Der Untergang des römischen Reiches (The Fall of the Roman Empire, USA 1964) #Filmfest 583

Filmfest 583 Cinema 

Hollywood und der Epochenwechsel

Der Untergang des Römischen Reiches (Originaltitel: The Fall of the Roman Empire) ist ein US-amerikanischer Monumentalfilm von Anthony Mann aus dem Jahr 1964.

Auch wenn der Film beeindruckend ahistorisch ist – wir kommen noch darauf zu sprechen – ist es höchst interessant, wie sich sein Schicksal und das seiner Urheber mit dem Roms und mit dem Genre Monumentalfilm in Hollywood verbinden, ja, wie das Ende des klassischen Hollywoodfilms zeitlich und inhaltlich in Verbindung mit Projekten wie diesem steht. Viel mehr dazu ist nachzulesen in der –> Rezension.

Handlung

Kaiser Marc Aurel (Alec Guiness) steht an der Grenze zu Germanien als Anführer seiner Heere und kämpft gegen die Barbaren im Norden, die er schließlich befrieden kann. Er ist bereits krank und um seine Nachfolge bewerben sich sein leiblicher Sohn Commodus (Christopher Plummer) sowie der Feldherr der Ostheere, Livius (Stephen Boyd), der nicht nur Marc Aurels Tochter Lucilla (Sophia Loren) liebt, sondern auch in Marc Aurels Augen der geeignetere Nachfolger ist. Doch bevor Aurel dies schriftlich festlegen kann, wird er von Commodus‘ Anhängern umgebracht, dieser selbst wusste aber nichts vom Giftmord an seinem Vater.

Commodus erweist sich als gewaltbereiter Herrscher und bringt vor allem die östlichen Provinzen gegen sich auf, Krieg und Aufstände schleppen sich bis nach Rom. Livius war gegenüber Commodus stets loyal, bis er von diesem aufgrund seiner Schandtaten gezwungen wird, sich gegen ihn zu stellen. Commodus ist grausam, aber nicht feige, und stellt sich Livius in Rom in einem Zweikampf, gegen den er verliert. Livius wird neuer Kaiser, doch der Untergang des römischen Reiches, das nicht mehr zur Ruhe kommen wird, ist eingeleitet.

Rezension

Beginnen wir bei Regisseur Anthony Mann. Wir haben bis auf zwei („Thunder Bay“, 1953 und „In geheimer Kommandosache, 1955, beides keine Western) bereits alle seine Filme rezensiert, die er auf dem Höhepunkt seiner Karriere mit James Stewart als Protagonist gedreht hat (1950-1955). Anthony Mann kam vom B-Film und hatte sich einen Namen mit der Inszenierung von Films noirs gemacht (u. a. „T-Men“, 1947), die heute zu den Klassikern jenes Genres zählen, das nachträglich eine Aufwertung erfuhr wie keine andere Spielart des amerikanischen Films.

Seine Filme mit Stewart waren überwiegend strikt komponierte, immer nach dem gleichen Muster angelegte Western von etwa 90 Minuten Länge, deren Dramaturgie entlang der Hauptfigur gestaltet war: Eines Mannes mit Vergangenheit, der sich im Konflikt zwischen selbstsüchtigen Motiven befindet, welche aus seiner Biografie herrühren – und seiner Wiedereingliederung in die Gesellschaft derer, die etwas aufbauen wollen (Ausnahmen waren der oben erwähnte „Thunder Bay“ und die Musikerbiografie „The Glenn Miller Story“ (1954), die aber ebenfalls kompakte und aufs Wesentliche konzentrierte Filme sind).

