Wie viel besser wäre die CDU bzw. die Union ohne Laschet dran? | Frontpage Umfrage Ergebnis | Bundestagswahl 2021

Frontpage | Wahl 2021 | CDU, Laschet, Söder, Winter

Am 4. September hatte Civey wieder eine seiner interessanten Umfragen gestartet. Angesichts sinkender CDU-Zustimmungswerte und der Tatsache, dass Olaf Scholz (SPD) bei der Kanzlerfrage weit vor Armin Lascht liegt, wollten die Meinungsforscher wissen, ob und wie viel die CDU gewinnen könnte, wenn eben nicht Laschet, sondern jemand anderes für sie ins Kanzleramt und Angela Merkel beerben wollte. Sie können abstimmen:

Wie würde sich Ihr Wahlverhalten ändern, wenn Armin Laschet nicht CDU-Kanzlerkandidat wäre?

Dazu schreibt Civey das Folgende und wir reden im Anschluss noch über ein Update:

Die Union liegt in Umfragen zur Bundestagswahl weiterhin hinter der SPD zurück. Das Umfragetief wird auch dem Kandidaten Armin Laschet zugeschrieben. Dieser hatte in den vergangenen Wochen des Wahlkampfs zahlreiche Schwächen offenbart. Drei Wochen vor der Bundestagswahl hat Laschet nun in Berlin ein achtköpfiges sogenanntes „Zukunftsteam“ vorgestellt, mit dem die Union die Trendwende schaffen soll.

Ziel sei es, so Laschet, als Team sichtbar zu werden. Zu den acht Experten gehören Friedrich Merz, Andreas Jung, Dorothee Bär, Peter Neumann, Karin Prien, Silvia Breher, Joe Chialo und Barbara Klepsch. Es handelt sich nach Laschet bei diesen Personen um Experten, die etwas anderes machen als „Experimente ideologischer Art“.

Diese Experten sollen selbst im Wahlkampf öffentlich verstärkt auftreten und Laschet beraten. Medienberichten nach ist es jedoch fraglich, ob die Unterstützung durch ein Team ausreichen wird, um aus dem Umfrage-Tief herauszukommen.

Bisher hat das „Team“ nicht viel bewirkt. Nun hat Laschet, wird vermeldet, die „Klimaaktivistin Wiebke Winter“ ebenfalls in seine Mann- und Frauschaft geholt. Die Meldung stammt vom 17.09.2021. Dies geschah also zwei Wochen nach der Vorstellung des eigentlichen „Kompetenzbündels“ oder wie immer man es nennen will. Und eine Woche vor der Wahl. Da stellen sich uns gleich mehrere Fragen:

1.) Eine Klimaaktivistin und Merz & Co. in einem Team? Wie groß soll die Spreizung der Positionen sein, die Laschet uns verkaufen will? Es ist unmöglich, für Klimaschutz zu werben und zugleich ein Anhänger der Merz-Fraktion in der CDU zu sein.

2.) Was will eine Klimaaktivistin überhaupt in der CDU? Die Frage lässt sich leicht beantworten. In einer Regierungspartei Karriere machen. Dann wird es vermutlich nach dem Muster laufen, das wir von diversen Juso-Vorsitzenden der SPD kennen. Als Jungprotestler gegen das interne Establishment angefangen und mit dieser Attitüde bekannt geworden und aufgestiegen, dann bis nach ganz rechts innerhalb der Partei gerückt, um aufrechten Sozialdemokrat:innen die Schamröte ins Gesicht zu treiben und das Land zu spalten (u. a. Schröder, Nahles; bei Kevin Kühnert sind wir schon gespannt, ob es ebenso laufen wird).

Wer für mehr Klimaschutz ist, kann das niemals am besten mit und in der CDU durchsetzen. Wieso haben wir immer das Gefühl, diese Partei und ihr Kandidat wollen uns wieder mal austricksen und noch ein paar Stimmen besonders leichtgläubiger Menschen einfangen? Die späte Berufung ins Team ist ein klares Indiz für eine Notmaßnahme, um nur ja keine noch irgendwie unentschlossenen Wähler zu verpassen. Und dieses Jahr sind angesichts eines wenig überzeugenden Kandidta:innenangebots besonders viele Wähler:innen unentschlossen. Taktisch können wir also die Maßnahme schon nachvollziehen. Sies kann aber auch ins Auge gehen, denn der rechte Rand der Union, der Friedrich Merz mag, mag die Herausforderungen des Klimwandels gar nicht und damit auch keine Person, die immerhin verkörpern möchte, dass sie das Thema ernst nimmt.

Falls Sie noch nicht abgestimmt haben, hier noch einmal der Link:

Wie würde sich Ihr Wahlverhalten ändern, wenn Armin Laschet nicht CDU-Kanzlerkandidat wäre?

Stopp! Die Ergebnisse! Bisher sagen fast 30 Prozent der Abstimmenden, sie würden mit einem anderen Kandidaten (sprich: Markus Söder) eher CDU wählen. Nie zuvor war ein Bayer relativ gesehen zu einem Nichtbayern besser. Nur fünf Prozent sind Laschet-Fans und würden mit einem anderen Kandidaten (sprich: Söder) eher nicht die CDU wählen. Über 60 Prozent sagen, ihr Wahlverhalten würde sich nicht ändern. Darunter wir, denn wir hätten die CDU auch mit Söder nicht gewählt.

Aber es ist signifikant: Auf die potenzielle Unionsklientel umgerechnet, hätte Söder vermutlich die Möglichkeit, für die Union ca. 30 Prozent einzufahren, wäre nur knapp schwächer als Angela Merkel 2017 (32,9 Prozent) und in der gegenwärtigen Situation, in der alles für grün und links spricht, wäre dies beinahe wie ein Wahlsieg zu bewerten. Diese offensichtliche Unzufriedenheit vieler Unionswähler:innen mit Laschet könnte Konsequenzen für 2025 haben: Wird Laschet nicht Kanzler, kommt auf jeden Fall ein:e neue:n Unionskandidat:in und der Name dürfte relativ klar sein. Falls Laschet sich doch noch gerade so ins Amt hangelt und es läuft nicht besonders gut mit der Regierungsarbeit, die Umfragen für die Union steigen nicht, dürfte Söder seine Chance ebenfalls in vier Jahren bekommen. Das ist nun keine bahnbrechende Erkenntnis, aber uns war es wichtig, darzustellen, dass die anderen sich mehr anstrengen müssten, wenn die Union einen besseren Kandidaten hätte.

Von den im 19. Bundestag vertretenen Parteien wird einzig die Linke von der Kandidatenauswahl der Union nicht tangiert. Hoffen wir jedenfalls.

TH

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