The Trial of the Chicago 7 (USA 2020) | 7 Empfehlungen | #Filmfest 454

Filmfest 454 Empfehlungen

The Trial of the Chicago 7 ist ein Thriller von Aaron Sorkin, der am 16. Oktober 2020 bei Netflix erschien. Der Film erzählt von den Chicago Seven, gegen die 1969 ein Prozess wegen Verschwörung und Aufhetzung angestrengt wurde. Im Rahmen der Oscarverleihung 2021 erhielt der Film in sechs Kategorien eine Nominierung, so als bester Film und für das beste Originaldrehbuch.

„The Trial of the Chicago 7“ ist einer der politischsten Mainstream-Filme der letzten Jahre und ein Netflix-Original. Er wurde auch bei uns in ausgewählten Kinos gezeigt, freilich nur kurz, und leider habe ich die 48 Stunden verpasst, in denen er auf Youtube kostenfrei anzuschauen war, so geschehen im Februar 2021. So kommt es vorerst nur zu einem Empfehlungsartikel, der unter anderem darauf fußt, dass es viele positive Kritiken gab und die IMDb-Nutzer*innen derzeit einen Durchschnitt von 7,8/10, das ist der dritthöchste Wert unter den Top 20 in der Popularitätsliste 2020 der IMDb, der Kritiker-Metascore liegt bei 76/100. Die eher negativen Kritiken sprechen von sich selbst wichtig nehmen, von Oberflächlichkeit und dem Filming von heute im Allgemeinen, das alles zu sehr in visuellem und in diesem Fall auch soundtrackmäßigem Wohlgefallen auflöst. Es ist eben kein Indie-Film; gelobt jedoch wird durchweg die darstellerische Leistung.

Kritiken

Der Film wurde von 90 Prozent aller bei Rotten Tomatoes erfassten Kritiker positiv bewertet und erreichte hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 7,8 der möglichen 10 Punkte.[32] Durch die Bank weg wurde dabei hervorgehoben, der Film sei hervorragend besetzt.[33][34][35]

Eric Kohn von IndieWire hebt dabei Sacha Baron Cohen hervor, der seinen Kollegen die Show stehle und einen ansonsten bühnenhaft wirkenden Film in etwas weitaus Überzeugenderes verwandele. Da er in der Rolle von Abbie Hoffman wie auch Jerry Rubin, gespielt von Jeremy Strong, von Anfang an wusste, dass sie „verarscht werden“, versuchten sie den Gerichtssaal zum Lachen zu bringen. Regisseur Aaron Sorkin nennt Kohn den amtierenden Maestro des Gerichtsfilms, der die Regeln dieses Spiels kenne, das er wie ein Profi spiele. Er sei sich des Potenzials dieser Materie bewusst gewesen, habe sich in diese eingelebt, und der genutzte wortreiche Schreibstil passe zu ihm.[36]

Stephanie Zacharek vom Magazin Time schreibt, The Trial of the Chicago 7 sei so flott wie andere Filme, für die Sorkin die Drehbücher schrieb, so Moneyball (2011) und Der Krieg des Charlie Wilson (2007), aber auch so scharfsinnig wie The Social Network (2010). Das Beste jedoch sei, dass er aus jedem einzelnen Schauspieler in dieser riesigen Besetzung das Beste herausholt, was dieser zu bieten hat. Jeder Charakter werde mit lupenreiner Klarheit dargestellt, und selbst das langsam aufkeimende Misstrauen zwischen bestimmten Mitgliedern der Gruppe wie die Verachtung des Intellektuellen Abbie Hoffman für die „Hayden-Shows“ sei fest in den Stoff des Films eingewoben: „Jedes Detail ist am Ende von Bedeutung“.[37]