Auch nach der Stewart-Ära hat Mann in etwa dort weitergemacht, wo er mit seinem Lieblingsdarsteller angefangen hatte: Etwa mit Gary Cooper in „The Man from the West“ (1958). Nichts deutete lange Zeit darauf hin, dass Mann sich mit Filmepen befassen würde, für die es Spezialisten wie Cecil B. deMille gab und viele Regisseure, die sich mit opulenten Ausstattungsfilmen besser auskannten als Mann. Doch seine Reputation im Genre Historien- und Monumentalfilm war schon darin begründet, dass er eine schwierige Massenszene in „Quo Vadis“ (1951) gedreht hatte, die Feuersbrunst, die Nero über Rom gebracht hatte. Bei „Spartacus“ (1960), einem Projekt von Kirk Douglas, hatte er Regie geführt, bis er durch Stanley Kubrick ersetzt wurde. Und dann hatte er mit „El Cid“ (1961, mit Charlton Heston und Sophia Loren in den Hauptrollen) bewiesen, dass er’s kann, denn zumindest kommerziell war der Film erfolgreich. Ihn hatten wir nach „Der Untergang des römischen Reiches“ angeschaut, daher beinhaltet die vorliegende Rezension keine Vergleiche, die erklären könnten, warum der Film aus dem Jahr 1961 noch gut lief und der drei Jahre später entstandene floppte. Ein Grund könnte aber sein, dass es an überzeugenden positiven Figuren in einem Untergangsszenario nicht zu viele geben konnte und dass nach dem Kennedy-Mord von 1963 erstmals auch in den USA darüber nachgedacht wurde, ob vielleicht das amerikanische Imperium anfängt, Risse zu bekommen. Außerdem ist ein Untergangsszenario generell nicht so attraktiv wie ein solches, das den Aufstieg in den Mittelpunkt stellt oder eine neue Hoffnung.

Der Vergleich würde zusätzliche Aspekte beleuchten, aber notwendig ist er nicht wirklich, denn „Der Untergang des römischen Reiches“ bietet auch in der Einzelbetrachtung genug Anhaltspunkte, warum er trotz seiner überaus prunkvollen Ausstattung das letzte der großen Epen war, die sich mit der Antike und speziell mit Rom befassten. Erst zur Millenniumswende, die natürlich dazu einlud, den Bogen zur Zeit vor 2000 Jahren zu spannen, kamen Antiken-Filme wieder auf, von denen aber nur wenige hoch gelobt wurden, wie etwa „Gladiator“ (2000) von Ridley Scott, der das Publikum auch wesentlich mehr begeisterte als die Kritiker.

Wo also haben der Untergang des römischen Reiches und der Film, der sich damit befasst, ihre Gemeinsamkeiten? Anthony Mann erweist sich in diesem Film nach wie vor als Regisseur, der psychologischen Aspekten gut nachspüren kann. Mar Aurel wirkt philosophisch und stringent, humanistisch und von Ahnungen geplagt, ist krank und müde; Livius ist eine helle Figur, loyal, liebenswert, den Idealen seines Kaisers verpflichtet. Commodus ist nicht nur als Typ dunkler, sondern unberechenbar, mit teilweise neronischen Anwandlungen, schwankt zwischen mangelndem Selbstbewusstsein und Cäsarenwahn. Doch bis auf Marc Aurel, der vergiftet wird (in Wirklichkeit gab es keinen Mord an ihm, eine der gravierenden Abweichungen des Films von der Historie), vollziehen alle Figuren Wendungen. Commodus ist zeitweise mit Livius befreundet, Marc Aurels Tochter Lucilla fügt sich in das Schicksal, dass der Vater sie mit einem armenischen König verheiratet hat, aus politischen Gründen (Omar Sharif kurz vor seiner Signatur-Rolle in und als „Doktor Schiwago“). Doch Lucilla stellt sich gegen Commodus, Livius schließlich auch. Was trotz aller Spannungen hätte friedlich verlaufen können, nämlich die weitere Festigung des römischen Reiches, scheitert an der Unzulänglichkeit des neuen Herrschers, der übrigens belegt, dass das vorherige Adoptivkaisertum, das auch Marc Aurel an die Macht brachte, der echten dynastischen Vererbung überlegen war und trotzdem in der Geschichte der nicht demokratisch gewählten Herrscher eine Ausnahme blieb, die sich mit einer glorreichen Zeit verknüpfte.

Bei allen Twists, welche die Handlung für uns bereithält, bleiben die Figuren nachvollziehbar, wie Livius oder Lucialla, oder sie sind es eben nicht, wie Commodus, der exakt so dargestellt werden soll.

