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Wir zitieren einen Artikel an, der selbst wiederum ein Zitat beinhaltet, welches eine gewisse Carolin Emcke auf dem letzten Grünen-Parteitag gehalten hat. Sie erinnern sich oder auch nicht, jedenfalls war es die Veranstaltung, auf der Annalena Baerbocks Kanzlerkandidatur bestätigt wurde, obwohl mittlerweile den Medien, die sie zunächst besonders unterstützt hatten, geradezu schlagartig eingefallen ist, dass das nichts werden wird. Zumindest nicht 2021. Vielleicht 2025, wenn die Dürre dazu geführt, dass wir in Städten wie Berlin doch Wasser von Nestlé kaufen müssen. Aber lesen Sie erst einmal, bevor wir weiter kommentieren. Die Passage stammt aus diesem Artikel Entenhausen und das Auswärtige Amt werden „woke“ von „Meedia“:

Auf dem Grünen-Parteitag wurde die Journalistin und Publizistin Carolin Emcke zugeschaltet und hielt eine Rede. Dort sagte sie u.a.:

„Die radikale Wissenschaftsfeindlichkeit, die zynische Ausbeutung sozialer Unsicherheit, die populistische Mobilisierung und die Bereitschaft zu Ressentiment und Gewalt werden bleiben. Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen oder die Virologinnen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscherinnen.“

Der letzte Satz ist der Casus Knacksus. Hat Frau Emcke da etwa die Juden-Verfolgung im Dritten Reich mit Kritik an Klimaforschern verglichen?

Die „Bild“, welche in der CDU usw. sind dieser Meinung, führt Meedia weiter aus, denn von dort stammt das Aufgreifen einer Sache, die wir nur noch in der Timeline verorten können, denn eine News ist es nicht mehr. Wir machen deshalb auch ein eigenes Fass auf, das uns schon länger im Wege steht, wenn wir den Pfad beschreiten wollen, den alle gehen, die mal richtig Dampf ablassen wollten: nach draußen, in die Freiheit. Das Fass steht sozusagen vor der Eingangstür und es ist die Springer-Presse. Ach ja, der Vergleich von Frau Emcke war schlecht und beweist, dass auch die Grünen nicht immer trittsicher sind, wenn es darum geht, nirgends anzuecken, weil man ja die „Mitte-Wählerinnen“ erreichen will. Manchmal geht es dann auch in Richtung von Whataboutismen, die geradezu verboten sind. 

Genau umgekehrt macht es die Springer-Presse: Sie hängt sich die Israel-Fahne um und denkt, diese sei ein Schutz gegen jede mediale Sauerei. Wer die aktuelle israelische Politik bedingungslos verteidigt (anstatt seriösen Journalismus über den Nahostkonflikt zu machen), ist nach deren Ansicht unangreifbar und kann im Gegenteil alle, die nicht nur diese Berichterstattung, sondern vieles andere, was in diesem Medienhaus vom Stapel gelassen wird, damit durchdrücken, dass er Menschen, die sich dagegen wenden, als antisemtisch anprangert. Das wird schon deshalb nicht funktionieren, weil die Springer-Blätter immer mehr an Einfluss verlieren. Die „Welt“ ist nur noch ein Schatten einer großen überregionalen Zeitung und die „Bild“ hat gerade noch ein Sechstel an Auflage wie in ihren „Glanzzeiten“. Vor allem stehen die Springer-Publikationen von Seite der neurechten Medien unter Druck, die den Rechtsextremen noch authentischer erscheinen und vor allem gegen das Establisment ausgerichtet zu sein scheinen. Selber Schuld, Springer-Presse. Es läuft ähnlich wie bei Politiker:innen etablierter Parteien, die zu weit nach rechts blinken. Aber dass man sich noch darüber aufregt, was bei „Bild“ und „Welt“ zusammengeschustert wird, das ist durchaus von Relevanz und deswegen fertigen wir auch mal einen Text dazu.

Ja, möglich, dass Axel Cäsar Springer aus Überzeugung gehandelt hat, dummerweise waren damals schon seine Blätter knallhart rechts und dass Linke die Springer-Presse angreifen für das, was sie ist, nicht, was andere sind, wird heute noch mehr als vor 50 Jahren flugs zu Antisemitismus umgedichtet von jenen, die ein ganz und gar nicht aufklärerisches oder ethisch hochwertiges Interesse daran haben. Wir können nicht verlangen, dass der Zentralrat der Juden in Deutschland die Springer-Medien bremst, wenn diese komplett einseitig aus dem Krisengebiet Palästina und Israel berichten und vielleicht auch nicht, wenn diese mit ihrem miesen Framing zur Stigmatisierung sozialer Kämpfe selbst antisemitische Stereotypen bedient, aber es müsste uns allen bewusst sein, dass heute das, was vielleicht die Gründer noch gelebt haben, nur noch eine Folie ist, hinter der man sich versteckt, um ungehindert mit Dreck zu schmeißen. Eine ziemlich durchsichtige Folie allerdings.

