Terminator 4 – Die Erlösung (Terminator Salvation / Terminator Salvation: The Future Begins) #Filmfest 432 | 5 Empfehlungen

Filmfest 432 Empfehlungen

Terminator: Die Erlösung (Original: Terminator Salvation) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Regisseurs Joseph „McG“ McGinty Nichol, der am 21. Mai 2009 in den USA und am 4. Juni 2009[3] in den deutschen Kinos anlief. Der vierte Teil der Terminator-Reihe ist die Fortsetzung zu Terminator (1984), Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991) und Terminator 3 – Rebellion der Maschinen (2003). Terminator: Die Erlösung war als erster Teil einer neuen Trilogie geplant,[4] die jedoch nicht zustande kam.

2021-02-12-filmfest-empfehlungen-2021„Mit der Terminator-Reihe, neuzeitlich ‚Franchise‘, haben wir uns bisher nicht beschäftigt.“, schrieb ich in der Einleitung zu „T1“ und vielfältige Gründe dafür ins Feld geführt, aber wenigstens tun wir es jetzt erst einmal in Form von Empfehlungsrezensionen, außerdem trifft das auch auf viele andere „Franchises“ (derzeit noch) zu.

Nach dem großen Erfolg von „T2“ war es erstaunlich, dass es nicht weniger als zwölf Jahre gedauert hatte, bis „T3“ herauskam. Mittlerweile unterteilen wir die Zeitalter nach „vor Corona“ und „mit Corona“, vielleicht wird es auch ein „nach Corona“ geben. Aber mit dem 11. September 2001 wurde nach herrschender Ansicht ebenfalls eine neue Ära eingeläutet, die sich auch auf das Kino auswirkte: Es wurde düsterer und (noch) martialischer. Die Handlung von „T 3“ entspricht genau diesem Schema. Allerdings konnte er nicht mehr an den Erfolg und vor allem den Ruhm anknüpfen, den „T 1“ und „T 2“ eingefahren hatten, die wir beide in unser Konzept „Top 250 der IMDb aller Zeiten“ eingegliedert haben. Auch „T 4“ ist davon weit entfernt und liegt mit einer Durchschnittswertung von 6,5/10 nur knapp besser als „T 3“ (6,3/10), Stand April 2021.

Terminator: Die Erlösung war von der Halcyon Company als Start einer neuen Trilogie geplant. Weil der Film vor allem in den USA ein eher mäßiges Einspielergebnis einfuhr, geriet das Unternehmen jedoch in finanzielle Probleme und verkaufte die Rechte an Pacificor.[7] Mit dem Verkauf der Rechte wurden auch die Trilogie-Pläne mit Christian Bale auf Eis gelegt.

Stattdessen wurde für das Jahr 2015 der Beginn einer neuen Trilogie mit Arnold Schwarzenegger in der Rolle als T-800 geplant.[8] Drehstart war der 21. April 2014.[9] Der erste Teil trägt den Titel Terminator: Genisys und kam im Juli 2015 in die Kinos. Der Film blieb ohne eigene Fortsetzung. Terminator: Dark Fate (2019) schließt an Teil 2 an und ignoriert alle weiteren Terminator-Filme.

Wer in „Batman Begins“ und in „The Dark Knight“ Erfolg hat, dachte man wohl, der muss einen Terminator-Film tragen können. Vielleicht lag es gar nicht am neuen Hauptdarsteller Christian Bale, dass auch T 4 nicht der Kracher wurde, den man sich zweifelsohne erhofft hatte. Wir spüren den Gründen für die eher durchschnittliche Performance in den Empfehlungskritiken ein wenig nach.

Kritiken (1)

Roger Ebert hatte T 2 noch 3,5 von 4 Sternen vergeben, bei T 3 waren es nur noch 2,5 und nun sind wir bei 2 angelangt und der Headline: „All Action, all the time.“ Auch Kritiker sind Opportunisten und hatten sich bei T 3 ein wenig verschätzt, denn der Film kam beim Publikum am Ende schlechter an als bei ihnen – dabei sollten gerade überbordende Actionfilme und Superheld*innenfilme aus prinzipiellen Erwägungen heraus hinterfragt werden. Weitr schreibt er:

Eines der ältesten Axiome Hollywoods lehrt uns: Die Geschichte steht an erster Stelle. Als ich „Terminator Salvation“ sah, kam mir der Gedanke, dass im neuen Hollywood das Storyboard an erster Stelle steht. Nachdem ich den Film unter die Lupe genommen habe, biete ich Ihnen meine Zusammenfassung der Geschichte an: Guy stirbt, findet sich wiederbelebt, trifft andere, kämpft. Das dauert fast zwei Stunden.

Ebert schließt seine Kritik mit dem Satz ab, Terminator 4 bietet alles, was ein Videospiel bietet, ohne die Mühe, es spielen zu müssen. Ich liebe seine Ironie und alle Kritiker*innen, die aus ihren Anfängen im Zeitalter von New Hollywood noch wissen, was ein Film mit Gehalt, Botschaft und gutem Spiel ist. Selbstverständlich gibt es das immer noch, aber selten im Hollywood-Mainstreamkino. Und so actionarm waren diese Filme der späten 1960er und 1970er gar nicht, nur eben zu realistisch, als dass man sie heute noch als Actionkino labeln würde.

Rüdiger Suchsland steigt auf Artechcock tief ins Philosophische ein, entschlüsselt den Diskurs und den Diskurs hinter dem Diskurs, allerdings auf eine Weise, die mich auch an Films noirs erinnert, und die zählen für mich auf ihre eigene Weise zu jenen, die viel vom Menschlichen zeigen. Mehr ganz sicher als die oben erwähnten Superheldenfilme, an denen ich mich tagtäglich auf kulturpessimistische Weise abarbeiten könne, es im Moment aber jüngeren und mehr mit dem aktuellen Kino befassten Kritiker*innen überlasse. Wir zeichnen hier die Linien nach, die ins Hier und Jetzt geführt haben und verlassen uns dabei auch auf kundige Menschen, deren Einlassungen wir empfehlen.

