Ruben Brandt (Ruben Brandt, Collector / Ruben Brandt, a gyűjtő, HU 2018) #Filmfest 461 | 5 Empfehlungen | #GT

Filmfest 461 Empfehlungen + Geheimtipp

Ruben Brandt, Collector ( ungarische: Ruben Brandt, ein gyűjtő ) ist ein ungarischer Animationsfilm aus dem Jahr 2018 von Milorad Krstić  [ hu ; de ] . [3] [4] Es ist das erste Feature des in Slowenien geborenen Regisseurs, [5] der 1995 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin einen Silbernen Bären für den besten Kurzfilm gewann . [6]

Sind Sie Kunstliebhaber*in? Dann sollten Sie sich diesen Geheimtipp anschauen, über den der Filmdienst schreibt:

Fabulierfreudiger Animationsfilm über einen Kunsttherapeuten, der in seinen Albträumen von Figuren aus berühmten Gemälden heimgesucht wird und sich deshalb zum Kunstdieb entwickelt. Ruben Brandt – Film ∣ Kritik ∣ Trailer – Filmdienst

Folgende Gemälde kommen in dem Zeichentrickfilm vor:

In meiner Schreibgruppe wurde im Jahr 2020 die Aufgabe gestellt, eine Kurzgeschichte nach einem Bild von Edward Hopper zu schreiben. Es wurde nicht „Nighthawks“ ausgewählt, zu dem es mittlerweile auch eine ironische Corona-Variante mit komplett leerem Diner gibt, sondern „Automat“, das 15 Jahre zuvor entstand und entscheidend zum Durchbruch von Edward Hopper beitrug.

Zu jedem der obigen Bilder ließe sich mit Sicherheit eine großartige Story formulieren, aber sie alle in einer alptraumhaften Odyssee zusammenzuführen, ist eine besondere Idee und hat bei mir eine rasche Assoziation mit Dalìs Traumsequenz für Alfred Hitchcocks „Spellbound“ (1945) wachgerufen. Hitchcock kommt in „Ruben Brandt“ übrigens vor und es gibt ganz viele Genre-Zitate. Als er seine Suspense-Meisterwerke schuf, waren die Expressionisten noch selbst am Werk. Ein Bild von Dalì ist allerdings in der 13 Werke umfassenden Sammlung nicht vorhanden, die für den Film verwendet wurde. Ein wenig kunstbegeistert sollte man schon sein, wenn man den Film maximal genießen will. Alle obigen Bilder sind aber so bekannt, dass sie zumindest in der englischsprachigen Wikipedia über Links mit Informationen verfügen. Nachlesen und sich bilden geht also auch, bevor man „Ruben Brandt“ anschaut.

Warum wir den Film gerade heute vorstellen? Weil in Berlin nach geschlagenen sechs Jahren Sanierungszeit die Neue Nationalgalerie wieder (zumindeste symbolisch) geöffnet hat. Zunächst durch die Schlüsselübergabe am 29. Apri 2021, aber in Wirklichkeit wird sie wohl erst im Sommer wieder zugänglich sein, die erste Ausstellung ist für den August geplant. Als das Haus 2014 schloss, dachte ich, ob ich je noch einmal dort hingehen darf? Zuletzt wäre es wegen der Corona-Pandemie sowieso nicht möglich gewesen, aber ich habe mir vorgenommen, auf jeden Fall noch 2021 wieder einen Sonntagnachmittag dort zu verbringen, denn beim letzten Besuch bin ich mit all dem, was zu besichtigen war, nicht durchgekommen und der zweite Teil des Kunstspaziergangs fiel aus einem persönlichen Grund aus.

Nun aber noch ein paar Stimmen zum Film:

On review aggregator website Rotten Tomatoes, the film has an 81% score based on 63 reviews, with an average of 6.97/10. The site’s critical consensus reads, „Ruben Brandt, Collector is flawed from a storytelling standpoint, but the eye-catching animation is more than enough to make this offbeat thriller well worth watching.“[16]

Die meisten Thriller sind fehlerhaft, wenn man etwas genauer hinschaut, ich würde mich davon nicht abhalten lassen, sondern eher nach den Fehlern suchen und mich freuen, wenn ich etwas gefunden habe, ähnlich wie bei unseren Crimetime-Rezensionen. Der Metascore liegt mit 75/100 ähnlich wie der von Rotten Tomatoes, aber traditionell etwas niedriger.

Sheila O’Malley schreibt auf der Fortführung von Roger Eberts legendärer Webseite: Unter seinem Gemälde einer gebogenen Pfeife von 1929 verkündete René Magritte in Kursivschrift: „Ceci n’est pas une pipe“ („Dies ist keine Pfeife“). Sein Punkt war, dass man diese spezielle Pfeife nicht mit Tabak verpacken konnte, man konnte diese Pfeife nicht rauchen. Es war nur eine Darstellung  . Das Gemälde ist als „Dies ist keine Pfeife“ bekannt, aber Magrittes Titel dafür war weitaus interessanter: „Der Verrat der Bilder“. „Der Verrat der Bilder“ könnte der Untertitel für den Animationsfilm des in Slowenien geborenen Milorad Krstićs sein, ein flottes, glamouröses Art-Heist-Caper-Movie namens „Ruben Brandt, Collector“, in dem ein „Kunsttherapeut“ buchstäblich durch die Bilder, die er liebt, angegriffen wird.

O’Malley vergibt 3,5 von 4 Sternen und auch Harald Mühlbeyer ist bei „Kino-Zeit“ angetan:

„Ruben Brandt“ ist ein synästhetisches Ereignis. Es geht um Kunst. Um Film. Um Psychoanalyse. Um Musik. Um Albträume und Verfolgungsjagden. Es geht um Bewegung und Stillstand und Betrachten und Hineinrutschen in die fantastischen Welten, die der ungarische Künstler Milorad Krstić entwirft. Es geht darum, das Spektrum der Moderne zu umfassen und in Filmunterhaltung zu gießen – und das Ganze als hochamüsanter Animationsfilm.

Swantja Seberg schreibt auf „Kunst + Film“ abschließend:

Was das Sehvergnügen nicht mindert: Wer schon immer einmal die Welt komplett kubistisch oder surrealistisch sehen wollte, kommt bei „Ruben Brandt“ voll auf seine Kosten. Doch dieses Augenfutter-Feuerwerk ist keine Satire auf den zeitgenössischen Kunstbetrieb, wie der Originaltitel anzudeuten scheint: Diesem Thema geht der Film aus dem Weg – da wäre mehr drin gewesen.

Eine liebe Freundin von mir erfreute sich an einem kurzen und auf den ersten Blick simplen Dialog, den ich einst in ein einer Kurzgeschichte untergebracht hatte: A: „Man kann nicht alles haben.“ B: „Warum nicht?“ Es gibt keinen Film, in dem alles drin ist, keine Ahnung, warum. Vielleicht, weil die Welt selbst für die große Leinwand doch etwas zu groß ist. Aber eine Kunstreise ist „Ruben Brandt“ mit Sicherheit wert.

TH

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