In einem anderen Aspekt aber zeigt sich, dass Anthony Mann kein klassischer Epen-Regisseur war. Der Film ist überlang, weil er viele Szenen zu sehr auswalzt und außerdem hätten wir uns nie vorstellen können, dass Mann es nötig hat, einen Narrator einzusetzen, der beinahe mehr erklärt, als der Film selbst zeigt. Wenn man so will, bebildert Mann nur noch das, was dieser Erzähler, der nicht wie ein zeitgenössischer römischer Geschichtsschreiber, sondern auktorial und mit dem Überblick über die gesamte Menschheitsgeschichte kommentiert. Das schafft eine Allwissenheit auch auf der Seite des Zuschauers, die ihn über die Figuren hinaushebt und eine große Distanz zum Geschehen, das wir in jedem Moment als historisches Schlachtengemälde wahrnehmen. Daran ändern auch Actionszenen nichts, wie das in die Berge verlegte und auf einen Zweikampf reduzierte Wagenrennen, das dem großen Rennen aus „Ben Hur“ (1959) allzu deutlich nachempfunden wurde und unauthentisch wirkt, weil es daramaturgisch an einer alles andere als zwingenden Stelle angesetzt wird.

Da bis auf Marc Aurel, Lucilla und Commodus die Figuren fiktiv sind, kann Livius als der wichtigste dieser nicht historischen Charaktere so eingesetzt werden, dass er uns an die Geschichte klammert. In der Tat ist er als Identifikationsfigur geeignet – als Person. Aber als Persönlichkeit ist er wiederum nicht stark genug, um diese Mischung aus staatsphilosophischem Diskurs und Schlachtengemälde, die „Der Untergang des römischen Reiches“ darstellt, zusammenzuhalten. Kurioserweise korrespondiert das sehr gut mit der Entwicklung des Films selbst. Anfangs herrscht Ordnung, die Welt ist Rom geneigt, die Heere stehen sicher, Marc Aurel kennt zwar die  Herrscher und Prokuratoren nicht alle, die an ihm vorbeiparadieren, während er in der Alpenfestung weilt, aber er kann sich ihrer Gefolgschaft sicher sein.

Doch unter Commodus ändert sich das Szenario rasch, der Dialog des Herrschers mit sich selbst und anderen verstummt und die Waffen sprechen. Alles wird unübersichtlicher, das trifft auch auf die Schlachtenszenen selbst zu, bei denen man meist nicht bestimmen kann, wer gerade auf welcher Seite kämpft. Schade, dass diese nicht besser choreografiert sind, der Einsatz unzähliger Statisten hätte eine bessere Inszenierung erlaubt. Man kann einwenden, dass die historischen Waffengänge möglicherweise tatsächlich so abliefen, und dass die römischen Legionen je nach Gelände und Gegner nicht in Phalanx antraten, wie man es seit den Asterix-Heften auch als Leser diesseits der Alpen kennt. Doch wenn der Film schon an so vielen Stellen unhistorisch ist, hätte man diese Szenen auch ein wenig stilisieren können. Wie die Schlachten ausgehen, lässt sich nicht aus den Bildern erschließen, sondern nur aus dem, was nach dem Ende des Gemetzels geschieht und wer ersichtlich als Sieger auftritt.

Es gab zu Beginn der 1960er Jahre nicht viele Regisseure, die das Monumentalkino beherrschten, zudem wenn es selbst unter den Monumentalfilmen so herausragend aufwendig war wie „Der Untergang des römischen Reiches“, der für damalige Verhältnisse immense 18,4 Millionen Dollar gekostet hatte. Eine positive Ausnahme ist David Lean, der das Kapitel der Hollywood-Epen mit „Lawrence von Arabien“ und „Doktor Schiwago“ zu einem vorläufigen positiven Abschluss brachte – und der zeigte, wie man Szenen so gestalten und aufeinander folgen lassen kann, dass man als Zuschauer drei Stunden lang gefesselt, ja berauscht ist vom Rhythmus und von der Komposition gleichermaßen. Doch wenn schon diese Filme keine Nachfolger mehr hatten, wird klar: Hollywood selbst stand am Wendepunkt.

