Auf zum letzten Gefecht: Geballter Angriff der CDU auf Twitter und Fakten für Anfänger:innen | #Frontpage Bundestagswahl 2021 | #CDU #Laschet

Frontpage | Wahl 2021 | Twitter-Trends, Armin Laschet, CDU, machet oder lasset

Jetzt ist es doch passiert. Fast ganz vorne bei den Twitter-Trends ist #LaschetMachet gelandet. Die Trendwende nach dem dritten #Triell? Mitnichten. Vor knapp einem Tag hat die CDU-Zentrale massiv in das Geschehen eingegriffen und einen bisher kaum gekannten Trendsturm zu entfachen versucht. Die Antworten in den sozialen Netzwerken sind vielfältig, unsere haben wir im Folgenden abgebildet:

Ein Knaller ist das nun nicht, der Novitätswert ist gering, es lohnt sich auch kaum, alle Texttafeln durchzuackern, welche die CDU nun postet, um politisch und im Lesen von Statistiken Unerfahrene noch irgendwie auf ihre Seite zu ziehen. Niemand außer der CDU-Zentrale hatt auch beim gestrigen Triell den Eindruck, Laschet habe Boden gutgemacht. Wenn man es genau nimmt, haben alle diese Fernsehshows mit Politiker:innen wenig bewirkt, weil sie zu wenig Neues geboten haben. Aber noch einmal das Blatt zu wenden und stärkste Partei zu werden, das könnte doch ein Ziel sein. Wenn man sich die neuesten Zahlen anschaut, ist die Trendwende, die nun von vielen CDU-Accounts behauptet wird, nicht zu bemerken.

Die ganz aktuellen Civey-Zahlen weisen einen weiteren Anstieg für die SPD auf 25,6 Prozent aus (vor dem Triell gestern 25,0), die CDU steigt von 22 auf 22,4 Prozent. Und nun ist das Pulver verschossen. Die Fernseh-Birnen sind geschält, wie einst bei Helmut Kohl, nur, dass der noch ganz andere Ergebnisse für die CDU einfahren konnte. Eine gewisse Polarisierung zulasten der kleineren Parteien ist das Einzige, was man aus dem Triell einigermaßen sicher herauslesen kann, aber der Unterschied zu gestern ist minimal. Am meisten haben die „Sonstigen“ verloren, insofern wieder ein Beleg dafür, dass doch noch eine gewisse Rückkehr zum taktischen Wählen stattfindet und die Zuspitzung den großen Parteien ein wenig hilft. Aber man muss die Unterschiede zum Stand am gestrigen Morgen geradezu mit der Lupe suchen.

Dafür ist der Aufwand, der medial betrieben wird, eindeutig zu hoch. Entspricht der typischen Ideologie der Konservativ-Neoliberalen: immer mehr von allem, aber ohne Sinn und Verstand und ohne Nutzen für die Mehrheit im Land.

Die Medien gehen diesem Spin auf dem Leim, anstatt sich zum Beispiel abzusprechen und bei verschiedenen Formaten verschiedene Themenkomplexe so durchzuarbeiten, dass man noch einen echten Informationsgewinn davon hat. Aber wer kriegt dann welches Thema? Oh je. Tschüss, Solidarität, wie überall, wo die CDU Spuren der sozialen Verwüstung hinterlassen hat. Sogar die FDP sagt, 16 Jahre CDU haben das Land sehr reformbedürftig gemacht. Es zu einem Sanierungsfall gemacht. Komisch, die FDP war doch auch mit dabei, von 2009 bis 2013. Aber so sind sie, diese Rechten. Sie setzen alle auf unser kurzes Gedächtnis und bei vielen Wähler:innen funktioniert es ja auch.

Selbstverständlich hat sich für uns nicht dadurch etwas geändert, dass die CDU bereits im Jahr 2021 kapiert hat, wie man die sozialen Netzwerke bedient, dafür hat sie auch dieses Mal fast den gesamten Wahlkampf als Lernphase gebraucht. Ob es Laschet noch nützt, bleibt abzuwarten. Aber wir wissen schon, was wir nach der Wahl auf Twitter tun werden, wenn die CDU „Informationskampagnen“ startet. Es ist nicht neu, aber immer wirkungsvoll: Die Niedrigniveau-Fakten ein wenig näher beleuchten. Nur ein Beispiel: Eines der CDU-Diagramme zeigt einen exorbitanten Anstieg der Ewerbstätigenzahlen seit der Regierungsübernahme durch Angela Merkel. Was fehlt? Die Zeit vor 1998 unter Helmut Kohl, als die Arbeitslosenzahlen explodierten. Was fehlt noch? Der Abgleich mit den Arbeitsstunden. Die sind nämlich bei Weitem nicht so stark angewachsen, sondern seit 20 Jahren überschlägig fast konstant, obwohl die Bevölkerung zugenommen hat. Mehr Arbeitnehmer:innen teilen sich die vorhandene Arbeit und bekommen für diese immer mehr um sich greifende Teilzeitbeschäftigung kaum Rentenpunkte. Wenn es nach der CDU ginge, gäbe es immer noch keinen Mindestlohn, damit wäre Deutschland das unsozialste aller großen Industrieländer. So sieht „christliche“ Politik aus. Die CO²-neutralen Energieträger wurden in den letzten Jahren eben nicht stärker ausgebaut, der prozentuale Anstieg der Renewables im Jahr 2020 ist vor allem dem geringeren Verbrauch wegen der Corona-Krise zu verdanken. Wie schon im nebenstehenden / untenstehenden Thread: usw. usw. Wer sich von dieser abgewirtschafteten Partei, bei der immer auch mal wieder „CDUKorruption“ trendet, noch dazu bewegen lässt, sie zu wählen und nicht Krisengewinnler ist und nicht zu den reichsten 10 Prozent in Deutschland zählt, der hat selbst abgewirtschaftet.

TH

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