Zwei Banditen / Butch Cassidy und Sundance Kid (Butch Cassidy and the Sundance Kid, USA 1969) #Filmfest 522

Filmfest 522 Cinema – Concept IMDb Top 250 of All Time (68)

 

 

Zwei Banditen (Originaltitel: Butch Cassidy and the Sundance Kid, auf neueren Veröffentlichungen des Films im deutschsprachigen Raum generell als Butch Cassidy und Sundance Kid bezeichnet) ist eine Western-Komödie von Drehbuchautor William Goldman und Regisseur George Roy Hill aus dem Jahr 1969. Der Film beschreibt das Leben der beiden sympathischen Zug- und Bankräuber Butch und Sundance und zählt zu den größten Kassenerfolgen seiner Zeit.

George Roy Hill (nicht zu verwechseln mit dem Action-Regisseur Walter Hill) stieg mit „Zwei Banditen“ in die Riege stilbildender Topkräfte auf, Robert Redford wurde durch seine Rolle als The Sundance Kid zum Superstar. Fünf Jahre nach diesem Western wiederholten er und Paul Newman ihre Rolle als erfolgreiches Gaunergespann bzw. ihre erfolgreichen Rollen als Gaunerduo in „Der Coup“ („The Sting“). Ich bevorzuge den Western, der endlich die Story dieses Genres in die moderne Zeit fortschreiben konnte und gleichzeitig einen sympathischen Gegenentwurf zum bereits etablierten, harten und auf den ersten Blick zynischen Italo-Western darstellt. Die Bildästhetik von „Zwei Banditen“ grenzt sich bewusst davon ab.

Selbstredend passte der Film in die Flowerpower-Zeit hervorragend, auch wenn der Summer of Love bereits 1967 war. Die Stilisierung der beiden Outlaws hat der moralisch orientierten deutschen Kritik natürlich wieder nicht gefallen, aber wir sind im Jahr 2021 und fragen: Was ist wohl das größere Verbrechen? Eine Bank zu berauben (deren Kundeneinlagen eh versichert sind), eine Bank zu gründen oder eine Bank von innen zu plündern, indem man sich als neurotischer, vom System so gezüchteter Händler verzockt und die Steuerzahlenden für die Verluste geradestehen müssen?

Der Film steht aktuell nicht mehr in der Liste der IMDb-Top-250, steht aber mit 8/10, der aktuellen Durchschnittsbewertung der IMDb-Nutzer:innen, die auch unserer Punktzahl aus dem Jahr 1989 entspricht, dicht an der Eintrittsschwelle und war lange Zeit platziert. Ebenfalls ein Western aus dem Jahr 1969, der Eingang in die Liste gefunden hat: „The Wild Bunch“ von Sam Peckinpah, ein rauer Gegenentwurf zum stellenweise geradezu poetischen, allemal philosophischen „Butch Cassidy and the Sundance Kid“. Elemente beider Werke fanden später im Neowestern ebenso Raum wie das Erbe der Italo-Western und der klassischen Variante des US-Genres, insofern kann man von einer Synthese mit unterschiedlicher Akzentuierung sprechen, die das heutige Bild eines Genres bestimmt, das wohl nicht sterben wird, solange es Hollywood gibt und solange sich ihm Topregisseure wie Quentin Tarantino („Django Unchained“ aus dem Jahr 2013) widmen.

TH

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Kursiv: Wikipedia

Regie George Roy Hill
Drehbuch William Goldman
Produktion Paul Monash,
John Foreman
Musik Burt Bacharach
Kamera Conrad L. Hall
Schnitt John C. Howard,
Richard C. Meyer
Besetzung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s