Bis Mitternacht – Polizeiruf 110 Episode 393 #Crimetime Vorschau #Polizeiruf #Polizeiruf 110 #München #Eyckhoff #BR #Mitternacht

Crimetime Vorschau 05.09.2021 Das Erste 20:15 Uhr

Keine Zeit, keine Zeit!

Polizeiruf 110: Bis Mitternacht ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Polizeiruf 110. Der von Provobis (Produzent Jens Christian Susa) für den Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag wurde am 2. Juli 2021 beim Filmfest München uraufgeführt[1] und soll am 5. September 2021 im Ersten erstgesendet werden.[2] Es ist die 393. Episode des Polizeiruf 110 und der vierte Fall der Ermittlerin Elisabeth Eyckhoff.

Immer, wenn ich mal wieder einen Polizeiruf aus der „alten Zeit“ schaue, die in München noch nicht lange her ist, aus den Epochen Tauber und von Meuffels, denke ich, das ist nicht so leicht zu toppen. An die besten Filme der Vorgänger kamen die ersten Eyckhoff-Polizrufe auch nicht ganz heran, aber Dominik Graf und Verena Altenberger versuchen es wieder einmal und wir drücken ihm die Daumen. 

Der Titel dieses Polizeirufs 110 aus München sagt eigentlich schon alles: „Bis Mitternacht“ – und keine Sekunde länger. Bis Mitternacht muss es den Kriminalbeamten um Oberkommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff (Verena Altenberger) gelingen, einen psychisch kranken Sexualstraftäter und Frauenmörder zu überführen, der schon ein Opfer auf dem Gewissen hat und eine andere junge Frau körperlich schwer verwundet und psychisch traumatisiert zurückgelassen hat. Aber wenn bis Mitternacht kein Geständnis vorliegt und auch kein dringender Tatverdacht nachgewiesen kann, muss Eyckhoff den Mann freilassen – so will es das Gesetz aus guten Gründen. – Tatort-Fans

Die Meinung der Redaktion von Tatort-Fans, es liegt erst eine von zweien vor, ist sehr positiv, es wird von einem Gesamtkunstwerk gesprochen, bei dem wirklich alles stimmt. Das erwarten wir allerdings auch von einem Polizeiruf aus München, oder? Das war schon bisher die Stärke dieser Schiene, auf die Komposition zu setzen, nicht bloß auf Figuren. 

„Der Polizeiruf „Bis Mitternacht“ […] ist hochspannend und vorzüglich gespielt – und er nutzt dramaturgisch raffiniert, wie physikalisch gemessene und empfundene Zeit divergieren..“ – Heike HupertzSüddeutsche Zeitung[4]

Ja, die Zeit bis Mitternacht kann lang werden, wenn man sich vor dem Fernseher langweilt und fliegen wie ein Pfeil, wenn man bis dahin ein Geständnis haben muss und es damit nicht vorangeht. Manche Tage scheinen nie zu enden, bei anderen wundert man sich, weil man denkt, man sei gerade erst aufgestanden, wenn sich die Nacht niedersenkt. 

Bis Mitternacht ist (…) angelehnt an eine wahre Geschichte, die der ehemalige Leiter der Münchener Mordkommission in einem Verhör tatsächlich so erlebt und in seinem Buch Abgründe auch so aufgeschrieben hat. Wäre die Story erfunden, hätte ich das Ende des Verhörs höchstwahrscheinlich als unglaubwürdig eingestuft. Aber so, oder zumindest so ähnlich, soll das Verhör tatsächlich vor vielen Jahren abgelaufen sein. – Brigitte Egelhaaf, SWR3-Check

Das Ende wirke nur deshalb glaubwürdig, weil man weiß, so oder ähnlich muss es passiert sein. Woran man wieder sieht, dass das Leben seltsamer sein kann als das, was man der Handlung einer fiktionalen Geschichte zubilligt. Auch hier eine gute Wertung, 4 von 5 Elchen (eigentlich müsste das Format „Elchtest“ heißen). Außerdem steht schon in der Überschrift, der Polizeiruf „Bis Mitternacht“ sei spannender als viele Tatorte. Wenn man den Durchschnitt aller Filme nimmt, sind die Polizeirufe wohl tatsächlich besser. Falls wir jemals mit dem Artikelverzeichnis fertigwerden, das sich in Entstehung befindet, werden wir auch mal etwas auschecken, nämlich, ob sich das anhand unserer Bewertungen verifizieren lässt. Rainer Tittelbach fasst für Tittelbach-TV seine Eindrücke so zusammen:

