Hände hoch, Herr Trimmel – Tatort 112 #Crimetime 1016 #Tatort #Hamburg #Trimmel #Petersen #Höffgen #NDR #Hände #hoch

Crimetime 1016 - Titelfoto © NDR

Wieder ein Meilenstein. Ich bin beim Durcharbeiten der ARD-Mediathek im zweiten Jahrzehnt angelangt. Das wäre mir freilich noch nicht gelungen, wenn alle Sendeanstalten ihre Tatorte dort einstellen würden. Man munkelt, es hat auch etwas mit den Rechten an den Filmen zu tun, dass dieses permanente Angebot leider so unvollständig ist. Der NDR hat offenbar starke Rechte und ein souveränes Mindset. Das heißt aber auch, die Tatortanthologie, die mittlerweile in die Rubrik „Crimetime“ eingegliedert ist, kann auch mit der Mediathek nicht komplettiert werden. Aber der allererste Tatort in dieser Sammlung ist „Taxi nach Leipzig“ vom NDR – und dies war ein Fall für Paul Trimmel. Bereits 1969 gedreht, bevor beschlossen wurde, die Reihe zu eröffnen, nachträglich eingegliedert, wie einige weitere sehr frühe Tatorte.

Der erste Tatort aus den 1980ern, den ich unter Verwendung der Mediathek rezensiere, ist nun wieder ein Trimmel-Fall. „Hände hoch, Herr Trimmel“ war der zweitletzte Film mit diesem Tatort-Urgestein, bis zum letzten („Trimmel und Isolde“) dauerte es dann noch lange zwei Jahre. Wie aber war’s mit dem Film, in dem Trimmel in eine so unangenehme Position gerät? Dazu steht viel mehr in der -> Rezension.

Handlung (1)

Trimmel und sein Team werden zum Fundort einer nahezu skelettierten Leiche gerufen, diese lag monatelang am Fundort. Trimmels Assistent Kriminalhauptmeister Höffgen zieht unterdessen während seines Bereitschaftsdienstes durch die Hamburger Nachtszene und macht die Bekanntschaft der frisch geschiedenen Helga Martini, die der „besseren“ Gesellschaft angehört. Höffgen geht mit zu Helga, diese gesteht Höffgen gegenüber, dass sie eine Betrügerin sei. Sie habe sich von ihrem Mann Klaus getrennt und Unterhalt von ihm kassiert, dann habe sie einen neuen Mann geheiratet. Dieser hatte vor der Eheschließung DM 150.000 für ein gutes Geschäft von ihr haben wollen, sie sollte sich von ihrem Mann dafür ausbezahlen lassen. Sie willigte ein, heiratete aber bereits, bevor der Vertrag unterschrieben war, so dass sie zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses keinen Anspruch mehr auf das Geld gehabt hätte. Ihr neuer Mann Charles Schriller war allerdings ein Heiratsschwindler, der mit dem Geld verschwunden ist und behauptet hat, das Geld verspekuliert zu haben. Als sie ihm mit Anzeige drohte, hat er ihr gedroht, sie hänge wegen des Betruges ihrem Ex-Mann gegenüber mit drin und er werde dann auch sie anzeigen. Höffgen kann ermitteln, dass dieser als Heiratsschwindler in diversen Fällen von der Polizei gesucht wird.

Trimmel erfährt unterdessen, dass die männliche Leiche ca. 50 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten tot ist, der rechte Ringfinger war ihm abgeschnitten worden. Im Schädel wurde ein deformiertes Projektil gefunden, das Kaliber ist nicht mehr eindeutig feststellbar. Trimmel ist zudem außer sich über die Undiszipliniertheit seines Assistenten Höffgen in der Vornacht, er weist diesem allerdings den Fall zu. Höffgen ermittelt, dass es sich bei der Leiche um einen Max Prange aus Kassel handelt, behält dieses Wissen allerdings für sich. Er vermutet eine Erpressung durch das Mordopfer als Motiv. Seiner neuen Freundin Helga verspricht er, sich während seiner Ermittlungen in Kassel unauffällig auch um ihren flüchtigen Heiratsschwindler kümmern und ihn in eine Falle locken zu wollen.

