Roundup ++ Braves Kleines – Impfquoten nach Bundesländern ++ weltweit ++ rückläufige Zahl an Neuinfektionen ++ Maskenpflichtbefreiung für Geimpfte | #Frontpage | Lage #Corona ++ Umfrage | #Corona #Covid19 #DIVIGate #Maskenpflicht #Impfung #Vaccination #Saarland

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Heute möchten wir uns wieder dem Impfgeschehen zuwenden und zeigen erstmals den aktuellen Stand der Impfungen nach Bundesländern. Berlin war vor einigen Wochen noch relativ gut vorne dabei, das sieht jetzt anders aus.

Allerdings liegen die Impfquoten relativ dicht beinand, wie es sein sollte, denn wenigstens in dieser wichtigen Sache muss Gleichheit bzw. Ähnlichkeit der Bedingungen gegeben sein, gleich, wo in Deutschland man wohnt. Ich habe mich trotzdem gefreut, als ich gesehen habe, dass das Saarland auch mal ganz vorne ist und diesen historischen Moment im Bild festgehalten, sonst hätte ich die Seite https://impfdashboard.de/ ausschließlich verlinken können. Es geht bei dem Bild noch um etwas anderes: Die Bundesländer wenden offenbar unterschiedliche Strategien an, was Erst- und Zweitimpfungen angeht, das wird aus den einzelnen Möglichkeiten, die passende Grafik zu wählen, deutlich. So gibt es in Thüringen und Sachsen bereits 15 Prozent Zeitgeimpfte, im erwähnten Saarland hingegen nur etwas mehr als 11 Prozent, dafür haben dort aber wesentlich mehr menschen eine erste Impfung erhalten (41 Prozent gegenüber 32 und 33 Prozent).

Eine Erklärung, warum es doch merkliche Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt, findet sich hier:

Grundsätzlich werden Impfstoffdosen gemäß Bevölkerungsschlüssel verteilt. Nach Beschluss der MPK vom 19. März 2021 erhielten einige besonders von Mutationen betroffene Bundesländer Zusatzlieferungen (Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen). Das beeinflusst den Anteil der gelieferten Dosen sowie die Impfquoten der Länder.

Allerdings liegt das Saarland auch bei den gelieferten Impfdosen (ausreichend für 63 Prozent der Bevölkerung bei Verabreichung einer Dosis) deutlich vor allen anderen, es folgt Thüringen mit 57 Prozent. Ob man mit einer forcierten Zweitimpfungsstrategie oder mit der Methode, so viele wie möglich zunächst einmal zu impfen, besser fährt, hängt sicher von der konkreten Situation ab, wichtig ist vor allem, dass alle so rechtzeitig ihre Zweitimpfung bekommen können, dass optimaler Schutz gewährleistet ist.

Neuinfektionen und Inzidenz rückläufig, dritte Welle ebbt weltweit ab.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen lag zwischenzeitlich bei bis zu 900.000, inzwischen hat sie sich auf ca. 530.000 bis 700.000 ermäßigt.

Es hätte noch schlimmer kommen können. Die dritte Welle hatte in Deutschland sehr wohl die zweite übertroffen, allerdings nur an einem einzigen Tag, insgesamt stieg sie nicht ganz so hoch und vor allem waren die Todesfallzahlen um einiges niedriger als während der schrecklichen Zeit im Dezember und Januar, dieser Tag war der 14. April mit ca. 32.500 Neuinfektionen. Der Anlass zur Sorge, dass es tatsächlich zu Zahlen von über 40.000 Neuinfektionen täglich kommen könnte, war sehr berechtigt und hat zur sorgenannten Bundesnotbremse geführt.

Gestern kam es in Deutschland zu 7.067 registrierten Neuinfektionen und 62 Todesfällen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt landesweit aktuell bei 87, hat sich also gegenüber dem Höhepunkt der dritten Welle (176) mehr als halbiert.

Mittlerweile werden diejenigen, die entsprechende Modellrechnungen mit über 40.000 Neuinfektionen pro Tag aufgestellt haben, von der sattsam bekannten Fraktion der Leugner und Verharmloser verhöhnt, aber genau darum geht es: Dass die Berechnungen zeigen sollten, was passieren kann, wenn nicht dringend stärker eingegriffen wird. Und das Wetter natürlich. Wir wollen gar nicht bestreiten, dass auch der einsetzende Frühling das Geschehen beruhigen konnte, wie schon im letzten Jahr. Im Winter bzw. bei kalten Temperaturen ist die Ansteckungsgefahr eindeutig größer. Im letzten Sommer gab es schon viele Menschen zu sehen, die sich grob fahrlässig verhielten, es wurde mehr oder weniger maßvoll gelockert, trotzdem stiegen die Ansteckungszahlen erst im September wesentlich.

