Terminator 3 – Rebellion der Maschinen (Terminator 3: Rise of the Machines, USA / DE / GB 2003) #Filmfest 419 | 5 Empfehlungen

Filmfest 419 Empfehlungen

Terminator 3 – Rebellion der Maschinen ist ein Science-Fiction-Film von Regisseur Jonathan Mostow aus dem Jahr 2003. Es ist die Fortsetzung der Filme Terminator (1984) und Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991). Der Film startete am 31. Juli 2003 in den deutschen Kinos.  

2021-02-12-filmfest-empfehlungen-2021„Mit der Terminator-Reihe, neuzeitlich ‚Franchise‘, haben wir uns bisher nicht beschäftigt.“, schrieb ich in der Einleitung zu „T1“ und vielfältige Gründe dafür ins Feld geführt, aber wenigstens tun wir es jetzt erst einmal in Form von Empfehlungsrezensionen, außerdem trifft das auch auf viele andere „Franchises“ (derzeit noch) zu.

Nach dem großen Erfolg von „T2“ war es erstaunlich, dass es nicht weniger als zwölf Jahre gedauert hatte, bis „T3“ herauskam. Mittlerweile untereilen wir die Zeitalter nach „vor Corona“ und „mit Corona“, vielleicht wird es auch ein „nach Corona“ geben. Aber mit dem 11. September 2001 wurde nach herrschender Ansicht ebenfalls eine neue Ära eingeläutet, die sich auch auf das Kino auswirkte: Es wurde düsterer und (noch) martialischer. Die Handlung von „T 3“ entspricht genau diesem Schema. Allerdings brauchen wir dieses Mal gar nicht erst nachzuschauen, ob der Film ins „Konzept Top 250 der IMDb aller Zeiten“ eingegliedert werden muss, denn die IMDb-Nutzer*innen geben im Durchschnitt nur 6,3/10. Offenbar kam das Apokalyptische, das vorerst ohne Erlösung gezeigt wird, doch nicht so gut an bzw. gerade deshalb nicht, weil die Wirklichkeit schlimm genug war. Vielleicht ist auch einfach der Film schlechter als seine beiden Vorgänger, denn Regie führte erstmals nicht mehr James Cameron, der bekanntlich ein Händchen für große Stoffe mit großem Aplomb hat.

Kritiken (1)

Der Film erhielt gemischte bis positive Kritiken. Das Filmkritik-Portal Rotten Tomatoes gibt für den Film 69 % positive Rezensionen an und er hat einen Metascore von 66 von 100 bei Metacritic.[4][5]

„Rasante Mischung aus Action- und Science-Fiction-Film, die mit aufwändigen, fast schon altmodischen Effekten unterhält, letztlich aber mehr von Selbstzitaten als der eigenen Imagination lebt. Während die Filmlogik gelegentlich hakt, steuert die Handlung konsequent einer bitteren, ethisch wie politisch fragwürdigen Botschaft entgegen.“ – Lexikon des internationalen Films[6]

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube? Je häufiger man die Apokalypse heraufbeschwört, desto näher kommt sie. Self fulfilling Prophecy. Wenn man so will, sind Publikum und Kritik in diesem Fall auf seltene Weise gestuft einig, wobei „T 3“ sogar tendenziell eher ein Kritikerfilm ist. Da die Wikipedia nur eine Rezension listet, müssen wir, um, wie üblich, mindestens fünf Lese-Empfehlungen zu erreichen, in der IMDb mehr nachforschen. Selbstverständlich schauen wir uns zunächst an, was Roger Ebert geschrieben hat, der für „T 2“ 3,5/4 vergab. Dieses Mal ist es ein Stern weniger, umgerechnet also 62,5/100. Nach seiner Ansicht basiert der Film auf einem anderen Konzept bzw. auf einer anderen Form von SF als die bisherigen und ist ziemlich oberflächlich, aber doch unterhaltsam.

Georg Seeßlen äußert in der Filmzentrale, der Film sei retrospektiv, sei 1980er, Heavy Metal, nicht Matrix, enthalte sogar eine (etwas banale) Liebesgeschichte zwischen Maschinen und erinnere an große (!) Western, in denen Männer, die eigentlich zu alt dafür sind, sich einer Herausforderung stellen und gerade dafür vom Publikum geliebt werden.

High Noon und fast alle John-Wayne-Filme lassen grüßen? Nicht, wenn man es vom Ende her betrachtet, das offenbar einen vierten Teil unabwendbar mitdenkt.

Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war. 1984 ist lang vorbei, fast 20 Jahre schon – verstri­chen der symbo­li­scher Stichtag für die Erfüllung von George Orwells disto­pi­scher Vision eines totalen Über­wa­chungs­staat unter den Augen des Big Brother. Wie lustvoll und unbesorgt wir persön­lichste Daten durchs Internet jagen, gegen ein paar Kaufhaus-Bonus­punkte eintau­schen, wie perfide einst Big Brother als real exis­tie­rendes TV-Gaudium sein würde, das freilich hätte Orwell sich in seinen schlimmsten Alpträumen nicht ausgemalt. (…) – Artechock, Thomas Willmann

Es folgt weiter unten in der Rezension der denkwürdige Satz: Denn auch Politik ist in gewisser Hinsicht eine Science Fiction-Genre: Sie fürchtet und wünscht sich bestimmte Arten der Zukunft – aber anstatt sie nur zu schildern, unter­nimmt sie ganz konkrete Anstren­gungen, die Tendenzen der Gegenwart wirklich in die entspre­chenden Richtung zu leiten. Man merkt, dass diese Rezension vor dem Beginn der Kanzlerschaft Angela Merkels geschrieben wurde. Insgesamt kann man von einer weit überwiegend positiven Rezension sprechen, die dem Film eigene Qualitäten abgewinnt, wenn er schon „T 2“ nicht in dem Sinne toppen kann, dass der Terminator noch einmal ernsthaft weiterentwickelt wird. Dafür ist Arnie Schwarzenegger nun schlicht zu alt.

Während es James Cameron in seinen Filmen stets gelang, Schwarzeneggers Schwächen zu kaschieren und seine Stärken buchstäblich zu kultivieren, hatte Mostow den selbst bewussten Megastar offenbar nicht so gut im Griff – oder ließ ihn ins offene Messer laufen. Der Nachwuchsregisseur bäckt in „Terminator 3“ trotz der fast unbegrenzten finanziellen Mittel, die ihm zur Verfügung standen, kleinere Brötchen. Zwar ist der Streifen isoliert betrachtet ein gelungenes, wenn auch wenig innovatives Stück Unterhaltung mit sämtlichen Zutaten eines Sommerhits. – Rico Pfirstinger, Filmreporter.de

Nicht nur der Film scheint demnach etwas prosaischer, die Kritik spiegelt das auch und versucht nicht, dem Film allzu viel Philosophie zu unterlegen oder gar SF-Philosophien miteinander zu vergleichen. Es ist allerdings ein Unterschied, ob man philosophisch an Filme herangeht oder, wie wir, eher politisch-psychologisch und an bis zu einem gewissen Grad an formalen Kriterien orientiert.

TH
 

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