 Trimmel misstraut mittlerweile seinem Assistenten und vermutet richtig, dass eine Frau hinter seinem Verhalten stecken könnte. Er setzt Petersen auf seinen Freund an, dieser willigt ungern ein. Höffgen sucht in Kassel Pranges Frau auf, mittlerweile wohnt Pranges Freund, der Frührentner Franz Rossko, bei ihr. Höffgen informiert Rossko über Pranges Tod, dieser räumt auf Nachfrage ein, dass ihm sein Freund Erpressungen in der Vergangenheit gestanden hatte, Pranges Frau wisse davon aber nichts. Rossko sagt Höffgen zu, sich umzuhören, ob sein Freund in letzter Zeit diesbezüglich wieder aktiv war.

Petersen findet bei Gründler, dem Gastgeber der Party, auf der Höffgen Helga Martini kennen lernte, den Namen von Höffgens neuer Freundin heraus und forscht über sie nach.

Höffgen hat unterdessen in Frankfurt Schriller ausfindig gemacht, der sich nunmehr Lautenbach nennt. Zurück in Kassel trifft er sich mit Rossko, der tatsächlich herausgefunden hat, dass am Tag nach Pranges Verschwinden ein Pelzhändler von Kassel nach Hamburg gefahren sei. Prange habe diesen, Fritz Weinrich, erpresst, da Prange wusste, dass Weinrich gestohlene Pelze in der Vergangenheit so umfrisierte, dass er sie legal verkaufen konnte. Nur eine Woche später hatte Weinrich nach einem leichten Unfall seinen Wagen verschrotten lassen und sich einen neuen Wagen gekauft. Rossko vermutet, dass Weinrich Pranges Leiche im Kofferraum nach Hamburg transportiert hatte und dies vertuschen wollte. Prange hatte eine Waffe, diese könnte die Tatwaffe gegen ihn selbst gewesen sein. Höffgen erfährt von Helga, dass ihr Ex-Mann in der Nähe von Kassel ein Jagdhaus hat. Höffgen desinformiert seinen Vorgesetzten Trimmel und schreibt einen Bericht, dass Charles Schriller die Leiche gewesen sei.

Er plant, Weinrich und Schriller zum Jagdhaus von Martini zu locken und sie so gegeneinander auszuspielen, dass er beide erpressen kann. Er ruft Schriller an, gibt sich als Weinrich aus und will von ihm DM 250.000 für dessen Heiratsschwindeleien haben, er habe ihm Erklärungen der geprellten Frauen zu verkaufen, dass Schriller nicht der gesuchte Heiratsschwindler sei. Anschließend ruft er Weinrich an und fragt ihn nach Prange. Er gibt sich als Schriller aus und sagt ihm, dass er von dessen Mord an Prange weiß, er verlangt DM 150.000,- von ihm. Trimmels neue Assistentin Stiller und Petersen sinnieren derweil über Höffgens Bericht und stellen Ungereimtheiten fest. Stiller kommt es merkwürdig vor, dass der Tote der neue Ehemann von Höffgens neuer Freundin sein soll.

Trimmel und Stiller suchen Helga auf, als diese gerade mit Höffgen telefoniert, als dieser die Erpressung im Jagdhaus vorbereitet. Die Beamten sagen Helga auf den Kopf zu, dass Höffgen einen privaten Rachefeldzug gegen Schriller plant. Sie können Helga dazu bewegen, ihnen von Höffgens Plan zu erzählen, nachdem der Versuch, Höffgen zu telefonisch zu erreichen, scheitert, fahren die Beamten mit Helga dorthin, um Schlimmeres zu verhindern. Unterdessen treffen Schriller und Weinrich beim Landhaus ein, Höffgen versteckt sich vor den beiden. Weinrich und Schriller treffen sich im Jagdhaus, die beiden halten sich wie von Höffgen geplant gegenseitig für Erpresser, als Schriller eine Waffe zieht, ist Weinrich schneller und schießt Schriller in die Schulter, danach wirft er Schriller vor, Prange umgebracht zu haben, er, Weinrich habe Prange eine Menge Geld bezahlt und lasse sich jetzt nicht von einem Freund Pranges nochmal erpressen. In diesem Moment geht Höffgen dazwischen, im Geldkoffer von Schriller findet er Zeitungspapier, in dem von Weinrich immerhin DM 100.000.