Wenn man nun etwas genauer nachdenkt, wird man darauf kommen, dass diese Zahlen durchaus Interpretationsspielräume eröffnen. Trotzdem führt an einer der Pandemie angemessenen Verhaltensweise nichts vorbei und da aktuell #DiviGate wegen der angeblich manipulierten Zahl der freien Intensivbetten trendet: Wir müssen uns leider auf die Zahlen verlassen, die wir haben, es sei denn, jemand zweifelt sie auf nachvollziehbare Weise an. Wir weisen z. B. schon lange darauf hin, dass in Deutschland eine auffällig hohe Todesfallquote zu beobachten ist und führen es überwiegend darauf zurück, dass weniger getestet wird als in vergleichbaren Ländern und dadurch viele Neuinfektionen (nicht gleichbedeutend mit Krankheitsfällen, diese werden dann sehr wohl registriert) nicht entdeckt werden. Aber auch, wer sich infiziert hat und keine Symptome zeigt, kann andere anstecken, deshalb ist das gemächliche Testen in Deutschland riskant und schafft unnötig viel Unsicherheit.

Trotz jetzt hoher Impfgeschwindigkeit: der Rückstand ist nicht aufzuholen

Die Impfkampagne hingegen hat sich bezüglich des aktuellen Tempos zu einer der besten in der westlichen Welt entwickelt. Allerdings darf der Hinweis darauf nicht fehlen, dass die Verspätung gegenüber Ländern wie den USA oder Großbritannien viele Menschenleben gekostet hat. Das werden wir nicht vergessen und auch nicht vergessen, weiterhin darauf hinzuweisen. Derweil wird längst über das nachgedacht, was nun angesichts sinkender Inzidenz und hoher täglicher Impfraten ansteht. Kann die Priorisierung beim Impfen aufgegeben werden? Dürfen Geimpfte mehr als andere Menschen? Wir hatten uns vor einigen Tagen so gestellt: Ja, dürfen sie, aber erst dann, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben. Gerade die Gegenseite strikter Anti-Corona-Maßnahme arbeitet jedoch vor allem mit dem Argument, dass auf diese Weise Imfgegner*innen vom sozialen Leben ausgeschlossen werden und damit ein Quasi-Impfzwang herbeigeführt wird, sogar für Kinder, wenn es denn so weit kommt, dass die Impfstoffe mehr und mehr für sehr junge Menschen freigegeben wird.

Von Kleinkindern kann bis jetzt aber keine Rede sein, die Altersgruppe 16 bis 12 Jahre steht derzeit im Fokus der Freigabeerweiterung. Bei der Gelegenheit dürfen wir daran erinnern, dass übliche Vorsorgeimpfungen durchaus schon bei kleineren Kindern durchgeführt werden und dass es in seltenen Fällen leider zu unerwünschten Reaktionen kommt; dass dadurch aber verschiedene früher für schreckliches Leid sorgende Krankheiten ganz oder beinahe verschwunden sind. Eine Nachricht aus den letzten Tagen, die uns weniger erfreut hat: Dass 2022 bereits eine Auffrischungsimpfung notwendig sein soll, damit der Schutz erhalten bleibt. Verständlich dann, wenn Impfstoffe an Mutanten angepasst werden, ansonsten doch irgendwie, sagen wir mal, nervig. Aber das letzte Wort zu den Langfristwirkungen von Covid19, wenn man sich angesteckt hat, wenn man daran erkrankt war und zu den Impfungen dagegen ist logischerweise nicht gesprochen oder geschrieben und da wir nicht glauben, dass die mRNA-Impfstoffe wirklich dafür gedacht sind, uns alle gefügig zu machen oder ähnliches, gehen wir halt zum dritten Mal hin, lassen uns eine Spritze setzen und schreiben anschließend einen klassenkämpferischen Artikel, um das Gegenteil zu beweisen.

Nun aber zur Umfrage: Sollen Geimpfte mehr Freiheiten erlangen, z. B. keine Masken mehr tragen müssen? Lesen Sie bitte erst den Begleittext von Civey, wir hatten uns spontan schon vor dem Lesen zu einer Antwort entschlossen:

Civey-Umfrage: Sollten vollständig Geimpfte Ihrer Meinung nach von der Maskenpflicht befreit werden? – Civey

Die USA haben die Maskenpflicht für Geimpfte weitestgehend aufgehoben. Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, muss fortan im Freien und in Innenräumen keine Maske mehr tragen, erklärte die Gesundheitsbehörde CDC. Auch Abstandsregeln sind für sie passé. In öffentlichen Verkehrsmitteln und in Krankenhäusern gilt die Maskenpflicht aber nach wie vor. Die USA konnte die Maskenbefreiung vor allem aufgrund ihrer erfolgreichen Impfkampagne anbieten. Obwohl die Impfungen in Deutschland nur sehr schleppend starteten, sind mittlerweile über ein Drittel der Menschen hierzulande einmal geimpft. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck warnt aber davor, die Coronakrise schon für beendet zu erklären. Die Zeit bis zur nächsten Welle im Herbst sollte ihm zufolge für Optimierungsprozesse genutzt werden. In der Vergangenheit versuchte die AfD bereits mit Klagen die Maskenpflicht aufzuheben, bisher ohne Erfolg. Dennoch werden auch hierzulande Lockerungen erwartet. In Baden-Württemberg und Berlin etwa darf nächste Woche unter bestimmten Bedingungen die Außengastronomie wieder öffnen.

