Umweltbewusstsein: Das Lippenbekenntnis und das SUV und die sich daraus ergebenden Notwendigkeiten #Marktanteile #SUV | #Frontpage #Wirtschaft #Wandel #Klimawandel #Umwelt | #Statista #Infografik #Verkehrswende #Freiheit #Demokratie #Regeln

Frontpage | Wirtschaft Wandel | Statista, SUV, Marktanteile

Liebe Leser:innen, was ist ein Umweltbewusstsein? Dass man sich jederzeit der Tatsache bewusst ist, was das eigene Handeln ökologisch bedeutet. Diese Defintion klingt logisch.

Sie ist aber nicht diejenige, die das Konsumverhalten der Menschen nahelegt, sie müsste eher so lauten: Ich weiß sehr wohl, wie ich andere mit grünem Ethos sekieren kann oder verstecke mich hinter meiner grün angestrichenen kapitalistischen Einstellung, vor allem aber: „Ich selbst fahr‘ ’n SUV“ (1). Deshalb hier die neuesten Marktdaten, im Anschluss kommentieren wir weiter:

Hier geht’s zur Grafik!

„Anteil steigt weiter“ müsste es eigentlich heißen, denn er ist auch 2020 nicht zurückgegangen. Lediglich die Zahl der Gesamtzulassungen war im ersten Corona-Jahr rückläufig und mit ihr ging die Zahl neu zugelassener Sport Utility Vehicles zurück. Statista schreibt dazu:

Im ersten Halbjahr 2021 ist der Anteil von Sport Utility Vehicles (SUV) an allen Neuzulassungen laut Kraftfahrt-Bundesamt auf rund 24 Prozent gestiegen -das entspricht einem Plus von fast drei Prozentpunkten. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 330.659 Exemplare dieses Auto-Typs erstmals für den Straßenverkehr registriert. Bisheriges SUV-Rekordjahr ist 2019. Damals wurde 762.490 Sport Utility Vehicles in Deutschland neu zugelassen. Im Corona-Jahr 2020 waren es – bei einem ähnlich hohen Marktanteil – rund 142.000 Fahrzeuge weniger. Allerdings war das vergangene Jahr auch kein gutes Autojahr. Die Zahl Neuzulassungen sank von 3,6 Millionen in 2019 auf 2,9 Millionen.

Die Wälder brennen, die Fluten rollen, aber die Karawane der Konsumegoisten zieht weiter. Die Erde schreit ihre Warnungen heraus, die Politiker reden und reden und der Zug der Konsumlemminge rennt weiter auf die Klippe zu.

Alle erzählen vom Klima, vom Umweltschutz, vom Flächenverbrauch des Verkehrs, von nachhaltiger Wirtschaft. Aber es ist in weiten Teilen alles Fake, soweit es die persönliche Lebensführung betrifft. Immer mehr Personen scheinen auf überschwere, durstige, klotzige, meist mega-hässliche und insofern sehr entlarvende Selbstdarstellungsmobile zu stehen und auf alles, was für die Zukunft wichtig ist, zu scheißen. Der bisherige Gipfel der Heuchelei war ein Mercedes-Elektro-SUV von 2,5 Tonnen, dessen Herstellung allein absolut unzeitgemäß viele Ressourcen verbraucht, von seinem Auftritt im Verkehr ganz zu schweigen.

Deshalb muss hier ein Wort zur Freiheit sein: Freiheit bedeutet eben nicht, nach Gusto die Welt verpesten, zustellen zu können und die Folgekosten anderen zu überlassen. Autos als Gesamtprodukt sind ohnehin stark subventioniert, aber wenn dann die Unvernunft bei der Wahl des Modells sich noch so deutlich dokumentiert wie derzeit in den immer weiter steigenden Marktanteilen dieser Stadtpanzer, dann ist es wieder einmal an der Zeit, festzuhalten, dass freiwillige Selbstbescheidung in Kenntnis der globalen Lage bei Menschen schlichtweg nicht funktioniert. Zumindest bei so vielen nicht, dass Regeln für alle erstellt werden müssen, Normen, die dieses zerstörerische Treiben begrenzen.

Unsere wirkliche Freiheit wird nicht sein, dass wir jetzt alles ungebremst auf den Kopp hauen dürfen, was die Erde hergibt, und künftigen Generationen ein siedend heißes Trümmerfeld hinterlassen, die übrigens, soweit sich das bisher abzeichnet, auch nicht so viel besser sind als wir, wie sie vielleicht denken. Es geht vielmehr darum, dass hier und heute die Vernünftigen aller Altersklassen und alle global verantwortlich Denkenden unter uns mit mehr Einsatz an einer Wirtschaftswende arbeiten müssen, die den Namen „Green Economy“ verdient, anstatt sichtbare Zeichen des egoistisch-kapitalistischen Arschlochdenkens wie jene Automonster als Symbole mangelnder Einsicht weiterhin zu tolerieren. Dazu gehört, SUVs zu verbieten, wenn es nicht anders geht, und auch dann, wenn sie elektrisch betrieben sein sollten, denn ihr gesamtes ökologisches Layout ist grob unzeitgemäß.

