Gefangen im viralen Delta? | #Frontpage #Corona Lage | #Delta #Covid19 #Neuinfektionen #Covid–19 #Quarantäne

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Wir müssen heute nach längerer Zeit wieder einen Artikel zur Corona-Lage verfassen, weil die Lage es erfordert. In Deutschland lieg die Inzidenz „nur“ bei 5. Vor einigen Tagen hat Kanzlerin Merkel darauf hingewiesen, das sei dreimal so viel wie vor einem Jahr (damals lag sie bei drei, zur Zeit, als die Kanzlerin diese Anmerkung macht, bei etwa 9). Aber wir sind vom vergangenen Winter auch anderes gewöhnt als im Sommer 2020, nachdem die erste Welle recht glimpflich verlaufen war.

Nun kommt Delta. Der Anteil der Delta-Variante an den Neuinfektionen steigt rapide und deswegen zunächt hier eine Statista-Infografik:

https://de.statista.com/infografik/25185/infektionen-mit-der-delta-variante-des-coronavirus-in-europa/?utm_source=Statista+Newsletters&utm_campaign=4239199485-All_InfographTicker_daily_DE_AM_KW26_2021_Di&utm_medium=email&utm_term=0_662f7ed75e-4239199485-314693817

In England finden trotzdem derzeit Fußballspiele der EM 2020 statt (die immer noch so heißt, obwohl sie um ein Jahr nach hinten verlegt worden war, wegen ebenjenes Corona-Virus). Diese Spiele werden nicht vor leeren Rängen abgehalten, sondern in einem halbvollen Wembley-Stadion mit immerhin 45.000 Zuschauern. Ist das normal oder nicht?

Immerhin, eines scheint sich zu erweisen: Die sich derzeit rasch ausbreitende Variante scheint bei Geimpften einen weniger schweren Verlauf zu nehmen und da in Großbritannien bereits mehr als 50 Prozent der Menschen vollständig geimpft sind, scheint man sich zu denken: Verluste ja, aber es ist alles relativ, insbesondere, wenn der Kommerz sich mit großer Macht Bahn brechen will.

Immerhin kam es gestern in Großbritannien bei fast 23.000 Neuinfektionen nur zu drei Todesfällen. Einen gewissen Zeitversatz mitgerechnet, kann man in der Tat sagen, die Relation wird auch in den kommenden Wochen günstiger sein als während der zweiten und der dritten Welle. Großbritannien hat in Europa mit fast 130.000 Todesfällen die höchsten Verluste an Menschenleben aller Länder des Kontinents zu beklagen und liegt dadurch auch relativ mit knapp 1.900 Todesfällen pro einer Million Einwohner weit vorne.

In Deutschland ist die Zahl der Delta-Variante an den Neuinfektionen nominal die dritthöchste in Europa, so weist es die Grafik aus. Allerdings bitten wir Sie, die Zahlen anhand von Originalquellen zu überprüfen, denn spätestens bei Russland zeigt sich, dass eine Fehlberechnung vorliegen muss: 171 Delta-Fälle in vier Wochen sollen einen Anteil von 88,5 Prozent an den Neuinfektionen darstellen, Russland hatte aber alleine gestern 21.650 Neuinfektionen und musste über 600 Todesfälle beklagen.

Weltweit stagniert die Zahl der Neuinfektionen und der Todesfälle mittlerweile auf hohem Niveau, anstatt sich weiter zu ermäßigen. Zwischen 300.000 und etwas über 400.000 Neuinfektionen pro Tag sind alles andere als beruhigend und manche Länder, wie Brasilien, haben längst die Kontrolle über das Geschehen verloren, während andere, wie eben Großbritannien, aber auch Israel, wo das Virus aufgrund der fulminanten Impfkampagne beinahe besiegt schien, steigende Fallzahlen verzeichnen.

In Deutschland wird wieder einmal gewarnt, insbesondere natürlich von Karl Lauterbach. Leider ist der Abnutzungseffekt kaum zu übersehen und die Gefahr besteht, dass die Politik genau die gleichen Fehler wiederholen wird, die im Spätherbst 2020 zu einem massiven Anstieg der Fallzahlen geführt haben und zu einer zweiten Welle, die eine der heftigsten weltweit war, mit zeitweise vierstelligen Todeszahlen pro Tag. Infolgedessen verlor Deutschland seinen Status als vergleichsweise freiheitliches Land, das trotzdem gut mit der Pandemie umgehen kann. Dieser Verlust an Reputation und Menschenleben hätte niemanden überraschen dürfen, denn es gab und gibt kein Feld, auf dem die deutsche Pandemiebekämpfung vorbildlich ist.

Die Verbreitung der Delta-Variante in Deutschland ist derzeit sehr unterschiedlich und treibt vor allem im Südwesten die Inzidenz wieder nach oben, derweil wird Portugal, das tapfere kleine Land, das schon unter der Finanzkrise so sehr leiden musste, in Deutschland abermals zum Risikogebiet erklärt und wird wiederum Rückgänge beim Tourismus zu verzeichnen haben. Aber wenn sich, wie zuletzt, die Delta-Fallzahlen in Deutschland jeden Tag verdoppeln, werden auch die Gesamtzahlen bald wieder steigen. Von der Impffront kommen derweil gute Nachrichten: Fast 36 Prozent der Bevölkerung sind komplett gepiekt, die mRNA-Impfstoffe könnten relativ lange schützen und sie sind nach dem, was bisher bekannt ist, auch gegen die Delta-Variante wirksam, zumindest in der Form, dass sie die Zahl schwerer Krankheitsverläufe vermindern. Die Zahl der Erstimpfungen hat sich jedoch im Juni verlangsamt, vermutlich auch deswegen, damit der Zeitabstand zwischen Erst- und Zweitimpfung angesichts immer noch knapper Impfstoffe nicht größer wird, als von der Ständigen Impfkommission empfohlen.

Und wie sieht es mit der Ansteckungsgefahr aus? Wir werden es im Herbst sehen, wenn es kälter wird, wieder einmal. Wir sollten jetzt schon alles Wichtige erledigen, was einigermaßen planbar ist und vor Ort getan werden kann, denn es ist durchaus möglich, dass uns wieder ein Winter mit wenig Spaß außerhalb der eigenen vier Wände bevorsteht.

TH

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