Frau Schrödingers Katze – Polizeiruf 110 Episode 392 ::: #50JahrePolizeiruf110 #Polizeiruf #Polizeiruf110 #München #Eyckhoff #BR #Katze #Schrödinger #SchrödingersKatze

Crimetime Vorschau 20.06.2021, 20:15 Das Erste – Titelfoto © BR / Geißendörfer Pictures, Hendrik Heiden

Alles ist eins, aber jeder macht seins

In acht Tagen feiert die Reihe Polizeiruf 110 sein fünfzigjähriges Jubiläum. Am 27.06.1971 wurde „Der Fall Lisa Murnau“ als erste Produktion der Reihe vom DFF ausgestrahlt und wurde zu einem prägenden Format des DDR-Fernsehens, so, wie der „Tatort“ im Westen eine herausragende Stellung hatte und immer noch hat. Mittlerweile ist Deutschland wiedervereinigt, es gibt Tatorte und Polizeirufe, aber trotzdem hat man den Eindruck, die Einheit ist mehr eine juristische und politische Tatsache als ein gemeinsames Mindset in Ost und West. Dabei sollte es doch ganz anders sein:

Alles in der Natur ist miteinander verbunden, davon war der deutsche Physiker Werner Heisenberg fest überzeugt. Der Münchner Polizeiruf 110 mit dem Titel „Frau Schrödingers Katze“ greift jene Theorie auf und erzählt in tragisch-komischer Weise die Geschichten von einem entlaufenen Vierbeiner und einem Todesfall mit Fahrerflucht. Die ehrgeizige Polizeioberkommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff erkennt schließlich: Beide Fälle hängen offenbar miteinander zusammen, so unwahrscheinlich das auch sein mag. Ja, der eine Fall bedingt sogar den anderen.

So leitet die Redaktion von Tatort-Fans ihren Artikel zum 392. Polizeiruf ein. Ob das Verbundensein und das Lösen gut dargestellt sind, darüber gehen die Meinungen etwas auseinander. 4/5 und 2/5 stehen zu Buche. Für den Polizeiruf München steht viel auf dem Spiel. Nachdem man es geschafft hat, zweimal ganz an der Spitze mitzumischen, zunächst mit dem Team Tauber / Obermaier (Edgar Selge, Michaela May), dann mit dem Ermittler von Meuffels (Matthias Brandt), ist der Stab nun an die nächste Generation weitergegeben worden und selbstredend an eine weibliche Person derselben. Ich habe als Anhalt für die Rezeption seitens des Publikums der Polizeirufe leider nicht, wie bei den Tatorten, einen „Fundus“ zur Verfügung, der eine Gesamtrangliste mit Bewertungen führt. Die ersten beiden Eyckhoff-Fälle waren ungewöhnlich, aber ein wenig hinter den Topfilmen der vorausgehenden Epochen zurück, der dritte wird sicher wieder – genau, ungewöhnlich. Das ist auch der Anspruch des BR, die ausgefallensten Polizeirufe zu machen, das hat sich seit den 2000ern als Glücksfall für die Reihe erwiesen, die mit nur vier Schienen, nun wird wohl Halle als fünfte hinzukommen, ein großes Spektrum von Tonlagen und Herangehensweisen an das Thema Verbrecher:innensuche in den Zeiten der allgemeinen Verunsicherung abdeckt. 

Der Polizeiruf am Sonntag ist der letzte vor der Sommerpause. Die Folge kommt aus München, mit einer noch nicht so bekannten, jungen Kommissarin. Eine, die nie aufgibt, die sich voll reinhängt – und reindenkt. Und das bei einem sehr schlau gemachten Krimi, schreibt SWR3 Redakteur Michael Haas im SWR3-Check, der eigentlich „Tatortcheck“ heißt und damit das gleiche Problem hatte wie wir, als unsere Rubrik „Crimetime“ noch „TatortAnthologie“ benannt war. Das Fazit lautet: sehenswerter Krimi mit kleiner Liebesgeschichte und dafür gibt es 4 von 5 Elchen. Gut, dass wir schon 2 positive Stimmen haben, denn jetzt kommen wir zu etwas vollkommen anderem.

Dann lieber 20 Minuten »Big Bang Theory«Was Sie schon immer über Quantenphysik nicht wissen wollten: Der »Polizeiruf« fährt gespreizten Wissenschafts-Talk auf. Da ist auch die grandiose Verena Altenberger machtlos. Letzter ARD-Sonntagskrimi vor der Sommerpause. Immerhin wissen wir jetzt, dass Verena Altenberger als Kommissari Eyckhoff einen guten Job macht, denn wenn Christian Buß vom Spiegel es schreibt, muss es stimmen. Vom Krimi selbst ist er nicht begeistert, wie sich aus dem obigen Zitat erlesen lässt. Wir zitieren auch einen Dialog sozusagen derivativ, denn er stammt ja aus dem Film, dient Buß aber dazu, seine Feststellung zu untermauern, nach der es beim Kennenlernen der Frau mit der Liebesgeschichte und des Mannes, mit dem sie diese (kleine) Liebesgeschichte haben wird, zugeht, wie sich Nerds aus der „Big Bang Theorie“ wohl ein Date vorstellen:

Polizeioberkommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff – Verena Altenberger
Dienststellenleiter Attila Breitner – Heinz-Josef Braun
Polizist Dennis Eden – Stephan Zinner
Johanna Schrödinger, Besitzerin von Pandora – Ilse Neubauer
Schrödingers „Betreuerin“ Karin Meyer – Lilly Forgách
ihr Ehemann Michael Meyer – Ferdinand Dörfler
Jugendliche Vicky Neumann – Luna Jordan
Vickys Mutter Leonore Neumann – Franziska Rieck
Vickys Kumpel Gordon – Valtenino Fortuzzi
Gordons Freund – Leon Lechner
Notar Leopold Gaigern – Florian Karlheim
Physiker Adam Miller – Camill Jammal
Frau Schrödingers Katze Pandora – Zippo
u.a. 

Drehbuch – Clemens Maria Schönborn
Regie – Oliver Haffner
Kamera – Kaspar Kaven
Schnitt – Anja Pohl
Szenenbild – Renate Schmaderer
Ton – Alexander von Zündt
Musik – Arash Safaian

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