Eddie Redmayne spielt Tom Hayden

Kathrin Häger schreibt in ihrer Kritik für den Filmdienst, so unterschiedlich Hoffman und Hayden als diese beiden Wortführer der Rebellion auch seien, in der gegenseitigen, abwertenden Unterschätzung glichen sie sich. Gewohnt stark erweise sich Sorkin im Etablieren einer eingeschworenen Gemeinschaft, deren Mitglieder sich untereinander kabbeln, während sie sich gegen den immensen Druck von außen wappnen: „Rasanter Aufstieg, tiefer Fall – und dann die umso größere Katharsis.“ Sorkin gelinge es auch, die Anschlusspunkte zwischen dem Hier und Jetzt mit der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung von damals zu verknüpfen, und im Grunde sei der Film „zutiefst patriotisch, aber im positiven und die Gesellschaft befriedenden Sinne.“[7]

Roger-Ebert-Kritiker Brian Tallerico bemerkt, der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Films, da die Gesetze gegen Protestbewegungen in den USA an Bedeutung gewinnen und eine der wichtigsten Wahlen in der Geschichte des Landes am Horizont steht, sei kein Zufall. Sorkin und Netflix hätten die Aktualität ihres Projekts verstanden. Der Film solle zu Gesprächen darüber führen, wie weit man seit den Unruhen von 1968 und dem anschließenden Prozess gegen die Männer in Chicago gekommen sei, denen vorgeworfen wird, sie hätten sich verschworen, um Gewalt auf den Straßen zu provozieren. Dennoch findet Tallerico den Film zu poliert: „es gibt keinen Schmutz unter den Fingernägeln, selbst nicht bei Jerry und Abbie.“ Hierdurch habe der Film nicht die emotionale Wirkung, die er haben sollte.[33] 

Eric Kohn von IndieWire hebt dabei Sacha Baron Cohen hervor, der seinen Kollegen die Show stehle und einen ansonsten bühnenhaft wirkenden Film in etwas weitaus Überzeugenderes verwandele. Da er in der Rolle von Abbie Hoffman wie auch Jerry Rubin, gespielt von Jeremy Strong, von Anfang an wusste, dass sie „verarscht werden“, versuchten sie den Gerichtssaal zum Lachen zu bringen. Regisseur Aaron Sorkin nennt Kohn den amtierenden Maestro des Gerichtsfilms, der die Regeln dieses Spiels kenne, das er wie ein Profi spiele. Er sei sich des Potenzials dieser Materie bewusst gewesen, habe sich in diese eingelebt, und der genutzte wortreiche Schreibstil passe zu ihm.[36]

Stephanie Zacharek vom Magazin Time schreibt, The Trial of the Chicago 7 sei so flott wie andere Filme, für die Sorkin die Drehbücher schrieb, so Moneyball (2011) und Der Krieg des Charlie Wilson (2007), aber auch so scharfsinnig wie The Social Network (2010). Das Beste jedoch sei, dass er aus jedem einzelnen Schauspieler in dieser riesigen Besetzung das Beste herausholt, was dieser zu bieten hat. Jeder Charakter werde mit lupenreiner Klarheit dargestellt, und selbst das langsam aufkeimende Misstrauen zwischen bestimmten Mitgliedern der Gruppe wie die Verachtung des Intellektuellen Abbie Hoffman für die „Hayden-Shows“ sei fest in den Stoff des Films eingewoben: „Jedes Detail ist am Ende von Bedeutung“.[37] 

 Peter Bradshaw schreibt im britischen The Guardian, man hätte den Film besser über Bobby Seale machen sollen, denjenigen, der aus rassistischen Gründen aus dem Prozess der ursprünglichen Chicago 8 herausgelöst wurde und der Film schieße selbstverliebt mit der Schrotflinte auf de Fisch im Wasser (auf Deutsch etwa: Mit Kanonen auf Spatzen) und delektiert sich daran, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.

Ich habe mir „The Trial of the Chicago 7“ vorgemerkt und finde ihn auch deshalb interessant, weil man ihn ganz sicher als Kommentar zu den bevorstehenden US-Wahlen im Herbst 2020 lesen kann.

TH

Kursiv: Wikipedia bzw. zitiert nach der Wikipedia

Regie Aaron Sorkin
Drehbuch Aaron Sorkin
Produktion Marc Platt,
Matt Jackson,
Stuart M. Besser
Musik Daniel Pemberton
Kamera Phedon Papamichael
Schnitt Alan Baumgarten
Besetzung

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