Plastikmüll ins Meer! Beispiel eines Prüfstein für die Gesinnung | #Frontpage #Umwelt #Klima | Statista Infografiken #Klimawandel #Umweltverschmutzung #Pollution #Meerwasser #Plastikmuell

Frontpage | Umwelt, Klima | Einleitung von Plastikmüll in Flüsse, Deutschland, weltweit

42.000 Kilogramm oder 42 Tonnen Plastikmüll werden jährlich durch die Elbe ins Meer geleitet. In die Nordsee, genauer gesagt. Damit ist sie der mit Abstand plastikmüllreichste Fluss in Deutschland. Das ist nicht ganz überraschend, denn sie ist der größte Fluss, der von Deutschland aus ins Meer mündet. Der Rhein zum Beispiel hat seine Mündung in den Niederlanden.

Hier zur Infografik

Statista schreibt dazu:

ber deutsche Flüsse werden Jahr für Jahr tausende Kilos von Plastik in Nord- und Ostsee gespült. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis einer aktuellen Schätzung der Organisation The Ocean Cleanup. Das meiste Plastik gelangt dabei über die Elbe in die Nordsee. Wie viel Kunststoffabfälle durch einen Fluss jeweils ins Meer gelangt, hängt dabei von einer Reihe von Faktoren ab. Dazu zählen neben der Länge und dem Durchmesser des Flusses vor allem die Bevölkerungskonzentration an den jeweiligen Flüssen, die Wirtschaftsleistung der umliegenden Regionen und die Qualität des Abfallmanagements vor Ort. Der Großteil des Plastikmülls, die über Flüsse in die Weltmeere gelangen, wird von Flüssen asiatischer Länder emittiert, wie diese Statista-Grafik zeigt.

Der größte Teil der Plastikabfälle in den Weltmeeren stammt von Land. Der Müll gelangt dabei mit Abwässern in die Flüsse und weiter ins Meer gespült. Teilweise wird er auch von Müllkippen an der Küste ins Wasser geweht. Zudem lassen vielerorts Badegäste ihre Abfälle achtlos am Strand zurück. Ein Teil der Abfälle bestehen aus Mikroplastik, dass unter anderem durch Kosmetikprodukte in die Abwasserkanäle gelängt. Mikroplastik entsteht aber auch durch die langsame Zersetzung größerer Plastikteile, die bereits in den Meeren schwimmen.

The Ocean Cleanup ist ein Projekt mit dem Ziel, das in die Meere gelangte Plastik wieder einzusammeln. Durch den Kunststoffmüll sterben zahlreiche Tiere, indem sie mit plastikgefüllten Mägen verhungern oder sich in herumtreibendem Müll verfangen. Mikroplastik kann zudem giftige Inhaltsstoffe abgeben, sich in der Nahrungskette anreichern und so auch wieder an Land gelangen und dort weitere Schäden anrichten. Das Projekt Ocean Cleanup ist nicht unumstritten. So werden Medienberichten zufolge Kollateralschäden befürchtet, da die Sammelanlagen zusammen mit dem Müll auch direkt unter der Wasseroberfläche lebende Organismen (Neuston) einfangen und das Ökosystem somit schädigen könnten.

Wir haben uns „Ocean Cleanup“ etwas angeschaut. Es ist wirklich beängstigend, wie der Kapitalismus aus jedem menschlichen Fehlverhalten noch ein profitables Geschäft macht. Klar, auch die Beseitigung der Schäden von gigantischen Umweltkatastrophen bringt zusätzliches Business und damit eine Steigerung des Wirtschaftswachstums. Dass dieser Weg nicht der richtige sein kann, hoffentlich leuchtet uns das noch ein, bevor es wirklich zu spät ist. Wie viel Mikroplastik wir in uns herumtragen, weiß ich nicht genau. Es kann ja nicht bei jedem Menschen gleich sein. Aber ich erinnere mich, wie es bei uns angefangen hat. Ich beziehe mich dabei nur auf Plastik-Einwegflaschen, nicht auf andere Gebinde, die schon länger aus Plastik sind und deren Vorgänger, zum Beispiel Aluminium-Zahnpastatuben, möglicherweise auch nicht das Gelbe vom Umweltei waren. Aber das mit den Plastikflaschen fing bei mir so an. Unsere relativ kleinen Supermärkte handelten damals noch fast ausschließlich mit Glasflaschen, meist in Kisten und in Getränkecentern, die vom übrigen Verkaufsbereich separiert waren.