Bessie Eyckhoff, neu bei der Mordkommission, darf in einem nächtlichen Marathon-Verhör zeigen, was sie kann. Sie muss einen Studenten knacken, dem ein Mord und ein versuchter Mord zur Last gelegt werden, beide sexuell motiviert, aber ohne die Signatur eines typischen Triebtäterverbrechens. Der „Polizeiruf 110 – Bis Mitternacht“ (BR / Provobis), der vierte mit Verena Altenberger, ist ein herausragendes Krimidrama von Dominik Graf nach dem Drehbuch von Tobias Kniebe. Eine wirkungsvolle Kammerspiel- und Echtzeit-Konstruktion sind die Grundlage für diesen enorm packenden Film (…). Auch die häufig in stimmungsvolles Zwielicht getauchte Inszenierung ist vorzüglich. „Bis Mitternacht“ steht in der Tradition von Grafs preisgekrönten Ausnahme-Krimidramen, den  „Polizeiruf 110“-Episoden „Der scharlachtote Engel“ und „Er sollte tot“, letzterer auch ein Verhörfilm. „Das ist die irrste Vernehmung, die ich je gesehen habe“, sagt am Ende die Staatsanwältin. Als Zuschauer kann man ihr da nur beipflichten. 

„Er sollte tot“ haben wir aufgezeichnet und werden ihn demnächst ebenfalls anschauen, „Der scharlachrote Engel“ zählt zu den Polizeirufen, die unser Bild von der Tauber-Ära geprägt haben. Für uns eine der letzten Entdeckungsreisen in der Welt der Polizeirufe, vor zwei Jahren wusste ich noch gar nichts von dieser Tauber-Zeit der München-Schiene. Dass Dominik Graf gute Krimis machen kann, ist mir hingegen schon länger bekannt, er hat ja auch einige Tatorte gemacht. 

Dieser »Polizeiruf« ist pure Energie. Der härteste Job im »Polizeiruf«: Mit jeder Folge muss sich Verena Altenberger als Ermittlerin Eyckhoff neu erfinden. Auch diesmal tut sie das bravourös – und an der Grenze zur Selbstauslöschung. – Christian Buß, Der Spiegel

Wenn Christian Buß sich einen besonders abgefahrenen Titel verkneift, muss er wirklich schwer beeindruckt, ja beinahe sprachlos sein. Buß gibt 8/10, bemängelt aber etwas, das einer Krimischiene in der Tat Schaden zufügen kann: Dass Altenberger zwar herausragend spielt, man aber in der Redaktion wohl nicht ganz klar zu sein scheint, wohin man mit ihrer Figur will, wie der Rezensent es ausdrückt. Den Eindruck hatte ich bei den ersten drei ihrer Krimis ebenfalls bis zu einem gewissen Grad, auch, weil sie nicht „am richtigen Platz“ gearbeitet hat, um für ihre Figur Bessie Eyckhoff eine langfristige Karriere als Ermittlerin aufbauen zu können, aber jetzt ist sie ja bei der Mordkommission gelandet. Damit wird ihr berufliches Setting konventioneller, aber auch logischer. So frisch wie Eackhoff-Darstellerin Altenberger wirken auf mich die meisten Namen auf der Besetzungsliste. Bisher habe ich kein Bild von ihnen. Morgen Abend wissen wir mehr und werden darüber berichten.

TH

Handlung

Dieser Film basiert auf der Fallbeschreibung „Wollust“ aus dem Buch „Abgründe: Wenn aus Menschen Mörder werden“ von Josef Wilfling.

Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff, die als Kriminaloberkommissarin neu zur Münchner Mordkommission gewechselt ist, wird gleich mit einem vertrackten Fall konfrontiert. Sie hat einen mutmaßlichen Serienmörder verhaftet, alles spricht für seine Schuld, doch die Beweise fehlen. Sie braucht ein Geständnis, um den gefährlichen Täter aus dem Verkehr zu ziehen, und zwar bis Mitternacht, sonst lassen die Richter ihn wieder frei. Der Beschuldigte ist hochintelligent, die Nerven im Team liegen blank, ein Verhörspezialist wird hinzugezogen. Und Eyckhoff muss kämpfen bis zur letzten Minute.

Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff – Verena Altenberger
Jonas Borutta – Thomas Schubert
Josef Murnauer – Michael Roll
Susanne Michl – Emma Jane
Hansi Dorfmeister – Robert Sigl
Wolfi Hader – Daniel Christensen
Martin Schaub – Christian Baumann
Sarah Ehrmann – Birge Schade
Bernhard Schmelzer – Thomas Wittmann
Haftrichter Weber – Arthur Klemt
Franca Ambacher – Sophie Meinecke
Roswitha Michl – Michaela Steiger
Elfie Murnauer – Theresa Hanich
Vera – Maria Preis
u.a. 

Regie – Dominik Graf
Drehbuch – Tobias Kniebe, basierend auf der Fallbeschreibung „Wollust“ aus dem Buch „Abgründe: Wenn aus Menschen Mörder werden“ von Josef Wilfing 
Musik – Florian van Volxem & Sven Rossenbach

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s