Wir haben mit „unentschieden“ gestimmt. Der Grund ist nicht, dass wir gerne alle immer mit Masken rumlaufen sehen würden, sonst hätten wir „eindeutig ja“ angekreuzt. Es ist schon etwas Schönes, wenn das Leben wieder normaler wird und auch so aussieht und sich so anfühlt. Aber leider hat die Corona-Krise unser Misstrauen anderen gegenüber nicht geschwächt, sondern gestärkt. Wer kann bitte kontrollieren, ob alle, die in Geschäften beim Einkaufen plötzlich ohne Masken unterwegs sind, tatsächlich zwei Impfungen erhalten haben? Es reicht schon, dass einige sich bereits jetzt so verhalten, obwohl die Maskenpflicht noch gilt. Auf jeden Fall sollte sie, wie in den USA, im ÖPNV weiterhin für alle gelten und natürlich auch in Kliniken und Heimen. Wenn die Gastronomie schrittweise öffnet, wird es dort ohnehin keine Maskenpflicht geben und im sogenannten öffentlichen Raum besteht sie schon jetzt nicht. Man kann auch sagen, es wird etwas viel Aufhebens um gerade diesen Aspekt der Rückgewinnung von Normalität gemacht. Freilich lassen wir den Bereich der Schulen, Kitas und Unis dabei aus bzw. betrachten ihn nicht gesondert.

Was kommen wird

Mit Corona leben wird die Herausforderung der nächsten Zeit sein. So normal wie möglich. Mit der Erinnerung an die Verstorbenen, mit der Sorge für die längerfristig Erkrankten und der Beobachtung von Langfristfolgen, damit, dass das Virus immer noch da ist und sich verändern kann.

Der Kampf geht weiter

Eine Hoffnung aus den ersten Pandemiemonaten hat sich nicht bestätigt. Dass der Kampf gegen Covid19 die Reihen schließen und Menschen solidarischer machen wird. Im Gegenteil, ideologische und soziale Gegensätze sind noch stärker hervorgetreten. Vielleicht ist das sogar ein Vorteil, der bald seine reinigende Wirkung entfaltet, denn wäre dies alles längerfristig überdeckt worden, hätte man mit dem Verweis auf Corona jede soziale Forderung abweisen können, hätte dieser Umstand denjenigen Recht gegeben, die behaupten, genau dazu hätte man das Virus „erfunden“, nämlich, alle in Angst zu versetzen und, siehe oben, gefügig zu machen, den Gleichschritt zu organisieren, die vielen gesellschaftlichen Widersprüche aus dem Diskurs zu nehmen.

Das teilwiese im wörtlichen Sinne himmelschreiende Verhalten Vieler in den letzten Monaten hat bewiesen, dass von einer Art Gefügigkeitsdroge keine Rede sein kann. Uns ist auch nicht aufgefallen, dass diejenigen, die sehr wohl politisch sind, aber ansonsten brav ihren (systemrelevanten?) Job machen, nun demoralisiert wurden. Eher ist das Gegenteil der Fall, da hat sich einiges an Ärger angestaut, in Berlin auch dank jüngerer Entwicklungen wie dem gekippten Mietendeckel und dem anhaltenden Raid der Zwangsräumungskapitalisten und ihrer staatlichen Helfer auf wichtige Projekte.

Was uns beim Wahlberliner angeht: Ja, wir haben die Priorisierung angepasst und unsere Stimme bezüglich sozialer Proteste gesenkt. Wir beobachten aber weiterhin und ab Juni werden wir auch wieder von Ereignissen direkt berichten. Außerdem wollen wir uns verstärkt bei Online-Veranstaltungen „blicken“ lassen, zu denen wir eingeladen werden. Einen positiven Effekt hatte diese Krise auf jeden Fall: Es hat sich herausgestellt, dass persönliche Anwesenheit und damit auch entsprechender Verbrauch an Ressourcen für die Verfolgung mancher Events und die sachgerechte Bearbeitung vieler wichtiger Themen nicht notwendig sind. Wir hoffen, dass das nunmehr stark erweiterte Online-Angebot künftig bestehen bleibt. Man geht künftig also mit dem klaren Ziel irgendwo hin, Menschen zu treffen und nicht vorgeblich aus informatorischen Gründen. Hinter dem Info-Spin kann man sich nicht mehr verstecken und das ist gut so.

TH

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