Wenn wir aber über die Grenze fuhren, in der Regel alle paar Wochenl samstagsnachmittags, weil damals die Geschäfte in Deutschland noch kürzere Öffnungszeiten hatten, dann sahen wir nicht nur gigantische Einkaufszentren, sondern auch gigantische Stapel von Getränken in Plastikflaschen. Gemeint ist die deutsch-französische Grenze und sind die Hypermarchés à la Carrefour, die es drüben schon seit langer Zeit gibt. Wir haben niemals dieses Plastikzeugs gekauft, aber es war damals durchaus ein politisches Thema, dass Frankreich für diese Plastikwelt massiv lobbyiert hat, weil französische Ölverarbeitungskonzerne daran massiv verdienen. Da die EU eine Kompromissveranstaltung ist, in der jeder irgendwas kriegt und am Ende die Verbraucher meist nicht das Beste, kam dieser Wahnsinn auch zu uns. Natürlich, die Verpackungen sind leichter als Glas, man kann mehr Getränke schleppen. Aber ist das wirklich ein Grund, diesen Irrsinn einzuführen? Frankreich hat bis heute kein Pfandsystem, ebenso wie alle südlichen EU-Länder, aber Trinkwasser in Plastikbehältern, das gibt es, weil man dem, was aus der Leitung kommt, nicht vertraut. Mais on en discute acutellement, wie auch in Spanien. Wo sind die gemeinsamen Umweltstandards der EU? Lieber Himmel, wir sind im Jahr 2021!

Nun ja, bestimmte Getränke kann man hierzulande immer noch in Glasflaschen erstehen, auch nichtalkoholische. Es sind natürlich Premium-Produkte, die sich wiederum nicht jeder leisten kann. Zumindest beim Mineralwasser hält unser Haushalt bisher Kurs und kauft nur in Glas.

Trotz dieser schrecklichen Einstellung zur allgemeinen Vermüllung, die sich auch im öffentlichen Raum zeigt, Berlin ist dabei in Deutschland bezüglich dieser traurigen Anblicke gewiss in einer führenden Position, ist ganz Europa, die EU und alle übrigen europäischen Länder, gemäß dieser Grafik nur für 2 Prozent des weltweiten Plastikeintrags ins Meer verantwortlich:

Hier zur Infografik

Der Großteil des Plastikmülls, die über Flüsse in die Weltmeere gelangen, wird von Flüssen asiatischer Länder emittiert. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis einer aktuellen Studie der Organisation The Ocean Cleanup. Der Anteil aller anderen Kontinente liegt im einstelligen Bereich. Der Fluss, der am meisten Plastik emittiert, ist der auf den Philippinen gelegene Pasig. Laut Informationen der Umweltschutzorganisation Greenpeace galt der Pasig noch 1990 als biologisch tot und steht heute auf den vordersten Rängen der meist verschmutzten Flüsse der Welt.

Basis der Untersuchung ist ein Schätzmodell für über 1.600 Flüsse weltweit, die zusammengerechnet 80 % des Gesamtzuflusses in die Weltmeere ausmachen. Die Menge des ausgespülten Plastiks ist laut Quelle von einer Reihe von Faktoren abhängig. Dazu zählen neben der Größe des Flusses vor allem die Bevölkerungskonzentration an den jeweiligen Flüssen, die Wirtschaftsleistung der umliegenden Regionen und die Qualität ihrer Abfallwirtschaft.  (…)

Den Pasig kannte ich bisher gar nicht, trotz Geo-Leistungskurs, aber das ist ja auch lange her. Vermutlich kann man in diesem Gewässer nicht untergehen, wenn man hineinfällt, weil man vom Plastik getragen wird. So hat jede Katastrophe auch ihr Gutes.

Wenn man die beiden obigen Grafiken vergleicht, kann man einen Schwindelanfall bekommen. Obwohl die Umweltmentalität in Europa, in Deutschland, in der engeren eigenen Umgebung sichtbar nicht die beste ist, ist das, was von diesem Kontinent ins Meer geleitet wird, ein, nun ja, sollen wir schreiben „Fliegenschiss“, obwohl der Ausdruck echt verbrannt ist? Und was leitet man aus dieser Erkenntnis ab? Sie lässt sich nämlich auf viele andere Umweltprobleme übertragen. Solange Großemittenten wie China und die USA nicht ihre CO²-Bilanz ganz erheblich verbessern, ist es kaum erheblich, was wir in Deutschland machen. Es ist nachrangig. Nun wächst die chinesische Wirtschaft aber in einem Tempo, das es derzeit unmögilch macht, die Emissionen zu reduzieren. Trotz des massiven Ausbaus der Renewables wird auch gleichzeitig mehr fossile Energie benötigt, um den Hunger dieses gigantischen Landes nach ebenjener Energie zu stillen. Über Atomprojekte reden wir gar nicht erst, denn auch in Europa gibt es tatsächlich Staaten, die neue Atommeiler bauen wollen. Auch bei der Atomnutzung ist Frankreich, wie jeder weiß, ganz vorne.