Weinrich versichert Höffgen, dass er Prange das Geld übergeben habe und dieser lebend fortgegangen sei. In diesem Moment erreichen Trimmel und Stiller das Jagdhaus, Trimmel geht hinein, der maskierte Höffgen bedroht seinen Vorgesetzten mit einer Waffe. Als Stiller hinzukommt, kann Trimmel Höffgen entwaffnen, Stiller verhindert, dass Höffgen sich demaskiert. Weinrich gibt seine Pelzmanipulationen zu, bestreitet aber den Mord an Prange, Höffgen flieht unterdessen mit der Billigung von Trimmel und Stiller. Er fährt zu seinen Kasseler Kollegen, um sich über den Unfall von Weinrich vor einigen Monaten zu informieren, dort findet er heraus, dass der Unfall schwer und Weinrichs Wagen tatsächlich ein Totalschaden war.

Höffgen sucht Frau Prange auf, diese gibt schließlich zu, von den Erpressungen ihres Mannes gewusst zu haben und auch, dass ihr Mann ermordet worden ist. Rossko hat ihr erzählt, dass er mit Prange zur Erpressung gefahren sei, Prange habe kein Geld erhalten, sei aber erschossen worden und in Rosskos Armen gestorben. Prange habe Rossko sterbend gesagt, er solle sich um seine Frau kümmern. Rossko war zu ihr gekommen und hat ihr Pranges Ehering übergeben. Somit ist Rossko überführt, da Prange ja der Ringfinger abgeschnitten worden war. Rossko kommt hinzu und Höffgen nimmt ihn fest und ihm die Pistole ab, mit der dieser Prange erschossen hat. Höffgen sorgt mit seiner Aussage vor Gericht für die Verurteilung Rosskos als Mörder, Trimmel will sich danach für Höffgen beim Innensenator einsetzen.

Rezension

Wie sieht die Tatortgemeinde den Film, in dem Trimmel tatsächlich die Hände heben muss, weil er von … nun ja, weil er in eine Situation gerät, die er sich nie ausgemalt hätte. Wenn man die Nutzer des Tatort-Fundus befragt, wird man erfahren, dass sie diesen Film für den drittschlechtesten mit dem kauzigen Hanseaten halten. An der Überlänge von 3 Minuten gegenüber dem heutigen Standardformat liegt es sicher nicht, also an einer möglicherweise zu gedehnt wirkenden Inszenierung. Die ersten NDR-Tatorte hatten teilweise sogar über 100 Minuten und waren für ihre Zeit mehr als fortschrittlich, sie waren wegweisend.

Das Buch stammt, wie bei den früheren Trimmel-Tatorten üblich, von Friedrich Werremeier, dem früheren Gerichtsreporter, der sich mit Tätern, Opfern, Polizisten auskannte – und natürlich mit der Strafjustiz. Anders wären hoch veranlagte Filme wie „Der Richter in Weiß“ nicht möglich gewesen, die einen sehr genauen Blick auf das Wesen der psychologischen Gutachten werfen, die z. B. bei der Zurechnungsfähigkeit eines Täters eine so große Rolle spielen.

Allerdings hat bei „Hände hoch, Herr Trimmel“ erstmalig nicht mehr Peter Schulze-Rohr Regie geführt, sondern Karl Caspari. Macht das per se etwas aus? Das Problem des Films liegt ja hauptsächlich im Drehbuch. Es wird allgemein als ziemlich konfus angesehen, was denn auch zu einer Rezeption mit einer Durchschnittsbewertung von nur 5,5/10 seitens der Tatort-Fundus-Nutzer führt. Eher verworren als raffiniert und komplex, so der überwiegende Tenor.

Und bei mir so: Trotz mittlerweile fast 1.000 rezensierter Tatorte und Polizeirufe bin ich ziemlich mühsam durch die Handlung gestiegen. Es gibt durchaus eine Tendenz in diese Richtung, bei den Drehbüchern, die Friedrich Werremeier für den NDR verfasst hat. Die ersten Filme waren teilweise Thriller oder Howcatchems, aber „Hände hoch, Herr Trimmel“ ist ein konservativer und verschachtelter Whodunnit.

