Das Jahr der Waldbrände | #Frontpage #Klimwandel #ClimateChange #Waldbrand | #btw21 #Bundestagswahl2021 #Statista #EU #Griechendland #Italien #Greece #Italy #ForestFire

Frontpage | Klima Umwelt | Statista, Waldbrände, EU

Ein paar Tage lang haben wir uns mehr oder weniger auf unsere Rezensionen fiktionaler Formate konzentriert, ein wenig gechillt (kommt auch vor und lässt sich gut mit Rezensieren verbinden), aber es hilft nichts, wir müssen uns wieder der Realität stellen. Und diese ist heiß, lodert und setzt Zeichen an den Horizont.

Dass es in Deutschland im Jahr 2021 genau umgekehrt läuft, dass keine Rekordtemperaturen zu erwarten sind und es in manchen Gegenden mehr als nur nass war, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weltweit zu immer weiteren Hitzerekorden kommt und dass buchstäblich den Menschen der Kittel brennt. In der EU sind jetzt bereits mehr Hektar Wald den Flammen zum Opfer gefallen als im Durchschnitt der Gesamtjahre 2008 bis 2020.

Das sollte unser Wahlverhalten am 26.09.2021 beeinflussen und mehr als das, wir sollten über die erheblichen Konsequenzen nachdenken, die uns erwarten. Wenn es woanders brennt und die Lebensgrundlagen der Menschen dort zerstört werden, wird nicht nur die CO²-Bilanz immer schlechter, die Erde immer wärmer. Nicht nur bei uns wird es zu weiteren Temperaturrekorden kommen, sondern viele Weltgegenden werden unbewohnbar werden.

Die Folgen: Ökologisch intakte Regionen werden vermehrt von Menschen bevölkert werden, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, weil sie nicht mehr bewohnbar ist. Wirtschaftliche und klimatische Aspekte wirken dann zusammen und werden uns über die Hitze hinaus, die auch wir bald wieder bekommen werden, sei es 2022 oder 2023, vor neue Aufgaben stellen. Es ist besser, sich darauf einzurichten, als noch zu glauben, wir könnten diesen Trend stoppen. Wir können ihn noch verlangsamen, aber trotzdem werden wir die Folgen dessen, was unser Lebensstil anrichtet, zu tragen haben.

No-Funfact am Rande: Bei einer kürzlich durchgeführten Umfrage waren kaum Menschen bereit, für den großen CO²-Verbrauch, den sie durch die Nutzung von Flugzeugen verursachen, auch nur wenige Euro mehr pro Fug zu bezahlen. Geschäftsreisende noch eher als Privatreisende. Klar: Erstere bekommen die Flüge von den Unternehmen bezahlt, für die sie tätig sind, oder, wenn es um die Reichen geht, es kommt nicht auf ein paar Euro an und das persönliche Konsumverhalten wird sich durch die CO²-Bepreisung nicht wesentlich ändern. China hat die Gunst der Stunde genutzt, das Corona-Reise-Vakuum im Westen, und als einziges größeres Land jetzt bereits mehr Fluggastkapazität als vor Corona. Derweil faselt der VW-Konzernchef davon, dass in ein paar Jahren alle beruhigt SUVs fahren können, weil die ja dann mit Riesenverbräuchen elektrisch laufen, anstatt Benzin oder Diesel zu saufen und vermutlich noch weiter wachsen und noch mehr Platz in den Städten wegnehmen werden.

Wir brauchen dringend Regeln, und zwar weltweit, sonst wird das nichts mehr mit der Eingrenzung des Klimawandels und dem Stopp des mörderischen Ressourcenverbrauchs, den wir uns leisten. In der EU sind bereits jetzt mehr Hektar Wald verbrannt als im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2020, die nicht gerade arm an Feuersbrünsten waren, wie die nachfolgende Grafik zeigt. Die Brände außerhalb der EU sind nicht berücksichtigt, aber von Russland bis in die USA steht der Wald in Flammen, in den Tropen wird unfassbarerweise immer noch brandgerodet, Australien hatte seinen Vorgeschmack auf die Apokalypse im vergangenen Jahr. In Russland kommt hinzu, dass bisherige Permafrostregionen auftauen und Unmengen an Gasen freigesetzt werden, welche das Erdklima noch mehr aufheizen.

Hier geht’s zur Grafik und zum nachfolgenden Begleittext von Statista

2021 ist ein extremes Waldbrandjahr für Europa. Das betrifft innerhalb der EU vor allem den Süden des Kontinents. In Griechenland ist die bei größeren Waldbränden (ab 30 Hektar) verbrannte Fläche bereits sieben Mal so groß wie im Gesamtjahr 2020. In Italien verzeichnet das European Forest Fire Information System (EFFIS) ein Plus von rund 93 Prozent. Wie stark die Feuer wüten, zeigt auch der in der Statista-Grafik abgebildete Vergleich. Sind im laufenden Jahr bei Großfeuern bereits 329.088 Hektar ein Raub der Flammen geworden, waren es im Schnitt der Jahre 2008 bis 2020 rund 295.000 Hektar in zwölf Monaten. In Deutschland ist die Lage bisher indes ruhig. Die EFFIS-Statistik verzeichnet bisher drei größere Waldbrände mit 121 Hektar verbrannter Fläche.

„Kleinere“ Feuer mit einer verbrannten Fläche von weniger als 30 Hektar sind in der Statistik nicht berücksichtigt.

TH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s