Was also nützt es, wenn wir uns in Deutschland zu hohen Kosten, die vor allem ärmere Menschen treffen, wie etwa die höchsten Verbraucherstrompreise in Europa belegen, reinlich machen? Und selbst hierzulande gibt es noch viel, viel mehr zu tun, als schon getan ist, wie die massive Diskussion über die Verkehrswende belegt, der eine Diskussion über die Agrarwende folgen muss, damit Nachhaltigkeit sich weiterentwickeln kann. Wir sollen doch global denken, nicht so kleinkariert und nur auf uns konzentriert. Wenn wir aber in die Welt schauen, kann uns das Grausen überkommen und wir könnten absolut mutlos werden. Was interessiert es die Menschen in bis vor ein paar Jahren sehr armen Ländern, die sich einen bescheidenen Wohlstand erschuften, ob wir den Zeigefinger heben  und sagen: Nee, bevor ihr auch mal richtig was abkriegt, ist leider die große Konsumsause schon wieder vorbei, weil: die Umwelt, das Klima. Oder was sollen wir dagegen tun, dass ein Drecksack wie Jair Bolsonaro in Brasilien zulässt und es befördert, dass wieder immer mehr Regenwald abgeholzt wird. Gerade ist die größte grüne Lunge der Erde gekippt: Die Amazonasregion gibt mehr CO² ab, als sie aufnimmt. Vor allem wegen dieser entsetzlichen Abholzungsbrände, aber natürlich auch, weil der Regenwald schrumpft.

Und doch. Dennoch. Wir müssen vorangehen. Erstens sind viele Faktoren einer guten Umweltpolitik auch regional wirksam. Sauberes Wasser, bessere Lebensmittel, weniger Verkehrslärm und weniger Abgase, das alles kommt uns hier direkt zugute. Zweitens können wir uns nicht aufspielen, obwohl wir Deutschen das doch so gerne tun, wenn wir selbst in unseren Anstrengungen nachlassen, wie es leider ein Kennzeichen der Regierung Merkel IV ist, dank schändlicher Lobbyist:innen der Old-School-Industrie in wichtigen Minister:innenfunktionen. Und drittens haben wir keine andere Wahl, denn zu den fairen Praktiken im Welthandel, die endlich eingeführt werden müssen, zählt auch, die Umweltbilanz von Wirtschaftsaktivitäten zu bewerten und anzuerkennen, dass viele Länder, so dreckig ihre Wirtschaft auf den ersten Blick auch wirken mag, uns gegenüber Waisenkinder sind, wenn man die industriebedingten Emissionen pro Kopf zugrunde legt. Das gilt für Deutschland deshalb in besonderem Maße, weil die Kohleverstromung noch immer einen hohen Anteil am Energiemix hat. Wegen einer gewissen Flaute hat sie 2020 den Anteil an erneuerbaren Energien am Mix wieder überholt, nachdem man im Jahr zuvor das historische Ereignis gefeiert hatte, dass erstmals die Renewables den höchsten Anteil aller Stromerzeugungsquellen in Deutschland hatten.

Es kann und darf uns nicht egal sein, was im Rest der Welt passiert, aber das Umdenken ist Kopfsache und bei uns ist nicht festzustellen, dass wir wirklich vorankomnmen. Es wird alles wieder über die berüchtigten Verbote, die von den Rechtsliberalen so verteufelt werden und überdrakonische Strafen für Übertregungen bei hohem Überwachungsgrad geregelt werden müssen. Das ist so, weil wir die Freiheit nicht wirklich verdienen, die wirklich globalen Fortschritt bedeuten würde: Weltweit in fairer Kooperation gemeinsam die Erde erhalten, die unser aller Lebensbasis ist. Wir könnten dabei sogar Spaß haben und viele neue Dinge und Menschen entdecken, aber zu viele, allzu viele ziehen dabei nicht mit. Deswegen werden diejenigen, die guten Willens sind, die Freiheit der anderen einschränken müssen. Sie schützen die Ignoranten damit ebenfalls, auch wenn diese es nicht wahrhaben wollen, sondern stattdessen ein unfassbares und ganz tiefe Einblicke in den menschlichen Charakter an sich zulassendes Mobbing gegen diejenigen entfachen, die versuchen, die schon ziemlich in der Scheiße steckende Menschheitskarre noch irgendwie vor dem Versinken in ebenjener selbst angerührten Scheiße zu bewahren.

Wir können anderen Ländern nicht vorschreiben, wie sie mit ihrer Umwelt umgehen, aber zumindest innerhalb einer einheitlichen demokratischen Gemeinschaft, innerhalb des Landes und dann der EU, muss endlich mehr Einsicht in die dringenden Erfordernisse unserer Zeit in alle Betonköpfe implementiert werden. Auch dann, wenn es dabei ein wenig polemisch zugeht, wie stellenweise in diesem Artikel. Das Thema Plastikmüll eignet sich dafür auch besonders gut, denn wir sehen jeden Tag etwas davon, wenn wir in einer Großstadt leben. Wir sehen jeden Tag, wie viele noch nicht bereit sind, auch nur Mindeststandards einzuhalten. Es muss sich etwas drehen, und zwar rasch!

TH

 

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