Dass der Produzent von „Der Untergang des Römischen Reiches“, Samuel Bronston, nach dem Film ruiniert war, steht sinnbildlich für die Traumfabrik, die in der Tat Mitte der 1960er teilweise abgewirtschaftet hatte und neue Wege suchte. Sinnbildlich ist das Schicksal des einst mächtigsten Studios MGM, das sich am meisten gegen neue Einflüsse gesträubt und an gutem, altem Entertainment festgehalten hatte. Von MGM hätte auch „Der Untergang des Römischen Reiches“ dem Typ nach stammen können (z. B. „Quo Vadis“ (1951) stammt dorther, aber eben aus einer Zeit, in der die Maschine noch intakt war). Ebenso hat Anthony Mann sein erstes episches Kinostück, den Western „Cimarron“ (1960) bei MGM gedreht, und der funktionierte noch halbwegs, wies aber auch schon auf die Schwächen Manns bei Dreistundenfilmen hin, nämlich einige Überdehnungen.

Technisch ist „Der Untergang des römischen Reiches“ sehr gut gemacht, sehr sauber, sehr gepflegt und auf der Höhe der Zeit, kaum von einem heutigen Film zu unterscheiden, zumindest die Totalen mit der Bewegung der vielen Statisten betreffend. Atmosphärisch wechselt er von unheilschwangerem Schneetreiben in den kalten Alpenbergen in die Wüste des Ostens, dann nach Rom, wo es heiß hergeht und am Ende ein seltsamer Kontrast zwischen der zunächst wiederhergestellten Ordnung unter Livius und dem Schlusskommentar des Narrators besteht, der uns erzählt, dass Imperien nur von innen zusammenfallen können, nicht durch äußere Einflüsse – wenn nämlich seine Bewohner nicht mehr an die Mission des Imperiums glauben.

Leider stimmt das nicht, auch wenn es einen weiteren Konnex gibt, der dies belegen könnte: 1964, als der Film entstand, war auch deshalb ein Jahr der Zäsur, weil im Jahr zuvor der Kennedy-Mord geschah. Es ist ganz offensichtlich, dass der Film-Mord an Marc Aurel durch dieses Ereignis inspiriert ist und dass Commodus und seine Verschwörer für die Leute stehen, von denen man bis heute glaubt, sie hätten den Mord an Kennedy verübt oder in Auftrag gegeben, ohne dass dies je hätte geklärt werden können und immer noch für viele Spekulationen sorgt („JFK“ aus dem Jahr 1991 haben wir bereits rezensiert, sind aber in der Filmfest-Chronologie dort noch nicht angelangt). Ob Anthony Mann aufgrund seiner psychologischen Ader ahnte, dass es heute, also fünfzig Jahre nach dem Entstehen des Films, zu Parallelen zwischen der Geschichte Roms und derjenigen der USA kommen könnte, die sich, wenn auch nicht territorial, so doch ihren Einfluss in der Welt betreffend, ebenfalls sichtbar überdehnt haben und unter diesem Anspruch mehr und mehr in die Knie gehen?

Die von einem Leuchtturm der Freiheit, der sie nach dem Zweiten Weltkrieg waren, zu einem Sinnbild des seine eigenen Ideale korrumpierenden Imperiums der Angst und der Bespitzelung geworden sind? Zu einer Macht, die zu ihre Erhaltung einen unfasslichen Aufwand betreiben muss und von der Welt um sie herum immer weniger versteht? Heute sind die Parallelen jedenfalls sinnfällig und erst mit der Zeit haben sich die Morde der 1960er und Vietnam als eine psychologische Zäsur herausgestellt, die tief ins amerikanische Bewusstsein hineinwirkte. Eine ähnliche Veränderung dürfte im Bewusstsein der auf ihre Zivilisation so stolzen Römer vorgegangen sein, als Mord und Totschlag das Imperium im Inneren und an seinen Grenzen immer mehr in Bedrängnis brachten.

An dieser Stelle ist ein Zusatz anlässlich der Veröffentlichung der Rezension sieben Jahre nach dem Entwurf angebracht. Wir haben mittlerweile Donald Trump als Präsident der USA erleben dürfen und er hat demonstriert, dass es sehr schnell gehen kann, mit dem Verfall der internationalen Stellung eines Imperiums, wenn man sich nicht an die über Jahrzehnte entwickelten Tricks und Gepflogenheiten hält.

