Weites Land (The Big Country, USA 1958) #Filmfest 433

Filmfest 433 Cinema

Weites Land (Original: The Big Country) ist ein US-amerikanischer Wildwestfilm des Regisseurs William Wyler. Die Hauptrollen spielen Gregory Peck, Carroll Baker und Jean Simmons. Erstaufführungstag war der 1. Oktober 1958. Das Filmdrehbuch basiert auf dem im gleichen Jahr veröffentlichten Roman The Big Country von Donald Hamilton.

Heute geben die Nutzer*innen der IMDb durchschnittlich 7,9/10, „Weites Land“ stand aber nie in der Liste der Top 250. Das bedeutet, dass dieses Werk auf seinem Peak ist, denn der Einstieg in die Liste beginnt aktuell bei 8,1/10. Ich habe den Film mehrfach angeschaut und meine Rezeption deckt sich mit dieser anhaltenden Wertschätzung: Dieser Western  altert er nicht, sondern wird immer aktueller. Er zählt nicht nur zu meinen Lieblingswestern, sondern zu den Lieblingen unter meinen Lieblingsfilmen. Das einzige, was man sich fragen kann, ist, ob ein Film, dessen Actionszenen für die damalige Zeit so herausragend choreografiert sind, unter seiner zeitweiligen Schmissigkeit nicht die pazifistische Botschaft begräbt.

Ich meine, dem ist nicht so. Ich habe selten, gerade in diesem Genre, eine solche Einheit von Rhythmus, Darstellungskunst, Dramaturgie, verstärkt durch einen Hammer-Score, gesehen. Ich glaube auch, dass der Film ohne die Gewaltdarstellungen lächerlich gewirkt hätte und gerade der Kontrast zwischen den üblichen Westernmanierismen und dem Typ aus dem Osten, der alles in Frage und auf den Kopf stellt, für die richtige Fallhöhe sorgen. Wie aktuell das ist, kann man anhand des Gegensatzes zwischen dem brutalen Trumpismus, der vor allem ländliche Regionen heimsucht, und dem Versuch in den Städten, speziell an den Küsten, die Zivilisation zu wahren oder voranzubringen, nachzeichnen, den der Film beinahe prototypisch oder auch prophetisch behandelt. Gregory Peck hat sich mit der Darstellung der Figur James McKay selbst ein Denkmal gesetzt und fand in William Wyler einen Regisseur, der nicht nur seine Philosophie unterstützte, sondern auch einer der Besten in Hollywood bezüglich der Schauspielerführung war. Ich mag Peck nicht in allen seinen Filmen und habe, je nach Sujet des Streifens und dem Charakter, den er zu spielen hat, das Gefühl, er steht ein wenig neben sich und muss chargieren, aber hier passt alles, ähnlich wie bei seinem oscarprämierten Anwalt Atticus Finch in „Wer die Nachtigall stört“. Bei Wylers Filmen passt sowieso fast immer fast alles. Zu diesem Film werden wir demnächst eine neue Rezension oder eine Aktualisierung der vorliegenden veröffenlichen. Die Wertung (8/10) dürfte dabei noch einmal steigen.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie William Wyler
Drehbuch James R. Webb
Sy Bartlett
Robert Wilder
Jessamyn West
Produktion Gregory Peck
William Wyler für United Artists
Musik Jerome Moross
Kamera Franz Planer
Besetzung

 

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