Frank Patch – deine Stunden sind gezählt (Death of a Gunfighter, USA 1969) #Filmfest 527

Filmfest 527 Cinema

Frank Patch – Deine Stunden sind gezählt ist ein US-amerikanischer Western aus dem Jahre 1969. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lewis B. Patten, der 1968 veröffentlicht wurde. Der Film wurde zuerst in Europa aufgeführt, in Deutschland erschien er am 25. April 1969 in den Kinos.

Wir müsse uns schon beinahe dafür entschuldigen, dass es so häufig auf Western kommt. Gleich, ob wir der Chronologie des „Internationalen Filmverzeichnis Nr. 8“ folgen, wie gerade jetzt, oder ob wir zurückgreifen auf die archivierten Rezensionen und Entwürfe aus der Zeit des ersten Wahlberliners (2011 bis 2016) oder von Rote Sonne 17 (2017-2018) oder sogar komplett neue Rezensionen veröffentlichen, wie die heute geschriebene zu „The Tin Star„, es sind viele Western dabei.

Die 1950er und 1960er waren in den USA sehr westernlastig, das ist schon klar, und wir müssen im Rahmen der Erstellung des Gesamt-Artikelverzeichnisses unbedingt die Genres listen, zu denen Filme gerechnet werden können, dann sehen wir, ob unser Eindruck stimmt, dass Western in dem, was wir bisher rezensiert haben, bezüglich der USA und der beiden Dekaden von 1950 bis 1969 dominieren. Allerdings ist das, was wir mit „Frank Patch“ vor uns haben, bereits ein Spätwestern, während wir gestern Abend in die Zeit zurückgegriffen haben, als das Genre in voller Blüte stand.

Zu dem Film selbst kann ich wenig Neues anbieten, denn vermutlich habe ich ihn 1988 zum letzten Mal gesehen. Jedenfalls ist er mit der Sängerin Lena Horne in der weiblichen Hauptrolle interessant besetzt, während Richard Widmark zu den Darstellern zählt, die häufig in Produktionen des Genres eingesetzt wurden.

Bei der obigen Rezension fehlt erstmals eine Zeile, die mir eine bessere Einordnung erlauben würde: Wann habe ich ihn gesehen und wie bewertet? Ich vermute, dass er 7 Punkte bekommen hätte, an dieser Vermutung orientiere ich mich unten, weil keine Rezension ohne Bewertung und lasse dabei auch ein wenig die im Anschluss anzitierten Kritiken einfließen.

Das Lexikon des internationalen Films beschreibt die Produktion als „langatmiger, sonderbar rührseliger Western.“[1]

Für Roger Ebert von der „Chicago Sun-Times“ ist der Film ein „außergewöhnlicher Western.“ Er zeigt ein „liebevolles Porträt einer Westernstadt am Übergang“ ins 20. Jahrhundert.[2]

Howard Thompson von der New York Times lobt die Besetzung des Films des „gut gemachten Westens.“ Doch ist es in erster Linie der Richard Widmarks „glänzender Leistung“ zu verdanken, dass aufkommende Fragen (warum hält ein Marshal trotz Lebensgefahr so an seinem Amt fest?) das Werk nicht zur Farce werden lassen.[3]

Der „TV Guide“ hebt die seltsame Mischung der Regiestile von Totten und Siegel hervor, wobei Tottens Arbeitsweise als „tastend“, Siegels Arbeitsweise hingegen als„rasent“ bezeichnet wird.[4]

Der „TimeOut Filmguide“ lobt die Story des Films als „hinreichend interessant.“[5]

Was die einen als rühselig empfinden, erscheint den anderen liebenswert. „Sie sehen einen grünen Baum vor sich? Andere würden sagen, er ist rosa.“ Aus meinen Alltagsgesprächen exzerpiert. Warum ein Gesetzeshüter so an einem lebensgefährlichen Amt festhält, das zeigt wiederum der Verweis auf „The Tin Star“ von gestern Abend, da ist das auch ganz gut veranschaulicht: Es ist nicht immer alles rational erklärbar, nicht einmal, wenn es um das Suchen der Gefahr geht.

70/100

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Kursive Textteile: Wikipedia

Regie Alan Smithee
(Pseudonym für Don Siegel und Robert Totten)
Drehbuch Joseph Calvelli
Produktion Richard E. Lyons
Musik Oliver Nelson
Kamera Andrew Jackson
Schnitt Robert F. Shugrue
Besetzung

 

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