Es ist auffällig, dass diese Demonstrationen der Unvernunft auf vier Rädern immer riesiger werden, während der Handlungsspielraum, den wir noch haben, um die Klimakrise zu begrenzen und die Umwelt zu retten, immer mehr schrumpft. SUVs sind ein Zeichen menschlichen Denkversagens und einer kriminellen Einstellung der Umwelt gegenüber und so, wie es Regeln gegen andere Formen des Verbrechens gibt und für den Straßenverkehr, die dazu dienen sollen, die Umwelt und die Zivilisation gegen rücksichtslose Charaktere aller Art zu verteidigen und alles Leben zu schützen, muss es mehr Regeln geben, die auch den Desperados des Straßenverkehrs bestimmte Grenzen auferlegen, damit sie uns nicht alle schädigen. Sinnvolle Normen sind ein Ausweis jener Freiheit, die in einem zivilisatorisch gesicherten Rahmen gelebt werden kann, nicht der gesetzlose Zustand.

Schluss mit SUVs und fangen wir einfach mit denen an, die über 2 Tonnen Leergewicht auf die Waage bringen, da wären einige besonders gruselige Blechberge recht schnell aus dem Straßenbild verschwunden. Es wäre so viel schöner, wenn Menschen von selbst wüssten, was zu tun ist, aber wie wir gerade am SUV-Beispiel sehen: Darauf können wir bei zu vielen Zeitgenoss:innen nicht rechnen. Wir müsse sie sanft und nachhaltig von ihrem falschen Denken befreien. Wer nicht so sehr auf dem hohen Blechross sitzt, wird vielleicht merken, wie schön es ist, mit anderen Face to Face zu verkehren, anstatt sich in massigen Vehikeln zu verbergen und die eigenen charakterlichen Defizite und jene asoziale Haltung nicht zu hinterfragen, die erst zum Ankauf solcher Automobile führen. Weniger Wagenburgmentalität kann befreiend sein. Auch deshalb sind Regeln der Vernunft ein Mehr an Freiheit für alle und haben zuweilen therapeutische Wirkung. Das gilt übrigens auch für ein angemessenes allgemeines Tempolimit auf Autobahnen. Wann kommt Tempo 130 endlich?

Stoppt die Flut der Konsumidioten, dann wird auch das immer weitere Anschwellen von Umweltkatastrophen aufhören.

(1) Aufgrund eines Kommentars und zur Sicherheit: Jetzt in Anführungszeichen gesetzt, als Illustration der Denkweise der Betreffenden. Der Autor fährt kein SUV.

TH

3 Kommentare

  1. Guten Morgen,

    verstehe ich das richtig, Sie besitzen und fahren einen SUV: „vor allem aber: Ich selbst fahr‘ SUV“ und ich finde in dem Text nichts in der Art „und nunmehr werde ich, aufgrund dessen was ich hier geschrieben habe, meinen SUV innerhalb der nächsten vier Wochen verkaufen oder verschrotten oder sonst wie weggeben“??

    Beschreiben Sie sich tatsächlich selbst als rücksichtslosen Konsumidioten und was da noch so als vorwurfsvollen Beschreibungen aufgeführt ist??

    Sagen Sie also, daß es erst mal eine staatliche Anordnung geben muß, in der die Leute sozusagen zum Glück, also hier zur Aufgabe von zu großen* Autos gezwungen werden müssen?! Und daß es ohne diese Anordnung ja doch keinen geben wird, der das aus Einsicht freiwillig machen wird?
    Und kommt dabei nicht auch heraus, daß Sie selbst das hier zwar alles hübsch aufführen, sich selbst aber, zwar mit vorwurfsvoller Miene, mit sich selbst zufrieden einfach zurücklehnen wollen??

    Sehr merkwürdig!

    Grüße

    Norbert

    PS: Also das Wort „sekieren“ mußte ich erst mal nachschlagen! Da frage ich mich doch, warum Sie da gerade diesen doch ungewöhnlichen Begriff benutzen?

    *= Wer, welche Kommission bestimmt denn, ab wann ein Auto zu groß ist? Fahren kann man auch mit einem Kabinenroller.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo,

      „ich selbst fahr ein SUV“ ist als Zitat dieser Denkweise gedacht, selbstverständlich fahre ich kein SUV. Und einen Vorschlag, wie man mit den Begrenzungen beginnen könnte, habe ich gemacht. „Sekiert“ habe ich in der Zeit gelernt, in der ich in Österreich gelebt habe. Manchmal fließt noch ein Wort ein, das dort üblicher ist als hier, wenn ich es mag oder treffend finde.

      Grüße zurück und danke für den Kommentar
      TH

      Gefällt mir

  2. Moin,

    ach so, aber so richtig gelungen finde ich den Absatz immer noch nicht.

    Der Porsche Cayenne, allerdigns als Benziner,, hat (Tatä!) ein Leegewicht von nur 1985 kg. Der dürfte dann also noch weiterfahren.

    Grüße

    Norbert

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s