Im Club der geimpften #Schlafschaf|e +++ Impfzahlen +++ #Spahn-Fails +++ Impfpass +++ FOMO-Rückkehr | #Frontpage | #covpass #Corona Lage #Impfung #Vaccination

Über Corona zu schreiben, ist glücklicherweise nicht mehr jeden Tag notwendig bzw. man fühlt diese Notwendigkeit nicht mehr so. Die Impfquote steigt, die Inzidenz sinkt, das Wetter wird besser, schrittweise werden Freiheiten wiedergegeben.

Informell sind es übrigens mehr Freiheiten als offiziell, weil manche Regeln schlicht nicht eingehalten wurden, von vielen jedenfalls. Kaum saß ich wieder draußen auf einen Wein, da erzählten mir Menschen, die wissen, wie es in der Berliner Geschäftswelt zugeht, wie mehr oder weniger fantasievoll Corona-Maßnahmen umgangen wurden und wie sich viele dachten: Nun erst recht. Nicht, dass man den Staat nicht immer schon beschissen hätte, aber jetzt erst recht, weil: endlich die passende Begründung! Die Pandemie passt vielen dermaßen gut in den Kram, dass man wirklich ins Nachdenken kommt. Vor allem natürlich denjenigen, die dadurch noch mehr Kapital noch einfacher akkumulieren konnten. Die überwiegende Zahl der Menschen sind aber immer noch brave Schafe, die zuletzt als Schlafschafe eine schmale Karriere gemacht haben. Ich sage: Wer schläft, sündigt nicht! Er denkt vielleicht auch nicht nach, wirklich nur vielleicht, aber die Gemeinschaft schädigt er in dem Zustand nur dann, wenn andere als seine ausführenden Objekte oder Subjekte tätig sind.

Seit dem Montag vor einer Woche zähle ich auch zu den voll geimpften Schlafschafen und ich bin stolz auf meine Risikobereitschaft. Das Mimimi von Menschen, die sich einfach nicht damit abfinden können, dass mittlerweile Impfstoffe in einem Tempo entwickelt und feldversucht werden, die man noch vor wenigen Jahren nicht im Traum oder im Schlafschafschlaf für möglich gehalten hätte, ist einfach nur nervig. Jemand muss vorangehen, sonst geht nichts voran, oder? Die schrägste Begründung für die Expressentwicklung, die ich bisher gelesen habe, geht dahin, dass alles durch mehr IT-Effizienz möglich war. Also hat man bis 2019 diesbezüglich – sic! – geschlafen. Die Begründung stand natürlich in einer IT-Fachzeitschrift.

Derweil wird in den USA bereits darüber nachgedacht, was man mit den mRNA-Impfstoffen noch alles anstellen könnte bzw. mit derselben Technik entwickeln könnte. In ein paar Jahren wird demnach wirklich alles gut sein, denn welcher Krankheit wäre ein mRNA-Impfstoff nicht gewachsen, welcher menschliche Schaden könnte nicht behoben werden, wenn man die Anwendungsbasis verbreitert. Warum bloß nicht früher? Siehe oben, einfach geschlafen. Bei allem, was nicht Corona betrifft, weil es diese Herausforderung damals noch nicht gab. Und, ganz typisch: Diejenigen, die eine kleine Auffrischung ihrer RNA am nötigsten hätten, die Corona-Leugner, wollen sich partout nicht impfen lassen. So, wie sie sind, in ihrem wenig erfreulichen Naturzustand belassen, werden sie immer weiter abgehängt, anstatt die einzigen Überlebenden der Pandemie zu sein, die es angeblich gar nicht gibt.

Und damit zu den Impfzahlen

Am 9. Juni 2021 wurden in Deutschland 1.280.338 Impfdosen verabreicht. Damit sind nun 19.857.285 Personen (23,9 % der Gesamt­bevölkerung) vollständig geimpft. Insgesamt haben 39.097.643 Personen (47,0 %) mindestens eine Impf­dosis erhalten. Die Zahlen gibt es hier.

Weiterhin geht aus den Grafiken des Impfdashboards hervor, dass immer mehr Impfungen die zweiten sind, also die Zahl der vollständig Geimpften nun stark ansteigt und dass die Hausarztpraxen für den starken Auftrieb der letzten Monate gesorgt haben, mittlerweile hat die dortige Impfquote etwa die Hälfte dessen erreicht, was bisher in Impfzentren geschah, dies in nur wenig mehr als zwei Monaten.

Demnach dürfte ich knapp unter den ersten 20 Prozent gewesen sein, wie schon bei der Erstimpfung. Ich habe gerade nachgeschaut, ich bin sogar am Beginn des 18. Perzentils gewesen, obwohl der zweite Pieks (es heißt Pieks, kommt von pieken oder pieksen, von „ein bisschen stechen“, alle anderen Schreibweisen sind Bullshit) um zwei Tage verschoben worden war. Die Diskussion darüber flammte wieder auf, ob nicht die Zeit zwischen Erst- und Zweitimpfung rein aus Opportunitätsgründen auf sechs Wochen gestreckt wurde und der Schutz bei diesem Abstand eben nicht mehr optimal ist, nachdem ursprünglich nur ein Dreiwochen-Zeitfenster für beide Impfungen vorgesehen war, vor allem, wenn man diese sechs Wochen dann auch noch bis zum letzten Tag ausnutzt. Schwamm drüber, weil der Schwamm, der Schwamm ist sowieso vollgesogen bis zum letzten Aufnahmefähigkeitstropfen, wenn nicht sogar darüber hinaus.

