„Verdrängung inklusive. Das Geschäftsmodell des Zimmervermittlers Airbnb bedroht weltweit soziale Wohnraumpolitik in den Metropolen“ (nd) | #Newsroom + Kurzkommentar | #Mietenwahnsinn #AirBnB #WohnenistMenschnrecht #Häuserkampf #Haeuserkampf #Berlin

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Die „Neues Deutschland“ hat heute einen sehr guten Artikel über die Ferienwohnungsbermieter-Plattform AirBnB veröffentlicht:

Das Geschäftsmodell des Zimmervermittlers Airbnb bedroht weltweit soziale Wohnraumpolitik in den Metropolen.

Die darin genannten Fakten, Zusammenhänge und die Weiterverlinkungen sind perfekt für einen Einstieg in dieses Thema innerhalb des Berliner Mietenwahnsinns: Wie wird die Gentrifizierung durch meist auch noch unangemeldete, inoffizielle Ferienwohnungen weiter befördert. Die 1,2 Prozent AirBnB-Anteil an allen Berliner Wohnungen sind gar nicht so wenig, denn im Grunde müsste man vom Gesamtbestand alles abziehen, was selbst bewohnt, in den Händen von Vermietungskonzernen, Genossenschaften und städtischen Wohnungsbaugesellschaften ist. Wir wissen aber, dass auch Vermietungsketten unter der Ägide dieser Eigentümer bestehen, die zu selbstverständlich nicht angemeldeten und durch Zweckentfremdung generierten Profiten führen.

Die Leidtragenden sind wieder einmal die Bewohner:innen von Berlin und es ist betrüblich, zu lesen, welch einen Aufwand wenige Politiker:innen betreiben müssen, um einfache und faire Regeln am Wohnungsmarkt durchzusetzen, Ergebnis vollkommen offen. Ob die Einbindung von Plattformen wie AirBnB in ein verschärftes und heutigen Verhältnissen angemessenes E-Commerce-Recht auf EU-Ebene stattfinden wird? Angesichts der in vielen Ländern und Städten bereits massiv vorangeschrittenen Gentrifizierung? Angesichts des Drucks, den die Immobilienlobby ausübt? Und, vielleicht noch wichtiger: Angesichts einer riskanten, Unmengen von vagabundierendem Kapital produzierenden Geldpolitik, die darauf angewiesen ist, dass Immobilien weiterhin als Spekulationsobjekte zur Verfügung stehen und dass die Blase nicht platzt, weil zu viele Wohnungen der Spekulation entzogen werden? Selbstverständlich steht auch wieder irgendein EU-Land im Fokus, das davon profitiert, dass es in vielen Wirtschaftsbereichen keine fairen Spielregeln gibt. In diesem Fall eines, das sich sogar gegen die lausige 15-Prozent-Mindestbesteuerung von Unternehmensgewinnen wehren möchte, die auf dem letzten Gipfel der G 20 als möglichst weltweit gültiger Mindestsatz zur Sprache kam.

Und was macht die Berliner Stadtpolitik? Nachdem klar war, das Amt „Stadtbausenator:in“ würde von Katrin Lompscher als einer Person, der Mieter:inneninteressen mehr am Herzen lagen, als man das von ihren Vorgänger:innen sagen kann, zu ihrem Parteigenossen Sebastian Scheel wechseln, hatten wir sofort ein ungutes Gefühl. Das scheint sich zu bestätigen. Zweckentfremdung, darunter auch AirBnB-Wohnungen, ist kein Gegenstand, den man nebenbei und ganz rudimentär abhandeln kann. Doch die Hipster-Linke hat keinen angemessenen Zugang zu den Anforderungen an die Stadt als einem sozialen Raum für alle und daher kommt dies heraus:

Zweckentfremdung: Stadtentwicklungssenator patzt beim Mieterschutz

Mehr kommentieren wir an dieser Stelle nicht, denn der Artikel ist wirklich instruktiv. Wir schicken aber noch einen schnellen Gruß an alle, die sich von aktivistischer Seite des Themas „AirBnB“ & Co. angenommen haben.

TH

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