Gleichzeitig geschieht folgendes: Ein Mitarbeiter von Kommissar Trimmel arbeitet sozusagen auf eigene Rechnung. Wir kennen ihn aus vorherigen Filmen, doch anstatt, dass man die Figur ausgetauscht hätte, lässt man sie nun von einem anderen Darsteller verkörpern und gibt ihr einen anderen Charakter; es handelt sich um Karl-Heinz von Hassel, der wenige Jahre später als Kommissar Brinkmann in den Frankfurt-Tatorten als leitender Ermittler und genuiner Nachfolger von Kommissar Konrad tätig wurde.

Durch das sehr aktive Verhalten des Mitarbeiters, der sich Höffgen nennt, ist Trimmel über weite Strecken des Films zum Zuschauen verdammt. Am Schluss kann er eingreifen, aber dafür muss er eben die Hände heben. Und das ausgerechnet, weil der Mitarbeiter, den er sowieso nicht leiden kann und an dessen Art und Arbeitsweise er ständig etwas auszusetzen hat, ihn nötigt, die Hände anzuheben. Aber es gibt ja noch den patenten Petersen, den ich mindestens ebenso gerne sehe wie den Mann, der das Gepräge der 1950er in die 1970er gerettet hat. Der muss sogar seinem Kollegen Höffgen hinterherspionieren.

Es gibt im 112. Tatort begnadeten Stellen wie „Die Post wollte Martine schon das Telefon wegnehmen, weil er es monatelang nicht benutzt hat“ (den Apparat im Jagdhaus, sinngemäß wiedergegeben).

Höffgen, später Brinkmann

Karl-Heinz von Hassel war wohl einer der am meisten eingesetzten Episodendarsteller in Tatorten, bevor er die Dauerrolle als Kommissar Brinkmann übernahm. Schon in „Strandgut“, einem der ersten Finke-Tatorte, sehen wir ihn als Schwimmmeister an auf Sylt.

Im 112. Tatort ist er Polizeihauptmeister, räubert aber bereits in den hessischen Wäldern um Kassel herum, tummelt sich in Frankfurt und philosophiert darüber, dass er gerne dort arbeiten würde. Als „Hände hoch, Herr Trimmel“ gedreht wurde, lagen die Brinkmann-Tatorte allerdings noch ca. 4 Jahre voraus, sodass darin wohl keine Anspielung darauf zu sehen ist, dass man ihn für die Ermittlerrolle bereits gebucht hatte.

Interessant ist, wie von Hassel die Rolle hier zu spielen hat: Sehr eigenständig, das ist gut für den späteren Job als Leitender, aber auch so, dass sich die Geister an ihm scheiden: Höffgen gilt den meisten, die im Fundus nicht nur Bewertungen, sondern Kommentare hinterlassen haben, als arrogant. Daher passt er wiederum gut in die Geldstadt, sein Gepräge als Brinkmann legt er allerdings konservativer aus, wenn auch weiterhin mit Schnauzer. Allerdings geht ihm als Brinkmann einiges von der unverkennbaren Dynamik verloren, die seine Höffgen-Figur prägt. Die Idee, dass Höffgen sich in eine Frau verliebt und auf die Idee kommt, einen Betrug, der an ihr begangen wurde, in einem Akt von Selbstjustiz rückgängig zu machen bzw. ihr den Schaden zu ersetzen, sie in den vorherigen Stand zu setzen, wirkt etwas kurios.

Okay, auch heute gibt es Ermittler*innen, die ziemlich eigenständig oder auch rechtsstaatsfern vorgehen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen und die Bösewichte dranzukriegen, wobei es mittlerweile vor allem um Sexualverbrecher geht, nicht um die Täter von schnöden Vermögensdelikten. Man mag diese Höffgen-Tour originell oder lächerlich finden – besonders ab dem Moment, in den er ins Jagdhaus fährt und nach etwas Herumprobieren doch lieber eine dunkle Strumpfmaske aufsetzt, die ihn mehr unkenntlich machen soll als die hautfarbene Variante.

