Die Zeitmaschine (The Time Machine, USA 1960) #Filmfest 470

Filmfest 470 Cinema

2021-05-10 FF 0470 Die Zeitmaschine The Time Machine USA 1960

2021-02-06 Filmfest Cinema 2021„Die Zeitmaschine“, das Original, wenn man so will, zählt zu meinen „Schulfilmen“.

Wenigstens einen kinobegeisterten Deutschlehrer hatten wir, der solche damals schon als „alt“ geltenden Schätze vorführte. In meiner Grundschulzeit liefen Filme noch im dunklen Raum mit einem Projektor, meist waren es Lehrfilme, oft noch in Schwarz-Weiß. Es war magisch. Aber Filme wie „Die Zeitmaschine“ kamen einige Jahre später auf Video und sie wurden häufig im Fernsehen gezeigt. Auf die erste Verfilmung des gleichnamigen Romans von H. G. Wells traf das auch deshalb zu, weil sie in dem großen Paket von MGM-Filmen enthalten war, die von der ARD seinerzeit angekauft wurde. Vermutlich gibt es eine neuere Sichtung, also wird hier auch eine längere Rezension erscheinen. Falls nicht, werde ich „Die Zeitmaschine“ auf jeden Fall ausleihen, um ihn hier ausführlicher zu besprechen.

  • „Mit einer Wehmut darin, die der Science-Fiction sonst ganz abgeht […] Ein berührender Film auf eine Weise, wie es die meisten dieser Sorte nicht einmal anstrebten.“Joe Dante[7]
  • „unvergeßlich […] Und dann diese herrliche Zeitmaschine! Dieses viktorianische Dekor, die blinkenden Lichter der Anzeigen, die rotierende Kupferscheibe mit den wunderschönen Intarsien, der mit rotem Plüsch bezogene Sessel! Wie der Sitz eines luxuriösen Einspänners, um damit die Zeitlinie entlangzusausen.“Wolfgang Jeschke in Das Science-Fiction-Jahr 1997. Heyne, München 1997, S. 440 f.[8]

Ich muss beiden Rezensenten absolut recht geben und heute bekäme der Film mehr als 7/10. Vielleicht liegt es wieder daran, dass man selbst schon ein wenig durch die Zeit gereist sein muss, um zu entdecken, dass dies eines der philosophischsten SF-Abenteuer ist, die je gedreht wurden und dies in einem Stil, der heute nicht wiederholbar ist, wie leider auch die Neuverfilmung aus dem Jahr 2002 beweist. Die Intensität der Stimmung ist groß und ja, diese seltsame Melancholie beim Vergehen der alten Welt, die ist so deutlich spürbar. Sicher, am Ende werden die legendären Morlocks besiegt, aber wenn man bedenkt, wie die 800.000 Jahre zwischen der Zerstörung der Zivilisation durch einen Atomkrieg im Jahr 1966 und dem Zeitpunkt, in dem der Zeitreisende auftritt und die Geschichte beeinflusst, verlaufen sind, dann die kurze Zeit zwischen dem Entstehen des Films und heute an sich vorüberziehen lässt und wie die heutigen Tendenzen der Zivilisation sich ausnahmen. Nun ja. Es ist schon als großes Glück zu bezeichnen, dass es diesen Atomkrieg noch nicht gegeben hat. Nur zwei Jahre, nachdem der Film in die Kinos kam, auf dem Höhepunkt der Kuba-Krise, war es bereits kurz vor knapp.

Zeitreisen sind etwas zutiefst Faszinierendes, wie sich etwa in jenen Jahren, als ich „Die Zeitmaschine“ erstmalsgesehen habe, an der aktuellen „Zurück-in-die-Zukunft-Reihe“ erkennen ließ. Mich hat „Die Zeitmaschine“ in den 2000ern zu einer Kurzgeschichte inspiriert, die ins Humoristisch-Skurrile gedreht ist, nicht einmal den Versuch in Anspruch nimmt, philosophisch oder berührend zu sein und einen ersten Preis bei einem SF-Wettbewerb erringen konnte.

Die Nutzer*innen der IMDb vergeben aktuell 7,6/10 für „Die Zeitmaschine“, das ist eher knapp, aber zeigt doch, dass man das Einmalige und auch das Prototypische anerkennt. Ich würde den Film in die Top-250-Liste stellen, die aktuell eine Bewertung von 8,1/10 erfordert. Schwierig war die Auswahl des Titelbildes, da der Film solch eine Überfülle an fantasievollen Dekors und markanten Szenen aufweist. Ich habe mich aber nicht für eine Szene entschieden, welche die legendär gewordene spätviktorianisch designte Zeitmaschine zeigt, sondern mich für den Moment entschieden, in dem die Geschichte der Welt auf Datenträgern weitererzählt wird, die viel hübscher sind als heutige Festplatten und die das Paar zusammen zeigt, das am Ende, in einer fernen, fernen Epoche wohl sein Happy End finden wird.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Kursiv: Wikipedia

Regie George Pal
Drehbuch David Duncan
Produktion George Pal für MGM
Musik Russell Garcia
Kamera Paul C. Vogel
Schnitt George Tomasini
Besetzung

 

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