Besonders, seit Julian Reichelt alleiniger „Bild“-Chef ist, hat alles, was an der „Bild“ verabscheuenswert ist, neue oder auch die alten Dimensionen erreicht. Letztlich tut er damit jenen keinen Gefallen, die er angeblich verteidigt. Simple Geister gibt es nämlich überall und eine falsche gedankliche Abzweigung ist schnell genommen, wenn man die politischen Scheinwerfer nicht eingeschaltet hat, sondern mit intellektuellem Standlicht in diesen medial finsteren Zeiten und mitten in der Nacht unterwegs ist. 

Kürzlich tendete auf Twitter nicht zum ersten Mal #HaltdieFresseSpringer. Richtig ärgerlich: Dass es Antworten gab wie: Klar, die Antisemiten, weil nur Springer …  Sie wissen schon. Sind solche Reaktionen dumm oder besonders hinterlistig?  Auch in den sozialen Medien schmücken sich Menschen mit den falschen Flaggen. Denn das Hashtag galt nicht der Nahost-Berichterstattung, sondern Beiträgen zu den sozialen Protesten in Berlin, die von der „Bild“ mal wieder runtergemacht wurden, und in diesem Fall nicht einmal mit dem beschriebenen Übergriff „Wer es wagt, im Grunewald gegen soziale Ungleichheit zu demonstrieren, der ist Antisemit“. Dieses Framing, gerne genommen von Ulf Poschardt, kennen wir ja auch schon zur Genüge. 

Verteidige ich jetzt Frau Emcke? Sicher nicht. Emcke sei seine „Super-Intellektuelle“ und muss man so jemanden verteidigen? Der Ausdruck stammt von Meedia. Ich wäre froh, es gäbe wenigstens durchschnittliche Intellektuelle, an denen man sich orientieren, die man sich zum Vorbild nehmen könnte. Es gibt noch ein paar, aber die sind jetzt schon so alt, dass sie sich müde gekämpft haben und es gut sein lassen. Von ihnen kann man keine guten Tipps mehr erwarten. Ein paar noch nicht ganz so alte Personen sollten sich noch einmal in Wokeness schulen lassen, weil sie damit offensichtlich nicht groß geworden sind. Wie wir, aber wir strengen uns auch wirklich an, um Schritt halten zu können, während andere den Binnendoppelpunkt gleich weglassen, siehe oben. Ja, Diskriminierung hat viele Facetten, wenn man diesen Begriff ernst nimmt und nicht seinerseits missbraucht. In diesem Sinne: Es ist allemal honorabler, wenn Annalena bis zur Wahl noch den einen oder anderen Bock schießt oder ihrer Partei noch manchen Bärendienst erweist, als dass auch von dieser Seite Reden gehalten werden, die man zu leicht, allzu leicht als gar nicht „super-intellektuell“ und mit Unbedachtheiten gespickt entlarven kann. Annalena darf sich ab und zu mal eine fachlich-sachliche oder persönliche Blöße geben, denn die in ihrer aktuellen Ausprägung von den Grünen maßgeblich mitentwickelte korrekte Sprachverwendung kann sie, und das ist doch schon etwas, wie wir gerade am obigen Beispiel wieder gesehen haben. Es ist, zusammen mit dem Einsatz guter Fachkräfte, welche beim Regieren und die Marginalisierung pazifistischer Menschen vermeiden helfen, die es auch bei den Grünen noch gibt, mehr als die halbe Miete für das Wohnen im mittlerweile sehr exklusiven Haus der V… der Bevölkerungsparteien.

Es geht um einen Einzelfall, Frau Emcke ist bei allem, was sie sein mag, kein politisches Schwergewicht, das über die Zusammensetzung der nächsten Bundesregierung mitentscheiden wird. Doch die Springer-Presse werden wir noch „bespielen“, um auch mal einen neudeutschen Politik- und Medienterminus einzuflechten, wenn sie wieder versucht, soziales Engagement als Antisemitismus zu brandmarken. Denn langsam reicht es. Die Folie, die Springer verwendet, ist eben nur eine Folie, im Grunde eine Hülse, in der nichts mehr steckt als blanker Machiavellismus und, sagen wir’s doch offen, eine gute Portion Feigheit. Ein Schutzschild darf diese Folie oder Hülse jedoch niemals werden, dafür müssen wir als Zivilgesellschaft eintreten. Besonders freuen wir uns über jüdische Stimmen, die sich ein offenes Wort darüber gönnen, dass Springer die Millionen von Opfern des Holocausts missbraucht, um einige seiner rechten Spins unangreifbar zu machen oder zumindest deren Zielpersonen zu beschädigen. Vielleicht doch mal von berufener Seite ein Statement gegen die journalistischen Übergriffe dieser Mi… dieser Medienmacher? Hoffnung ist keine Forderung, wir haben das bereits erwähnt, weil wir nicht das Recht dazu haben. Aber wir wären unglaublich erleichtert, wir würden uns sehr, sehr freuen und es würde die Solidarität stärken, die wir im Kampf gegen Rechts doch alle miteinander üben wollen, damit die Demokratie erhalten bleibt und es nie wieder eine faschistische Diktatur in Deutschland geben kann.  

TH

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