enteignen!« für die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen und unterstützen die Forderungen nach einem bundesweiten Mietenstopp/Mietendeckel. Wir begrüßen die Arbeit von Mietervereinen und unterstützen den Aufbau von Mieter:innen-Gewerkschaften und anderen Formen der Organisierung von unten. Wir sind an der Seite aller Gruppen, die sich für eine antirassistische, feministische, klimagerechte und barrierefreie Stadt einsetzen, und rufen dazu auf, unsere Kämpfe zusammen zu führen. Vernetzen wir uns, um gemeinsam diese Stadt zu gestalten!

Auch über die Miet- und Wohnungsfrage hinaus fragen wir: Wie wollen wir gemeinsam leben?
In einer Stadt

… mit der Möglichkeit für jede*n zu wohnen, wie sie*er möchte …
mit einer gerechten Verteilung der Ressourcen und der gesicherten Erfüllung unserer Grundbedürfnisse …
mit Kultur, Toleranz und Räumen für unsere Unterschiedlichkeit …
mit einem respektvollen Umgang mit unseren Lebensgrundlagen ...
Träumt, spinnt Visionen und baut mit an der solidarischen Stadt!

Wir sehen uns beim Housing Action Day 2021!

Natürlich gibt es ein Hygienekonzept — achtet auf Abstand und tragt Mund-Nasen-Schutz!
Am Housing Action Day 2021 finden bundes- und europaweit Aktionen und Demonstrationen für ein Recht auf Wohnen statt.

Mehr Informationen hier: https://mietenwahnsinn.info/aktuelles/
Für den europaweiten Zusammenschluss hier: https://housingnotprofit.org/housing-action-day/

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Pressekonferenz vom 25.03.2021:

Kommentar

Ich erinnere mich gut an die Zeit vor etwas mehr als einem Jahr mit vielen tollen Aktivist*innen, als die Vorbereitungen zum HAD 2020 liefen, doch dann wurde alles jäh durch Corona gestoppt. Welch ein zeitliches Zusammentreffen. Welch ein Glück für die Politik, die ungehindert weiter Gentrifizierung in allen Schattierungen zulässt und bereits angekündigt hat, dass sie, offensichtlich unabhängig von der Lage in ein paar Jahren, den Mietendeckel wieder abschaffen will.

Aber der Mietendeckel ist es auch langfristig nicht, sondern Partizipation, Vergesellschaftung, Wohnen für alle. Deshalb richtet sich mein besonderes Augenmerk am morgigen Tag auf die Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“, die wir unbedingt unterstützen müssen. Ohne die Vergesellschaftung größerer Wohnungsbestände und die anschließende partizipative Bewirtschaftung durch die Zivilgesellschaft, sprich derer, die in den Häusern wohnen, wird das nix, mit der Stadt für alle. Das hätten auch diejenigen wissen müssen, die uns vor der Abgeordnetenhauswahl 2016 versprochen hatten, „wir geben euch die Stadt zurück“.

Niemand gibt (freiwillig) etwas, sondern es wird verdrängt, geräumt, eigenbedarfsgekündigt, Schlafplätze und Freiräume werden geraubt, linke Projekte zerstört, die wichtig für die Infrastruktur der Stadt waren, der politische Wille ist auch unter R2G, dass Berlin immer mehr so wird wie andere tote Betonburgen-Innenstädte.

Selbst die klotzige, stellenweise schon beim Angucken der Baustellen Depressionen auslösende und einfallslose Art, wie gebaut wird, wie unsozial, wie bullshit-businessmäßig, sagt eine Menge darüber aus, in welchem Geist dies alles entsteht und so unser System einen Schatten hat. Diejenigen, die in viel zu dicht aneinandergebaute, total überteuerte Wohnblöcke ziehen werden, werden noch merken, was ich mit Schatten meine.

Doch es wird immer Widerstand geben. Die wahnwitzige Idee des Kapitals, es könnte die Stadt von jedem Widerstand gegen seinen Durchgriff freiräumen, wird sich nicht verwirklichen lassen. Denn immer wieder aktivieren sich weitere Menschen, die bis dahin nur zugeschaut haben, gegen diesen Terror von oben. Einige radikalisieren sich auch, wenn ich das richtig beobachtet habe, die sich vor ein paar Jahren noch nicht vorstellen konnten, gegen die Bullenscheiße mit großem Mut und unter Einsatz ihrer ganzen Person anzukämpfen. Der Häuserkampf geht auf jeden Fall weiter. Der politische Kampf geht weiter. Egal, wer in Berlin nach der nächsten Wahl das Sagen haben und versuchen wird, Kapitalinteressen so gut wie möglich gegen die Zivilgesellschaft durchzudrücken.

TH

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