Dennoch sind wir nicht der Ansicht, dass ein Imperium nur von innen vernichtet werden kann. Es mag seiner Ideale noch so treu sein, wenn es sich überdehnt hat und seine Existenz nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zu sichern ist, kann auch eine gute innere Verfassung es nicht gegen separatistische Anwandlungen schützen. Rom war, das darf man nicht vergessen, in einem sehr anders als es die USA heute sind: Ein Vielvölkerstaat wie etwa Österreich-Ungarn, dessen Gebiet erobert wurde, nicht eine multiethnische Nation, die aus einem Freiheitskampf hervorging. Ob es die Ansiedlung der Germanen auf römischem Kerngebiet wirklich gegeben hat, die der Film  zeigt und ob sie grausam verraten wurden, wie Commodus es hier tut, wissen wir nicht. Aber die Aussage geht genau in diese Richtung: Hätte Rom es zugelassen, dass es sich zum Schmelztiegel entwickelt hätte, dass die Germanen hätten sesshaft werden können und nicht sinnlosen Racheakten zum Opfer gefallen wären, hätten diese Barbaren frisches Blut ins alte Rom gebracht und es gestärkt.

Einer der positiven Aspekte, und das kann man als typisch für die Filme der 1960er und, auf eine mehr zeigende als erzählende Art, der 1970er Jahre ansehen, ist die humanistische Botschaft von „Der Untergang des römischen Reiches“, auch wenn wir den linearen Zusammenhang zwischen dem Verlust von Idealen und dem Untergang eines Imperiums vorausgehend angezweifelt haben. Gerade expansive Staaten, die ihre Macht in der Welt ausbauen wollen, sind oft alles andere als im Inneren an humanistischen Grundsätzen ausgerichtet und es kommt mehr darauf an, ob sie gleichwertige Gegner finden als auf ihre innere Verfassung, wie weit sie ihren Einfluss ausdehnen können. Zwingend ist auch dieser Zusammenhang nicht, genauso wenig, wie sich das Gegenteil anhand der Geschichte als Prinzip nachweisen lässt.

Fazit

Dass „Der Untergang des römischen Reiches“ ein Tomatometer von 100 % besitzt, hat uns sehr erstaunt, weil seine dramaturgischen Schwächen, seine erhebliche Geschichtsklitterung und seine durchaus zu Zweifeln berechtigende Conclusio über das Entstehen und Vergehen von Imperien offensichtlich sind und weil auch große Schauspieler wie Alec Guiness hier nicht ganz das ausspielen konnten, was sie in kleineren oder mehr auf die Figuren konzentrieren Filmen zu leisten in der Lage waren. Zu Guiness gehört zum Beispiel, dass seine ausdrucksstarke Mimik nicht, wie hier, unter einem römischen Bart versteckt wird, den interessanterweise nur er trägt, nicht sein Sohn Commodus, nicht Livius, deren Aussehen man schlicht an die bartlosen 1960er angepasst hat – ebenso, wie die Kostüme und Uniformen nicht exakt historisch sind, sondern gegenüber der zweifelsohne imposanten imperialen Wirklichkeit noch einmal aufgepeppt wurden, um die Pracht des Films hervorzuheben. Aber entspricht das nicht dem Umgang mit der Historie selbst? Doch, durchaus.

Wenn man genau hinschaut, und das ist auch eine Schwäche von „Rotten Tomatoes“ gegenüber „Metacritic“ – die meisten Kritiken sind nicht überschwänglich, sondern moderat-positiv und ergötzen sich außerdem mehr an den Schauwerten als am Inhalt des Films. Da es aber nicht Punkte-Abstufungen gibt, sondern nur „fresh“ oder „rotten“, kann dies nicht ausdifferenziert werden. Mäßig positiv sind die IMDb-Nutzer:innen gestimmt, die im Durchschnitt 6,7/10 vergeben (2021, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Textes). Wir bleiben knapp darunter.

64/100

© 2021 (Entwurf 2014) Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Anthony Mann
Drehbuch Ben Barzman
Basilio Franchina
Philip Yordan
Produktion Samuel Bronston
Musik Dimitri Tiomkin
Kamera Robert Krasker
Schnitt Robert Lawrence
Besetzung

 

 

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