Der offene Diskurs des Films wird über die Frage des Wider­stands geführt. Wider­stand ist positiv besetzt, aber wann ist er nötig? Und was heißt Wider­stand? Der versteckte Diskurs, und da wird es proble­ma­ti­scher, kreist um die Frage der mensch­li­chen Freiheit.

Lesen Sie diese Kritik bitte ganz, ich fand sie besonders interessant und fühlte mich bereichert. Es ist in der Tat wichtig, auch solche Filme nach Subtext abzusuchen, obwohl sie das zumindest auf der sofort sichtbaren Ebene aufgrund ihrer Oberflächlichkeit gar nicht zu verdienen scheinen.

Nein, er ist nicht zurück: Der vierte Teil der »Terminator«-Saga muss ohne Arnold »I’ll be back« Schwarzenegger auskommen, was trotz oder wegen Christian Bale als John Connor nicht recht gelingen mag

So leitet Jörg Buttgereit bei epd Film seine Besprechung ein. Also doch Christian Bale als Negativfaktor? Sicher, Arnold Schwarzenegger ist durch niemanden zu ersetzen als durch jemanden, der noch mehr ist wie Arnold Schwarzenegger, und so jemanden gibt es nicht einmal im US-Kino. Nun stehen die Figuren, welche die beiden gespielt haben, ja unabhängig voneinander, aber der Terminator ist eben nur echt, wenn Arnie in ihm steckt. Nur wenige Franchises sind so extrem an eine Person gebunden wie die „Terminator“-Reihe und daher auch ohne Schwarzenegger schwer fortzusetzen. Buttgereit erklärt in seiner Kritik auch, warum Bale als Batman funktioniert hat, sein Spiel in „T 4“ aber eine Identifikation des Publikums mit seiner Figur verhindert. Einer der letzten Menschen wirkt demnach eher wie eine Maschine, welch Ironie.

Jan Hamm befindet auf Filmstarts.de:

Die düsteren Prophezeiungen waren gerechtfertigt: „Terminator – Die Erlösung“ verpasst die Chance, die rauschhafte Spannung und mythische Dimension der Originale aufzugreifen. Übrig bleibt ein kühl (ver)kalkulierter Blockbuster ohne Charisma – und einer der witzigsten und unfreiwilligsten Promo-Clips der vergangenen Jahre.

Dabei kommen nur zwei von fünf möglichen Punkten heraus, das ist verdammt wenig für diese Publikation, die bei Hollywoodfilmen weniger kritisch auftritt als zum Beispiel bei deutschen Fernsehfilmen – was nicht bedeutet, dass ich den Autor*innen unterstelle, dass sie beides mit denselben Maßstäben messen. Amüsant ist schon der Einstieg in die Kritik und auf welche Weise zufällig bekannt wurde, dass „T 4“ gedreht wird.

Björn Lahrmann schreibt dem vierten Terminator-Film in Manifest einen B-Movie-Status oder -charakter zu und skizziert sehr scharf die Ausformung der Action und was alles von anderen Filmen geklaut wurde. Seit das dystopische Kino sich mit fortgeschrittener Comuptertechnik verbündet hat, ist es allerdings auch schwierig geworden, etwas zu (er-) finden, was nicht irgendwie geklaut wirkt. Heute wird gerne vergessen, dass eigentlich alles mit dem ersten Mad-Max-Film begann, und der ist immerhin fünf Jahre älter als „T 1“.

Wer dann in Gedanken mal den Blick zurück riskiert ans Ende des ersten Teils – Sarah Connors roter Jeep, die verödete Wüstenstraße unter bleiernem Himmel, die Wolkenformationen, die wie Vorboten des nuklearen Fallouts aussehen –, wird vielleicht doch noch ein nostalgisches Tränchen verdrücken: Die Zukunft nämlich, die als Ahnung den ersten Filmen immer schon eingeschrieben war, hat in diesem Bild bereits ihre stärkste Ausformung gefunden. Dagegen waren die blassen Konkretisierungsversuche in DIE ERLÖSUNG, ganz den Zeitparadoxien der Serie gemäß, von jeher zum Scheitern verurteilt.

Und mit den fetten Kapitalen belasse ich es für heute, denn nichts ist schöner als eine Zeitschleife, die dort endet, wo alles so angedeutet wird, dass man sich den Rest hätte mehr oder weniger sparen können. Bis auf „T 2“ natürlich, der gemäß der Durchschnittsmeinung aller IMDb-Nutzer*innen, die ihn bewertet haben, der beste  von allen ist und vermutlich bleiben wird, wenn man das Franchise nicht mit einem ganz neuen Kern ausstattet, der – sic! – zurück zum Kern findet. Eine glaubhafte humanistische Botschaft, die sich nicht durch ihren eigenen Subtext entzaubert, wäre zum Beispiel nicht schlecht, um nicht zu schreiben, sie wäre in diesen Zeiten, in denen sich das Inhumane in den Menschen nicht nur an Kriegs- und Terrorschauplätzen, sondern fast an jeder Ecke zeigt, an der ein paar abgedrehte Idioten zusammentreffen, dringend geboten.

TH

Regie McG
Drehbuch John Brancato,
Michael Ferris,
David C. Wilson
Produktion Moritz Borman,
Derek Anderson,
Victor Kubicek,
Jeffrey Silver
Musik Danny Elfman
Kamera Shane Hurlbut
Schnitt Conrad Buff IV
Besetzung

 

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