80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion – Gedenken, Mahnung | #Frontpage + Kommentar | #Russia #Russland #CCCP #UdSSR

Frontpage | Weltpolitik | Russland, Sowjetunion, deutscher Überfall im Zweiten Weltkrieg

Heute vor 80 Jahren begann das „Unternehmen Barbarossa“, startete mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Letztlich hat dieser Überfall die Wende im Krieg herbeigeführt, zusammen mit dem Eintritt der Amerikaner, aber dieser Überfall und der Russlandfeldzug haben auf beiden Seiten mehr als 25 Millionen Tote zusammen gefordert und war somit die verlustreichste kriegerische Auseinandersetzung der Menschheitsgeschichte, insgesamt forderte der Zweite Weltkrieg fast doppelt so viele Opfer.

Ob man daraus die richtigen Schlüsse hat, besonders in Deutschland und in einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeugen leben und berichten können? Was wir auf jeden Fall zu tun haben, ist, an diesen furchtbaren Tag zu gedenken, den Opfern des Freiheitskampfes der Menschen zu gedenken, ihren Angehörigen und Nachkommen in der Sowjetunion Respekt und Mitgefühl entgegenzubringen und endlich ein besseres Verhältnis zum heutigen Russland zu erreichen. Wir lassen nachfolgend jene sprechen, die sich intensiv mit der Aufarbeitung der Vergangenheit und die Opfer des deutschen Angriffskrieges von 1939 bis 1945 kümmern. Zunächst eine Erklärung der VVN-BdA, hier Potsdam, aber inhaltlich darüber hinaus gültig:

Bei dieser Gelegenheit wollen wir der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten dazu gratulieren, dass der Angriff auf ihre Stellung als gemeinnützig abgewehrt werden konnte. Es schien zwischenzeitlich, als solle in einem Land, in dem jede Lobby-Interessenvertretung des Kapitals Gemeinnützigkeitsstatus hat, ausgerechnet zivilgesellschaftliches Engagement gegen den Faschismus und für die Verfolgten der Nazis durch Entzug der Gemeinnützigkeit in de Wahrnehmung tatsächlich für die Gemeinschaft wichtiger  Aufgaben behindert werden. Zur Bestätigung der Gemeinnützigkeit hier. Wäre diese Gemeinnützigkeit nicht bestätigt worden, müsste man sich gerade an diesem Tag fragen, wie man mit jenen umgehen möchte, ob man ihnen noch in die Augen schauen darf, die nicht nur an einem herausgehobenen Jahrestag die Erinnerung pflegen und immerzu das „Nie wieder!“ in den Mittelpunkt ihrer Aufklärungstätigkeit stellen.

In der „Jungen Welt“ ist ein Interview der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen von Die Linke mit David Dushma, dem letzten lebenden Teilnehmer der Befreiung von Auschwitz durch sowjetische Armeeeinheiten, das wir als Lesestoff empfehlen möchten. Es ist anrührend, wie jemand, der ein hervorragender Sportler und Weltbürger, aber kein Politiker und ganz sicher kein Geostratege ist, sich bis heute fragt, wie es möglich ist, dass all dies geschehen konnte, was ihn in den Kampf gegen die Deutschen gezwungen hat. Seine Haltung ist  in Russland keine Ausnahme und dass die Menschen dort uns gegenüber mehrheitlich freundlich eingestellt sind, haben wir weder verdient, noch sollten wir so dumm sein, die Verständigung mit Russland Interessen zu opfern, die nicht unsere Interessen sein können.

In der deutschen Politik gibt es geschichtsvergessene Politiker:innen, sogar und besonders bei den Grünen, die geradezu revanchistische Ansichten vertreten, wenn man die praktischen Konsequenzen ihrer Einstellung, würde diese sich in der deutschen Politik durchsetzen, geopolitisch betrachtet. Dieser Einstellung müssen alle friedliebenden Menschen in diesem Land sich entgegenstellen. Während die Kanzlerin zumindest um die Historie weiß und trotz der Umsetzung einer fragwürdigen Realpolitik als führende Politikerin der EU nicht zum Scharfmachen neigt, ist es bei diesen erklärten Gegner:innen Russlands anders. Deshalb sehen wir auch die aktuellen „Einmischungen Russlands in den deutschen Wahlkampf“ zulasten der Grünen, falls es sie wirklich gibt, als legitim und als natürliche Reaktion auf deren bellizistisches und strikt antirussisches Gebaren an.

Leider schenkt die Öffentlichkeit diesen Auswüchsen viel zu wenig Beachtung und auch Zahlen, die uns erschrecken müssten: Dass sich nicht einmal zehn Prozent der jungen Menschen in Deutschland für Außenpolitik interessieren. Wer diesem Thema keine Beachtung schenkt, der kann nur ein sehr eingeschränktes Sichtfeld auch auf soziale und ökologische Belange haben. Und er kann die historische Bedeutung eines Tages wie jenes 22.06.1941 nicht ermessen.

Hingegen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich nun, wider Erwarten, um es ehrlich zu schreiben, mit seiner Rede zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, doch in die Reihe der deutschen Staatsoberhäupter nach dem Zweiten Weltkrieg eingereiht, die etwas Wichtiges zu sagen hatten und das Richtige gesagt haben. Damit hat sich nach langer Zeit wieder ein SPD-Politiker in die völkerverbindende Tradition der Kanzler Konrad Adenauer bezüglich der Aussöhnung mit Frankreich und der Stärkung Europas, Willy Brandt bezüglich der Aussöhnung mit Polen und einer besseren Verständigung mit der DDR und von Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker mit seiner Rede zum 40. Jaherstag des Endes der Naziherrschaft im Jahr 1985 gestellt. Viele Gründe, die SPD zu mögen, haben wir leider nicht, aber in diesem Fall gilt unsere Anerkennung dem Bundespräsidenten. Um die Zukunft zu gewinnen, müssen wir allen Opfer des Naziregimes den Respekt und die Freundschaft entgegenbringen, die sie verdienen, sie für erlittenes Leid entschädigen und wir dürfen auch berücksichtigen, wie offen die Menschen in Russland heute trotz allem uns gegenüber sind.

Hier ist die komplette Rede des Bundespräsidenten aufgezeichnet:

TH

 

2 Kommentare

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