Derweil der Pass

Nun wäre es logisch, wenn der digitale Impfnachweis ausgestellt würde, und just ab heute soll dies der Fall sein. Damit man nicht immer Personalausweis plus Impfbuch mitnehmen muss? Bisher war mit dem Handy meines Wissens ohne Pass oder Perso keine vollständige Authentifizierung möglich, weil eine Impf-App eben kein Ausweisdokument ersetzt. Heißt das nun, dass trotz der Nachweis-App der Ausweis trotzdem immer mit muss? Eine Ausweistragepflicht existiert in Deutschland normalerweise nicht. Hier erst einmal das, was bisher bekannt ist: „CovPass“: Ab heute gibt es den digitalen Impfpass | WEB.DE

Ich seh’s entspannt. Wenn ich eh mit Ausweis muss, kann ich auch den Impfpass noch einstecken, ansonsten, eine App mehr oder weniger auf dem Handy, die mich etwas gläserner macht, was soll’s. Es ist eh glasklar, mit Covid19 und überhaupt.

Derweil der Rechnungshof und wieder die Schlafschafe

Als ich die Schlagzeile las, der Bundesrechnungshof rüge Jens Spahn für Corona-Maßnahmen, dachte ich, es käme nun die Diskussion auf, welche wirtschaftlichen Schäden insgesamt entstanden sind und welche vermeidbar gewesen wären, hätte man im Herbst 2020 nicht so zögerlich gehandelt, als die Infektionszahlen wieder anstiegen. Doch es geht nur um zu teure Masken und nicht kontrollierte Abrechnungen von Testzentren. Gerade letzterer Aspekt war gestern Abend ein Thema, nach dem Motto: Wieso waren wir so blöd, nicht ein Testzentrum aufzumachen? Weil wir eben Schlafschafe sind. Oder irgendeine Mischung, aber jedenfalls keine von denen, die sofort die Chancen ergreifen, die von der Politik so leichtfertig auf Kosten der Gemeinschaft angeboten werden. Und was infolge dieser Betrachtung noch alles an Themen aus dem Berliner „Wirtschaftsleben“ aufkam. Das wollen Sie gar nicht wissen, deswegen lassen wir’s auch weg. Wir sind ja eh nur sauer, weil wir Schlafschafe nicht daran teilnehmen oder doch nicht in dem Maß wie andere Arten.

Man kann es aber auch als ständig wachsende Gerechtigkeitslücke bezeichnen und es grummelt erheblich, in der Normalbevölkerung, das darf ich hier schreiben, ohne mich zu weit aus dem wg. schönem Wetter komplett geöffneten Fenster zu lehnen. Da man sich aber auf die Schlafschafe verlassen kann und darauf, dass sie nicht anfangen, übers Große und Ganze nachzudenken, sondern lieber Corona zu leugnen, werden die nächsten Wahlen wieder kaum Überraschungen bringen. Solidarität während Corona ist eine Sache, daran haben wir uns immer sehr eng, sehr brav gehalten, aber wir werden uns jetzt, wo sich die Lage beruhigt, genau anschauen, wer von der Sondersituation (wieder mal) am meisten profitiert hat.

Dazu haben wir diese kleine Info ausgesucht, über die ich gerade gestolpert bin: Private Vermögen trotz Corona-Pandemie weltweit auf Rekordhoch (24matins.de)

FOMO is back

Zurück zu uns Normalmenschen. Mehrfach haben Psychologen während der Krise behauptet, die Selbstmordrate sei nicht signifikant gestiegen. Eine Erklärung, die ich jetzt gelesen habe, finde ich interessant und stimmig. Zwar trudelten durch die Pandemie etliche Menschen in wirtschaftliche Schwierigkeiten oder diese verstärkten sich, aber auch der soziale Druck wurde geringer; nichts mehr zu verpassen, war kaum noch ein Thema. Auch, wer sich zu den Corona-Leugnern und zu denen gesellte, die rote Punkte in ihre Twitter-Profile stellten, dürfte damit zusammenhängen. Wer möglicherweise ganz froh war, mal ausspannen zu können und wer gerade in dieser Lage seine überschüssige Energie loswerden musste, daran entlang sind sicher viele grüne und rote Punkte verteilt worden.

Ich fand die ersten Lockdown-Tage faszinierend. Die plötzliche Ruhe mitten in der Stadt, die Reduzierung aufs Notwendige, das Kontemplative, das man sich angewöhnen musste. Mit der Zeit änderte sich die Wahrnehmung, vor allem aufgrund der Salamitaktik der Bundesregierung, aber ich kann verstehen, was in diesem Artikel dargelegt wird und auf ein Phänomen rekurriert, das vor allem mit der Zunahme des Einflusses der sozialen Medien zu tun hat. Allerdings: Den Zwang, das eigene Leben täglich im Internet breitzutreten, habe ich nie ganz verstanden, auch in Zeiten nicht, in denen es da mehr zu berichten gegeben hätte als in den letzten 15 Monaten.

Wenn Sie etwas mehr über FOMO, „The Fear of missing out“ nachlesen möchten, hier werden Sie fündig: Mit den Lockerungen steigt auch der soziale Druck – zum Leidwesen vieler | WEB.DE.

Dann verstehen Sie auch, dass Corona tatsächlich eine Chance für viele Dinge war, für die Justierung unserer Gewohnheiten beispielsweise oder mehr Nachdenken darüber, was die Welt zusammenhält und was sie zerstört. Eine Chance, welche die meisten von uns vermutlich nicht genutzt, ja nicht einmal erkannt haben. Weshalb nicht? Ich raune nur: Schlafschafe, die wir sind!

Ach ja, das hätte ich beinahe verschlafen: Die Inzidenz ist gestern auf 21,6 gefallen, es gab knapp 3.300 neue registrierte Infektionsfälle und die Todesfallzahl mit und wegen Corona betrug 98. Es geht voran, kein Zweifel.

TH

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