Sicher ist der Fall ausgefuchst, aber auch gequetscht und die Regie ist sehr damit befasst, die ungewöhnlichen Charaktere lebendig werden zu lassen, dass sie es versäumt, die Handlung filmisch besser zu strukturieren oder zu gliedern. Die Figuren sind indes auch wirklich gelungen, wie in den meisten NDR-Tatorten jener Zeit. So war der Stil der 1970er auch, man legte viel Wert auf prägnante Persönlichkeiten.

Spannung verspürt man ebenfalls noch, aber die Logik ist stellenweise recht schwach ausgeprägt. Das Ganze wirkt sehr wie vom Ende her konstruiert. Und immer wieder dort, wo es gerade gebraucht wird, damit das Drehbuch nicht stecken bleibt, wird ein ziemlich unwahrscheinliches Handlungselement eingebaut, wie die Geschichte mit dem leichten und dann doch schweren Autounfall des vorgeblichen Pelzhändlers, der in Wirklichkeit jedoch der Täter im Mordfall Hamburg war, über den wir bisher nicht referiert haben. Keines der Handlungselemente ist für sich genommen unmöglich, aber die Häufung von wenig wahrscheinlichen Begebnissen lässt den Film leicht surreal wirken.

Der Film wurde noch im Jahr 1979 gedreht und 1980 gezeigt, aber es ist bereits zu sehen, wie sich die Mode gerade verändert. Nicht bei Trimmel natürlich, der immer noch feststoffige Dreireiher trägt, aber bei etwas moderneren Personen wie dem durchaus extravaganten Höffgen, der zieht schon Hemden mit schmaleren, kurzen Kragen an, ebensolchen Krawatten und auch mal ein Sakko in rauer Leinenoptik, was ja in den Folgejahren sehr in Mode kommen sollte, inklusive solcher Betisen wie Ärmelaufschlag; dafür sind die hellen, geradezu sanften Farben sehr angenehm, die die „Popper-Mode“ mit einleiten, die wenige Jahre später zu strahlenden Outfits führen würde.

Ein Hoch auf Trimmel

Einen gesonderten Absatz müssen wir Paul Trimmel widmen. Irgendwie hat er mir leid getan, als er sich mit seiner autoritären Art, die er aber sehr wohl reflektiert, versucht, gegen ein Team zu wehren, dass ihm zunehmend entgleitet jemand und auch über den Kopf wächst, wie man Höffgen gut erkennen kann. Der Treue Petersen ermittelt aber weiter im Sinne des Chefs, wiewohl auch er manchmal angefressen ist, trotz seiner eigenen kernigen Art, wie Trimmel seine Führungsaufgabe auffasst.

Aber auch die nunmehr vorhandene weibliche Assistentin wirkt reserviert und eher vermittelnd als auf Trimmels Seite. Obwohl er sowohl die arrogante Persönlichkeit als auch die Vorgehensweise von Höffgen hasst, anerkennt er den Erfolg, den der Jüngere letztlich mit ungewöhnlichen Methoden erzielt, und setzt sich beim Anschluss sogar beim Innensenator dafür ein, dass Höffgen durch seine Eigenmächtigkeiten und Dienstvorschriftübertretungen kein Nachteil erwächst – in Form einer Dienstaufsichtsbeschwerde. Aber der 112. Tatort ist ein Fall für Karl-Heinz von Hassel, nicht so sehr für Walter Richter, der den Paul Trimmel spielt.

Finale

Und er stellt eine ganz schöne Räuber- bzw. Erpresserpistole dar, die sich nicht so leicht bewerten lässt. Es kommt darauf an, ob man dieses komplizierte und teilweise an den Haaren herbeigezogene Szenario als eine tolle Konstruktion ansieht – oder schlicht als Quatsch. Ich möchte mich da gar nicht so genau festlegen, deswegen gibt es einen der häufigen Bewertungen knapp oberhalb der Mitte. Die kommen immer dann zustande, wenn ein Tatort mich nicht recht überzeugt, aber auch nicht kritisch oder gar politisch fragwürdig ist.

6/10

© 2020 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) Wikipedia

Regie Carlheinz Caspari
Drehbuch Friedhelm Werremeier
Produktion Jürgen Böttcher
Musik Graziano Mandozzi
Kamera Gerd Thieme,
Axel Svoboda
Schnitt Wolfgang Skerhutt,
Maria Jonderko
Besetzung

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