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Es sieht in mehreren Ländern nach dem Ende aus. In einigen nach dem Ende der Pandemie, in den anderen, als seien die Politiker*innen mit ihrem Latein am Ende. Zu ersteren zählen Israel mit seiner fulminanten Impfkampagne, die USA, in Europa das Vereinigte Königreich. Die meisten Regierungen auf dem alten Kontinent wirken aber eher, als seien sie mit ihrem Latein am Ende. Die Frage nach härteren Maßnahmen führt in Deutschland hingegen zu mehr Zustimmung als noch vor wenigen Wochen.

Doch zunächst zu den Fakten: Inzidenz, Meinung der Bevölkerung, Länder in Europa mit den höchsten Fallzahlen, Darstellung Skandinavien.

https://de.statista.com/infografik/24436/neue-corona-faelle-der-vergangenen-7-tage-je-100000-einwohner/

Die Inzidenz ist nicht alles. Aber ohne eine halbwegs vertretbare Inzidenz kann man nicht einfach lockern, wie einige Unverantwortliche es auch in der Politik permanent fordern. Und die Inzidenz steigt, weil man bisher nicht konsequent genug war. Das Ende könnte also in diesem Fall sein, dass die letzten Draußen-Freiheiten der Bürger*innen gecancelt werden.

Die Zahl der Corona-Fälle je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen ist zuletzt wieder gestiegen und liegt aktuell bei 153. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Robert Koch-Instituts. In Thüringen stieg die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen dabei am schnellsten. Um die Sieben-Tage-Inzidenz schnell wieder zu senken, hat das Bundeskabinett am gestrigen Dienstag eine Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Dieses neue Infektionsschutzgesetz sieht insbesondere für Kreise oberhalb der Inzidenz von 100 ein Reihe von verschärften Maßnahmen vor, darunter Kontaktbeschränkungen, Schließungen von Geschäften, Kultur- und Sporteinrichtungen und nächtliche Ausgangssperren. (…) (Zur Grafik und zum Begleittext von Statista.)

Haben Sie gemerkt, was fehlt? Dass endlich die Wirtschaftsbetriebe für ein paar Wochen geschlossen werden und die „Arbeitgeber“ endlich Home-Office-Pflicht kriegen, denn freiwillig machen viele es nicht. Urlaub für alle für ein paar Wochen wäre weitaus besser als dieses unsägliche Hin und Her. Es war klar, dass mit den bisherigen Maßnahmen die Infektionsketten nicht durchbrochen werden. Deswegen ist auch die folgende Entwicklung verständlich:

https://de.statista.com/infografik/23810/umfrage-zur-angemessenheit-der-aktuellen-corona-massnahmen/

Bis vor kurzem hielt dem ARD-DeutschlandTrend zufolge mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Corona-Maßnahmen für angemessen. Aber mittlerweile macht sich Unzufriedenheit breit, wie die letzte Ausgabe des DeutschlandTRENDs zeigt. Nur noch 24 Prozent sind mit den aktuellen Regelungen zur Pandemiebekämpfung einverstanden. Dagegen gehen die Einschränkungen fast jedem zweiten Befragten – und damit mehr als in allen Umfragen zuvor – nicht weit genug. Ihnen gegenüber stehen 24 Prozent, denen die Maßnahmen zu weit gehen. (Zur Grafik und zum Begleittext von Statista)

Das Land ist mal wieder in einer wichtigen Frage gespalten, auch dank einer katastrophalen Corona-Politik seit dem vergangenen Herbst. Immerhin nehmen aktuell schon 46 Prozent der Befragten die Lage ernst, im März waren es erst 32, im Februar nur 24 Prozent. Mittlerweile gibt es deutliche Erfolge in anderen Ländern, auch wenn diese nicht alle auf dieselbe Strategie zurückzuführen sind. Es geht nichts übers Impfen, wie man in der folgenden Grafik erkennen kann:

Großbritannien macht nach über drei Monaten Lockdown wieder auf. Seit gestern sind die Pubs und Geschäfte des Landes wieder offen. Die Lockerungen sind eine Folge deutlich gesunkener Corona-Infektionszahlen.

Auch Premierminister Boris Johnson hat verlauten lassen, dass er sich am 13.04. ein Bier an einer öffentlichen Zapfstelle genehmigen werde. Derzeit wird er vielfach als Corona-Held gefeiert. Aber die Menschen vergessen schnell, deshalb helfen wir mit ein paar Zahlen nach. Mag schon sein, dass sie in Großbritannien beim Impfen effizienter sind, sogar ganz sicher, und vielleicht cleverer gedealt haben, mit den Impfstoffherstellern, obwohl die EU das Gegenteil behauptet. Man sieht ja nicht alles, vor allem nicht, was nicht öffentlich schriftlich festgehalten wurde. Aber das Vereinigte Königreich sieht überhaupt nicht gut aus, Corona betreffend. Dass wir in Deutschland vermutlich höhere Infektionszahlen hätten, wenn mehr getestet würde, haben wir mehrfach erwähnt (aus gegebenem Anlass: Wir haben nie geschrieben „im Maßstab 1:1“). Aber die Todesfallzahlen in Großbritannien sind immer noch die höchsten in Europa:

Leider ist der deutschen Bundesregierung und den Länderfürst*innen zuzutrauen, dass sie es schafften, Großbritannien noch zu überholen, aber auf die Bevölkerungsgröße gerechnet, hat das UK gegenwärtig fast doppelt so viele Tote zu beklagen wie Deutschland. Sicher hängt das auch mit der aggressiveren Virusform zusammen, die dort zuerst aufgetreten ist, aber unzweifelhaft damit, dass die Regierung Johnson und vor allem er selbst die Pandemie lange Zeit nicht ernst genommen haben. Großbritannien kam schon durch die erste Welle nicht besonders gut. Von einem beeindruckenden Abschneiden des Inselstaats, auch im europäischen Vergleich, kann immer noch keine Rede sein, auch wenn der Eindruck entsteht, Johnson deale typisch britisch-clever. Auf die Impfstoffbeschaffung scheint das zuzutreffen, aber genau an der Stelle eröffnen sich ethische Fragen. Schlechter als derzeit die EU kann man es als eine Gruppe „hochentwickelter“ Länder aber nicht machen.

Am anderen Ende der Inzidenzskala steht Schweden. Der schwedische Sonderweg der mehr oder weniger Freiwilligkeit von Corona-Maßnahmen ist hinlänglich diskutiert worden. So viele Covidioten wie in Deutschland gibt es dort sicher nicht, die Bürger*innen sind für ihr hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Gemeinsinn bekannt. Man kann sich vorstellen, wie in Deutschland die Fallzahlen bei ähnlicher Handhabe seitens der Politik wären. Vermutlich säße ich nicht am Schreibtisch und könnte sagen: Bis jetzt ging’s gut, weil irgendein AHA-Regeln missachtender und maskenverweigernder Charakter mich garantiert bereits angesteckt hätte. Kürzlich bin ichich in einem der sozialen Netzwerke über eine Grafik gestolpert, in welcher der schwedische Weg gehypt wurde, nach dem Motto: Die Zahlen sind auch nicht höher als anderswo in Europa, aber das alles ohne wesentliche Freiheitsbeschränkungen für die Menschen. An solchen Darstellungen sieht man entweder die Manipulationsfähigkeiten derer, die so etwas zu verantworten haben oder Formen von Beschränkungen, die dem etwas nachdenklicheren Teil der Bevölkerung immer wieder Verdruss bereiten. Niemand hat behauptet, dass es in Mitteleuropa gut oder gar hervorragend läuft. Das ist das eine, was die Grafik suggeriert hat.

Das andere ist, dass die anderen Nordländer darauf nicht ausgewiesen waren. Die Schweden werden ihre Performance jedoch nicht mit der von Querdenkerstadeln wie der BRD vergleichen, sondern mit Norwegen, Finnland und Dänemark. Und im innerskandinavischen Vergleich schneidet Schweden erschreckend schlecht ab. Sicher kann man sagen, Norwegen. das von allen nordischen Ländern bisher am besten durch die Pandemie kam, ist noch dünner besiedelt, aber auch das kleine und vergleichsweise dicht bevölkerte Dänemark, das zudem an die Covidioten-Hochburg grenzt, die wir alle kennen, liegt weitaus besser als Schweden. Die aktuellen Zahlen für die skandinavischen Länder:

Die Todesfallzahlen sind in Schweden pro Kopf der Bevölkerung derzeit ca. 1,5-mal höher als in Deutschland, dem steht der lockere Umgang mit der Pandemie vielleicht noch gerade als Ausgleich gegenüber. Aber sie sind 3,2-mal so hoch wie in Dänemark, 8,5-mal so hoch wie in Finnland und atemberaubende 10,7-mal höher als in Norwegen und die befreundeten Konkurrenten von nebenan sind der Maßstab, wenn die Schweden sich messen, und kein anderes Land. Denn bei vielen sozialen Aspekten sind sie immer noch weit vorne und generell besser aufgestellt als mitteleuropäische Länder, das sehen sie auch selbst so. Aber in Sachen Corona stimmt das Konzept nicht, das sieht man deutlich. Tägliche Todesfallzahlen werden in dieser Grafik schon lange nicht mehr ausgewiesen, aber gestern kam es zu fast 9.000 neuen Fällen. Auf die höhere Bevölkerungszahl umgerechnet, wären das in Deutschland fast 74.000 Neuinfektionen pro Tag. So viele gab es bisher im Stammland der Pandemie-Leugner noch nicht annähernd, der Peak liegt bisher bei 31.553 gemeldeten Neuinfektionen pro Tag, erreicht am 18. Dezember 2020. Einen Korrekturfaktor dürfen wir allerdings nicht verschweigen: Lange Zeit war Schweden noch dezenter unterwegs, beim Testen, als Deutschland, das hat sich in den letzten Wochen geändert. Das Verhältnis von Tests pro Einwohner (keine Mehrfachtestung derselben Person berücksichtigt), liegt jetzt bei 0,77 zu 0,61).

Die besorgniserregenden Zahlen, die im Begleittext zur Inzidengrafik für Nacharn wie Frankreich dokumentiert sind, gehen ebenfalls zum Teil auf wesentlich konsequentere Testung zurück. Wie oben geschrieben, das ist nicht der alleinige Faktor, aber ein wichtiger. Rechnet man ihn hinzu, relativiert sich nämlich auch eine Zahl, bei der Deutschland besonders schlecht auszusehen scheint: Die Todesfallzahlen, bezogen auf die Zahl der Infizierten, sie liegt hierzulande bei ca. 3 Prozent, üblich sind in Europa 2 Prozent oder etwas weniger.

TH

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